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Feminismus für alle. Der Lila Podcast. Archiv

237 Episoden
49 Minuten
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Silke Ohlmeier forscht zu Langeweile und ist Autorin des Buches „Langeweile ist politisch - Was ein verkanntes Gefühl über unsere Gesellschaft verrät”.

Langeweile ist ein Feld, das eng mit Stigmata, Schuldgefühlen und Vorurteilen verknüpft ist. Von Charles Bukowski etwa stammt das Zitat: „Only the boring get bored” – „Nur die Langweiligen langweilen sich.” Ein Ausspruch, der falscher nicht sein könnte, wie die Forschung von Ohlmeier zeigt.

Langeweile und soziale Ungleichheit

Wer sich in unserer patriarchalen, rassistischen, von Konsum- und Optimierungsdruck geprägten Gesellschaft langweilt, ist weder Zufall noch ein Ausdruck von persönlichem Versagen.Vielmehr ist Marginalisierung eine unterschätzte Ursache von Langeweile. Gleichzeitig sind auch privilegierte Menschen von Langeweile betroffen. Nicht zuletzt weil alle Menschen innerhalb einer Gesellschaft unter engen Normen und Strukturen leiden. Diese „komplexe Liaison” wie Silke Ohlmeier sagt, von Langeweile, sozialen Ungleichheiten, dem kapitialistischen System, Machstrukturen, Normen und Zwang schauen wir uns in dieser Folge des Lila Podcast genauer an.

Shownotes:

„Langeweile ist politisch” von Silke Ohlmeier, erschienen bei Leykam: https://www.leykamverlag.at/produkt/langeweile-ist-politisch/

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1 Stunde 11 Minuten
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Die Kurden meinen es ernst mit dem Feminismus.” Dieser Satz der politischen Soziologin Rosa Burç fasst gut zusammen, welche Rolle die Befreiung von Geschlechterrollen in der kurdischen Freiheitsbewegung spielt. Hier wird die Frau als „älteste Kolonie” angesehen und ihre Befreiung als Grundvoraussetzung für jede andere Form der Freiheit. Ein antikolonialer Befreiungskampf kann nur gelingen, wenn Menschen vom Patriarchat befreit werden.

Katrin spricht in dieser Folge mit Rosa Burç und der Aktivistin und Dolmetscherin Schilan Kurdpoor über die Rolle des Feminismus in der kurdischen Freiheitsbewegung. Außerdem geht es um die Einflüsse der Kurd*innen auf aktuelle politische Kämpfe – zum Beispiel bei den Protesten im Iran.

Jin, Jiyan, Azadî

Die Proteste, die letztes Jahr im September im Iran begannen, hätten ohne die Kurd*innen vor Ort wahrscheinlich nicht ihre jetzige Sprengkraft entwickelt. Im öffentlichen Diskurs über die Situation vor Ort wird aber oft vergessen, dass Zhina Amini – so ihr kurdischer Name – nicht nur ermordet wurde, weil sie ihr Kopftuch nicht richtig trug. Als Kurd*in gehörte sie auch zu einer Bevölkerungsgruppe, die im Iran Diskriminierung, Gewalt und Schikane erlebt.

Schilan Kurdpoor ordnet die Ereignisse im Iran ein und spricht darüber, welche Aspekte ihr in der Berichterstattung fehlen – und warum die Revolution im Iran bei weitem nicht die erste feministische Revolution in der Region ist.

Links und Hintergründe

Schilan Kurdpoor auf Twitter

Rosa Burç bei Research Gate

Video mit Dilar Dirik: The Kurdish Women's Movement: History, Theory, Practice

alle weiteren Quellen gibts hier

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31 Minuten
Wütend sind wir alle mal – oder besser: Wir sollten es alle hin und wieder mal werden. Wut ist nämlich ein sehr wichtiges Gefühl, um zu erkennen, wo die eigenen Grenzen liegen, wann sie überschritten werden und wie wir sie einhalten können.

