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  3. Brille auf, wir müssen reden! Der JoDDiD-Podcast Podcast

Episoden

1 Stunde 30 Minuten
Wie kann politische Bildung so gestaltet werden, dass sie an unterschiedliche Lebensrealitäten und soziale Räume anschließt? Und wie lässt sich aufsuchende politische Bildung gestalten, ohne Menschen zu belehren, zu stigmatisieren oder ihnen Defizite zuzuschreiben?

In dieser Folge denken Anja Besand, Tina Hölzel-Chokarash und Thomas Gill diese und viele weitere Fragen an, sammeln Ideen und Ansätze und lassen euch dabei mithören.

Warum sollte sich politische Bildung nicht zum Interventionsinstrument machen lassen? Und wie kann sie stattdessen sozialräumlich und communityorientiert gedacht werden? Es geht darum, politische Abwendung und die gesellschaftlichen Prozesse dahinter besser zu verstehen und dabei nicht vorschnell mit Zuschreibungen zu arbeiten.

Im Mittelpunkt steht ein Verständnis von aufsuchender politischer Bildung als gemeinsamem Prozess: Politische Bildung mit Menschen und nicht für sie. Es geht darum, von ihren Erfahrungen und Lebensrealitäten zu lernen, miteinander in Austausch zu treten und gemeinsam Projekte zu entwickeln. Auch die Bedeutung migrantischer Selbstorganisation, Legal Empowerment und soziologischer Erkenntnisse kommen zur Sprache.

Und was passiert, wenn es noch keine organisierten Community-Strukturen gibt? Dann heißt es: genauer hinschauen, Gelegenheiten wahrnehmen und Menschen als mündige politische Subjekte ernst nehmen.

Zum Abschluss geht es um die „Politik der politischen Bildung“ und die Rahmenbedingungen, unter denen politische Bildung heute stattfindet: Warum sollte sie gerade in herausfordernden und konflikthaften Zeiten als Teil sozialer Daseinsfürsorge verstanden werden?

Verlinkungen:

- zum Abendschulstück von Klaus Waldmann: https://tu-dresden.de/gsw/phil/powi/joddid/bildung-beratung/abendschule/kollektion-2/aufsuchende-politische-bildung
17 Minuten
Macht ist kein abstraktes Konzept – sie wird körperlich erlebt.

In der politischen Bildung setzen wir oft auf Fakten und rationale Urteilskraft. Doch Macht- und Klassenverhältnisse wirken tiefer: Sie manifestieren sich im Körper als Scham.

Das Problem: Wenn wir sozioökonomische Benachteiligung rein strukturell erklären, erreichen wir die Menschen oft nicht.

In diesem Interview von der GPJE-Tagung erklärt Nicola Nagy, warum Scham wie eine Blockade für Bildungsprozesse wirkt und warum wir sie nicht übergehen, sondern viel mehr als Ausgangspunkt ernst nehmen sollten.

Nicola Nagy (Universität Wien): https://lehrerinnenbildung.univie.ac.at/arbeitsbereiche/didaktik-der-politischen-bildung/team/nagy-nicola/
2 Stunden 1 Minute
Die Reportage zur ECR- und GPJE-Jahrestagung 2026 in Wien.

Wie in jedem Jahr kam die Gesellschaft für Politikdidaktik und politische Jugend- und Erwachsenenbildung (kurz GPJE) zu ihrer Jahrestagung und der vorgelagerten Early Career Researcher Tagung zusammen. Diesmal traten wir unter dem Tagungsthema "Politische Bildung als Emanzipation" die Reise nach Wien an. 

Selbstverständlich haben wir wieder die Mikrofone einpackt, um euch vielfältige Eindrücke und Gedanken von der Tagung festzuhalten. Wir hoffen, dass wir all denen, die im Feld arbeiten und nicht auf eine Fachtagung fahren können, situativ einen Einblick in die Praxis und Wissenschaft zur politischen Bildung mit ihren aktuellen Fragestellungen und Kontroversen rund um das Thema Emanzipation geben können.

Wir hatten die wunderbare Möglichkeit, mit so vielen Menschen, wenn leider natürlich auch nicht mit allen Teilnehmer*innen, sprechen zu können.

