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Wir leisten uns Gesellschaft - Der soziologische Podcast von Berthold Vogel und Julia Kropf Archiv

28 Episoden
1 Stunde 7 Minuten
Menschen in ihren Wünschen, Sorgen und Bedarfen zu verstehen, ist das zentrale Feld der Sozialforschung. Die Methoden der qualitativen und quantitativen Sozialforschung, sich diesem Verstehen anzunähern, sind unterschiedlich.

Dr. Silke Borgstedt ist Geschäftsführerin des SINUS Instituts, das sich seit den 1970er Jahren mithilfe der SINUS-Milieus Menschen in ihren Ähnlichkeiten, aber auch Unterschieden, annähert, und sie war außerdem Mitglied in der „Initiative für einen handlungsfähigen Staat“. Mit ihr sprechen Berthold Vogel und Julia Kropf über die Frage, was die permanenten Umfragen, Sonntagsfragen und Einschätzungen uns eigentlich über den „echten“ Zustand unserer Gesellschaft verraten können. Und wie man das interpretiert, was zwischen den Antworten steckt?

„Keine Antwort ohne Frage“ – steht in Großbuchstaben im SINUS-Institut. Aber mit welchen Fragen lassen sich echte Erkenntnisse gewinnen? Wie lassen sich Menschen verstehen, wenn deren Quellen immer fragmentierter werden? Wie können wir uns auf eine gemeinsame Realität oder auf gemeinsame Wirklichkeitsquellen verständigen? Oder gibt es eine neue Form der Wirklichkeitskonstruktion? Wie finden wir einen Weg, gut im Alltag zusammen leben zu können und die Ressourcen und Infrastrukturen zu stärken, über die wir gemeinsam verfügen und darauf angewiesen sind?

Politik kann den Menschen mehr zutrauen, darin waren sich die drei einig. Aber während wir viel über das sinkende Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in Politik sprechen, müssen wir uns auch die Frage stellen, wie es andersherum ist: Vertraut der Staat auch seinen Bürgerinnen und Bürgern?

#wirleistenunsgesellschaft #sozialforschung #krisencoolness #wirklichkeitskonstruktion #gesellschaftlicherzusammenhalt #welchezukunftwollenwir
52 Minuten
Wenn Soziologie und Philosophie aufeinandertreffen, dann wird es ab Frage 1 schon anders als geplant. Gast in dieser Folge ist Ziad Mahayni. Er ist Professor für Angewandte Ethik an der Hochschule in Karlsruhe und leitet das Zentrum für ethische Fragen im 21. Jahrhundert. Mit ihm sprechen wir über die Frage, ob wir angesichts einer „entfesselten technologischen Entwicklung, einer entfesselten ökologischen Krise und einer instabilen Weltordnung“ als Mensch und Gesellschaft eigentlich noch wissen, wer wir sind und wo wir hin wollen. Welche Zukunft wollen wir? Dabei waren wir uns nicht immer einig, wo wir uns befinden zwischen Anpassung und Fortschritt. Haben wir nicht viel mehr Potentiale als in den allgegenwärtigen Abstiegsnarrativen nahegelegt wird? Oder müssen wir nicht noch viel ehrlicher die Krisenhaftigkeit unserer Zeit aufzeigen? Wie gelingt Anpassung mit Gestaltung? Können wir aus dem Fortschritt der Vergangenheit lernen? Und was müssen wir bewahren und daraus Neues entwickeln in einer Welt, die zunehmend von Künstlicher Intelligenz geprägt sein wird? Ist KI overhyped oder underhyped – oder beides? Und wie ist Einigung und Verständigung über eine gemeinsame Ausrichtung (noch) möglich? Wie gestalten wir das Spannungsfeld zwischen technologischer und gesellschaftlicher Entwicklung? Unser Fazit: Das Gespräch braucht eine Fortsetzung!

