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Feminismus für alle. Der Lila Podcast. Archiv

237 Episoden
1 Stunde 22 Minuten
Im ersten Teil unserer Doppelfolge haben Lena und Laura sich mit der Kritik am Begriff „alter weißer Mann” beschäftigt. Und kaum war die Folge im Kasten, liefert Thomas Gottschalk in seiner letzten Sendung von „Wetten, dass …?” den unfreiwilligen Beweis dafür, wie zutreffend diese Chiffre immer noch ist. Nach einer kurzen Analyse geht es in die Sprechstunde.

Eure Fragen zu Männlichkeit und Feminismus

Gemeinsam mit Fikri Anıl Altıntaş gehen Lena und Laura auf Fragen von Hörer*innen und Nicht-Hörer*innen zum Thema Männer und Feminismus ein. Wie geht man damit um, wenn Frauen in Debatten vermeintlich die „Ich-weiß-das-ja-wohl-besser-Keule” schwingen? Was tun, wenn die Freunde auf Kritik mit Ablehnung reagieren? Und wo überhaupt anfangen?

Wer den ersten Teil noch nicht gehört hat, hat die freie Wahl. Beides ist gewinnbringend: mit der Theorie in Teil 1 einsteigen oder mit der Praxis in Teil 2.

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Links und Hintergründe

Silvi Carlsson mit einer sehr guten Video-Analyse zu David und Gottschalk und genau der richtigen Prise Kritik an der Rapperin

Sarah Bosetti in ihrem Kommentar auch sehr stabil

@wayofkatrin auf ihrem Instagram-Account zum Ableismus in der „Wetten, dass …?”-Sendung

Laura Gelhaar zum selben Thema

Anıl erwähnt in der Sendung den Instagram-Account @prisonfeminism

Lila Podcast: Feministische Mädchen großziehen

Lila Podcast: Feministische Jungs großziehen

Fikri Anıl Altıntaş: „Im Morgen wächst ein Birnbaum” erschienen bei Penguin/btb

eine vollständige Liste der Shownotes gibt es hier

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55 Minuten
Korrektur: AMAB/AFAB

Ab Minute 6:20 spricht Laura in dieser Folge über die Abkürzung AMAB, die für Assigned Male At Birth steht. Die Abkürzung AFAB steht entsprechend für Assigned Female At Birth. Diese Abkürzungen ersetzen jedoch nicht, wie Laura im Podcast sagt, die Begriffe (cis) Mann oder (cis) Frau. Sie sind nicht synonym zu verwenden. Vielmehr bieten sie eine Möglichkeit, diskriminierungssensibel über die Vergangenheit einer nicht-binären oder trans Person zu sprechen. So kann ein trans Mann beispielsweise die Abkürzung AFAB verwenden, um auszudrücken, dass ihm bei der Geburt fälschlicherweise das weibliche Geschlecht zugewiesen wurde – und diese Praxis gleichzeitig kritisieren. Bitte entschuldigt den Fehler.

Männern geht es ganz offensichtlich nicht gut. Es gibt zig Negativ-Statistiken, die sie anführen: Kriminalität, Wohnungslosigkeit, Suizid und vor allem: Gewalt. Gewalt gegenüber Frauen, aber auch Gewalt gegenüber Männern geht mehrheitlich von Männern aus. Der Faktor „Männlichkeit“ spielt also eine große Rolle bei vielen gesellschaftlichen Problemen. Und hier kommt der Feminismus ins Spiel.

Anders als viele glauben, geht es beim Feminismus nicht darum, das Patriarchat durch ein Matriarchat zu ersetzen. Es geht auch nicht um stumpfes Männer-Bashing. Männer haben Probleme und Männer machen Probleme. Aber Männer sind nicht das Problem. Das Patriarchat mit seinen engen Geschlechterrollen ist es. Ergo ist Feminismus auch für Männer gut. Aber: Sind Männer auch gut für den Feminismus? Was ist überhaupt „Männlichkeit“? Wie lassen sich Männer für den Feminismus gewinnen? Und ist das überhaupt die richtige Frage?

