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Bildungsstätte Anne Frank Archiv

144 Episoden
49 Minuten
Unser Bildungsreferent Tom Uhlig hat am 14.11.2018 einen Vortrag für das Team meX der Landeszentrale für politische Bildungs Baden-Württemberg gehalten: In Zeiten einer erstarkenden völkischen Rechten, deren kaum verhohlener Antisemitismus von Teilen der sogenannten Mehrheitsgesellschaft weithin toleriert wird, scheint vielen der Fokus auf Antisemitismus in der politischen Linken zunächst weniger relevant. Jedoch zeigte sich gerade in jüngerer Vergangenheit, dass mangelnde Reflexion von Antisemitismus Teile linker Bewegungen durchaus anschlussfähig für Querfront-strategien gemacht haben, weshalb eine Kritik von Antisemitismus in der politischen Linken wichtiger denn je ist. Antizionismus, manichäischer Antiimperialismus, regressive Kapitalismuskritik – diese und andere Erscheinungsformen von Antisemitismus in der Linken werden im Vortrag offen gelegt.
2 Minuten
Newsletter der Bildungsstätte Anne Frank - Informationen im November 2018 https://www.bs-anne-frank.de/index.php?id=472
1 Stunde 55 Minuten
Podiumsdiskussion an der Heinrich-Böll-Schule Hattersheim: 

Wie ist das momentane Wiedererstarken des Antisemitismus einzuschätzen? Welche historischen Anknüpfungspunkte bestehen im gegenwärtigen Antisemitismus in Deutschland? Und vor allem: Was kann man dagegen tun? Diese Fragen diskutierten: 

  Günther Jikeli, Indiana University Bloomington (USA), Mitbegründer und Vorstandsmitglied des International Institute for Education and Research on Antisemitism (IIBSA) in London und Fellow am Moses Mendelssohn Zentrum in Potsdam  