#wirleistenunsgesellschaft #ki #anpassung #fortschritt #gesellschaftlicherzusammenhalt #welchezukunftwollenwir
1 Minute
Viele der Themen, über die Berthold Vogel und Julia Kropf in diesem Jahr mit ihren Gästen gesprochen haben, gehörten 2025 zu den großen gesellschaftspolitischen Fragen – wie u.a. Lernen aus der Pandemie, innere Sicherheit, generationengerechte Politik. Ein Thema hallt noch besonders nach: Welche Spuren hinterlässt die Corona-Pandemie bis heute? Welche Erinnerungen bleiben auch im sozialen Gedächtnis?

In dieser Folge ging es auch um diese Fragen: Wie verändert sich unser gesellschaftliches Miteinander? Welche Folgen hat Einsamkeit als kollektive Erfahrung? Wer trägt welche Lasten in unserer Gesellschaft, wer bringt welchen Beitrag ein – und wie gerecht geht es dabei zu? Welche Rolle spielen Kommunen als Orte des Zusammenhalts, und wie können Bildung und Weiterbildung Zuversicht, Horizonte und neue Handlungsspielräume eröffnen? Die Folge sucht auch nach Antworten auf das Wofür unserer Gesellschaftsform und blickt vorsichtig zuversichtlich ins kommende Jahr: Was haben wir zu verlieren, was zu gewinnen, und wie kann die große Stärke und Kraft unserer Demokratie auch emotional besser vermittelt werden?

Ein großer Dank gilt den Gästen, die sich in diesem Jahr mit Berthold Vogel und Julia Kropf Gesellschaft geleistet haben: Natalie Grimm, Jochen Kopelke, Ronja Ebeling, Henning Sußebach und Lothar Wieler!
1 Stunde 16 Minuten
Wir können nicht mit Lothar Wieler sprechen, ohne auch über die Corona-Pandemie zu reden. Lothar Wieler, heute verantwortlich für das Cluster Digital Health und Professor für Digital Global Public Health am Hasso Plattner Institut, war von 2015 bis 2023 Präsident des Robert-Koch-Instituts. Also zu genau zu der Zeit, als die Corona-Pandemie die Welt verändert hat. Unzählige Abstimmungen, Abwägungen, Einschätzungen und Entscheidungen haben seinen Alltag in dieser Zeit bestimmt. Er war einer der zentralen Experten und Erklärer, der über neue Erkenntnisse und den Stand der Pandemie informierte.

Wir sprechen mit ihm über die gesellschaftlichen Narben, die die Pandemie hinterlassen hat. Und über die Frage, was wir als Gesellschaft eigentlich daraus gelernt haben. Wie sind wir vorbereitet auf eine mögliche nächste Pandemie – als Gesellschaft, in der politischen Kommunikation und mit Blick auf unser Gesundheitssystem?
55 Minuten
Anna - ein Frauenleben gegen die Widrigkeiten ihrer Zeit. Anna lebte von 1867 bis 1932 und ist die Urgroßmutter von Henning Sußebach. Der mehrfach ausgezeichnete Journalist der ZEIT und feinsinnige Gesellschaftsbeobachter schreibt gegen das soziale Vergessen und fragt sich gleichzeitig, was wir von seiner Urgroßmutter heute lernen können. Für was steht Anna, welche Haltung repräsentiert sie, wie ist sie mit Wendepunkten im Leben und Transformationsprozessen in der Gesellschaft umgegangen? Dicht und anschaulich beschreibt Sußebach den gesellschaftlichen Kontext, in dem Anna Entscheidungen getroffen hat und er versucht, durch ihre Augen auf die Welt zu blicken.

„Wir sind Zwerge auf den Schultern von Riesen und Riesinnen.“ Diese Redewendung reicht weit zurück und macht deutlich, wie oft wir vergessen, auf welchem Fundament wir eigentlich stehen. Welches Fundament wollen wir also für nachfolgende Generationen legen?