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Männlichkeit dekonstruieren

Lena und Laura schauen sich das Thema Männlichkeit in dieser Folge ganz genau an und versuchen differenzierte Antworten auf komplexe Fragen zu finden. Mit dabei ist Fikri Anıl Altıntaş. Anıl ist Autor und schreibt über Männlichkeit(en), Rollenbilder, Orientalismus, Antifeminismus sowie (De)-Konstruktion von migrantischer, muslimisch-türkischer Männlichkeit in Deutschland. Im April 2023 erschien sein Roman „Im Morgen wächst ein Birnbaum“. Anıl ist außerdem HeForShe-Botschafter für Gleichstellung von UN Women Deutschland.

Links und Hintergründe

Fikri Anıl Altıntaş 

Dokumentation: „Feminism WTF” 

Studie „Verspannte Frauen, coole Männer”

alle weiteren Infos

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1 Stunde 33 Minuten
Wir sprechen mit der israelischen Unternehmerin Jenny Havemann, mit der Leiterin der Kommunikation der Bildungsstätte Anne Frank, Eva Berendsen und mit der Leiterin der Fachstelle für genderbezogene Menschenfeindlichkeit & Rechtsextremismus der Amadeu Antonio Stiftung, Judith Rahner.

Trauer und Schock

Für Jenny Havemann, die in Israel lebt, war es ein Monat voller Trauer, ein Leben im Krisenmodus, ein Land im Schockzustand. Sie erzählt von den Raketen, die seit dem 07. Oktober jeden Tag auf Israel geschossen werden. Und von ihren persönlichen Erfahrungen als israelische Bürgerin, die seit Anfang des Jahres viele Wochenenden gegen die israelische Regierung auf die Straßen ging.

Leerstelle und fehlende Aufarbeitung

Eva Berendsen von der Bildungsstätte Anne Frank, sieht in den Reaktionen nach dem Massaker eine Leerstelle. Wo blieb die Solidarität mit den Opfern? Warum gab es so wenig feministische Kritik an der sexualisierten Gewalt? Ohne zu berücksichtigen, wie Antisemitismus funktioniert und wie tief verankert er in unserer Gesellschaft ist, lassen sich diese Fragen in ihren Augen nicht beantworten.

Judith Rahner von der Amadeu Antonio Stiftung beschäftigt sich schon lange mit linkem Antisemitismus, der subtiler und meistens israel-bezogen ist. Gerade auch in postkolonialen und queerfeministischen Kreisen sieht sie eine fehlende Aufarbeitung der eigenen antisemitischen Geschichte.

Es geht um doppelte Standards, eine Obsession mit Israel und antisemitische Narrative.

Links und Hintergründe

Lila Podcast zu Antisemitismus

Bildungsstätte Anne Frank: Antisemitismus im Netz - Eine Argumentationshilfe

Amadeu Antonio Stiftung: Die Mitte-Studie

Haaretz: Why Is the Cruel Sexual Violence of the October 7 Hamas Attack Being Ignored?

Times Now: 1000 Rockets Misfired in Gaza

Wikipedia: Genozid an den Masalit

t-online: Davidstern an Häusern - Moldauer versprühen Unruhe

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31 Minuten
Medien berichten immer wieder von Grenzüberschreitungen, übergriffigem Verhalten und sexualisierter Gewalt an Unis: Dozierende, die anzügliche Bemerkungen während des Seminars machen, Professor*innen, die ihre Mitarbeitenden Nachtclubs einladen, Professor*innen, die ihre Doktorand*innen auf den Mund küssen.

 Übergriffe benennen und verhindern

Lena bespricht in dieser Episode, was Hochschulen an sich haben, das Machtmissbrauch begünstigt und woran es liegt, dass Betroffene sich so schlecht dagegen zur Wehr setzen können.

Rechtsanwältin Martina Lörsch berichtet dazu von ihren Erfahrungen als Verteidigerin von Betroffenen sexualisierter Gewalt. Sie erklärt, warum Grenzüberschreitungen häufig erst spät als solche erkannt werden und warum Betroffene sich dann - zB. aufgrund von Scham - keine Hilfe suchen.

