Wir leisten uns Gesellschaft - Der soziologische Podcast von Berthold Vogel und Julia Kropf Archiv
28 Episoden
47 Minuten
Was verbindet uns in Deutschland? Was hält uns zusammen? Mit diesen Fragen im Gepäck hat Katharina Trabert sich im Sommer 2023 auf die Reise begeben: 1.270 km entlang des Grünen Bandes, dem ehemaligen Grenzverlauf zwischen Ost- und Westdeutschland.
Ihre Motivation: Herausfinden, was wirklich dran ist an der so oft beschriebenen gesellschaftlichen Spaltung. Im direkten Gespräch mit den Menschen, denen sie begegnet ist und die sich alle von ihrer Frage haben berühren lassen, sie ernst genommen und darüber nachgedacht haben – oft noch Tage später Antworten gefunden haben. Respekt, Demokratie, Toleranz – aber auch Liebe oder ein Lächeln. Es gibt vieles, das die Menschen verbindet – vor allem ist es auch die Erkenntnis, dass Zusammenhalt nicht einfach so passiert, sondern Orte braucht und eine gemeinsame Anstrengung.
Berthold Vogel und Julia Kropf sprechen mit ihr über diese Erfahrungen und fragen sich, wie das zu den aktuellen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen passt. Unterschätzen wir mitunter auch die Menschen? Welche Fragen spalten die Gesellschaft wirklich und wo wird sie möglicherweise herbeigeredet? Dürfen wir zuversichtlich sein angesichts ihrer Erlebnisse?
Ein wirklich spannendes Gespräch, das sich hochaktuellen Fragen auf ungewöhnliche Weise nähert.
Shownotes
Katharina Trabert bei Instagram: @katharinatrabert
Das Tagebuch mit Fotos: Das Band by Katharina Trabert | Polarsteps
Das SOFI geht aufs Land: Impulse zum gleichwertigen Leben im ländlichen Raum
Ihre Motivation: Herausfinden, was wirklich dran ist an der so oft beschriebenen gesellschaftlichen Spaltung. Im direkten Gespräch mit den Menschen, denen sie begegnet ist und die sich alle von ihrer Frage haben berühren lassen, sie ernst genommen und darüber nachgedacht haben – oft noch Tage später Antworten gefunden haben. Respekt, Demokratie, Toleranz – aber auch Liebe oder ein Lächeln. Es gibt vieles, das die Menschen verbindet – vor allem ist es auch die Erkenntnis, dass Zusammenhalt nicht einfach so passiert, sondern Orte braucht und eine gemeinsame Anstrengung.
Berthold Vogel und Julia Kropf sprechen mit ihr über diese Erfahrungen und fragen sich, wie das zu den aktuellen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen passt. Unterschätzen wir mitunter auch die Menschen? Welche Fragen spalten die Gesellschaft wirklich und wo wird sie möglicherweise herbeigeredet? Dürfen wir zuversichtlich sein angesichts ihrer Erlebnisse?
Ein wirklich spannendes Gespräch, das sich hochaktuellen Fragen auf ungewöhnliche Weise nähert.
Shownotes
Katharina Trabert bei Instagram: @katharinatrabert
Das Tagebuch mit Fotos: Das Band by Katharina Trabert | Polarsteps
Das SOFI geht aufs Land: Impulse zum gleichwertigen Leben im ländlichen Raum
59 Minuten
Gestaltungsfähigkeit, Zukunftsgewissheit, Ressourcensicherheit. Ist es das, was es braucht, um auf den lange angekündigten gesellschaftlichen Fortschrittskurs zu kommen? Das fragen sich Berthold Vogel und Julia Kropf anlässlich der ersten Halbzeit unserer Bundesregierung aka Fortschrittsregierung.
Viele Menschen im Land sind erschöpft angesichts der Polykrisen unserer Zeit. Transformation so ruft es von allen Seiten – und gleichzeitig funktionieren mitunter nicht einmal die Kleinigkeiten im Alltag.
Keine Frage, die Ampel-Koalition hat viel geschafft. Nur warum gelingt es so wenig, dies im Alltag der Bürgerinnen und Bürger spürbar werden zu lassen? Sie zu stärken, statt zu entnerven? Und welche Spuren hinterlässt der oft feindselige Umgang der politischen Wettbewerber miteinander in der Gesellschaft?
Visionen haben einen schlechten Ruf, und doch scheint es genau daran zu fehlen: einer kraftvollen Zukunftsperspektive, einer selbstbewussten Idee, wie wir aus all dem, was wir in diesem Land an Gestaltungsfähigkeit und Ressourcen haben, etwas Gutes zu machen. Strukturen, die es den Menschen in ihrem Umfeld leicht machen, Demokratie und Fortschritt voran zu bringen.