Im Podcast (in chronologischer Reihenfolge) zu hören sind: 

Nicola Nagy (Universität Wien): Emotionen, Klassenverhältnisse und politische Selbst-Bildung als emanzipatorischer Subjektivierungsprozess

Stella Wasenitz (Universität zu Köln): Zwischen Individualisierung und Emanzipation: Finanzbildung in Lehrplänen und die Notwendigkeit einer politisch integrierten Perspektive

May Jehle (JGU Mainz): Verweisungszusammenhänge zwischen Emanzipation und Solidarität angesichts aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen politischer Bildung

Ulrich Brand (Universität Wien): Politische Bildung und Emanzipation. Zum Beitrag der Transformativen Politischen Bildung

Florian Köhler & Sören Torrau (Pädagogische Hochschule Karlsruhe): „Der Mechanismus dahinter ist immer der gleiche“: kritisches Denken, hinter die Machart von Medien schauen. Expertenwissen in Politiklehrkräftefortbildungen als emanzipatorische Praxis

Clara Margull (Universität Potsdam): Ostdeutsche Biografien und Narrative in der politischen im Kontext gesellschaftlichen Wandels 

Sarah Göhmann (LzpB Bremen: Landeskoordination "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“) 

Georg Gläser (Universität zu Köln)

In Teil 1 waren zu hören: 

Zoë Rübbert (Demokratiezentrum Wien)

Melanie Göttfried & Maria Pasaricek (Universität Graz): Das Gedächtnis des Klassenzimmers zwischen Erinnerung(en) und Agency. Lebensgeschichtliches Erzählen im Geschichtsunterricht. 

Petra Kolb (Universität Wien): Radikaldemokratische Bildung in Protestcamps. Eine Form gelebter Emanzipation?

Dietlind Stolle (McGill Universität, Kanada und ehemalige Direktorin des Centre of the Study of Democratic Citizenship CSDC): Attitudinal Democratic Backsliding – Threats to Emancipatory Political Education?

Zoey Voigts (Leibniz Universität Hannover): Die Rolle intuitiver Wertwahrnehmungen in ethisch-politischen Urteilsprozessen

Philipp Bosch & Steve Kenner (Pädagogische Hochschule Weingarten): Wie der Mythos ‚Neutralität‘ emanzipatorische Bildung erschwert – Ergebnisse einer qualitativen Studie

cUdo Dannemann (Freie Universität Berlin): Schule im Spannungsfeld antidemokratischer Entwicklungen und gesellschaftlicher Herausforderungen

Die Interviews wurden geführt von: Tina Hölzel-Chokharash und Nathalie Bock 

______________________________

ERWÄHNUNGEN:

Programm der Konferenz der Early Career Researcher: https://www.demokratiezentrum.org/wp-content/uploads/2026/04/DZ_Programm_GPJE_ECR_2026.pdf

Programm der GPJE-Jahrestagung: https://www.demokratiezentrum.org/wp-content/uploads/2026/02/DZ_Programm_GPJE_2026.pdf 
2 Stunden 16 Minuten
Die Reportage zur ECR und GPJE-Jahrestagung 2026 in Wien

Wie in jedem Jahr kam die Gesellschaft für Politikdidaktik und politische Jugend- und Erwachsenenbildung (kurz GPJE) zu ihrer Jahrestagung und der vorgelagerten Early Career Researcher Tagung zusammen. Diesmal traten wir unter dem Tagungsthema "Politische Bildung als Emanzipation" die Reise nach Wien an. 

Selbstverständlich haben wir wieder die Mikrofone einpackt, um euch vielfältige Eindrücke und Gedanken von der Tagung festzuhalten. Wir hoffen, dass wir all denen, die im Feld arbeiten und nicht auf eine Fachtagung fahren können, situativ einen Einblick in die Praxis und Wissenschaft zur politischen Bildung mit ihren aktuellen Fragestellungen und Kontroversen rund um das Thema Emanzipation geben können.

Wir hatten die wunderbare Möglichkeit, mit so vielen Menschen, wenn leider natürlich auch nicht mit allen Teilnehmer*innen, sprechen zu können. Im Podcast (in chronologischer Reihenfolge) zu hören sind:

Zoë Rübbert (Demokratiezentrum Wien)

Melanie Göttfried & Maria Pasaricek (Universität Graz): Das Gedächtnis des Klassenzimmers zwischen Erinnerung(en) und Agency. Lebensgeschichtliches Erzählen im Geschichtsunterricht. 