Wie Wut aber von außen betrachtet und bewertet wird, ist strukturell unterschiedlich. Während die Wut von Männern häufig als durchsetzungsstark wahrgenommen wird, gelten wütende Frauen eher als hysterisch. Während die Wut von weißen Menschen häufig politisch und gesellschaftlich ernst genommen wird (Bsp. Pandemieleugner*innen), gelten wütende People of Color als gefährlich (Bsp. Phänomen der Angry Black Women).

Wie hängen Wut und Rassismuserfahrungen zusammen?

Philosophin und Autorin Amani Abuzahra hat zu diesem Thema das Buch „Ein Ort namens Wut – Die emotionale Landkarte der Marginalisierten und was Rassismus mit Gefühlen macht” geschrieben. Sie ist in dieser Episode zu Gast und beschreibt, welchen Einfluss rassistische Zuschreibungen auf die Auslebung von Gefühlen hat und beleuchtet damit das Thema aus intersektionaler Perspektive.

Außerdem spricht Lena mit der Therapeutin Rose Mukundi Kapuya, die in ihren Praxen insbesondere von Rassismus betroffene Menschen betreut. Sie erklärt, wie wir einen besseren Zugang zu unserer Wut entwickeln können und wieso das für die eigene Gesundheit so wichtig ist.

Links und Hintergründe

Rose Mukundi Kapuya

Amani Abuzahra (Instagram)

Buch „Ein Ort namens Wut – Die emotionale Landkarte der Marginalisierten und was Rassismus mit Gefühlen macht”

Buch „Speak Out: Die Kraft weiblicher Wut”

Lila Podcast: Wütende Frauen verändern die Welt

Lila Podcast: „Unser Schwert ist Liebe“ – die feministische Revolte im Iran. Mit Gilda Sahebi und Susan Zare

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34 Minuten
In heterosexuellen Beziehungen ist Verhütung immer noch viel zu oft Frauensache. Dabei gibt es auch viele cis Männer, die Lust auf mehr Auswahl bei der Verhütung hätten. Neben Kondomen und einer Vasektomie stehen für Menschen mit Penis nämlich wenig Optionen zur Verfügung.

Warum ist das so – und welche Versuche gibt es, das zu verändern? Darüber spricht Katrin in dieser Folge mit der Filmemacherin und Fotografin Kathrin Ahäuser, die unter anderem das Projekts „Krieg den Spermien” gegründet hat. Auf dem gleichnamigen Instagramaccount klärt sie über alternative Methoden auf, stellt Initiativen für gleichberechtigtere Verhütung vor und teilt Informationen über die Antibabypille. 

Wo bleibt die Pille für den Mann? 

Kathrin Ahäuser hat mit Männern in Frankreich und Leipzig gesprochen, die die Verhütung selbst in die Hand nehmen und sich für mehr Alternativen einsetzen. Sie erzählt von beheizten Unterhosen und Silikonringen, um die Hoden im Körperinneren zu fixieren.

  

Außerdem wird die Frage geklärt, warum die Forschung an der eigentlich vielversprechenden Pille für den Mann bzw. einer vergleichbaren Hormonspritze trotz vielversprechender Studienergebnisse abgebrochen wurde. Wir dürfen schon mal verraten: an den Männern lag es nicht.   

Links und Hintergründe 

Kathrin Ahäusers Artikel „Die Ringträger“ 

Sterilisation verbreitetste Methode weltweit

BZgA: Verhütungsverhalten Erwachsener 

Risiko Pille 

Kollektiv Unverhütbar aus Leipzig 

Thermische Verhütung 

Weitere Quellen findest du auf unserer Website

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59 Minuten
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Seit dem 1. Februar 2018 gilt die Istanbul Konvention in Deutschland im Range eines Bundesgesetzes. Doch erst seit Februar 2023 gilt sie vorbehaltlos - mit allen Artikeln. Die Regierung hat ihre Vorbehalte gegenüber Artikel 44 und 59 nicht verlängert. Offiziell heißt das Gesetz “Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt”. Gedacht ist es wie ein Schutzschild für Frauen (und ihre Kinder) vor Gewalt. Aber: Wie gut wirkt dieser Schutzschild?