Shownotes
Klaus Hurrelmann über den Zustand der Gesellschaft: „Die Bevölkerung ist erschöpft“ (taz):
Forscher über Zustand der Gesellschaft: „Die Bevölkerung ist erschöpft“ - taz.de
Bertelsmann-Studie „Mehr Koalition wagen – Halbzeitbilanz der Ampel-Koalition zur Umsetzung des Koalitionsvertrages 2021:
Halbzeitbilanz der Ampel-Regierung: Koalition setzt trotz Streits viele Versprechen um (bertelsmann-stiftung.de)
Olaf Scholz: Hat der Kanzler einen Plan für dieses Land – oder tut er nur so? (S+)
Olaf Scholz: Hat der Kanzler einen Plan für dieses Land – oder tut er nur so? - DER SPIEGEL
Armin Nassehi im Montagsblock/239 – KURSBUCH über die gemeinsame Abstimmung von CDU, FDP und AfD in Thüringen:
Montagsblock /239 - KURSBUCH
Kommentar von Susanne Beyer über die Berichterstattung in Zeiten der AfD-Erfolge (S+)
AfD-Erfolge: Besteht die Regierung aus Wahnsinnigen und Idioten? Kolumne - DER SPIEGEL
Berthold Vogel über die Gestaltung und Zukunftsfähigkeit von Gesellschafts- und Klimapolitik
https://www.blaetter.de/ausgabe/2023/september/klimapolitik-geht-nur-sozial
Viele Menschen im Land sind erschöpft angesichts der Polykrisen unserer Zeit. Transformation so ruft es von allen Seiten – und gleichzeitig funktionieren mitunter nicht einmal die Kleinigkeiten im Alltag.
Keine Frage, die Ampel-Koalition hat viel geschafft. Nur warum gelingt es so wenig, dies im Alltag der Bürgerinnen und Bürger spürbar werden zu lassen? Sie zu stärken, statt zu entnerven? Und welche Spuren hinterlässt der oft feindselige Umgang der politischen Wettbewerber miteinander in der Gesellschaft?
Visionen haben einen schlechten Ruf, und doch scheint es genau daran zu fehlen: einer kraftvollen Zukunftsperspektive, einer selbstbewussten Idee, wie wir aus all dem, was wir in diesem Land an Gestaltungsfähigkeit und Ressourcen haben, etwas Gutes zu machen. Strukturen, die es den Menschen in ihrem Umfeld leicht machen, Demokratie und Fortschritt voran zu bringen.
Shownotes
Klaus Hurrelmann über den Zustand der Gesellschaft: „Die Bevölkerung ist erschöpft“ (taz):
Forscher über Zustand der Gesellschaft: „Die Bevölkerung ist erschöpft“ - taz.de
Bertelsmann-Studie „Mehr Koalition wagen – Halbzeitbilanz der Ampel-Koalition zur Umsetzung des Koalitionsvertrages 2021:
Halbzeitbilanz der Ampel-Regierung: Koalition setzt trotz Streits viele Versprechen um (bertelsmann-stiftung.de)
Olaf Scholz: Hat der Kanzler einen Plan für dieses Land – oder tut er nur so? (S+)
Olaf Scholz: Hat der Kanzler einen Plan für dieses Land – oder tut er nur so? - DER SPIEGEL
Armin Nassehi im Montagsblock/239 – KURSBUCH über die gemeinsame Abstimmung von CDU, FDP und AfD in Thüringen:
Montagsblock /239 - KURSBUCH
Kommentar von Susanne Beyer über die Berichterstattung in Zeiten der AfD-Erfolge (S+)
AfD-Erfolge: Besteht die Regierung aus Wahnsinnigen und Idioten? Kolumne - DER SPIEGEL
Berthold Vogel über die Gestaltung und Zukunftsfähigkeit von Gesellschafts- und Klimapolitik
https://www.blaetter.de/ausgabe/2023/september/klimapolitik-geht-nur-sozial
57 Minuten
Eva Maria Welskop-Deffaa, Präsidentin des Deutschen Caritasverbands, im Gespräch mit Prof. Dr. Berthold Vogel und Dr. Julia Kropf
Wider die „Globalisierung der Gleichgültigkeit“
Eva Welskop-Deffaa ist seit November 2021 die erste Präsidentin in der 120-jährigen Geschichte des Deutschen Caritasverbandes. Mit ihr als Gast sprechen Berthold Vogel und Julia Kropf in dieser Folge über die Voraussetzungen der Demokratie, über Mitgefühl, Gemeinsinn und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Gesellschaftlicher Zusammenhalt ist heute, vielleicht mehr als je zuvor, unmittelbar mit der Frage verbunden, wie Zustimmung zu unserem demokratischen System erzeugt werden kann. Welche neuen Formen der Repräsentation braucht es möglicherweise dafür? Warum ist es wichtig, Verantwortung zu tragen und in die demokratische Pflicht genommen zu werden? Und wie lässt sich das Vertrauen in gesellschaftliche Institutionen stärken?