Wissenschaftlerin Dr. Heike Pantelmann ergänzt dazu, dass es eben sehr schwer ist, sich gegen die Person zu wenden, von der „alles abhängt”. Alles meint in dem Kontext das Fortkommen auf der Karriereleiter, die Fertigstellung der Promotion oder das Publizieren in renommierten Fachzeitschriften.

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Links und Hintergründe

Martina Lörsch, Rechtsanwältin

Dr. Heike Pantelmann

„Humboldt-Universität Berlin: Dozent machte jahrelang sexuell übergriffige Bemerkungen“

„Belästigungsvorwürfe an der Uni Köln. Hat der Wissenschaftsbetrieb ein #MeToo-Problem?”

Wälty, T., Knorr, L., & Pantelmann, H. (2023). Sexualisierte Belästigung, Diskriminierung und Gewalt an deutschen Hochschulen - begünstigende Strukturen und passive Institutionen. Femina Politica - Zeitschrift für feministische Politikwissenschaft, 32(1), 135-139. https://doi.org/10.3224/feminapolitica.v32i1.16

Lipinsky, Anke/Schredl, Claudia/Baumann, Horst/Humbert, Anne Laure/Tanwar, Jagriti, 2022: Gender-based violence and its consequences in European Academia. Summary results from the UniSAFE survey. Internet: https://unisafe-gbv.eu/wp-content/uploads/2022/11/UniSAFE-survey_ prevalence-results_2022.pdf (25.01.2023) 

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1 Stunde 2 Minuten
Trotz einiger Fortschritte leben wir in einer Welt, in der geschlechtsspezifische Gewalt oft heruntergespielt oder übersehen wird, was tiefgreifende moralische, philosophische und politische Fragen aufwirft. Unsere Gäste decken in dieser Diskussionsrunde die Komplexität und Voreingenommenheit auf, die der Medienberichterstattung über diese Verbrechen innewohnen, einschließlich des beunruhigenden Trends der Täter-Opfer-Umkehr.

Unfair ist gefährlich

Katharina Wulf, Geschäftsführerin des Landesverbands Frauenberatung Schleswig-Holstein, sieht noch viel Potential in der Umsetzung der Istanbul-Konvention. Sie sagt, dass die Istanbul-Konvention zwar sehr lang sei, aber dass man sich nur einen Satz merken müsste, um sie besser umzusetzen: „Unfair ist gefährlich“. 

Der LFSH begleitet die Umsetzung der Istanbul-Konvention in Schleswig-Holstein, berät Politik, Frauen und alle Beteiligten. Das Ziel ist Prävention und rechtzeitiges Einschreiten. Denn: Der Femizid ist nur die Spitzes des Eisbergs, dem schon mehrere Eskalationsstufen der Gewalt vorangingen - Stufen, die seit Jahren bekannt und erforscht sind.

Die Journalistin Julia Cruschwitz hat für ihr Buch „Femizide“ nachweisen können, dass in allen Fällen, die sie recherchiert haben, diese Stufen aufgetreten sind. Nur wurden die Frauen meistens vorher nicht ernst genommen. Was auch Asha Hedayati aus ihrer Arbeit als Anwältin für Familienrecht kennt. Sie hat sich auf Gewalt in Trennungssituationen spezialisiert und berichtet aus ihrem Alltag, wo z.B. Frauen durch Gerichte gezwungen werden, dem gewalttätigen Expartner bei der Übergabe der gemeinsamen Kinder zu begegnen. 

Karin Heisecke von der Malisa-Stiftung bringt derweil eine Vision mit: Eine Gesellschaft, in der es keine Gewalt gegen Frauen mehr gibt - GAR keine - wie wir dahin kommen?

Wie können wir Femizide beenden?