Während auf dem Papier alles soweit gut aussieht, gibt es bei der Umsetzung erhebliche Mängel. Darauf weist u.a. der Deutsche Juristinnenbund seit Jahren hin.

Morddrohungen und Gewalt

Gemeinsam mit der Kinderschutzexpertin Sonja Howard schauen wir auf ein erschreckendes Fallbeispiel am Oberlandesgericht Braunschweig: In diesem Beispiel überlebte eine Mutter häusliche Gewalt durch ihren Partner, den Vater ihres Sohnes. Es gab Morddrohungen und ein Hausverbot im Kindergarten. Die Frau erwirkte ein Kontakt- und Näherungsverbot des Vaters. Und trotzdem entschied das OLG Braunschweig auf Antrag des Vaters: Das Kind wird gegen seinen Willen aus der Schule heraus 80 Kilometer zum Vater umplatziert - und damit von einen Tag auf den anderen von der Hauptbezugsperson getrennt. Seitdem ist das Kind verhaltensauffällig und gilt als unbeschulbar.

Dabei könnten Fälle wie dieser relativ leicht verhindert und Frauen sowie ihre Kinder vor Gewalt geschützt werden. Wenn der politische Wille da wäre und die Istanbul Konvention vollumfänglich umgesetzt würde.

Shownotes

Alle Shownotes findet ihr

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46 Minuten
„Unser Schwert ist Liebe“ entstammt einer Liedzeile des iranischen Rappers Toomaj Salehi und wurde zum Sound der aktuellen Protestbewegungen im Iran. Das gleichnamige Buch von Gilda Sahebi, die im engen Austausch mit vielen Menschen im Iran steht, beleuchtet unterschiedliche Aspekte dieser Revolte. Neben Gilda Sahebi hat Lena Sindermann für diese Episode außerdem die deutsch-iranische Journalistin Susan Zare als Co-Moderatorin an ihrer Seite. Durch ihren persönlichen Bezug zum Iran ordnet Susan Zare die Geschehnisse noch mal durch ihre ganz persönliche Brille ein und teilt im Laufe des Gesprächs mit Lena und Gilda Sahebi auch viele persönliche Geschichten.

Links und Hintergründe

Susan Zare

Gilda Sahebi

Buch: Unser Schwert ist Liebe – die feministische Revolte im Iran

Das Iran Update

Politisch Gefangene im Iran

Bericht von Amnesty International

Anzeige: Diese Folge des Lila Podcasts wird präsentiert von Amorelie – dem Online-Shop für hochwertige Lovetoys zu fairen preisen. Mit dem Code “Lila20” bekommt ihr 20 % Rabatt auf alle (nicht-reduzierten) Artikel. Gleich einlösen auf Amorelie.de!

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41 Minuten
Es ist der 08. März 2023 - fast zehn Jahre, nachdem Susanne und Katrin den Lila Podcast ins Leben gerufen haben. Eine gute Gelegenheit für eine Bestandsaufnahme: Wo kamen wir her, wo geht die Reise hin? Und das Live, im Manifesto Market Berlin!

Lena und Katharina haben sich dazu zusammengesetzt und darüber gesprochen, wie die letzten zehn Jahre ihren Feminismus geprägt und verändert haben.

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1 Stunde 9 Minuten
Der Mann gilt in der medizinischen Forschung nach wie als Maßstab für die Entwicklung von Medikamenten und die Erforschung von Krankheits- und Genesungsverläufen. Dies kann für Frauen gefährliche Folgen haben und hat auch Auswirkungen darauf, welche Krankheiten überhaupt in welcher Intensität beforscht werden.

Die Unterleibserkrankung Endometriose ist dafür ein klassisches Beispiel: Zwischen 8 und 15 Prozent aller Frauen leiden unter dieser Krankheit – sie ist die zweithäufigste gynäkologische Erkrankung überhaupt – und trotzdem wissen Forscher*innen und Ärzt*innen erschreckend wenig über Symptome und Verläufe, sodass der Weg zur Diagnose oft jahrelang und kräftezehrend ist. Aber auch zahlreiche Autoimmunkrankheiten werden immer noch viel zu selten erforscht und bekommen zu wenige Forschungsgelder, wenn mehr Frauen als Männer von ihnen betroffen sind. Aktuellstes Beispiel: Long Covid, das doppelt so viele Frauen wie Männer bekommen. 