Die Gestaltung öffentlicher Räume muss Begegnung ermöglichen und darf nicht abweisend sein, insbesondere für vulnerable Gruppen. Denn in der Konfrontation mit unterschiedlichen Lebensrealitäten fordern öffentliche Räume unsere Empathie heraus. Und genau darum geht es: In einer verwundbaren Gesellschaft der „Globalisierung der Gleichgültigkeit“ (Papst Franziskus) etwas entgegenzusetzen.
Die Stärke der Wohlfahrtsverbände liegt hier gerade darin, die affektive Empathie der Freiwilligen mit der kognitiven Empathie der Hauptberuflichen zu verbinden.
Wider die „Globalisierung der Gleichgültigkeit“
Eva Welskop-Deffaa ist seit November 2021 die erste Präsidentin in der 120-jährigen Geschichte des Deutschen Caritasverbandes. Mit ihr als Gast sprechen Berthold Vogel und Julia Kropf in dieser Folge über die Voraussetzungen der Demokratie, über Mitgefühl, Gemeinsinn und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Gesellschaftlicher Zusammenhalt ist heute, vielleicht mehr als je zuvor, unmittelbar mit der Frage verbunden, wie Zustimmung zu unserem demokratischen System erzeugt werden kann. Welche neuen Formen der Repräsentation braucht es möglicherweise dafür? Warum ist es wichtig, Verantwortung zu tragen und in die demokratische Pflicht genommen zu werden? Und wie lässt sich das Vertrauen in gesellschaftliche Institutionen stärken?
Die Gestaltung öffentlicher Räume muss Begegnung ermöglichen und darf nicht abweisend sein, insbesondere für vulnerable Gruppen. Denn in der Konfrontation mit unterschiedlichen Lebensrealitäten fordern öffentliche Räume unsere Empathie heraus. Und genau darum geht es: In einer verwundbaren Gesellschaft der „Globalisierung der Gleichgültigkeit“ (Papst Franziskus) etwas entgegenzusetzen.
Die Stärke der Wohlfahrtsverbände liegt hier gerade darin, die affektive Empathie der Freiwilligen mit der kognitiven Empathie der Hauptberuflichen zu verbinden.
60 Minuten
Die Zeit der Pandemiebilanz ist gekommen. Passend dazu ist in diesen Tagen das Buch „Gleichzeitig ungleich. Inmitten der pandemischen Arbeitswelt“ von Sarah Herbst, Rüdiger Mautz und Berthold Vogel erschienen. Es beleuchtet die Schlüsselphase der Pandemie im Frühjahr 2021 – zwischen Virusangst und Impfhoffnung. Aber noch mehr: Das Buch fragt danach, was von der Pandemie bleibt und welche gesellschaftlichen Schlussfolgerungen wir aus der Covid-19-Krise ziehen können. Es ist auf diese Weise ein Vergangenheitsspeicher, aber auch ein Zukunftsvorrat.
Julia Kropf spricht in dieser Folge mit Sarah Herbst und Berthold Vogel über ihre Motivation für diese Studie und den Entstehungsprozess des Buches, für das sie über 60 Interviews führten. "Es ist eine Sozialreportage aus der Mitte der Pandemie, die Menschen aus sehr unterschiedlichen Berufsgruppen und in verschiedenen Lebenssituationen zu Wort kommen lässt“.
Es geht um weit mehr als die Arbeitswelt. Es geht um berufliches Anerkennungsempfinden, politisches Vertrauen und um Zusammenhaltserfahrungen. Die Bilanz der Autor*innen ist kritisch, aber auch positiv erstaunt. „Es ist bemerkenswert, wie viel Solidaritätsbereitschaft in den Gesprächen zum Ausdruck kommt, und dass für viele die Pandemie ein Schnitt in der Biographie war, der soziale Härten mit sich brachte, aber auch ein Innehalten ermöglichte“. Vieles war „gleichzeitig ungleich“, im Ganzen der Gesellschaft und in den Erfahrungen der Menschen.
Unser Gast, Sarah Herbst, ist seit Ende 2020 wissenschaftliche Mitarbeiterin am SOFI und forscht zu den Auswirkungen der Pandemie auf die Arbeitswelt, sowie zu den Themen öffentliche Güter, Infrastruktur, ländliche Räume und gleichwertige Lebensverhältnisse.
