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Carls Café Archiv
313 Episoden
47 Minuten
Diese Woche in der Zukunft:
Im normalen Leben betreibt er mit seinem Bruder ein Dentallabor und macht Kronen und Brücken. Gelernt hat er Automechaniker. Seine Leidenschaft gilt dem Fragen stellen. So kam Axel Kaiser dazu, Tabletten für die Zahnpflege herzustellen, Denttabs. Axel sagt: In zehn Jahren wird es keine Zahnpasta mehr geben. Und wer jetzt Angst vor Karies und Faktur bekommt, der sei beruhigt. Axel sagt: Das ist gut so, denn nahezu alles, was wir über das Zähneputzen zu wissen glauben, ist schlicht falsch.
Die Frage, mit der die Reise zu den Denttabs begann, war: Warum ist eigentlich Wasser in der Zahnpasta? Zumal wir wegen des Wassers in der Paste eine ganze Reihe anderer Stoffe brauchen, von denen wir nicht wollen, dass sie sich über die Jahre im Körper ansammeln. Das führte zu den ersten Denttabs. Die Tablette war also zuerst da. Aus den Erfahrungen der Nutzer hat Axel dann gelernt, dass wir mit dem meisten, was wir über Zahnpflege wissen, falsch liegen. Anders gesagt: Was das eigentliche Potenzial der Tabletten ist. Bei DM wurden sie gelistet, weil die Verpackung kompostierbar ist. Egal, Hauptsache, es geht voran.
Das Richtige tun. Um diesen Begriff kreist das Gespräch zwischen Michael und Axel. Ob das Projekt mit den Denttabs sich durchsetzt, ist noch offen. Ob es richtig ist, daran hat Axel keinen Zweifel. Er sagt: Jede:r von uns es in der Hand, selbst loszugehen und Fragen zu stellen. Dinge genau verstehen zu wollen. Und dann seine Schlüsse draus zu ziehen. Warum aber tun wir das oft nicht? Warum kommt niemand anderes in der Zahn-Branche auf die Idee, das WIssen über Zähneputzen zu hinterfragen und neue Lösungen zu entwickeln? Es ist doch nicht so, als wären alle in der Branche inkompetent. Im Gegenteil.
Das ist der unternehmerische Erfolg: Nach vielen Jahren hört dir einer zu. Wenn ich ein gutes Produkt habe und ich das Leuten erklären kann, dann wird sich auch der wirtschaftliche Erfolg einstellen. Nicht immer. Aber so herum muss es sein. Auch wenn es fast 20 Jahre dauert, bis dieser Erfolg sich einstellt, wie bei Axel. Woher nimmt er seine Ausdauer? Aus seiner Arbeit. Axel betont: Wenn das, was ich an Arbeit mache, nicht Teil meines Lebens ist und ich keine tiefe innere Beziehung dazu habe, dann mache ich das nicht. Deshalb brauche ich auch keine Work-Life-Balance.
Zu Gast in dieser Woche: Axel Kaiser, Gründer von Denttabs, mit Leidenschaft im Vorstand von BNW - Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft
Im normalen Leben betreibt er mit seinem Bruder ein Dentallabor und macht Kronen und Brücken. Gelernt hat er Automechaniker. Seine Leidenschaft gilt dem Fragen stellen. So kam Axel Kaiser dazu, Tabletten für die Zahnpflege herzustellen, Denttabs. Axel sagt: In zehn Jahren wird es keine Zahnpasta mehr geben. Und wer jetzt Angst vor Karies und Faktur bekommt, der sei beruhigt. Axel sagt: Das ist gut so, denn nahezu alles, was wir über das Zähneputzen zu wissen glauben, ist schlicht falsch.
Die Frage, mit der die Reise zu den Denttabs begann, war: Warum ist eigentlich Wasser in der Zahnpasta? Zumal wir wegen des Wassers in der Paste eine ganze Reihe anderer Stoffe brauchen, von denen wir nicht wollen, dass sie sich über die Jahre im Körper ansammeln. Das führte zu den ersten Denttabs. Die Tablette war also zuerst da. Aus den Erfahrungen der Nutzer hat Axel dann gelernt, dass wir mit dem meisten, was wir über Zahnpflege wissen, falsch liegen. Anders gesagt: Was das eigentliche Potenzial der Tabletten ist. Bei DM wurden sie gelistet, weil die Verpackung kompostierbar ist. Egal, Hauptsache, es geht voran.
Das Richtige tun. Um diesen Begriff kreist das Gespräch zwischen Michael und Axel. Ob das Projekt mit den Denttabs sich durchsetzt, ist noch offen. Ob es richtig ist, daran hat Axel keinen Zweifel. Er sagt: Jede:r von uns es in der Hand, selbst loszugehen und Fragen zu stellen. Dinge genau verstehen zu wollen. Und dann seine Schlüsse draus zu ziehen. Warum aber tun wir das oft nicht? Warum kommt niemand anderes in der Zahn-Branche auf die Idee, das WIssen über Zähneputzen zu hinterfragen und neue Lösungen zu entwickeln? Es ist doch nicht so, als wären alle in der Branche inkompetent. Im Gegenteil.
Das ist der unternehmerische Erfolg: Nach vielen Jahren hört dir einer zu. Wenn ich ein gutes Produkt habe und ich das Leuten erklären kann, dann wird sich auch der wirtschaftliche Erfolg einstellen. Nicht immer. Aber so herum muss es sein. Auch wenn es fast 20 Jahre dauert, bis dieser Erfolg sich einstellt, wie bei Axel. Woher nimmt er seine Ausdauer? Aus seiner Arbeit. Axel betont: Wenn das, was ich an Arbeit mache, nicht Teil meines Lebens ist und ich keine tiefe innere Beziehung dazu habe, dann mache ich das nicht. Deshalb brauche ich auch keine Work-Life-Balance.
Zu Gast in dieser Woche: Axel Kaiser, Gründer von Denttabs, mit Leidenschaft im Vorstand von BNW - Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft
40 Minuten
Diese Woche in der Zukunft:
Sprechen wir über Führung. Irgendwer muss doch schließlich dafür sorgen, dass Unternehmen, Organisationen, Teams sich entwickeln – kurzum: Ein Stück Zukunft schaffen. Schauen wir also auf die Führungskraft. Was braucht sie, um gestalten zu können? Was, um Transformation auszulösen? Ralf Lanwehr ist Wirtschaftspsychologe (und vieles andere mehr). Er forscht zu Führung, um mehr zu haben als nur ein Bauchgefühl aus dem Bahnhofsbuchhandel. Im Podcast erzählt Ralf, was wir zu Führung wissen können, wie wir Unfug von Evidenz unterscheiden und ob wir Charisma lernen können.