Das Buch von Henning Sußebach „Anna oder: Was von einem Leben bleibt“ erscheint am 11.07.2025
1 Stunde 8 Minuten
Faul oder fleißig, politisch rechts oder links, fordernd oder brav. Es wird viel geredet über, aber oft nicht mit, der jüngeren Generation.

In dieser Folge sprechen wir mit Ronja Ebeling. Sie ist Journalistin, Gründerin der E-Learning Plattform Team of Tomorrow, Autorin mehrerer Bücher und Host des Podcast „Hungry Minds – eine Generation, die fordert“.

Die junge Generation ist gespalten, so scheint es nach den Ergebnissen der zurückliegenden Bundestagswahl. Die AfD und Die Linke haben die meisten Stimmen bekommen. Doch warum eigentlich? Wir versuchen, zu verstehen, was jungen Menschen bei ihrem Blick auf Politik wichtig ist. Wie erleben sie das Bildungssystem, in dem sie groß werden, wie die Politik und ihre Entscheidungen für ihre Zukunft? Welche Eigenschaften prägen sie? Und was macht sie interessant für Arbeitgeber?

Ein Gespräch über die Frage, wie junge Menschen in unserer aktuell krisengeschüttelten Welt Träume und Selbstwirksamkeit entwickeln können und was sie dafür brauchen.
1 Stunde 1 Minute
Das Thema Innere Sicherheit steht seit geraumer Zeit im Fokus gesellschaftlicher und politischer Diskussionen. Das Gefühl der Unsicherheit im öffentlichen Raum wächst und viele fühlen sich schutzbedürftig – unabhängig davon, ob sich dieses Gefühl in offiziellen Statistiken wiederfindet.

Wir sprechen in dieser Folge mit Jochen Kopelke, dem Bundesvorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei. Er kennt das Thema aus der eigenen Arbeit als Polizeibeamter bei der Schutzpolizei und dem Landeskriminalamt in Bremen, aber auch aus der Perspektive der Politik als Büroleiter des Innensenators von Bremen, Ulrich Mäurer.

Welche Rolle spielen die aktuellen Entwicklungen für die Arbeit der Polizei? Welche Rolle spielt überhaupt die Unterscheidung von „gefühlter Sicherheit“ und Statistik? Was heißt Unsicherheit, worauf bezieht sie sich? Wie verändern sich öffentliche Räume und Orte? Und was hat die Tatsache, dass wir immer weniger Polizeistationen oder „Kiezpolizist*innen“ haben mit gesellschaftlichem Zusammenhalt zu tun?
1 Stunde 18 Minuten
In unserer oft unübersehbaren und komplexen Welt ist es nicht unwahrscheinlich, aus unterschiedlichen Gründen „den Anschluss zu verpassen“. Welche kulturellen und ökonomischen Abwertungserfahrungen sind damit verbunden? Fühle ich mich in der politischen Ansprache noch mitgemeint? Oder fühle ich mich aus anderen Gründen in einer Art „gesellschaftlichem Abseits“?

Das Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) – gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung – arbeitet an 11 Standorten in Deutschland. Einer davon ist das SOFI in Göttingen. Dr. Natalie Grimm ist hier wissenschaftliche Mitarbeiterin undkoordiniert zudem das Themenfeld „Sozioökonomische Status- und Verteilungsordnung“ am FGZ. Sie ist heute zu Gast in unserem Podcast und wir sprechen über eine einzigartige qualitative Panelstudie. Uns interessieren dabei besonders ihre Erkenntnisse zu einem ganz speziellen Aspekt: Dem Gefühl, zurückgelassen zu werden. Wie entsteht dieses Gefühl in unterschiedlichen Lebensgeschichten? Wie äußert es sich im alltäglichen Leben? Und: Wann wird es aus soziologischer Sicht zu einer Gefahr für den gesellschaftlichen Zusammenhalt? Der differenzierte Blick auf diejenigen, die nicht vom kulturellen und ökonomischen Wandel profitieren, erweitert den Blick auf Polarisierungs- und Spaltungstendenzen in der Gesellschaft.
53 Minuten
Am Ende des Jahres blicken wir zurück auf Gespräche, Begegnungen, Reisen und Lektüre. Und wir suchen nach Erklärungen, warum wir aktuell oft so viel Mutlosigkeit wahrnehmen – in der Gesellschaft und im politischen Handeln und Entscheiden. In diesem Zusammenhang fragen wir uns, was Deutschland von einigen mittel- und osteuropäischen Nachbarländern lernen kann und welche Rolle die Kommunen in Europa für eine nach vorne gerichtete Politik spielen. Den Blick weiten und zugleich genauer hinschauen, wie und wo Gesellschaft gestaltet wird – das kann gegen Mutlosigkeit helfen.