Julia Kropf spricht in dieser Folge mit Sarah Herbst und Berthold Vogel über ihre Motivation für diese Studie und den Entstehungsprozess des Buches, für das sie über 60 Interviews führten. "Es ist eine Sozialreportage aus der Mitte der Pandemie, die Menschen aus sehr unterschiedlichen Berufsgruppen und in verschiedenen Lebenssituationen zu Wort kommen lässt“.
Es geht um weit mehr als die Arbeitswelt. Es geht um berufliches Anerkennungsempfinden, politisches Vertrauen und um Zusammenhaltserfahrungen. Die Bilanz der Autor*innen ist kritisch, aber auch positiv erstaunt. „Es ist bemerkenswert, wie viel Solidaritätsbereitschaft in den Gesprächen zum Ausdruck kommt, und dass für viele die Pandemie ein Schnitt in der Biographie war, der soziale Härten mit sich brachte, aber auch ein Innehalten ermöglichte“. Vieles war „gleichzeitig ungleich“, im Ganzen der Gesellschaft und in den Erfahrungen der Menschen.
Unser Gast, Sarah Herbst, ist seit Ende 2020 wissenschaftliche Mitarbeiterin am SOFI und forscht zu den Auswirkungen der Pandemie auf die Arbeitswelt, sowie zu den Themen öffentliche Güter, Infrastruktur, ländliche Räume und gleichwertige Lebensverhältnisse.
51 Minuten
Im Gespräch mit PD Dr. habil. Markus Kaim, Senior Fellow der Forschungsgruppe Sicherheitspolitik an der Stiftung Wissenschaft und Politik diskutieren Berthold Vogel und Julia Kropf in dieser Folge über die Frage, was Sicherheit in einer veränderten weltpolitischen Situation bedeutet und welche gesellschaftlichen und mentalen Investitionen hier in Zukunft wichtig sind.
In der „Zeitenwende“ hat der Begriff der Sicherheit eine fundamentale Neudefinition erfahren. Soziale Sicherheit nach Innen ist das eine. Das andere ist die äußere Sicherheit unseres Landes und Europas und die Verteidigung von Demokratie, Freiheit und Menschenrechten. Im Bewusstsein der eigenen Verwundbarkeit geht es um eine neue Hinwendung zur Welt, um den Abschied von der deutschen Selbstbezogenheit, um eine Öffnung zur Welt in ihrer multiplen Krisenhaftigkeit.
Wo und über was braucht es neues und mehr Wissen, um sich – in Politik wie Wissenschaft – den außenpolitischen Polykrisen konstruktiv zu stellen? Darüber sprechen wir. Diese Öffnung zur Welt und die Akzeptanz der Verwundbarkeit werden nicht ohne Kontroverse und Konflikt bleiben. Doch Konflikte sind die Grundlage jeder Demokratie und Streit muss als Investition in gesellschaftliche Innovation und Veränderung verstanden werden.
In der „Zeitenwende“ hat der Begriff der Sicherheit eine fundamentale Neudefinition erfahren. Soziale Sicherheit nach Innen ist das eine. Das andere ist die äußere Sicherheit unseres Landes und Europas und die Verteidigung von Demokratie, Freiheit und Menschenrechten. Im Bewusstsein der eigenen Verwundbarkeit geht es um eine neue Hinwendung zur Welt, um den Abschied von der deutschen Selbstbezogenheit, um eine Öffnung zur Welt in ihrer multiplen Krisenhaftigkeit.
Wo und über was braucht es neues und mehr Wissen, um sich – in Politik wie Wissenschaft – den außenpolitischen Polykrisen konstruktiv zu stellen? Darüber sprechen wir. Diese Öffnung zur Welt und die Akzeptanz der Verwundbarkeit werden nicht ohne Kontroverse und Konflikt bleiben. Doch Konflikte sind die Grundlage jeder Demokratie und Streit muss als Investition in gesellschaftliche Innovation und Veränderung verstanden werden.
54 Minuten
Unter der großen Überschrift „Investitionen für die Zukunft“ sprechen Berthold Vogel und Julia Kropf in den nächsten Folgen mit einer Reihe prominenter Expertinnen und Experten.
Unsere erste Gesprächspartnerin ist Dr. Nicola Brandt, Leiterin des Berlin Centre der OECD, der Gesellschaft für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Seit vielen Jahren berät die Volkswirtin Regierungen in der Ausgestaltung ihrer Wirtschafts-, Umwelt- und Finanzpolitik.