Unter dem Motto „Talking Humanity“ wollen wir die Erfahrungen der Betroffenen beleuchten. Unser Gespräch unterstreicht die Dringlichkeit, sich mit gesellschaftlichen Normen und rechtlichen Unzulänglichkeiten auseinanderzusetzen, die das Fortbestehen von Gewalt gegen Frauen ermöglichen. Wir werden uns mit der Frage beschäftigen, wie wir Femizide und geschlechtsspezifische Gewalt durch unser gemeinsames Handeln beenden, eine Kultur der Nulltoleranz fördern und unsere Gesellschaft zum Besseren verändern können. Dieser Dialog fordert jeden von uns auf, sich kritisch mit diesen unbequemen Wahrheiten zu befassen und einen Wandel hin zu einer gerechteren und sicheren Welt für Frauen auf den Weg zu bringen.

Links und Hintergründe

Human Rights Film Festival Berlin

Lila Podcast mit Asha Hedayati: Die stille Gewalt

Lila Podcast mit Margarita Bettoni: Warum Männer Frauen töten

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51 Minuten
Anzeige: Wie kann liebe falsch sein? Das fragt Alexa Grassmann in "sie lieben" - erschienen bei Allegria.

Justitia trägt eine Augenbinde. Das symbolisiert, dass sie neutral & gerecht ist. Asha Hedayati hingegen sagt: Wir müssen Justitia die Augenbinde herunterreißen, damit sie richtig hinschaut. In einer Gesellschaft, die misogyn & rassistisch ist, ist auch die Rechtsprechung nicht frei davon.

Die stille Gewalt

Hedayati hat im September 2023 ihr Buch “Die Stille Gewalt - Wie der Staat Frauen alleinlässt” veröffentlicht. Die Familienrechtsanwältin erzählt darin vom Unrecht, das Frauen in Trennungs-, Scheidungs- oder Gewaltschutzverfahren angetan wird. Nicht nur durch gewalttätige Ex-Partner, sondern auch durch das Helfer*innensystem: Gericht, Jugendamt, Verfahrensbeistände.

Die Rolle der FDP

Sie zeigt die Zusammenhänge zwischen unbezahlter Care Arbeit im kapitalistischen Patriarchat & Gewalt an Frauen. Diese zeichnen Laura und Asha an aktuellen Beispielen in der Sendung nach: Etwa dem Vorstoß von Justizminister Marco Buschmann (FDP), das Unterhaltsrecht zu reformieren, oder den Aussagen von Finanzminister Christian Lindner (FDP) über Alleinerziehende und die Kindergrundsicherung. Im antifeministischen Rollback innerhalb der deutschen Politik spielt die FDP mit ihren Verbindungen zur Maskulistenszene eine wichtige Rolle.

Links & Hintergründe:

Lila Podcast:

https://lila-podcast.de/fuenf-jahre-istanbul-konvention-funktioniert-der-schutzschild-fuer-frauen-mit-sonja-howard/

https://lila-podcast.de/die-letzten-maenner-antifeminismus-1-2-mit-tobias-ginsburg/

https://lila-podcast.de/vaeter-sagen-maenner-meinen-antifeminismus-2-2-mit-mia-und-dem-bundesforum-maenner/

https://lila-podcast.de/femizide-warum-maenner-frauen-toeten-mit-margherita-bettoni/

Weitere Hintergründe findet ihr auf unserer Webseite

Event "Talking Humanity and film screening My Name Is Happy" - beim Human Rights Film Festival - mit Asha Hedayati & Katrin Rönicke.

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27 Minuten
Klassikerinnen für den Schulkanon

In dieser Folge des lila Podcasts begrüßen wir Julia Ritter und Sophia Stanger von "Die Buch", einem feministischen Literatur-Podcast. Die beiden haben ihren Podcast ins Leben gerufen , als sie feststellten, dass sie in der Schule hauptsächlich Bücher von männlichen Autoren gelesen hatten. Ihr Ziel ist es, Bücher von Autorinnen mehr Aufmerksamkeit zu schenken und Klassikerinnen für den Kanon zu empfehlen.

Marlen Haushofer: "Die Wand"

Außerdem stellen Julia und Sophia ihre Buchempfehlungen für den Lila Podcast vor. Julia beginnt mit dem Buch "Die Wand" von Marlen Haushofer. Es handelt von einer Frau, die plötzlich isoliert in den Bergen gefangen ist und versucht, mit ihren Tieren in der Natur zu überleben. Das Buch wirft Fragen zu Geschlecht und Politik auf. Julia und Sophia finden es besonders geeignet für den Literaturkanon und den Schulunterricht, da es sich immer wieder neu interpretieren lässt.