Wir wünschen schöne Weihnachtstage, einen gesunden Start in 2025 und freuen uns auf ein Wiederhören!

Was Berthold Vogel in den letzten Wochen gerne gelesen hat:

Jens Bisky (2024): Die Entscheidung. Deutschland von 1929 bis 1934.

Peter Kurz (2024). Gute Politik. Was wir dafür brauchen.

Marko Martin: Gewalt kann eine Lösung sein, Süddeutsche Zeitung 2024, S.11 oder: https://www.sueddeutsche.de/kultur/marko-martin-literatur-bundespraesident-frank-walter-steinmeier-gewalt-lux.C3LGvNcCWPu4G9wM7b8Jh8?reduced=true (€)

Marko Martin (2024): Und es geschieht jetzt. Jüdisches Leben nach dem 7.Oktober.

Was Julia Kropf in den letzten Wochen gerne gelesen hat:

Steffen Mau (2024): Ungleich vereint. Warum der Osten anders bleibt.

Anne Rabe (2023): Die Möglichkeit von Glück.

Peter Dausend/Horand Knaup (2020): „Alleiner kannst Du gar nicht sein“ Unsere Volksvertreter zwischen Macht, Sucht und Angst.
1 Stunde 2 Minuten
Prof. Dr. Lars Castellucci, Mitglied des Deutschen Bundestages für die SPD-Fraktion, ist in dieser Folge zu Gast bei Berthold Vogel und Julia Kropf. Lars Castellucci vertritt den Rhein-Neckar-Kreis im Deutschen Bundestag und ist geschäftsführender Vorsitzender des Innenausschusses. Er ist außerdem Professor für Nachhaltiges Management an der Hochschule der Wirtschaft für Management in Mannheim und hat dort, gemeinsam mit Kollegen, das Institut für Soziale Nachhaltigkeit gegründet.

Wir nehmen diese Folge ein paar Tage nach dem Sieg von Donald Trump bei den US-Wahlen und dem Bruch der Ampelkoalition auf. Genug Gesprächsstoff also, um zu fragen: Wie blickt ein Politiker aktuell in die Zukunft, der sich selbst als „Abgeordneten auf der Suche nach der Zukunft“ bezeichnet? Haben wir, wie er sagt, „verlernt, uns eine bessere Zukunft vorzustellen“ (Zum Blog: http://ifsn.eu/blog/)? Welche Art von Politik brauchen wir jetzt? Mit seiner Initiative #wirdgut möchte Lars Castellucci Menschen zusammenbringen, die zuversichtlich, innovativ und kraftvoll an unserer gemeinsamen Zukunft arbeiten. Also jene „Virtuosen des Wandels“, von denen Berthold Vogel meint, dass wir mehr von ihnen brauchen.
53 Minuten
Kurz nach den drei Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und zuletzt Brandenburg sprechen Berthold Vogel und Julia Kropf mit dem Direktor der Sächsischen Landeszentrale für Politische Bildung, Dr. Roland Löffler. Der promovierte Theologe leitet die Landeszentrale seit 2017. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten und Publikationen der letzten 15 Jahren zählen Themen wie Integration und interkulturelle Bildung, Herausforderungen der Bürgergesellschaft, Zukunft ländlicher Räume sowie die politische Kultur in den neuen Bundesländern. Dazu hat die Landeszentrale im Vorfeld der Wahlen in Sachsen 60 Wahlforen in allen 60 sächsischen Wahlkreisen veranstaltet. Vor diesem Hintergrund wollen wir in der aktuellen Podcast-Folge wissen: Wie steht es um Demokratie und Rechtsstaat? Tickt der Osten tatsächlich anders? Welche Rolle spielen Gefühle und Emotionen in der Beurteilung von Politik und Gesellschaft? In unserem Gespräch wagen wir gesellschaftspolitische Einschätzungen und berichten von persönlichen Erfahrungen in Ostdeutschland und darüber hinaus.