In unserem Gespräch greifen wir den Anspruch der Gleichwertigkeit von Lebensverhältnissen auf und fragen, ob sich dieses Konzept international so ohne weiteres übertragen lässt? Und wir stellen uns die Frage, ob der OECD-Begriff der „Inclusiveness“ das gesellschaftspolitische Motiv der Gleichwertigkeit trifft?
Ein zentraler Punkt des Gesprächs ist: Die Gleichwertigkeit von Lebensverhältnissen ist eine basale Voraussetzung von Demokratie. Und in den großen Krisen unserer Zeit bekommt dieser Zusammenhang angesichts der Verwundbarkeit demokratischer Gesellschaften neues Gewicht.
Wo Soziologie und Ökonomie zusammenkommen fragen wir uns: Wie gelingt eine vorausschauende Politikgestaltung mit Blick auf die sozialen und ökonomischen Kosten unseres Handelns? Welche Investitionen in die Zukunft braucht es jetzt am dringendsten? Und was lässt uns zuversichtlich sein, dass das gelingt?
Shownotes
OECD Berlin Centre: Berlin Centre - Organisation for Economic Co-operation and Development (oecd.org)
Unsere erste Gesprächspartnerin ist Dr. Nicola Brandt, Leiterin des Berlin Centre der OECD, der Gesellschaft für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Seit vielen Jahren berät die Volkswirtin Regierungen in der Ausgestaltung ihrer Wirtschafts-, Umwelt- und Finanzpolitik.
In unserem Gespräch greifen wir den Anspruch der Gleichwertigkeit von Lebensverhältnissen auf und fragen, ob sich dieses Konzept international so ohne weiteres übertragen lässt? Und wir stellen uns die Frage, ob der OECD-Begriff der „Inclusiveness“ das gesellschaftspolitische Motiv der Gleichwertigkeit trifft?
Ein zentraler Punkt des Gesprächs ist: Die Gleichwertigkeit von Lebensverhältnissen ist eine basale Voraussetzung von Demokratie. Und in den großen Krisen unserer Zeit bekommt dieser Zusammenhang angesichts der Verwundbarkeit demokratischer Gesellschaften neues Gewicht.
Wo Soziologie und Ökonomie zusammenkommen fragen wir uns: Wie gelingt eine vorausschauende Politikgestaltung mit Blick auf die sozialen und ökonomischen Kosten unseres Handelns? Welche Investitionen in die Zukunft braucht es jetzt am dringendsten? Und was lässt uns zuversichtlich sein, dass das gelingt?
Shownotes
OECD Berlin Centre: Berlin Centre - Organisation for Economic Co-operation and Development (oecd.org)
34 Minuten
Deutschland – Reparatur- oder Investitionsbetrieb?
Wir bleiben hinter den Anforderungen unserer Zeit zurück. Und deshalb kann unser Jahresrückblick nur so sein wie das Jahr selbst: Geprägt von den „Polykrisen“ unserer Zeit.
Wie gelingt Zukunftsgestaltung zwischen Gegenwartsverdruss, Erschöpfung und Ratlosigkeit angesichts all dessen, was nicht funktioniert? Wie überwinden wir den vielfach eingeübten Luxus, dass alles immer so weitergeht? Wie gelingt es, mehr Prävention zu lernen und in krisenresiliente Institutionen zu investieren?
Ist das die Stunde der Soziologie, die immer auch die Frage nach der Zukunftsgestaltung im Lichte umwälzender Transformationen gestellt hat? Der Ruf nach dem Staat wird lauter, je weniger er seiner Rolle in essenziellen Bereichen und Infrastrukturen nachkommt. Das sind die Energieräuber unserer Zeit. Woher kommt die Energie und Veränderungsbereitschaft, wenn Bildungs-, Gesundheitssystem, Energie- und Mobilitätsinfrastrukturen versagen?
Die Zeitenwende braucht Menschen mit Anpack und Energie. Dafür braucht es gleichermaßen funktionierende Strukturen und Freiräume. Wir sind verhalten optimistisch. Aber wir sind es, wenn wir immer wieder Menschen begegnen, die diese Energie mitbringen und einsetzen.
Gesunde und frohe Weihnachten und einen kraftvollen Start in 2023 wünschen
Berthold Vogel und Julia Kropf
Wir bleiben hinter den Anforderungen unserer Zeit zurück. Und deshalb kann unser Jahresrückblick nur so sein wie das Jahr selbst: Geprägt von den „Polykrisen“ unserer Zeit.
Wie gelingt Zukunftsgestaltung zwischen Gegenwartsverdruss, Erschöpfung und Ratlosigkeit angesichts all dessen, was nicht funktioniert? Wie überwinden wir den vielfach eingeübten Luxus, dass alles immer so weitergeht? Wie gelingt es, mehr Prävention zu lernen und in krisenresiliente Institutionen zu investieren?