Intersektionale Perspektive

Julia und Sophia präsentieren außerdem das Buch "Frauenliteratur" von Nicole Seifert, das sich mit der Abwertung des Schreibens von Frauen über die Jahrhunderte auseinandersetzt. Sie betonen, wie wichtig es ist, einen intersektionalen Blick auf das Thema zu werfen und die Vielfalt der Erfahrungen von Frauen zu berücksichtigen. Daher lautet ihr dritter Buchtipp: "Rezitativ" von Toni Morrison - eine Erzählung, die gerade auf Deutsch bei rowohlt erschienen ist.

Links und Hintergründe

Die Buch - der feministische Buchpodcast

Die Wand von Marlen Haushofer

Rezitativ von Toni Morrison

Frauen Literatur von Nicole Seifert

Event "Talking Humanity and film screening My Name Is Happy" - beim Human Rights Film Festival - mit Asha Hedayati, Katrin Rönicke, Karin Heisecke, Julia Cruschwitz und Katharina Wulf - am 14.10. in Berlin

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57 Minuten
In Katharina Mücksteins Film "Feminism WTF" zeigen elf Menschen exemplarisch, wie toll Feminismus ist - wie viel besser als sein Ruf und wie unendlich wertvoll. Wir haben mit zwei Protagonist*innen aus dem Film über Race, Repräsentation, Transfeindlichkeit und Liebe gesprochen.

Warum WTF?

“WTF steht für eine Wut, die daraus entsteht, dass auf dieses ganze große feministische Wissen und differenzierte Auseinandersetzung nicht zurückgegriffen wird und wir stattdessen immer wieder in so eine polemische Empörungsspirale hineinkommen," sagt Katharina Mückstein im Interview mit Katrin Rönicke. Deswegen hat sie elf Personen ausgewählt, die verschiedene Aspekte moderner Feminismen einbringen und erklären. "Alle Experts haben letztlich in dem, wie sie mit mir gesprochen haben, gezeigt, dass sie Personen sind, die, Ambivalenzen aushalten können. Dass das Fragende und das Zweifelnde immer da sein darf. Und das hat mich so berührt."

Kritik ist Liebe

Eine von ihnen ist Emilene Wopana Mudimu. Sie erklärt, warum Repräsentation für den Feminismus so wichtig ist, wie Verbündetenschaft entsteht und: Warum Kritik wertvoll - ja sogar Liebe ist! "Kritik immer auch eine Form von von Liebe und von Care. Ich gebe dir meine Ressourcen. Ich gebe dir mein Wissen. Ich lasse dich teilhaben, weil ich ja auch möchte, dass sich in deinen Denkmustern etwas verändert. Das ist - finde ich einfach - Liebe und Wertschätzung". Für Emilene ist Feminismus ein dauernder Lernprozess, bei dem alle manchmal auch ein wenig Zeit brauchen, um Kritik anzunehmen oder Einstellungen zu ändern - wovon am Ende aber alle profitieren.

Eine Zukunft mit Freiheit, Lust und Liebe durch Vielfalt

Persson Perry Baumgartinger zeigt, dass Vielfalt und Chaos viel natürlicher sind, als Schubladen und Binarität. "Ich glaube, dass uns das halt einfach beigebracht wird und wir es auch anderen beibringen. Das glaube ich ist der springende Punkt: Also warum haben wir dieses Mindset, Vielfalt sei was Schlechtes oder Chaos sei was Schlechtes, es sei gefährlich oder schwierig oder wir würden ja biologisch dazu tendieren, alles in Kästchen einzuteilen. Ich bin mir da gar nicht so sicher." Was wir gewinnen können, wenn wir uns aus diesen Denkmustern befreien? "Freiheit, Lust, Freude, Liebe, ja? Also ich finde, das sind ja auch so Sachen, die ein bisschen fehlen zur Zeit!"

Alle Gespräche zum Film hört ihr in der aktuellen Folge - die anderen neun tollen Protagonist*innen gibt es nur im Film. Wer bis zum Ende hört kann dafür Freikarten gewinnen.