Deborah Krieg, Bildungsstätte Anne Frank  

Manfred Levy, Fritz Bauer Institut Frankfurt

9. November 2018
1 Stunde 40 Minuten
Warum ist das Kopftuch, getragen von muslimischen Frauen, das in Deutschland wohl am hitzigsten diskutierte Stück Stoff der vergangenen zehn Jahre? Darüber haben wir beim Fachtag "Stigma Kopftuch" diskutiert. Dabei stellte Günter Bauer vom Jugend- und Sozialamt der Stadt Frankfurt in seinem Grußwort fest, dass Kopftücher schon seit Langem in Frankfurt präsent seien und zu der diversen Stadt gehörten. Saba-Nur Cheema, Leiterin der politischen Bildung in der Bildungsstätte Anne Frank, belegte die Kontroversen, die durch das Kopftuch regelmäßig ausgelöst werden, mit dem aktuellen Werbeclip einer israelischen Bekleidungsfirma, in dem eine Frau als Akt der Befreiung einen Niqab ablegt. Die Wissenschaftlerin Meltem Kulaçatan führte mit ihrem Vortrag „Projektionsfläche Kopftuch" in das Thema genderspezifische Diskriminierung und die daraus resultierenden Konsequenzen für Musliminnen ein. Für ihre Forschung hat Kulaçatan Interviews mit Betroffenen von antimuslimischem Rassismus geführt.
27 Minuten
Queerfeindlichkeit und Antisemitismus in der neuen Rechten Es diskutierten: Felicia Ewert, Rachel Liven & Olivia Sarma. Die Autorin Felicia Ewert analysiert in ihren Arbeiten und Vorträgen unterschiedliche Diskriminierungsformen gegen transgeschlechtliche Menschen. Im Oktober hat sie ihr Buch „Trans. Frau. Sein. Aspekte geschlechtlicher Marginalisierung.“ Herausgebracht. Rachel Liven ist Buchbloggerin und befasst sich inhaltlich mit Antisemitismus, Feminismus und Sexismus. Unter dem Hashtag #metwo hat sie jüdische Perspektiven und Erfahrungen geteilt. Olivia Sarma leitet unsere Beratungsstelle response. Beratung für Betroffene rechter und rassistischer Gewalt. Mit unserer Pädagogischen Leiterin Saba-Nur Cheema sprachen sie darüber, wie sich Queerfeindlichkeit und Antisemitismus in der neuen Rechten äußern.
25 Minuten
Welche Formen von Solidarität mit Betroffenen von Diskriminierung werden durch soziale Medien ermöglicht? Ash Kay ist freie Autorin und Social-Media-Aktivistin. Als intersektionale Queerfeministin of color macht sie auf Twitter unter @problematash auf Rassismen aufmerksam & problematisiert Täter-Opfer-Umkehrungen. Die Autorin & Bloggerin Juna Grossmann schreibt über ihr Leben als Jüdin, Museen und Literatur. Im September hat sie ihr neuestes Buch, „Schonzeit vorbei – Über das Leben mit dem täglichen Antisemitismus“ herausgebracht. Max Czollek ist Lyriker, Essayist und Kurator. In seinem aktuellen Buch „Desintegriert euch!“ kritisiert er den deutschen Integrationsdiskurs & richtet sich gegen das Konstrukt eines gesamtdeutschen „Wir“. Mit ihnen diskutiert unsere Kollegin Eva Berendsen, welche Formen von Solidarität gegenüber Betroffenen von Diskriminierung über soziale Netzwerke ermöglicht werden und wie diese entstehen.
32 Minuten
Wir starten unsere Table-Talk-Reihe auf der Frankfurter Buchmesse 2018 mit Mahret Ifeoma Kupka und dem DIASPOR.ASIA Podcast. Mahret Ifeoma Kupka schreibt, spricht, lehrt und kuratiert Ausstellungen zu den Themen Mode, Körper und Performatives beim Museum für Angewandte Kunst Frankfurt. Unter dem Hashtag #MeTwo hat sie ihre Rassismus-Erfahrungen geteilt. Diaspor.Asia Podcast ist ein unabhängiger Podcast, der aus einer asiatischen Perspektive Diaspora in Deutschland thematisiert und asiatische Identitäten und Geschichten sichtbar macht. Unsere Kollegin Eva Berendsen diskutiert mit ihnen, ob und wie Hashtags beim Kampf gegen Normalisierung von Rassismus helfen.
29 Minuten
Unser Kollege Tom Uhlig hat auf dem diesjährigen Europakongress von Attac über eine ideologische Konstellation gesprochen, die sich in den letzten Jahren zunehmend verstärkt hat: dem irrationalen Hass auf Europa. Es geht dabei weniger um gerechtfertigte Kritik an all den Mängeln und Unvollkommenheiten der Europäischen Union, als um die Ablehnung der positiven Seiten. Europa sei, so Uhlig, zu einem Symbol der politischen Vermittlung geworden, welche diese Ideologie beseitigen wolle. Es gehe ihr um die Herstellung von "Eigentlichkeit", von einer Unmittelbarkeit, die letztendlich auf vorpolitische Orientierungshilfen wie Gott, 'Volk' und Schicksal hinauslaufe. Wie diese Art zu denken zudem mit Antisemitismus zusammenhängt, lässt sich in dem Kurzinput nachhören.
59 Minuten
Auf einer Konferenz des DGB hielt unser Kollege Tom Uhlig einen Vortrag über Antisemitismus in der AfD. Dabei konzentriert er sich weniger auf offenen Antisemitismus einzelner Mitglieder der Partei, sondern den strukturellen Antisemitismus, der in der völkischen Ideologie, dem Geschichtsrevisionismus, der Wirtschaftspolitik und im Zusammenspiel mit Rassismus zu finden ist. Antisemitismus sei, so Uhlig, die Kehrseite der ‚Volksgemeinschaft‘, letztere ohne ersteres überhaupt nicht denkbar. Ergänzt wird sein Referat von einem Kommentar Volkhard Moslers, der sich den Fall um die antisemitischen und Shoah-verharmlosenden Schriften des AfD-Abgeordneten Wolfgang Gedeons widmet.