Ist das die Stunde der Soziologie, die immer auch die Frage nach der Zukunftsgestaltung im Lichte umwälzender Transformationen gestellt hat? Der Ruf nach dem Staat wird lauter, je weniger er seiner Rolle in essenziellen Bereichen und Infrastrukturen nachkommt. Das sind die Energieräuber unserer Zeit. Woher kommt die Energie und Veränderungsbereitschaft, wenn Bildungs-, Gesundheitssystem, Energie- und Mobilitätsinfrastrukturen versagen?
Die Zeitenwende braucht Menschen mit Anpack und Energie. Dafür braucht es gleichermaßen funktionierende Strukturen und Freiräume. Wir sind verhalten optimistisch. Aber wir sind es, wenn wir immer wieder Menschen begegnen, die diese Energie mitbringen und einsetzen.
Gesunde und frohe Weihnachten und einen kraftvollen Start in 2023 wünschen
Berthold Vogel und Julia Kropf
35 Minuten
In der sechsten Folge blicken wir zunächst zurück auf die Themen, die uns in den ersten Folgen beschäftigt haben. Wir stellen dabei fest, dass Corona als Thema doch ziemlich zurückgedrängt und ins Private verlegt wurde, obwohl es unsere Gesellschaft vermutlich mehr und nachhaltiger verändern wird, als wir geglaubt haben.
Wir sprechen über den aktuell so deutlich spürbaren „Dauerkrisenmodus“ und fragen uns, ob es eigentlich klug ist, Themen, die unsere Zukunft maßgeblich prägen werden - wie die Klimakatastrophe, Krieg und Pandemien – als Krisen zu betrachten. Schließlich werden sie nicht irgendwann ausgestanden sein, sondern Teil unserer zukünftigen Normalität.
Wir sind – als Menschen, als Gesellschaft – verwundbarer geworden und haben gleichzeitig ein großes Normalisierungsbedürfnis. Wie schaffen wir es, dem nicht nachzugeben? Wie bekommen wir sie hin, die Mischung aus Pragmatismus und alarmiert bleiben? Welche Rolle spielen dabei auch soziale Orte als Konflikträume, um Polarisierung entgegen zu wirken und das soziale Bewusstsein zu stärken? Welche Haltung, welche Rhetorik brauchen wir dafür? Welche Rolle spielt dabei der Staat, welche die Wissenschaft? An welchen Stellen braucht es Investitionen? Welche Gesellschaft können und müssen wir uns leisten?
Wir sprechen über den aktuell so deutlich spürbaren „Dauerkrisenmodus“ und fragen uns, ob es eigentlich klug ist, Themen, die unsere Zukunft maßgeblich prägen werden - wie die Klimakatastrophe, Krieg und Pandemien – als Krisen zu betrachten. Schließlich werden sie nicht irgendwann ausgestanden sein, sondern Teil unserer zukünftigen Normalität.
Wir sind – als Menschen, als Gesellschaft – verwundbarer geworden und haben gleichzeitig ein großes Normalisierungsbedürfnis. Wie schaffen wir es, dem nicht nachzugeben? Wie bekommen wir sie hin, die Mischung aus Pragmatismus und alarmiert bleiben? Welche Rolle spielen dabei auch soziale Orte als Konflikträume, um Polarisierung entgegen zu wirken und das soziale Bewusstsein zu stärken? Welche Haltung, welche Rhetorik brauchen wir dafür? Welche Rolle spielt dabei der Staat, welche die Wissenschaft? An welchen Stellen braucht es Investitionen? Welche Gesellschaft können und müssen wir uns leisten?
38 Minuten
In der fünften Folge sprechen wir über Wohlstand. Wir nähern uns dem Begriff auf verschiedenen Wegen. Individuell bedeutet Wohlstand: relative materielle Sorglosigkeit und sozialer Aufstieg. Doch Wohlstand ist nicht nur eine Frage des Warenkorbes und mehr als die Sorge um den eigenen Status.
Angesichts von Umwelt- und Energiekrise, Krieg und Demokratiebedrohung durch Populisten und autoritäre Herrscher, bedarf es einer Neujustierung. Wohlstand, das ist auch die Freiheit und Sicherheit der Mitglieder einer Gesellschaft, sich nach eigenen Vorstellungen entwickeln zu können – und frei von Angst leben zu können. Voraussetzung dafür sind kollektive Güter wie Bildung, Gesundheit und Sicherheit.