Ralf sagt: Unterschiedliche Führungsstile sind nicht an sich besser oder schlechter. Es kommt auf den Kontext an. In einer akuten Krise kann ein autoritärer Führungsstil sehr wirkungsvoll sein, den dann auf Dauer niemand ertragen wollen würde. Ralf arbeitet viel mit Fußballvereinen; man schaue sich nur einmal an, welche Trainer kurzfristig vor dem Abstieg retten und welche nachhaltigen Erfolg aufbauen können.
Was zum Beispiel wenig über den Erfolg von Führungskräften sagt: Selbstsicherheit. Ralf coacht sehr erfolgreiche Führungskräfte, deren emotionale Instabilität eine Quelle sehr sensibler Wahrnehmung ist.
Ralf hat in Studien empirisch zeigen können, wie sich Charisma-Training positiv auswirken kann. Eine gute Nachricht: Wenn wir schon Aussehen und Stimme nur wenig beeinflussen können, die sich aber enorm auf die Charismatik auswirken, so können wir charismatisches Verhalten doch lernen. Es gibt Hoffnung.
Regelrecht ärgerlich wird Ralf, wenn es an schlechte Informationen und lausige Bücher geht. Viel von dem, was in Bestsellerlisten steht, hat vielleicht für den einzelnen Autor funktioniert. Aber gilt das auch für andere? Hier sind seine drei wichtigsten Empfehlungen für substanzielle Literatur über Führung. Wer also im Sommer noch nichts weiter vorhat:
1. Amy C. Edmondson – Die angstfreie Organisation: Wie Sie psychologische Sicherheit am Arbeitsplatz für mehr Entwicklung, Lernen und Innovation schaffen
2. Asam Grant – Think Again: The Power of Knowing What You Don't Know
3. Chip Heath, Dan Heath – Switch: How to change things when change is hard
Wir leben mittlerweile in einer Welt, in der die Menschen alles hinterfragen und das ist auch gut so. Aber verändern sich eigentlich die Mechaniken von Führung oder bleiben sie gleich und wir müssen sie lediglich neu justieren? Ralf beantwortet diese Frage aus dem Bauch heraus: Compliance und zumindest eine gewisse Produktivität werden ja nicht unwichtig. Gleichzeitig wird aber die Flexibilität immer wichtiger, um die steigende Zahl von Konflikten aufnehmen zu können. Wir brauchen mehr Kreativitätsrollen in unserer heutigen Führung und mehr Mut zur Umsetzung.
Die Welt ist eine andere, in der keiner mehr den Checker – kann alles und alle andern können nichts – und seinem Kollegen Teflon Billy, an dem jede Kritik abperlt, braucht. In dieser Welt will keiner mehr arbeiten, weil sie mit Sicherheit nicht innovativ ist. Wir brauchen Führung, die offen zu ihren Fehlern steht und Verletzlichkeit zeigt. Mehr Menschlichkeit ist auch in der Führung und der Transformation gefragt.
Zu Gast in dieser Woche: Ralf Lanwehr, Psychologe, Data Scientist, Professor für Management an der FH Südwestfalen und seit über 20 Jahren als Berater tätig.
Sprechen wir über Führung. Irgendwer muss doch schließlich dafür sorgen, dass Unternehmen, Organisationen, Teams sich entwickeln – kurzum: Ein Stück Zukunft schaffen. Schauen wir also auf die Führungskraft. Was braucht sie, um gestalten zu können? Was, um Transformation auszulösen? Ralf Lanwehr ist Wirtschaftspsychologe (und vieles andere mehr). Er forscht zu Führung, um mehr zu haben als nur ein Bauchgefühl aus dem Bahnhofsbuchhandel. Im Podcast erzählt Ralf, was wir zu Führung wissen können, wie wir Unfug von Evidenz unterscheiden und ob wir Charisma lernen können.
Ralf sagt: Unterschiedliche Führungsstile sind nicht an sich besser oder schlechter. Es kommt auf den Kontext an. In einer akuten Krise kann ein autoritärer Führungsstil sehr wirkungsvoll sein, den dann auf Dauer niemand ertragen wollen würde. Ralf arbeitet viel mit Fußballvereinen; man schaue sich nur einmal an, welche Trainer kurzfristig vor dem Abstieg retten und welche nachhaltigen Erfolg aufbauen können.
Was zum Beispiel wenig über den Erfolg von Führungskräften sagt: Selbstsicherheit. Ralf coacht sehr erfolgreiche Führungskräfte, deren emotionale Instabilität eine Quelle sehr sensibler Wahrnehmung ist.
Ralf hat in Studien empirisch zeigen können, wie sich Charisma-Training positiv auswirken kann. Eine gute Nachricht: Wenn wir schon Aussehen und Stimme nur wenig beeinflussen können, die sich aber enorm auf die Charismatik auswirken, so können wir charismatisches Verhalten doch lernen. Es gibt Hoffnung.
Regelrecht ärgerlich wird Ralf, wenn es an schlechte Informationen und lausige Bücher geht. Viel von dem, was in Bestsellerlisten steht, hat vielleicht für den einzelnen Autor funktioniert. Aber gilt das auch für andere? Hier sind seine drei wichtigsten Empfehlungen für substanzielle Literatur über Führung. Wer also im Sommer noch nichts weiter vorhat:
1. Amy C. Edmondson – Die angstfreie Organisation: Wie Sie psychologische Sicherheit am Arbeitsplatz für mehr Entwicklung, Lernen und Innovation schaffen
2. Asam Grant – Think Again: The Power of Knowing What You Don't Know
3. Chip Heath, Dan Heath – Switch: How to change things when change is hard
Wir leben mittlerweile in einer Welt, in der die Menschen alles hinterfragen und das ist auch gut so. Aber verändern sich eigentlich die Mechaniken von Führung oder bleiben sie gleich und wir müssen sie lediglich neu justieren? Ralf beantwortet diese Frage aus dem Bauch heraus: Compliance und zumindest eine gewisse Produktivität werden ja nicht unwichtig. Gleichzeitig wird aber die Flexibilität immer wichtiger, um die steigende Zahl von Konflikten aufnehmen zu können. Wir brauchen mehr Kreativitätsrollen in unserer heutigen Führung und mehr Mut zur Umsetzung.