 

Susanne und Lena widmen sich also in dieser Episode dem gender gap in Sachen Medizin und besprechen, wo Medizin unbedingt geschlechtssensibler werden muss. 

Zu hören ist außerdem Nora, Betroffene der Krankheit “Hypothalamische Amenorrhö“, einer Hormonstörung, bei der die Periode dauerhaft ausbleibt. Ausgelöst werden diese Zyklusstörungen hier häufig von radikalen Gewichtsverlusten – hey, Diet Culture! 

 

Ein differenzierter Blick auf Krankheiten und Medikationen etabliert sich im Zuge einer geschlechtssensiblen Medizin (GSM) mittlerweile langsam, was leider überhaupt nicht selbstverständlich ist. Susanne und Lena wagen hier einen Blick in die Historie und schauen auf die Zeit zurück, als Periodenschmerzen als Hysterie abgetan wurden, wie eigentlich alle Symptome, die geschlechtsspezifisch Frauen betrafen. 

Hintergründe und Links

Prof. Vera Regitz-Zagrosek, erste dt. Gendermedizinerin

„Gesundheitlichen Lage von Frauen in Deutschland” von Dezember 2020

Nancy Klimas (HIV / CFS)

Alle weiteren Links findet ihr hier

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10 Minuten
In dieser Mini-Folge wollen wir euch anlässlich des Black History Months drei Bücher vorstellen, die einen Einstieg und Schwarze Literatur und Schwarze Geschichte bieten.

Die drei BücherDie erste Frau von Jennifer Nansubuga Makumbi, erschienen bei InterkontinentalThree Mothers von Anna Malaika Tubbs, erschienen bei Harper CollinsNew Daughters of Africa, herausgegeben von Margaret Busby, erschienen bei Penguin Books

Die Expertin

Venice Trommer ist Mitinhaberin der Buchhandlung Interkontinental und des gleichnamigen Verlags. Interkontinental spezialisiert sich auf afrikanische und afro-diasporische Literatur und hat 2022 angefangen, Bücher auch selbst ins Deutsche zu übersetzen und zu verlegen.

Interkontinental hat auch einen Online-Shop - für alle, die nicht in Berlin leben. Ansonsten lohnt sich ein Besuch in der Sonntagstraße in Berlin Friedrichshain - alle Infos findet ihr auf Interkontinental.org

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36 Minuten
Im Black History Month Februar spricht Laura mit Natasha A. Kelly. Natasha ist Autorin, Kommunikationswissenschaftlerin, politisch aktiv und Expertin für Schwarze Deutsche Geschichte. In dieser Episode erfahrt ihr, warum Intersektionaler Feminismus ohne die Schwarze Frauenbewegung überhaupt nicht denkbar ist. Wir sprechen außerdem über den Stand des Intersektionalen Feminismus heute. Und natürlich blicken wir auf die Geschichte: Wie weit reicht Schwarze deutsche Geschichte zurück? Warum ist es wichtig, von Schwarzer deutscher Geschichte zu sprechen - und nicht einfach von deutscher? Wie prägt die Kolonialzeit bis heute, wie wir auf die Welt, auf Kunst, auf Körper - kurz: alles um uns herum - blicken? Das Stichwort hier lautet: white gaze, analog zum male gaze.

Schwarze Körper in weißer Kunst

In diesem Zusammenhang wird es auch um Natashas Ausstellungsintervention „Wer war Milli?” gehen. Milli ist eine Schwarze Frau und häufiges Motiv auf Werken der sogenannten Brücke-Künstler. “Milli” war aber offenbar gar nicht eine schwarze Frau, sondern mehrere verschiedene. Die Intervention ist bis Sommer 2023 in der Kunsthalle Bremen zu sehen.