Wohlstand ist damit eng an die Frage geknüpft, wie wir es als Gesellschaft schaffen, kollektive Lebensqualität zu sichern und individuelle Freiheit zu ermöglichen. Denn Wohlstand entsteht nicht aus sich selbst heraus. Wohlstand sichern – und Armut verhindern – geht nur kollektiv. Und über nationale Grenzen hinweg. Dafür braucht es die ganze Gesellschaft als konzertierte Aktion.
Angesichts von Umwelt- und Energiekrise, Krieg und Demokratiebedrohung durch Populisten und autoritäre Herrscher, bedarf es einer Neujustierung. Wohlstand, das ist auch die Freiheit und Sicherheit der Mitglieder einer Gesellschaft, sich nach eigenen Vorstellungen entwickeln zu können – und frei von Angst leben zu können. Voraussetzung dafür sind kollektive Güter wie Bildung, Gesundheit und Sicherheit.
Wohlstand ist damit eng an die Frage geknüpft, wie wir es als Gesellschaft schaffen, kollektive Lebensqualität zu sichern und individuelle Freiheit zu ermöglichen. Denn Wohlstand entsteht nicht aus sich selbst heraus. Wohlstand sichern – und Armut verhindern – geht nur kollektiv. Und über nationale Grenzen hinweg. Dafür braucht es die ganze Gesellschaft als konzertierte Aktion.
39 Minuten
In der vierten Folge sprechen wir über die Frage, was die Klima- und Energiekrise mit sozialem Zusammenhalt zu tun haben.
„Die Grenzen des Wachstums“, der Bericht des Club of Rome, das war 1972. 50 Jahre Wissen über begrenzte Ressourcen. Ein Erkenntnisproblem sollten wir eigentlich nicht haben. Und doch stehen wir gerade vor Herausforderungen, die nahezu unlösbar sind. Vielleicht weil wir nicht die richtigen Themen zusammengedacht haben – nämlich Umwelt- und Sozialpolitik, sagt Berthold Vogel. Wenn wir es so betrachten, dann haben wir aktuell ein Erkenntnis- und Umsetzungsproblem.
Sozialpolitik und Umweltpolitik sind keine Gegensätze, sondern müssen konsequent(er) zusammengedacht werden. Deshalb braucht es ein 3G für die Klimapolitik: Gerechtigkeit, Gemeinwohl, Gleichwertigkeit. Und das geht nur, wenn wir politisch und auch in der Wissenschaft aufhören, in Einzeldisziplinen, Ressorts und Sparten zu denken. Zusammenhänge erkennen und übergreifend lösen, darin liegt aktuell die größte Herausforderung.
„Die Grenzen des Wachstums“, der Bericht des Club of Rome, das war 1972. 50 Jahre Wissen über begrenzte Ressourcen. Ein Erkenntnisproblem sollten wir eigentlich nicht haben. Und doch stehen wir gerade vor Herausforderungen, die nahezu unlösbar sind. Vielleicht weil wir nicht die richtigen Themen zusammengedacht haben – nämlich Umwelt- und Sozialpolitik, sagt Berthold Vogel. Wenn wir es so betrachten, dann haben wir aktuell ein Erkenntnis- und Umsetzungsproblem.
Sozialpolitik und Umweltpolitik sind keine Gegensätze, sondern müssen konsequent(er) zusammengedacht werden. Deshalb braucht es ein 3G für die Klimapolitik: Gerechtigkeit, Gemeinwohl, Gleichwertigkeit. Und das geht nur, wenn wir politisch und auch in der Wissenschaft aufhören, in Einzeldisziplinen, Ressorts und Sparten zu denken. Zusammenhänge erkennen und übergreifend lösen, darin liegt aktuell die größte Herausforderung.
35 Minuten
In der dritten Folge sprechen wir über Macht als allgegenwärtige soziale Beziehung. Die Beschäftigung mit dem Thema Macht hat Berthold Vogel seinerzeit zur Soziologie gebracht – die Motivation, Gesellschaft verändern zu wollen.
Wir blicken natürlich auf aktuelle Ereignisse wie die Coronapandemie und den Angriffskrieg auf die Ukraine als manifestes Erleben von Macht. Welche Rolle spielen Macht und Gegenmacht als Grunddynamik demokratischer Gesellschaften? Welche Bedeutung haben heute noch die Machtdefinitionen von Max Weber – im Sinne von Verfügungsgewalt – und von Hannah Arendt, die in der Macht die Möglichkeit zur Verständigung sieht? Und was ist eigentlich das Gegenteil von Macht: Ohnmacht oder Machtlosigkeit.
Was sich wohl auf jeden Fall verändert hat, ist die Kommunikation von Macht. Die Möglichkeit – und Fähigkeit – durch Kommunikation machtvoll zu wirken. Wie (und wo) reden wir über Themen? Welche Bilder erzeugen wir? Fest steht aber auch: Macht ermöglicht gesellschaftliche Veränderung.