Die Welt ist eine andere, in der keiner mehr den Checker – kann alles und alle andern können nichts – und seinem Kollegen Teflon Billy, an dem jede Kritik abperlt, braucht. In dieser Welt will keiner mehr arbeiten, weil sie mit Sicherheit nicht innovativ ist. Wir brauchen Führung, die offen zu ihren Fehlern steht und Verletzlichkeit zeigt. Mehr Menschlichkeit ist auch in der Führung und der Transformation gefragt.
Zu Gast in dieser Woche: Ralf Lanwehr, Psychologe, Data Scientist, Professor für Management an der FH Südwestfalen und seit über 20 Jahren als Berater tätig.
39 Minuten
Diese Woche in der Zukunft:
In dieser Folge könnten wir wunderbar über Schuhe reden, immerhin hat Anna Yona gemeinsam mit ihrem Mann „Wildling Shoes“ gegründet und sehr schnell sehr erfolgreich gemacht. Machen wir aber nicht. Wir sprechen über Größeres. Anna nennt es „Re:generation“ und sagt: Nachhaltigkeit ist nicht mehr genug, die Zeit des Bewahrens ist vorbei. Jetzt geht es darum, einen positiven Beitrag zu leisten, gerade als Unternehmen.
Wer nur den Schaden minimieren will, den die eigene Produktion, die Logistik, die Energieversorgung anrichten, wird am Ende genau das: Schaden anrichten. Vielleicht weniger, aber Schaden eben doch. Darum kann es auch nicht ausreichen, mit noch so hübschen Zertifikaten zu belegen, welchen Emissionsstandards irgendein Zulieferer am anderen Ende der Welt folgt. Das ist gut, aber eben nicht so gut, wie es sein könnte. Anna will tiefer bohren: Wie können wir mit unserem Unternehmen einen echten Beitrag dazu leisten, die Welt ein Stück besser zu machen, ökonomisch, ökologisch und sozial?
Diese Frage haben alle Teams bei Wildling auf der Agenda: Können wir diese Farbe positiv beziehen – oder bieten wir sie gar nicht erst an? Bei HR liegen die Themen nahe, aber was heißt Impact für die Buchhaltung? Es gibt keine Grenze der Verantwortung, es gibt keine offenen Fragen über Partner, es gibt nur ein transparentes Glashaus in dem alle, jede noch so kleine Rolle im Prozess, gemeinsam sitzen.
Insgesamt sieht Anna sich mit ihrer Suche nach dem positiven Beitrag als Teil einer globalen Bewegung. Das Ziel, so stellt sie lapidar fest, kann gar nicht radikal sein: Eine menschenfreundliche Welt. Der Weg dahin könnte wahrscheinlich gar nicht radikaler sein. Aber was wäre die Alternative?
Andererseits: Wer einfach nur Schuhe kaufen will, bekommt sie auch.
Zu Gast in dieser Woche:
Anna Yona, Gründerin und CEO von wildling shoes
In dieser Folge könnten wir wunderbar über Schuhe reden, immerhin hat Anna Yona gemeinsam mit ihrem Mann „Wildling Shoes“ gegründet und sehr schnell sehr erfolgreich gemacht. Machen wir aber nicht. Wir sprechen über Größeres. Anna nennt es „Re:generation“ und sagt: Nachhaltigkeit ist nicht mehr genug, die Zeit des Bewahrens ist vorbei. Jetzt geht es darum, einen positiven Beitrag zu leisten, gerade als Unternehmen.
Wer nur den Schaden minimieren will, den die eigene Produktion, die Logistik, die Energieversorgung anrichten, wird am Ende genau das: Schaden anrichten. Vielleicht weniger, aber Schaden eben doch. Darum kann es auch nicht ausreichen, mit noch so hübschen Zertifikaten zu belegen, welchen Emissionsstandards irgendein Zulieferer am anderen Ende der Welt folgt. Das ist gut, aber eben nicht so gut, wie es sein könnte. Anna will tiefer bohren: Wie können wir mit unserem Unternehmen einen echten Beitrag dazu leisten, die Welt ein Stück besser zu machen, ökonomisch, ökologisch und sozial?
Diese Frage haben alle Teams bei Wildling auf der Agenda: Können wir diese Farbe positiv beziehen – oder bieten wir sie gar nicht erst an? Bei HR liegen die Themen nahe, aber was heißt Impact für die Buchhaltung? Es gibt keine Grenze der Verantwortung, es gibt keine offenen Fragen über Partner, es gibt nur ein transparentes Glashaus in dem alle, jede noch so kleine Rolle im Prozess, gemeinsam sitzen.
Insgesamt sieht Anna sich mit ihrer Suche nach dem positiven Beitrag als Teil einer globalen Bewegung. Das Ziel, so stellt sie lapidar fest, kann gar nicht radikal sein: Eine menschenfreundliche Welt. Der Weg dahin könnte wahrscheinlich gar nicht radikaler sein. Aber was wäre die Alternative?
Andererseits: Wer einfach nur Schuhe kaufen will, bekommt sie auch.
Zu Gast in dieser Woche:
Anna Yona, Gründerin und CEO von wildling shoes
41 Minuten
Diese Woche in der Zukunft:
Spoiler: Keine Party zur 100sten Folge. Uns ist nicht nach butschi-butschi-alles-rosa-Talk mit einem noch so originellen KI-Blockchain-Quanten-Enthusiasten. Der russische Krieg in der Ukraine sitzt in Gestalt einer Flüchtlingsfamilie auf dem Sofa. Und zugleich hat die russische Aggression eine ganze Reihe vermeintlich sicherer Grundlagen unserer gedanklichen Weltordnung abgeräumt, beginnend mit der Kraft des Völkerrechts und der Geltung längst geschlossener Verträge.