Und nicht zuletzt thematisieren wir in dem Gespräch auch die NS-Zeit und die damit einhergehenden Gräueltaten an Schwarzen Menschen. Es gibt hierfür, bzw. für die lange Geschichte von Ausbeutung, Vertreibung und Versklavung, einen eigenen Begriff: Maafa. Doch das Bewusstsein dafür fehlt oft noch. Deswegen fordern Natasha und weitere Vertreter*innen der Schwarzen Community in Deutschland unter anderem ein Holocaust-Denkmal für Schwarze Opfer des Nationalsozialismus.

Links und Hintergründe

Natasha A. Kelly auf Instagram

Natasha A. Kelly bei Twitter

„Wer war Milli?” Eine Intervention von Natasha A. Kelly in der Kunsthalle Bremen, verlängert bis Sommer 2023

Deutschlandfunk Kultur über „Wer war Milli?“

„Schwarz. Deutsch. Weiblich.” - Natashas neues Buch erscheint voraussichtlich im April bei Piper

Bundeszentrale für politische Bildung: Schwarze Menschen im Nationalsozialismus

HSPV NRW: Die Maafa und die Entstehung von Rassentheorien

Deutschlandfunk zum Black History Month

Wikipedia-Artikel über Sojourner Truth

Wikipedia-Artikel über Machbuba

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54 Minuten
Es ist wieder mal die Zeit im Jahr, in der Fitnessstudios Rekordbesuche verzeichnen und zumindest in den ersten Wochen des Jahres ziehen viele von uns durch, was wir als wichtiges Ziel ansehen: Mehr Sport, gesünder ernähren und natürlich: Abnehmen.

Triggerwarnung

Zwischen 22:37 und 32:56 werden Diät-Maßnahmen beschrieben und Kalorienangaben genannt. Wenn ihr eine Essstörung habt oder hattet, überlegt euch bitte gut, ob diese Stellen förderlich für euren Heilungsprozess sind.

Was ist "Diet Culture"?

"Diet Culture" ist ein Glaubenskonstrukt, in dem es eben nicht um Gesundheit geht, sondern einzig und allein ums Dünnsein. Sie durchzieht die ganze Gesellschaft und beeinflusst schon Kinder, die lernen, was "gute" und was "schlechte" Körper sind.

Darüber sprechen wir mit Molly Forbes von der Body Happy Organization. Ihr Ziel: Dass Kinder und Jugendliche glücklich mit ihren Körpern sein können.

Körperbilder bei Rezo und Co.

Körperbilder sind auch das Thema der Psychotherapeutin Julia Tanck: Sie hat sich auf Essstörungen spezialisiert und mit ihr zusammen schauen wir uns ein Video an, das Rezo, der für viele Jugendliche ein großes Vorbild ist, im Sommer 2022 veröffentlicht hat. Es geht um eine "Body Transformation", er wollte in 90 Tagen gesünder und schlanker werden. Ist das positive "Körperfürsorge" oder "Diet Culture"? Und was sagt er zur Kritik der Psychologin? Er hat uns seine Antworten geschickt!

Mit der Professorin für Psychische Gesundheit und Psychotherapie Claudia Luck-Sikorski sprechen wir außerdem darüber, wieso Akzeptanz zentral ist.

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Links und Hintergründe

Hilfe: BZgA – Hilfe bei Essstörungen; Bundesregierung – Hilfs- und Krisentelefone; Antidiskriminierungsstelle des Bundes – Beratung

alle Shownotes findet ihr auf lila-podcast.de

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45 Minuten
Die sog. Stiefkindadoption ist Teil des Abstammungsrechts in Deutschland. Lesbische Paare, die eine Familie gründen und ein Kind bekommen, müssen nach dieser Gesetzeslage den Prozess der Stiefkindadoption durchlaufen, um die rechtlich anerkannte Elternschaft zu erhalten – zumindest die Person, die das Kind nicht selbst ausgetragen hat.