Folgende Bücher werden erwähnt:

Rolf Henrich (2019): Ausbruch aus der Vormundschaft. Erinnerungen.

Steffen Mau (2024): Ungleich vereint. Warum der Osten anders bleibt

Dirk Oschmann (2023): Der Osten: Eine westdeutsche Erfindung

Berthold Vogel (1999): Ohne Arbeit in den Kapitalismus. Der Verlust der Erwerbsarbeit im Umbruch der ostdeutschen Gesellschaft.
50 Minuten
Berthold Vogel und Julia Kropf sprechen in dieser Folge über Einsamkeit. Anlass ist das im Mai erschienene Buch „Einsamkeit und Ressentiment“, das Berthold Vogel gemeinsam mit Claudia Neu und Jens Kersten veröffentlicht hat.

Einsamkeit – ein Phänomen, das immer mehr auch auf politisches Interesse stößt. Ende 2023 hat die Bundesregierung eine Politische Strategie gegen Einsamkeit vorgestellt. Schon seit langem wissen wir: Einsamkeit kann sich negativ auf die mentale und körperliche Gesundheit – und damit auch auf die Lebenserwartung – auswirken. Aber welche Auswirkungen hat Einsamkeit politisch – vor allem, wenn sie in der Gesellschaft zunimmt? Einsamkeit, so Berthold Vogel, habe immer etwas mit dem Verlust der Gestaltbarkeit des eigenen Lebens zu tun. Missgunst und verlorenes Weltvertrauen sind die Folge. Auf dieser Grundlage können Ressentiments und antidemokratische Haltungen entstehen.

Diese Analyse muss (politisch) aufhorchen lassen. Denn es braucht mehr (Infra-)Strukturen, die vor Einsamkeit schützen – soziale Kreuzungspunkte, die Gemeinsinn ermöglichen. Strukturen, die die Beziehungsfähigkeit, die Auseinandersetzung, die Kompromissfindung und das Verstehen anderer Meinungen fördern.
57 Minuten
Als Gast in der neuen Podcastfolge begrüßen Berthold Vogel und Julia Kropf diesmal Marcel Riethig. Er ist Landrat des Landkreises Göttingen im Süden Niedersachens, der die Universitätsstadt Göttingen ebenso einschließt wie den Harz und das Dreiländereck von Niedersachsen, Thüringen und Hessen..

Die Folge wurde zwei Wochen vor der Europawahl aufgenommen und natürlich geht es um die Frage, wie die Stimmung zur Europawahl im Landkreis ist und welche Themen besonders aus kommunaler Sicht diskutiert werden. Der europäische Gedanke scheint so relevant wie nie und doch gibt es einerseits das Europa der Alltagserfahrung und das politische Europa. Insbesondere das politische Europa bringt große Kontroversen hervor und gerade hier braucht es auf der kommunalen Ebene Übersetzungsleistungen und einen Umgang mit anti-demokratischen Kräften. Hilft es, einfach nur „besser“ zu erklären?