Zur Jubiläumsfolge ein Gespräch mit einem der Lieblingsgäste aus den ersten hundert Folgen: Thomas Klindt, Jurist und Rechtsanwalt. Michael und Tom diskutieren, ob das Völkerrecht nur ein Recht für sonnige Tage ist. Haben wir uns einlullen lassen von der Vorstellung, einen stabilen Rahmen etabliert zu haben, obwohl die russische Regierung schon lange und sehr sichtbar krass dagegen verstößt? Georgien, Tschetschenien, die Krim waren alle schon da.
Was aber sollen wir denn sonst tun, wenn nicht Verträge unterschreiben? Eine nochmalige reine vertragliche Zusicherung wird die Ukraine nicht brauchen. Alles nötige war in der NATO-Russland-Akte von 1997 schon festgehalten. Wir haben es allerdings mit einem Gegenüber zu tun, der uns wie Feinde behandelt.
Eine weitere Gewissheit entpuppt sich als Frage. Gilt das Völkerrecht als Grundlage friedlicher Zusammenarbeit global? Oder haben wir es vielmehr mit partikularen Interessen zu tun? Haben wir uns überhoben mit dem Anspruch darauf, dass diese Art zu Leben und zu Regieren die Allseligmachende ist? Auch wenn wir das für uns glauben, bleibt es doch unsere Perspektive. Sind die Menschenrechte, so unverhandelbar sie für uns sind, möglicherweise gar nicht weltweit in die kulturelle Genetik der Völker eingegangen. Auch wenn wir die Menschenrechte nur universell denken können, müssen wir hinnehmen, dass das Konzept der Menschenrechte nicht so universell anerkannt ist. Andere wollen anderes - hart, aber hinzunehmen.
Eine Folge der großen Fragen. Gemeinsames Nachdenken von Tom Klindt und Michael Carl.
Zu Gast in dieser Woche: Dr. Thomas Klindt, Jurist und Rechtsanwalt, Partner bei Noerr, Professor an der Universität Bayreuth
Spoiler: Keine Party zur 100sten Folge. Uns ist nicht nach butschi-butschi-alles-rosa-Talk mit einem noch so originellen KI-Blockchain-Quanten-Enthusiasten. Der russische Krieg in der Ukraine sitzt in Gestalt einer Flüchtlingsfamilie auf dem Sofa. Und zugleich hat die russische Aggression eine ganze Reihe vermeintlich sicherer Grundlagen unserer gedanklichen Weltordnung abgeräumt, beginnend mit der Kraft des Völkerrechts und der Geltung längst geschlossener Verträge.
Zur Jubiläumsfolge ein Gespräch mit einem der Lieblingsgäste aus den ersten hundert Folgen: Thomas Klindt, Jurist und Rechtsanwalt. Michael und Tom diskutieren, ob das Völkerrecht nur ein Recht für sonnige Tage ist. Haben wir uns einlullen lassen von der Vorstellung, einen stabilen Rahmen etabliert zu haben, obwohl die russische Regierung schon lange und sehr sichtbar krass dagegen verstößt? Georgien, Tschetschenien, die Krim waren alle schon da.
Was aber sollen wir denn sonst tun, wenn nicht Verträge unterschreiben? Eine nochmalige reine vertragliche Zusicherung wird die Ukraine nicht brauchen. Alles nötige war in der NATO-Russland-Akte von 1997 schon festgehalten. Wir haben es allerdings mit einem Gegenüber zu tun, der uns wie Feinde behandelt.
Eine weitere Gewissheit entpuppt sich als Frage. Gilt das Völkerrecht als Grundlage friedlicher Zusammenarbeit global? Oder haben wir es vielmehr mit partikularen Interessen zu tun? Haben wir uns überhoben mit dem Anspruch darauf, dass diese Art zu Leben und zu Regieren die Allseligmachende ist? Auch wenn wir das für uns glauben, bleibt es doch unsere Perspektive. Sind die Menschenrechte, so unverhandelbar sie für uns sind, möglicherweise gar nicht weltweit in die kulturelle Genetik der Völker eingegangen. Auch wenn wir die Menschenrechte nur universell denken können, müssen wir hinnehmen, dass das Konzept der Menschenrechte nicht so universell anerkannt ist. Andere wollen anderes - hart, aber hinzunehmen.
Eine Folge der großen Fragen. Gemeinsames Nachdenken von Tom Klindt und Michael Carl.
Zu Gast in dieser Woche: Dr. Thomas Klindt, Jurist und Rechtsanwalt, Partner bei Noerr, Professor an der Universität Bayreuth
33 Minuten
Die carls zukunft Akademie Nachhaltigkeit. Dein Crashkurs zum Thema in acht Folgen Podcast. Rund um Nachhaltigkeit und die Erkenntnis, dass Nachhaltigkeit der Schlüssel zu erfolgreichem unternehmerischem Handeln in der Zukunft ist.
Glückwunsch, wenn Du bis hierher schon die ersten sieben Folgen gehört hast. Heute runden wir die Akademie einer Folge rund um die Stadt der Zukunft ab. Wie können wir sie nachhaltig planen, errichten und wieder abbauen? Wie wir in Zukunft unseren eigenen Wohn- und Lebensraum einfach von einer Stadt in die andere mitnehmen werden, das habe ich mit Florian Michaelis besprochen. Folge acht der Akademie Nachhaltigkeit.
Zu Gast in dieser Woche:
Florian Michaelis, Gründer und CEO von Urban Beta
Glückwunsch, wenn Du bis hierher schon die ersten sieben Folgen gehört hast. Heute runden wir die Akademie einer Folge rund um die Stadt der Zukunft ab. Wie können wir sie nachhaltig planen, errichten und wieder abbauen? Wie wir in Zukunft unseren eigenen Wohn- und Lebensraum einfach von einer Stadt in die andere mitnehmen werden, das habe ich mit Florian Michaelis besprochen. Folge acht der Akademie Nachhaltigkeit.
Zu Gast in dieser Woche:
Florian Michaelis, Gründer und CEO von Urban Beta
29 Minuten
Die carls zukunft Akademie Nachhaltigkeit. Dein Crashkurs zum Thema in acht Folgen Podcast. Rund um Nachhaltigkeit und die Erkenntnis, dass Nachhaltigkeit der Schlüssel zu erfolgreichem unternehmerischem Handeln in der Zukunft ist.