Lassen wir uns das doch noch mal auf der Zunge zergehen: Eine lesbische Mutter, die das Kind nicht selbst geboren hat (was im Übrigen auf die allermeisten Väter auch zutrifft), muss ihr eigenes Kind adoptieren, um vor dem Gesetz zum rechtlichen Elternteil zu werden. Dabei ist es egal, ob beide Frauen verheiratet sind, eine eingetragene Lebenspartnerinnenschaft haben oder einfach so zusammen ein Kind bekommen wollen.

Willkür im Adoptionsverfahren

Eine dieser Mütter ist Jess – sie lebt mit ihrer kleinen Familie in der Nähe von Köln und hat den Prozess der Stiefkindadoption aufgrund extremer Diskriminierungserfahrungen abgebrochen. Das kommt nämlich noch dazu: Wie die Stiefkindadoption genau abläuft und welche Anforderungen an Familien gestellt werden, scheint sehr willkürlich zu sein. Jess berichtet in dieser Folge von ihren ganz persönlichen Erfahrungen.

Zum Vergleich: bei verheirateten, heterosexuellen Paaren wird der Mann automatisch zum Vater des Kindes. Ist das Paar unverheiratet, reicht ein schneller Weg zum Amt und eine einfache Unterschrift um die rechtliche Elternschaft zu erlangen. Neben Jess sind in Deutschland viele Familien und Kinder von der Stiefkindadoption betroffen. Die Initiative „Nodoptio“n setzt sich sich seit Jahren für die Änderung des Abstammungsrechts ein und ist damit bis vors Bundesverfassungsgericht gezogen. Christina Klitzsch-Eulenburg“ hat „Nodoption“ gegründet und erzählt, wie hoch die Chancen auf Erfolg sind.

Links und Hintergründe

Infos zur Stiefkindadoption: https://www.lsvd.de/de/ct/1298-Ratgeber-Stiefkindadoption-bei-lesbischen-Regenbogenfamilien

Initiative Nodoption

Tagesspiegel: “Diskriminierung im Abstammungsrecht: Lesbisches Elternpaar erhebt Verfassungsbeschwerde“

TAZ: “Deutschlands Problem mit Müttern”

Aktionsplan “Queer leben”: https://www.bundesregierung.de/breg-de/suche/aktionsplanqueerleben-2144130

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45 Minuten
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Ein etwas anderer Jahresrückblick

Wir besprechen, was 2022 nicht in unserem Podcast war, aber nicht vergessen werden darf!

Wie es den Frauen in Afghanistan geht und wie man sie unterstützen kann.Wie Amber Heard weltweit durch den Schmutz gezogen wurde.Wie der Ankündigung "Heroin Chic is back" eine entschiedene feministische Antwort folgte.

Links und HintergründeAfghanistan

Lila Podcast: Ein feministischer Blick nach Afghanistan – mit Elke Ferner und Gilda Sahebi

Waslat Hasrat-Nazimi auf Instagram

Arezao Naiby auf Instagram

Security Council Report: Afghanistan: Briefing and Consultations

UN Women: In focus: Women in Afghanistan one year after the Taliban takeover

Foreign Policy: What the Taliban Mean for Queer Afghans

HRW: Afghanistan: Frauen an vorderster Front des Widerstands

Reporter ohne Grenzen: Afghanistan

Amber Heard vs. Johnny Depp

Lesetipp Long Read: What Really Happened at the Amber Heard–Johnny Depp Trial

Guardian: The Amber Heard-Johnny Depp trial was an orgy of misogyny

Teen Vogue: The Johnny Depp Amber Heard Verdict Doesn't Matter After the Internet Made a Spectacle of Abuse

Die kompletten Shownotes findet ihr auf der Folgen-Webseite auf lila-podcast.de

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46 Minuten
Investigative Recherchen von Correctiv und der SZ haben gezeigt: Partnerschaftliche Gewalt im Profifußball ist kein Einzelfall. Wie laufen solche Recherchen ab?

Triggerwarnung: In dieser Folge geht es um partnerschaftliche Gewalt. Hört sie euch nur an, wenn ihr euch dazu bereit fühlt und schaut, dass ihr nicht alleine seid.