Petra Kolb (Universität Wien): Radikaldemokratische Bildung in Protestcamps. Eine Form gelebter Emanzipation?

Dietlind Stolle (McGill Universität, Kanada und ehemalige Direktorin des Centre of the Study of Democratic Citizenship CSDC): Attitudinal Democratic Backsliding – Threats to Emancipatory Political Education?

Zoey Voigts (Leibniz Universität Hannover): Die Rolle intuitiver Wertwahrnehmungen in ethisch-politischen Urteilsprozessen

Philipp Bosch & Steve Kenner (Pädagogische Hochschule Weingarten): Wie der Mythos ‚Neutralität‘ emanzipatorische Bildung erschwert – Ergebnisse einer qualitativen Studie

Udo Dannemann (Freie Universität Berlin): Schule im Spannungsfeld antidemokratischer Entwicklungen und gesellschaftlicher Herausforderungen

[in Teil 2:

Nicola Nagy (Universität Wien): Emotionen, Klassenverhältnisse und politische Selbst-Bildung als emanzipatorischer Subjektivierungsprozess

Stella Wasenitz (Universität zu Köln): Zwischen Individualisierung und Emanzipation: Finanzbildung in Lehrplänen und die Notwendigkeit einer politisch integrierten Perspektive

May Jehle (JGU Mainz): Verweisungszusammenhänge zwischen Emanzipation und Solidarität angesichts aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen politischer Bildung

Ulrich Brand (Universität Wien): Politische Bildung und Emanzipation. Zum Beitrag der Transformativen Politischen Bildung

Florian Köhler & Sören Torrau (Pädagogische Hochschule Karlsruhe): „Der Mechanismus dahinter ist immer der gleiche“: kritisches Denken, hinter die Machart von Medien schauen. Expertenwissen in Politiklehrkräftefortbildungen als emanzipatorische Praxis

Clara Margull (Universität Potsdam): Ostdeutsche Biografien und Narrative in der politischen im Kontext gesellschaftlichen Wandels 

Sarah Göhmann (LzpB Bremen: Landeskoordination "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“) 

Georg Gläser (Universität zu Köln)]

Die Interviews wurden geführt von: Tina Hölzel-Chokharash und Nathalie Bock 

ERWÄHNUNGEN:

Programm der Konferenz der Early Career Researcher: https://www.demokratiezentrum.org/wp-content/uploads/2026/04/DZ_Programm_GPJE_ECR_2026.pdf

Programm der GPJE-Jahrestagung: https://www.demokratiezentrum.org/wp-content/uploads/2026/02/DZ_Programm_GPJE_2026.pdf 

Sparkling Science Projekt: https://gewi.uni-graz.at/de/unsere-forschung/drittmittelprojekte/drittmittelprojekte-2024/das-gedaechtnis-des-klassenzimmers.-multidirektionales-erinnern-in-grazer-schulen/
1 Stunde 41 Minuten
Politische Bildung anhand aktueller Bezüge: Gisèle Pelicot und die Epstein Files

Contentwarnung: Diese Folge thematisiert sexualisierte Gewalt, Pädokriminalität und systematischen sexuellen Missbrauch. Bei manchen Menschen können diese Themen negative Reaktionen auslösen. Bitte sei achtsam, wenn das bei dir der Fall ist und höre diese Folge vielleicht nicht allein. Hilfetelefon für Gewalt gegen Frauen: 116 016

Willkommen zu einer neuen JoDDiD-Podcastfolge und zu einem ganz neuen Format! Wir haben eure Rückmeldungen und Wünsche ernst genommen und erweitern unsere Facetten. Viele politische Bildner:innen sind in letzter Zeit mit Fragen zum aktuellen gesellschaftspolitischen Zeitgeschehen auf uns zugekommen. Diesem Anspruch nach Aktualität und Kurzweiligkeit wollen wir stärker nachkommen. Klar ist: Auch wir haben nicht immer direkt nach einem Ereignis schon Antworten. Aber wir haben oft viele Fragen und Gedanken, die euch vielleicht anregen können. Daher werden wir zukünftig in recht spontanen internen Runden zusammenfinden und uns gemeinsam über Aktuelles austauschen. Wir lassen euch mithören und wagen uns heraus, um euch in herausfordernden Zeiten schneller Impulse auf drängende Fragen zu liefern und auch einmal einen ungeschliffenen Einblick in unser politikdidaktisches Denken zu geben.