In den ersten sechs Folgen hast du schon gelernt, wie Nachhaltigkeit Ziele, Wettbewerb, Finanzen und Prozesse prägt und welche Leidenschaft sie freisetzen kann. Folge sieben nimmt die Menschen im Unternehmen in den Blick. Martin Wittau von der Bundesvereinigung Nachhaltigkeit zeigt in dieser Folge, wie ein konsequent auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes Unternehmen sich auch im Battle um Fachkräfte, Nachwuchskräfte, Arbeitskräfte leichter tut.
Zu Gast in dieser Woche: Martin Wittau, Bundesvereinigung Nachhaltigkeit e.V., Twitter: @MartinWittau und @BVNGberlin
In den ersten sechs Folgen hast du schon gelernt, wie Nachhaltigkeit Ziele, Wettbewerb, Finanzen und Prozesse prägt und welche Leidenschaft sie freisetzen kann. Folge sieben nimmt die Menschen im Unternehmen in den Blick. Martin Wittau von der Bundesvereinigung Nachhaltigkeit zeigt in dieser Folge, wie ein konsequent auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes Unternehmen sich auch im Battle um Fachkräfte, Nachwuchskräfte, Arbeitskräfte leichter tut.
Zu Gast in dieser Woche: Martin Wittau, Bundesvereinigung Nachhaltigkeit e.V., Twitter: @MartinWittau und @BVNGberlin
37 Minuten
Wir haben die Zeit nicht mehr, noch mehr Fehler zu machen. Jetzt ist die Zeit, im Bau konsequent auf Nachhaltigkeit zu setzen. Wenn wir Themen wie die Klimakrise, die Materialknappheit, den Lebenswert unserer Städte überhaupt in den Griff bekommen wollen, müssen wir an den Bau ran. Das Wissen und die Materialien dafür sind alle da. Was fehlt, ist das Wollen, die Verantwortung, die Vernetzung. Christine Lemaitre, Vorstand der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen, sagt: Wir brauchen neue Allianzen am Bau.
Nachhaltiges Bauen fängt mit vielen Fragen an: Für wen baue ich? Wieviel? Warum baue ich? Warum hier? Wie ist der Kontext? Planung und Konzeption sind die weit größeren Hebel als nur der Austausch von Materialien von Beton zu Holz. Daran arbeiten sich heute alle ab, sagt Christine, ist ja auch so schön sichtbar. Aber wir müssen zu einer ganzheitlichen Planung hinkommen. Das Problem: Bauen ist sehr intransparent. Darum hat die DGNB Kriterien für nachhaltiges Bauen entwickelt, um den Grad der Nachhaltigkeit messbar und sichtbar zu machen.
Zentral ist der Gedanke der Suffizienz. Über Jahre haben wir nach dem Motto „Viel hilft viel“ gebaut. Kipp noch eine Lage Beton drauf, soll ja halten. Dieses Denken müssen wir umdrehen, nur noch das Material einsetzen, das wir wirklich für den Zweck brauchen.
Christines Perspektive: Was wir in Zukunft nicht mehr sehen werden, ist dieses 08/15. One size fits all, VerMcDonalisierte Archtitektur. Wir können keine Quartiere hochbetonieren, keine Glastürme in die Wüste setzen. Wir müssen ausdifferenzieren - und wir müssen reden. Nachhaltigkeit beginnt dort, wo alle Beteiligten weit vor Baubeginn zusammenkommen und gemeinsam überlegen, was jede:r tun kann. Und „alle Beteiligten“ schließt alle ein. Nicht nur alle Planer und Ausführer, sondern auch die Betreiber, die Landschaftsarchitekten, die Rückbauunternehmer und Entsorger. Wir brauchen andere Allianzen für die Nachhaltigkeit.
Zu Gast in dieser Woche: Dr. Christine Lemaitre, Vorstand der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen
Nachhaltiges Bauen fängt mit vielen Fragen an: Für wen baue ich? Wieviel? Warum baue ich? Warum hier? Wie ist der Kontext? Planung und Konzeption sind die weit größeren Hebel als nur der Austausch von Materialien von Beton zu Holz. Daran arbeiten sich heute alle ab, sagt Christine, ist ja auch so schön sichtbar. Aber wir müssen zu einer ganzheitlichen Planung hinkommen. Das Problem: Bauen ist sehr intransparent. Darum hat die DGNB Kriterien für nachhaltiges Bauen entwickelt, um den Grad der Nachhaltigkeit messbar und sichtbar zu machen.
Zentral ist der Gedanke der Suffizienz. Über Jahre haben wir nach dem Motto „Viel hilft viel“ gebaut. Kipp noch eine Lage Beton drauf, soll ja halten. Dieses Denken müssen wir umdrehen, nur noch das Material einsetzen, das wir wirklich für den Zweck brauchen.
Christines Perspektive: Was wir in Zukunft nicht mehr sehen werden, ist dieses 08/15. One size fits all, VerMcDonalisierte Archtitektur. Wir können keine Quartiere hochbetonieren, keine Glastürme in die Wüste setzen. Wir müssen ausdifferenzieren - und wir müssen reden. Nachhaltigkeit beginnt dort, wo alle Beteiligten weit vor Baubeginn zusammenkommen und gemeinsam überlegen, was jede:r tun kann. Und „alle Beteiligten“ schließt alle ein. Nicht nur alle Planer und Ausführer, sondern auch die Betreiber, die Landschaftsarchitekten, die Rückbauunternehmer und Entsorger. Wir brauchen andere Allianzen für die Nachhaltigkeit.
Zu Gast in dieser Woche: Dr. Christine Lemaitre, Vorstand der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen
36 Minuten
Die carls zukunft Akademie Nachhaltigkeit. Dein Crashkurs zum Thema in acht Folgen Podcast. Rund um Nachhaltigkeit und die Erkenntnis, dass Nachhaltigkeit der Schlüssel zu erfolgreichem unternehmerischem Handeln in der Zukunft ist.
In dieser fünften Folge lernst du, warum die langjährige Hausbank deines Unternehmens dir schon sehr bald neue Fragen stellen wird, sehr präzise neue Fragen zur Nachhaltigkeit deines Geschäftsmodells, deiner Produktion und deines Standorts. Die Finanzaufsicht wird zu einem der sehr humorlosen und unnachgiebigen Treiber der Transformation zu mehr Nachhaltigkeit, diskutiere ich in dieser Folge mit Martin Bausen von der GLS-Bank.