Links und Hintergründe

Feminism WTF von Katharina Mückstein

Emilene Wopana Mudimu

Persson Perry Baumgartinger

Intersektionalität

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37 Minuten
Lydia Meyer arbeitet als Autor*in und Journalist*in und beschäftigt sich in verschiedenen Formaten mit komplexen Themen wie Sex, Gender, Selbstliebe und damit zusammenhängenden gesellschaftlichen Normen. Im aktuellen Buch „Die Zukunft ist nicht binär” beschreibt Lydia Meyer die Welt aus nicht-binärer Perspektive und hilft damit vor allem cis-geschlechtlichen Leser*innen, zu verstehen, wieso die omnipräsente Einteilung der Welt in zwei Geschlechtskategorien (Mann und Frau) problematisch ist.

Dabei deckt Lydia Falschbehauptungen und Mythen gegen nicht-binäre und trans Personen auf, die aus rechter und konservativer Ecke immer lauter werden und queere Menschen zur Zielscheibe machen. Im Gespräch mit Lena erzählt Lydia außerdem, was beim Schreiben besonders herausfordernd war und wie sich der Spagat zwischen wissenschaftlichen und persönlichem Schreiben angefühlt hat.

Buchtipps von Lydia Meyer

„Matrix” von Lauren Groff

„Pageboy” von Elliot Page

„Konformistische Rebellen: Zur Aktualität des autoritären Charakters” von Andreas Stahl, Benedikt Zopes, Christian Jäckel, Katrin Henkelmann und Niklas Wünsch

Links und Hintergründe

Autor*in Lydia Meyer

Buch „Die Zukunft ist nicht binär” von Lydia Meyer

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33 Minuten
Wart ihr diesen Sommer schon auf einer Hochzeit eingeladen und durftet dabei sein, während anderen den vermeintlich schönsten Tag ihres Lebens feiern? Hochzeiten, so die gesellschaftliche Erzählung, sind genau dazu da: Um die Liebe zwischen zwei Menschen zu zelebrieren.

Doch die Ehe dient einem anderen Zweck, wie die Politikwissenschaftlerin und Autorin Emilia Roig in ihrem Buch „Das Ende der Ehe“ analysiert: Sie verfestigen gesellschaftliche Machtverhältnisse und erhalten das Patriarchat aufrecht.

Liebe deinen Unterdrücker?

Mit ihrem Buch liefert Emilia Roig einen feministischen Rundumschlag über die ungleiche Aufteilung von Care und emotionaler Arbeit in hetero Beziehungen und die staatliche Begünstigung von Kernfamilien.

Sie erklärt, warum es wichtig ist, Geschlechterbinarität zu überwinden, beleuchtet kritisch die Ehe für alle und zeigt, welche Macht die Liebe im Patriarchat hat – und wie alternativen Formen von Liebe uns alle freier machen.

Links und Hintergründe

Emilia Roig

Emilia Roig auf Instagram

„Das Ende der Ehe“, erschienen bei Ullstein

„Why we matter“, erschienen beim Aufbau Verlag

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50 Minuten
Natascha Strobl ist Politikwissenschaftlerin. Sie lebt und arbeitet in Österreich und beobachtet seit Jahren die rechte Konservative und neue faschistische Bewegungen - in Österreich, Deutschland und auf der ganzen Welt. Ihr Buch "Solidarität" versucht einen Gegenentwurf: In Zeiten multipler Krisen, so sagt sie, ist Solidarität zentral für eine demokratische Gesellschaft.

Katrin hat auf ihrer feministischen Reise mit der Solidarität immer wieder gehadert. Gerade wenn sie als Imperativ daherkam und Streit dahinter verschwinden sollte. In den letzten Jahren hat sie angesichts der Erfolge rechter Politiker wie Donald Trump, Jair Bolsonaro oder der Entwicklungen in Schweden, Frankreich und der faschistischen italienischen Ministerpräsidentin, Giorgia Meloni, ihre Meinung radikal geändert.