In dieser Folge thematisieren wir zwei sehr aktuelle Beispiele aus der aktuellen Medienberichterstattung zu se*xualisierter Gewalt: die Epstein Files und den Fall Gisèle Pelicot.

Wie kann politische Bildung eigentlich mit solchen Fällen umgehen? Welche politikdidaktischen Fragen kommen auf? Was müssen wir beachten? Welche didaktischen Grundprinzipien werden herausgefordert? Was ist besonders in der Thematisierung und wie können wir in der politischen Bildung lernen mit so aktuellen Fällen umzugehen und welche Fallstricke gilt es mit zu denken?

In dieser internen Podcastfolge sind Tina Hölzel-Chokarash, Nathalie Bock, Elisa Moser, Corinna Drexler und Prof.in Anja Besand zu hören.

Erwähnungen, Empfehlungen und Hilfsangebote:

Podcasts:

Lage der Nation: #466 Epstein-Files: Wieso kaum ermittelt wird – trotz Hunderter Opfer https://open.spotify.com/episode/6X42b11lb3mOFwkBmIydYh?si=70ff1044761c454f

The Daily. The New York Times: ‚The Interview‘: The Woman at the Center of the French Rape Trial That Shocked the World https://open.spotify.com/episode/5xbhXLehQKNpQAX9hGa50J?si=2c063320d3254406))

Spiegel-Podcast zum Gerichtsprozess von Pelicot: https://www.spiegel.de/ausland/avignon-der-prozess-gisele-pelicot-die-vergewaltigungsvideos-podcast-folge-6-a-54e9afe8-01b8-4cff-9d97-d984a91aacd1

Ok, America. Die Zeit: Das System Epstein https://open.spotify.com/episode/3Lg9etX6augzilVhlAOVCK?si=0380cf170db04ce6

Gilda con Arne: #22: Epstein-Files https://open.spotify.com/episode/062dRGFqD38i21T3uABAAb?si=0174504984844a0b

Erwähnte Bücher:

Gisèle Pelicot (2026): Eine Hymne an das Leben. Die Scham muss die Seiten wechseln. Piper Verlag.

Manon Garcia (2025): Mit Männern leben. Überlegungen zum Pelicot-Prozess. Suhrkampf Verlag.

Suzie Miller (2024): Prima Facie. Kjona Verlag.

Hilfsangebote:

Hilfe bei Gewalt gegen Frauen: https://www.hilfetelefon.de

Hilfe bei se*xualisierter Missbrauch: https://www.hilfe-portal-missbrauch.de/startseite

Lokales Angbot in Sachsen bei Hilfsbedarf: https://www.frauen-gegen-gewalt.de/de/organisation/sowieso-kultur-beratung-bildung.html
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Über diesen Podcast

Die JoDDiD setzt an der Kommunikation zwischen politisch bildnerischer Wissenschaft und Praxis an. Die Mitarbeiter:innen aus dem JoDDiD-Team setzen in diesem Podcastformat die politikdidaktische Brille auf und stellen Fragen an Expert:innen. Wir möchten einen Transfer leisten, der sowohl Wissenschaft als auch Praxis einbezieht. Das heißt, in diesem Format sollen Studien und Konzepte bzw. Theorien vorgestellt werden, aber auch spannende Praxisberichte bzw. Fallbesprechungen können zu Wort kommen. Im JoDDiD-Podcast wird nicht nur präsentiert, sondern vor allem auch gemeinsam diskutiert und (weiter-)gedacht! Es werden Erkenntnisse, Aufträge und Fragen an das Feld der politischen Jugend-und Erwachsenenbildung in Sachsen formuliert. Aber hört selbst. (Dieses Podcastprojekt der Technischen Universität Dresden wird finanziert durch Mittel des sächsischen Staatsministeriums der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung)

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