Zu Gast in dieser Woche:
Martin Bausen, GLS Bank, Teamleiter Spezial- und Gemeinschaftsfinanzierungen.
In dieser fünften Folge lernst du, warum die langjährige Hausbank deines Unternehmens dir schon sehr bald neue Fragen stellen wird, sehr präzise neue Fragen zur Nachhaltigkeit deines Geschäftsmodells, deiner Produktion und deines Standorts. Die Finanzaufsicht wird zu einem der sehr humorlosen und unnachgiebigen Treiber der Transformation zu mehr Nachhaltigkeit, diskutiere ich in dieser Folge mit Martin Bausen von der GLS-Bank.
Zu Gast in dieser Woche:
Martin Bausen, GLS Bank, Teamleiter Spezial- und Gemeinschaftsfinanzierungen.
40 Minuten
Die carls zukunft Akademie Nachhaltigkeit. Dein Crashkurs zum Thema in acht Folgen Podcast. Rund um Nachhaltigkeit und die Erkenntnis, dass Nachhaltigkeit der Schlüssel zu erfolgreichem unternehmerischem Handeln in der Zukunft ist.
In dieser vierten Folge machen wir den Praxischeck im Tourismus. Du lernst in dieser Folge, wie Du Kunden und Kundinnen in die Entwicklung nachhaltiger Geschäftsmodelle einbeziehst. Hubertus Wichmann ist Destinationsentwickler. Er erlebt, wie gerade durch das Unfertige, durch den gemeinsamen Lernprozess zwischen Mitarbeiter:innen, Gästen und dem Umfeld des Urlaubsortes eine Verbindung wächst, die tragfähiger ist als jedes Last-Minute-Schnäppchen.
Zu Gast in dieser Woche:
Hubertus Wichmann, Destinationsentwickler, Hotelbetreiber, Koch. www.bionaturresort.com
In dieser vierten Folge machen wir den Praxischeck im Tourismus. Du lernst in dieser Folge, wie Du Kunden und Kundinnen in die Entwicklung nachhaltiger Geschäftsmodelle einbeziehst. Hubertus Wichmann ist Destinationsentwickler. Er erlebt, wie gerade durch das Unfertige, durch den gemeinsamen Lernprozess zwischen Mitarbeiter:innen, Gästen und dem Umfeld des Urlaubsortes eine Verbindung wächst, die tragfähiger ist als jedes Last-Minute-Schnäppchen.
Zu Gast in dieser Woche:
Hubertus Wichmann, Destinationsentwickler, Hotelbetreiber, Koch. www.bionaturresort.com
40 Minuten
Die carls zukunft Akademie Nachhaltigkeit. Dein Crashkurs zum Thema in acht Folgen Podcast. Rund um Nachhaltigkeit und die Erkenntnis, dass Nachhaltigkeit der Schlüssel zu erfolgreichem unternehmerischem Handeln in der Zukunft ist. Folge 3. Dies ist einer der Gedanken, die sich durch alle Podcasts dieser Akademie ziehen: Ohne konsequent auf Nachhaltigkeit zu setzen, wird es schwer mit dem Erfolg.
In dieser Folge lernst du, wie wir im Kontext Nachhaltigkeit über unsere Ziele nachdenken müssen. Wie wir uns verabschieden müssen von einem Wettbewerbsdenken, bei dem eine:r immer nur auf Kosten der anderen gewinnen kann. Professor Schmidpeter zeigt in dieser Folge: Wir haben es mit neuartigen Herausforderungen zu tun - und entweder wir gewinnen alle - oder niemand.
Zu Gast in dieser Woche: Professor Dr. René Schmidpeter lehrt Nachhaltiges Management an der Internationalen Hochschule München und leitet das Institut für nachhaltige Unternehmenstransformation www.m3trix.de, wenn er nicht gerade ein Buch über Nachhaltiges Wirtschaften und CSR schreibt.
In dieser Folge lernst du, wie wir im Kontext Nachhaltigkeit über unsere Ziele nachdenken müssen. Wie wir uns verabschieden müssen von einem Wettbewerbsdenken, bei dem eine:r immer nur auf Kosten der anderen gewinnen kann. Professor Schmidpeter zeigt in dieser Folge: Wir haben es mit neuartigen Herausforderungen zu tun - und entweder wir gewinnen alle - oder niemand.
Zu Gast in dieser Woche: Professor Dr. René Schmidpeter lehrt Nachhaltiges Management an der Internationalen Hochschule München und leitet das Institut für nachhaltige Unternehmenstransformation www.m3trix.de, wenn er nicht gerade ein Buch über Nachhaltiges Wirtschaften und CSR schreibt.
38 Minuten
Die carls zukunft Akademie Nachhaltigkeit. Dein Crashkurs zum Thema in acht Folgen Podcast. Rund um Nachhaltigkeit und die Erkenntnis, dass Nachhaltigkeit der Schlüssel zu erfolgreichem unternehmerischem Handeln in der Zukunft ist.
In dieser zweiten Folge geben wir der Leidenschaft für Nachhaltigkeit ihren Raum. Und der Kulinarik. Und dem Strandkohl. Du lernst, wie ein Unternehmer sein Geschäftsmodell konsequent neu denkt und von Grund auf nachhaltig aufstellt. Der Unternehmer ist Patrick Diehr, Gastronom aus Leidenschaft und wer sich von Patricks Begeisterung für die nachhaltige Transformation nicht anstecken lässt, der … naja, hält einen Big Mac wahrscheinlich auch für ein kulinarisches Erlebnis.
Zu Gast in dieser Woche:
Patrick Diehr, Koch, Gastronom und Caterer. Patrick ist der Gründer von Elementum Catering. Auf der Webseite findet sich auch der Film zu den sieben Geboten von Elementum. www.koch-fabrik.com
In dieser zweiten Folge geben wir der Leidenschaft für Nachhaltigkeit ihren Raum. Und der Kulinarik. Und dem Strandkohl. Du lernst, wie ein Unternehmer sein Geschäftsmodell konsequent neu denkt und von Grund auf nachhaltig aufstellt. Der Unternehmer ist Patrick Diehr, Gastronom aus Leidenschaft und wer sich von Patricks Begeisterung für die nachhaltige Transformation nicht anstecken lässt, der … naja, hält einen Big Mac wahrscheinlich auch für ein kulinarisches Erlebnis.