Aber wie geht Solidarität konkret? Welche Voraussetzungen hat sie und wo kann jede und jeder beginnen? Darüber sprechen die beiden in diesem Autorinnen-Interview zum Lila Büchersommer.

Links und Hintergründe

Natascha Strobl auf Twitter

Natascha Strobl: Solidarität

Natascha Strobl: Radikalisierter Konservatismus

Natascha Strobl: Was ist Faschismus?

Nataschas Buchtipp

Suhrkamp: Thomas Biebricher: "Mitte/Rechts - Die internationale Krise des Konservatismus"

Texte vom Bachmann-Preis

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54 Minuten
Den ganzen Sommer über stellen die Hosts vom Lila Podcast Bücher und ihre Autor*innen vor. Den Auftakt zu diesem Lila Büchersommer macht Laura zusammen mit der Journalistin und Autorin Anne Dittmann. Anne hat das Buch „Solo, selbst und ständig - Was Alleinerziehende wirklich brauchen” geschrieben. Es ist eine Art Standardwerk zum Thema Alleinerziehende, eine Mischung auch Sachbuch und Ratgeber, die nicht nur Alleinerziehende was angeht, sondern alle.

2,6 Millionen Alleinerziehende gibt es in Deutschland. Eine sehr stille Gesellschaftsgruppe ist das: Zwischen Burn-out, Depression und Armut bleibt schlicht zu wenig Zeit und Kraft, um laut zu werden. Anne und Laura sprechen über die geplante Elterngeldkappung und die Kindergrundsicherung, darüber wie Alleinerziehende strukturell benachteiligt werden und Solo-Mamas by choice das Leben schwer gemacht wird. Es geht u.a. um das Thema Unterhaltsvorschuss und hohe Steuersätze für Alleinerziehende. Und nebenbei räumen die beiden mit Vorurteilen gegenüber Alleinerziehenden auf.

Ihr wollt „Solo, selbst und ständig“ gewinnen? Dann abonniert schon mal unseren Lila Newsletter. Dort erfahrt ihr am 20.07. alle Details.

Annes Bücherstapel für den Sommer

Das Ende der Ehe - Emilia Roig

Sei kein Mann - J.J. Bola

Prinzessinnenjungs - Nils Pickert

Zusatzempfehlung von Laura

Füreinander sorgen - Susanne Mierau

Links und Hintergründe

„Solo, selbst und ständig. Was alleinerziehende wirklich brauchen“ von Anne Dittmann

Der vamv zum Unterhaltsvorschuss

Solomütter, Onlinemagazin und Plattform

Doctolib bei der Suche nach Ärzt*innen

Rund um die Debatte zur Kappung des Elterngeldes

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52 Minuten
Von der ADHS sind rund 4,7 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland betroffen. Über den langen Weg zur Diagnose und die neuesten Forschungserkenntnisse der letzten Jahre sprechen Laura und Lena in dieser Episode mit der Journalistin Angelina Boerger und dem Psychiater Dr. Jakob Hein.

Während früher angenommen wurde, dass es sich bei ADHS um eine Störung im Kindes- und Jugendalter handelt, weiß man heute, dass die Symptome nicht einfach mit dem Beginn der Volljährigkeit verschwinden. Davon abgesehen, gilt ADHS in den Köpfen vieler Menschen auch heute noch als typisch männliche Störung.

Der lange Weg zur ADHS-Diagnose

Laura und Lena gehen der Frage nach, welche Rolle der medizinische Gender Bias bei der Diagnose und Behandlung von ADHS spielt. Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, hört auch in unsere Folge „Warum die Medizin Frauen endlich mitdenken muss“ rein.

Die Aktivistin und Buchautorin Angelina Boerger erzählt von ihrem persönlichen Weg und ihrem Alltag mit ADHS. Sie bekam ihre Diagnose erst als Erwachsene und berichtet, wie erleichternd es war, endlich einen Begriff für die eigenen Schwierigkeiten zu haben und welche Unterstützungen ihr im Alltag helfen.