Lange haben Gabriela Keller & Maike Backhaus recherchiert, bis sie im Oktober / November ihre Recherche zu partnerschaftlicher Gewalt im Profifußball veröffentlichten. Der Aufschrei blieb aus - einzig der tragische Fall von Kasia Lehnhardt bekam medial Aufmerksamkeit. Die ehemalige Partnerin von Jérôme Boateng nahm sich das Leben nachdem der Fußballer sie mit Gewalt dazu gedrängt haben soll, eine Verschwiegenheitserklärung zu unterzeichnen.

Boateng ist kein Einzelfall

Boateng, der bereits wegen Körperverletzung einer anderen Partnerin verurteilt wurde, ist kein Einzelfall, wie Gabriela und Maike zeigen konnten. Im Profifußball wird enormer Druck auf die Partnerinnen der Spieler ausgeübt und sie werden mit Verschwiegenheitserklärungen mundtot gemacht.

Wie erzählt man Geschichten von Betroffenen, die vertraglich zugesichert haben, nie öffentlich über ihre Beziehungen zu sprechen? Und wie legal sind solche Knebelverträge? Darüber sprechen Gabriela und Maike mit Susanne.

Du bist selbst von häuslicher Gewalt betroffen?

Du bist nicht allein! Hier findest du Hilfe, auch anonym:

Beim Weißen Ring Hilfe vor Ort, das Opfer-Telefon oder Online-Beratung

Beim Hilfe-Telefon Gewalt gegen Frauen: Telefonnummer 08000 116 016

Links und Hintergründe

Gabriela Keller bei Correctiv

Maike Backhaus bei LinkedIn

Wikipedia: Kasia Lehnardt

Geld gegen Schweigen? Der Fall Kasia Lehnardt

Spielerberater im Fußball: Macht, Geld und Gewalt

Machtmissbrauch im Profi-Fußball

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1 Stunde 4 Minuten
Jährlich werden in Deutschland rund 790.000 Kinder auf die Welt gebracht. Hebammen sind dabei vor, während und nach der Geburt für viele schwangere und gebärende Menschen unheimlich wichtig: sie klären auf, unterstützen, versorgen und können im besten Fall Ängste und Sorgen nehmen. Leider sind die Arbeitsbedingungen für viele Hebammen und Entbindungshelfer prekär. Zeitmangel, personeller Notstand und schlechte Bezahlung verursachen eine dauerhaft hohe Belastung, sodass viele Hebammen der Geburtshilfe den Rücken kehren. Einem Berufsfeld das fast ausschließlich von Frauen ausgeführt wird, war ja wieder klar!

Die prekäre Arbeitssituation von Hebammen belastet Frauen dabei doppelt: Als arbeitende Frauen leiden sie unter einem Gesundheitssystem, das ihrem Beruf keinerlei Wertschätzung entgegenzubringen scheint und als Schwangere sind sie ebenfalls die Leidtragenden, denen unter der Geburt oder bei entsprechender Vor- und Nachsorge nicht ausreichend medizinische Versorgung gewährleistet werden kann.

Was macht die Politik?

Laura Lucas und Lena Sindermann nehmen diesen Missstand in der heutigen Episode genauer unter die Lupe. Anlässlich des beinah in Kraft getretenen GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes, das die Arbeitsbedingungen für Hebammen nur noch weiter erschwert hätte, rollen die beiden die Geburtshilfe mal von unten auf und fragen: Was geht im Gesundheitsministerium vor sich, dass die Arbeit von Hebammen weiter in die Ecke gedrängt wird? Wieso ist die Gesetzesänderung schließlich doch nicht umgesetzt werden und wieso bedeutet das für die Geburtshilfe trotzdem keine Verbesserung? Wieso sind Hebammen überhaupt so wichtig und welche Aufgaben übernehmen sie während, bei und nach einer Geburt?

Links und Hintergründe

Kareen Danhauer

Zum Gesetz

DRG-System, Fallpauschalen

Studie: Hebammenmangel

Klasse gegen Klasse

Alle weiteren Quellen auf unserer Website

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