Zu Gast in dieser Woche:
Patrick Diehr, Koch, Gastronom und Caterer. Patrick ist der Gründer von Elementum Catering. Auf der Webseite findet sich auch der Film zu den sieben Geboten von Elementum. www.koch-fabrik.com
39 Minuten
Die carls zukunft Akademie Nachhaltigkeit. Dein Crashkurs zum Thema in acht Folgen Podcast. Rund um Nachhaltigkeit und die Erkenntnis, dass Nachhaltigkeit der Schlüssel zu erfolgreichem unternehmerischem Handeln in der Zukunft ist.
In dieser ersten Folge lernst du, warum Nachhaltigkeit eine Frage des Designs ist. Nicht Design im oft missverstandenen Sinne von Aussehen. Es geht nicht um die Farbe der Recyclingtonne, um rosa oder blau. Sondern Design im Sinne der Gestaltung und Funktion. Wie gestalten wir industrielle Produkte so, dass sie nachhaltig funktionieren. Wie die Prozesse, die Kultur, das Management, die Unternehmen. Daniela Bohlinger verantwortet das Thema Sustainability Design bei BMW. Und wer denken sollte, im Großkonzern könne sich nichts bewegen, der hat Daniela noch nicht getroffen.
Zu Gast in dieser Woche: Daniela Bohlinger, Head of Sustainability Design bei BMW, Professor at practice für Sustainability, Universität Umea, Schweden.
In dieser ersten Folge lernst du, warum Nachhaltigkeit eine Frage des Designs ist. Nicht Design im oft missverstandenen Sinne von Aussehen. Es geht nicht um die Farbe der Recyclingtonne, um rosa oder blau. Sondern Design im Sinne der Gestaltung und Funktion. Wie gestalten wir industrielle Produkte so, dass sie nachhaltig funktionieren. Wie die Prozesse, die Kultur, das Management, die Unternehmen. Daniela Bohlinger verantwortet das Thema Sustainability Design bei BMW. Und wer denken sollte, im Großkonzern könne sich nichts bewegen, der hat Daniela noch nicht getroffen.
Zu Gast in dieser Woche: Daniela Bohlinger, Head of Sustainability Design bei BMW, Professor at practice für Sustainability, Universität Umea, Schweden.
38 Minuten
Diese Woche in der Zukunft:
„Listen to the Science!“ Die Klimaforschung ist sich einig. Der jüngste IPCC-Report lässt nun wirklich keinen Zweifel mehr. Und doch geschieht: Wenig bis nichts, jedenfalls zu wenig, gemessen an Paris und erst recht an „der Wissenschaft“. Eine Frusterfahrung für Aktivist:innen und auf ersten Blick erstaunlich: Warum reicht es nicht aus, Recht zu haben? Zumal, wenn man selbst doch wirklich Recht hat. Manno! Stefan C. Aykut forscht als Soziologe über ökologische Konflikte. Er sagt: Kein Wunder – Recht haben reicht nicht aus. Was aber reicht dann?
Stefan stellt Fragen: Sind wir wirklich so sicher, Recht zu haben? Am Beispiel der Klimakrise: Im Befund wohl schon, aber bei den konkreten Maßnahmen? Er analysiert: Es ist das eine, im wissenschaftlichen Diskurs einen breiten Konsens zu erzeugen. In der praktischen Umsetzung Rückenwind zu erfahren, ist etwas völlig anderes. Politik handelt nicht einfach, Politik wird zum Handeln getrieben. In der Sphäre der Politik geht es um Koalitionen, um Kompromisse, um Macht und Mehrheiten – und sehr schnell auch um die schlicht anmutende Frage: Was ist denn nun ein gutes Leben?
Die klimaschädliche Wirkung des Fliegens zu analysieren, ist das eine. Die Frage, ob es zu einem guten Leben gehört, ferne Länder per Flugzeug zu bereisen, eine völlig andere. Und schon ist sie auf dem Tisch: Die Diskussion um Verzicht. Stefan und Michael diskutieren im Podcast, dass sich dieses Dilemma nur durch einen Blick in die Zukunft auflösen lässt: Wie wollen wir künftig gut leben?
Anfang 2022 hat der Film „Don’t look up!“ viel Aufmerksamkeit erzeugt und den Konflikt zwischen Recht haben einerseits und dem Scheitern einer angemessenen Antwort andererseits stark zugespitzt. Stefan weist auf die Lücke hin: Solange wir uns nur als Opfer dieses Konflikts verstehen, als Zuschauer, als einzelne, solange wir nicht Bewegungen bilden und so Kraft erzeugen, führt am Scheitern kaum ein Weg vorbei.
Stefan gehört zu den Autor:innen des Papers “It’s not enough to be right! The climate crisis, power, and the climate movement”. Eine Handreichung für alle, die den Wandel treiben wollen, frei zum download unter: https://www.ingentaconnect.com/content/oekom/gaia/2021/00000030/00000004/art00006;jsessionid=6jm58me7l07fl.x-ic-live-02
Der Gast in dieser Woche:
Prof. Dr. Stefan C. Aykut, Universität Hamburg, Professur für Soziologie, insbesondere ökologische Krisen und Konflikte
„Listen to the Science!“ Die Klimaforschung ist sich einig. Der jüngste IPCC-Report lässt nun wirklich keinen Zweifel mehr. Und doch geschieht: Wenig bis nichts, jedenfalls zu wenig, gemessen an Paris und erst recht an „der Wissenschaft“. Eine Frusterfahrung für Aktivist:innen und auf ersten Blick erstaunlich: Warum reicht es nicht aus, Recht zu haben? Zumal, wenn man selbst doch wirklich Recht hat. Manno! Stefan C. Aykut forscht als Soziologe über ökologische Konflikte. Er sagt: Kein Wunder – Recht haben reicht nicht aus. Was aber reicht dann?
Stefan stellt Fragen: Sind wir wirklich so sicher, Recht zu haben? Am Beispiel der Klimakrise: Im Befund wohl schon, aber bei den konkreten Maßnahmen? Er analysiert: Es ist das eine, im wissenschaftlichen Diskurs einen breiten Konsens zu erzeugen. In der praktischen Umsetzung Rückenwind zu erfahren, ist etwas völlig anderes. Politik handelt nicht einfach, Politik wird zum Handeln getrieben. In der Sphäre der Politik geht es um Koalitionen, um Kompromisse, um Macht und Mehrheiten – und sehr schnell auch um die schlicht anmutende Frage: Was ist denn nun ein gutes Leben?