 

Links und Hintergründe

Angelina Boerger auf Instagram @kirmesimkopf

Buch „Kirmes im Kopf - Wie ich als Erwachsene herausfand, dass ich AD(H)S habe“

Podcast „AD(H)S - Leben zwischen Reizüberflutung und Langeweile - Mit Dr. Jakob Hein”

TED Talk „ADHD in Girls and Women” von Martha Barnard-Rae“

Artikel „Mein Recht auf ADHS: Warum Frauen so oft erst gar keine Diagnose erhalten” 

Artikel „Frauen mit ADHS leiden oft lang und leise”

Podcast „Neurodiverdings” 

Laura Fröhlin, Referentin für Mental Load

Die Sache ist die … ist ein Podcast vom Zündfunk auf Bayern 2, jeden Freitag überall, wo es Podcasts gibt.

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1 Stunde
8 Stunden Arbeit, 8 Stunden Freizeit, 8 Stunden Schlaf – für viele eine Idealvorstellung ihres Alltags. Aber so leicht geht die Rechnung nicht auf, Erholung und Freizeit bleiben auf der Strecke, Menschen rennen unerledigten To-Do Listen hinterher und brechen irgendwann erschöpft zusammen. Mit anderen Worten: Das kapitalistische System, in dem wir leben und arbeiten, ist menschenfeindlich.

Katrin und Lena besprechen in dieser Episode, welche Kritikpunkte sie am Kapitalismus haben – natürlich mit besonderem Fokus auf feministische Perspektiven. Dazu hat Katrin mit der Professorin Christine Bauhardt, Leiterin des Fachgebietes Gender und Globalisierung an der Humboldt-Universität zu Berlin, gesprochen. In Vorbereitung auf die Sendung hat Lena das Buch „Die Welt geht unter und ich muss trotzdem arbeiten?“ von Sara Weber gelesen. Die Journalistin und Autorin kritisiert, dass dieses Konzept für die allermeisten Menschen nicht aufgeht.

Die deutsch-österreichische Aktivistin Marlene Engelhorn kritisiert in diesem Zusammenhang außerdem, die immer weiter aufklaffende Schere zwischen Arm und Reich. Vermögen bedeutet dabei nicht nur Sicherheit, sondern auch Einfluss auf Politik und Gesellschaft. Während die Interessen der Vermögenden Anklang finden, erfahren ärmere Menschen Ausbeutung und haben wenig Möglichkeiten dem zu entgehen. Anders ausgedrückt: Wer hat, dem wird gegeben.

Links und Hintergründe

Artikel von der Bundeszentrale für politische Bildung: „Feministische Kapitalismuskritik und postkapitalistische Alternativen” 

Buch von Sara Weber: „Die Welt geht unter und ich muss trotzdem arbeiten?”

Buch von Marlene Engelhorn: „Geld"

Friedrich-Ebert-Stiftung: „Ökofeminismus: Der Ausweg aus dem patriarchalischen Kapitalismus“ 

Streetphilosophie: „Gehen Reichtum und Demokratie zusammen?”

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42 Minuten
Zum Internationalen Kindertag am 1. Juni haben wir uns etwas überlegt: Wir machen eine Kindersendung - von, für und mit Kindern. Zusammen wollen wir der Frage nachgehen: Wofür brauchen wir Feminismus? Und man könnte sagen: immer noch? Denn, obwohl die Geschichte der Frauenbewegung schon älter ist: Probleme anzupacken gibt es immer noch mehr als genug. Etwa in Schule und Beruf, in Kindermedien oder auch beim Thema Gefühle.

Diese Sendung ist für alle großen und kleinen Menschen, die Feminismus kennenlernen wollen oder den eigenen Kampfgeist ein bisschen auffrischen möchten.

 

Links und Hintergründe

Links und Hintergründe

Gender Pay Gap 

Geschlechterverhältnis Bundestag 

Gender Care Gap 

Studie zur Einschätzung von den Emotionen von Babys nach Geschlecht

Studie zum Umgang von Väter mit ihren Kindern

Malisa Studie zur Repräsentation in Kindermedien 

Studie Süddeutsche Zeitung: Geschlechterklischees in Kinderbüchern 

Schlumpfine-Prinzip

Eine vollständige Liste der Quellen findet ihr hier

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