Wir blicken natürlich auf aktuelle Ereignisse wie die Coronapandemie und den Angriffskrieg auf die Ukraine als manifestes Erleben von Macht. Welche Rolle spielen Macht und Gegenmacht als Grunddynamik demokratischer Gesellschaften? Welche Bedeutung haben heute noch die Machtdefinitionen von Max Weber – im Sinne von Verfügungsgewalt – und von Hannah Arendt, die in der Macht die Möglichkeit zur Verständigung sieht? Und was ist eigentlich das Gegenteil von Macht: Ohnmacht oder Machtlosigkeit.
Was sich wohl auf jeden Fall verändert hat, ist die Kommunikation von Macht. Die Möglichkeit – und Fähigkeit – durch Kommunikation machtvoll zu wirken. Wie (und wo) reden wir über Themen? Welche Bilder erzeugen wir? Fest steht aber auch: Macht ermöglicht gesellschaftliche Veränderung.
39 Minuten
In der zweiten Folge sprechen wir darüber, wo wir aufgewachsen sind und wie uns das geprägt hat. Der idyllische Weinort oder der Stadtrand einer Metropole: Welche Rolle spielt das Verhältnis von Stadt und Land bei der Gleichwertigkeit von Lebensverhältnissen? Wie sieht es aus mit den Infra- und Versorgungsstrukturen? Und welchen Chancen ergeben sich daraus – oder eben nicht?
Auch durch die Pandemie hat sich das Verhältnis von Stadt und Land verschoben. Das Land ist für viele attraktiver geworden, aber haben sich die Strukturen mitentwickelt? Und was bedeutet es für den sozialen Zusammenhalt auf dem Land, wenn eine Spaltung stattfindet in die, die geblieben sind, die neu gekommen sind und die nur am Wochenende dort sind. Hängt an Dorf und Kleinstadt gar die Zukunft der Demokratie? – wie Berthold Vogel fragt.
Die Aufgaben und die Verantwortung von Kommunen sind in den letzten Jahren immens gewachsen – ob Klimakrise, Pandemiebewältigung oder Integration. Hier braucht es politische Konzepte.
Auch durch die Pandemie hat sich das Verhältnis von Stadt und Land verschoben. Das Land ist für viele attraktiver geworden, aber haben sich die Strukturen mitentwickelt? Und was bedeutet es für den sozialen Zusammenhalt auf dem Land, wenn eine Spaltung stattfindet in die, die geblieben sind, die neu gekommen sind und die nur am Wochenende dort sind. Hängt an Dorf und Kleinstadt gar die Zukunft der Demokratie? – wie Berthold Vogel fragt.
Die Aufgaben und die Verantwortung von Kommunen sind in den letzten Jahren immens gewachsen – ob Klimakrise, Pandemiebewältigung oder Integration. Hier braucht es politische Konzepte.
27 Minuten
Die erste Folge von "Wir leisten uns Gesellschaft" haben wir am 25. Februar 2022 aufgenommen: Dem ersten Tag nach Beginn des brutalen Angriffskrieges von Russland auf die Ukraine.
Natürlich hat diese Zäsur unser Gespräch beeinflusst. Wie auch nicht.
In dieser Folge sprechen wir darüber, was es bedeutet, sich Gesellschaft zu leisten. Dabei geht es vor allem um sozialen Zusammenhalt: Wo findet sich Zusammenhalt? Wodurch ist er gefährdet? Was stärkt ihn? Transnationale Bündnisse werden aktuell auf eine harte Probe gestellt, ebenso wie das Miteinander und die Demokratie in Pandemiezeiten. Und im Kern geht es auch um die Frage, wo wir Zusammenhalt konkret erleben - und das ist oft die unmittelbare lokale Ebene.
Mit der ersten Folge eröffnen wir unseren Gesprächsraum!
Natürlich hat diese Zäsur unser Gespräch beeinflusst. Wie auch nicht.
In dieser Folge sprechen wir darüber, was es bedeutet, sich Gesellschaft zu leisten. Dabei geht es vor allem um sozialen Zusammenhalt: Wo findet sich Zusammenhalt? Wodurch ist er gefährdet? Was stärkt ihn? Transnationale Bündnisse werden aktuell auf eine harte Probe gestellt, ebenso wie das Miteinander und die Demokratie in Pandemiezeiten. Und im Kern geht es auch um die Frage, wo wir Zusammenhalt konkret erleben - und das ist oft die unmittelbare lokale Ebene.
Mit der ersten Folge eröffnen wir unseren Gesprächsraum!