Natürlich geht es auch um die Frage, wie schwer es eigentlich geworden ist, auf kommunaler Ebene Menschen zu finden, die sich engagieren – angesichts von zunehmenden Angriffen: digital wie körperlich. Was hat das für Auswirkungen auf die politische Gestaltbarkeit in den Kommunen? Was macht lokale Strukturen attraktiv?
54 Minuten
Zu Gast in der aktuellen Podcastfolge bei Berthold Vogel und Julia Kropf ist Peter Reese.

Peter Reese war Gründungsmitarbeiter beim Vergleichsportal verivox und ist nach dem Verkauf seiner Anteile an ProSiebenSat1 zu Vermögen gekommen. Seit seinem Eintritt in die Welt der Vermögenden ist der Unternehmer Peter Reese erstaunt, wie wenig Steuern er zahlen muss und engagiert sich gemeinsam mit anderen Vermögenden in der Initiative für Steuergerechtigkeit e.V. taxmenow.

Im Gespräch geht es um Fragen eines reformbedürftigen, da in seiner Grundstruktur ungerechten Steuersystems, aber auch um die Mythenbildung rund um Reichtum. Reichtum provoziert Boulevard und Skandal. Doch genau diese Bereitschaft zur Empörung verhindert eine aufgeklärte Debatte über die Frage, wer welchen Beitrag zur Stärkung unserer Gesellschaft und ihrer öffentlichen Güter leisten kann. Tax me now öffnet die Tür zu dieser Debatte und die Forschung nimmt unter anderem am SOFI erste Anläufe, das Thema Reichtum zum Forschungsgegenstand zu machen.

http://www.sofi.uni-goettingen.de/projekte/reichtum-als-soziale-beziehung/projektinhalt/

https://www.soziopolis.de/reichtum.html
51 Minuten
Christina Schildmann leitet die Abteilung Forschungsförderung in der Hans-Böckler-Stiftung und ist heute zu Gast bei Berthold Vogel und Julia Kropf im Podcast „Wir leisten uns Gesellschaft“.

Die Hans-Böckler-Stiftung unterstützt nicht nur junge Menschen mit Stipendien für Studium und Promotion, sondern schafft Wissen durch innovative Forschungsförderung zu den Themen der Zeit. Als Leiterin der Forschungsförderung ist Christina Schildmann sozusagen die „Spürnase“ der Stiftung.

Aktuell stehen zwei Fragen im Vordergrund: Wie bauen wir Wirtschaft, Betriebe und Berufswelt sozialökologisch um. Und inwieweit kann die Gestaltung der Arbeitswelt unsere Demokratie beflügeln und autoritäre, anti-demokratische Haltungen in die Schranken weisen. Zu diesen Fragen hat Christina Schildmann spannende Forschungsergebnisse aus aktuellen Publikationen mitgebracht.

Shownotes

Mentalitäten des Umbruchs

http://sofi-goettingen.de/projekte/mentalitaeten-des-umbruchs/projektinhalt/

https://www.boeckler.de/de/faust-detail.htm?sync_id=HBS-008559

http://sofi-goettingen.de/fileadmin/user_upload/WorkingPaper_Tullius_Vogel_Wolf_2021.pdf

Erwartungen von Beschäftigten an die sozial-ökologische Transformation. Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage zu Klimawandel und Arbeitswelt (Vera Trappmann/Felix Schulz):

https://www.boeckler.de/fpdf/HBS-008723/p_fofoe_WP_308_2023.pdf

Anti-demokratische Einstellungen. Der Einfluss von Arbeit, Digitalisierung und Klimawandel (Bettina Kohlrausch, Dorothea Voss, Andreas Hövermann):

https://www.boeckler.de/fpdf/HBS-008105/p_fofoe_pb_007_2021.pdf

Forschungsverbund „Sozial-ökologische Transformation“:

https://www.boeckler.de/de/sozial-oekologische-transformation-39494.htm

Claudia Bogedan, Geschäftsführerin der Hans-Böckler-Stiftung, im HANS – Newsletter der HBS:

https://www.boeckler.de/de/newsletter-hans-34382-arbeit-an-der-wehrhaften-demokratie-54496.htm