Die klimaschädliche Wirkung des Fliegens zu analysieren, ist das eine. Die Frage, ob es zu einem guten Leben gehört, ferne Länder per Flugzeug zu bereisen, eine völlig andere. Und schon ist sie auf dem Tisch: Die Diskussion um Verzicht. Stefan und Michael diskutieren im Podcast, dass sich dieses Dilemma nur durch einen Blick in die Zukunft auflösen lässt: Wie wollen wir künftig gut leben?
Anfang 2022 hat der Film „Don’t look up!“ viel Aufmerksamkeit erzeugt und den Konflikt zwischen Recht haben einerseits und dem Scheitern einer angemessenen Antwort andererseits stark zugespitzt. Stefan weist auf die Lücke hin: Solange wir uns nur als Opfer dieses Konflikts verstehen, als Zuschauer, als einzelne, solange wir nicht Bewegungen bilden und so Kraft erzeugen, führt am Scheitern kaum ein Weg vorbei.
Stefan gehört zu den Autor:innen des Papers “It’s not enough to be right! The climate crisis, power, and the climate movement”. Eine Handreichung für alle, die den Wandel treiben wollen, frei zum download unter: https://www.ingentaconnect.com/content/oekom/gaia/2021/00000030/00000004/art00006;jsessionid=6jm58me7l07fl.x-ic-live-02
Der Gast in dieser Woche:
Prof. Dr. Stefan C. Aykut, Universität Hamburg, Professur für Soziologie, insbesondere ökologische Krisen und Konflikte
33 Minuten
Diese Woche in der Zukunft:
Nachhaltigkeit im Bau fängt am hinteren Ende an: Kann ich die Materialien später wieder auseinandernehmen, sie neu zusammensetzen, neue hinzufügen oder alte abstoßen? So eine zentrale Aussage von Florian Michaelis, Gründer und CEO von Urban Beta aus Berlin und Kiel. Florian ist angetreten, Planen und Bauen komplett neu zu denken. Mobilien statt Immobilien, flexible Häuser, Nachhaltigkeit ist hier kein optionales Extra, es ist der Grundsatz.
Urban Beta hat dafür ein System entwickelt, das wie Lego funktioniert. Wir fangen mal an zu bauen und stellen erste Räume hin. Am Beispiel Einfamilienhaus. Wir starten mit schmalem Budget, also klein. Es kommen zwei Kinder – bauen wir an. Die Kinder ziehen aus – bauen wir wieder ab. Die Treppe wird schwierig – bauen wir um. Die Baumaterialien sind von Anfang an darauf ausgelegt, auch nach Jahrzehnten noch immer neue Kombinationen zu ermöglichen. Beton und Verbundwerkstoffe aller Arten haben hier schlechte Karten.
Denken wir uns eine Stadt, die so entsteht – und schon sind wir beim Konzept „Neighborhood on demand“. Denn warum sollte ich meinen Raum, der mir gehört und temporär in einen größeren Bau integriert ist, nicht mitnehmen, wenn ich von Berlin nach München ziehe? Die eingebaute Flexibilität ist der große Schlüssel zur Nachhaltigkeit im Bau.
Wenig überraschend: Florian rechnet vor, dass diese Art, nachhaltig zu bauen, auf Verbundwerkstoffe zu verzichten, dauerhafte Flexibilität zu ermöglichen, nicht nur ökologisch sinnvoller ist, mehr sozialen Gestaltungsspielraum ermöglicht, sondern auch ökonomisch lohnender ist. Da sind sie wieder, die drei Säulen der Nachhaltigkeit: Ökologie, Ökonomie und Soziales.
Zu Gast in dieser Woche:
Florian Michaelis, Gründer und CEO von Urban Beta
Nachhaltigkeit im Bau fängt am hinteren Ende an: Kann ich die Materialien später wieder auseinandernehmen, sie neu zusammensetzen, neue hinzufügen oder alte abstoßen? So eine zentrale Aussage von Florian Michaelis, Gründer und CEO von Urban Beta aus Berlin und Kiel. Florian ist angetreten, Planen und Bauen komplett neu zu denken. Mobilien statt Immobilien, flexible Häuser, Nachhaltigkeit ist hier kein optionales Extra, es ist der Grundsatz.
Urban Beta hat dafür ein System entwickelt, das wie Lego funktioniert. Wir fangen mal an zu bauen und stellen erste Räume hin. Am Beispiel Einfamilienhaus. Wir starten mit schmalem Budget, also klein. Es kommen zwei Kinder – bauen wir an. Die Kinder ziehen aus – bauen wir wieder ab. Die Treppe wird schwierig – bauen wir um. Die Baumaterialien sind von Anfang an darauf ausgelegt, auch nach Jahrzehnten noch immer neue Kombinationen zu ermöglichen. Beton und Verbundwerkstoffe aller Arten haben hier schlechte Karten.
Denken wir uns eine Stadt, die so entsteht – und schon sind wir beim Konzept „Neighborhood on demand“. Denn warum sollte ich meinen Raum, der mir gehört und temporär in einen größeren Bau integriert ist, nicht mitnehmen, wenn ich von Berlin nach München ziehe? Die eingebaute Flexibilität ist der große Schlüssel zur Nachhaltigkeit im Bau.
Wenig überraschend: Florian rechnet vor, dass diese Art, nachhaltig zu bauen, auf Verbundwerkstoffe zu verzichten, dauerhafte Flexibilität zu ermöglichen, nicht nur ökologisch sinnvoller ist, mehr sozialen Gestaltungsspielraum ermöglicht, sondern auch ökonomisch lohnender ist. Da sind sie wieder, die drei Säulen der Nachhaltigkeit: Ökologie, Ökonomie und Soziales.
Zu Gast in dieser Woche:
Florian Michaelis, Gründer und CEO von Urban Beta
45 Minuten
Diese Woche in der Zukunft:
Ein Gespräch über Sinn und Glück bei der Arbeit. Wo finde ich einen Sinn und wer ist dafür zuständig, dass ich glücklich bin? Und heißt es jetzt eigentlich TGIF oder TGIM? Thank God it’s Friday … or Monday? Besonders Hochqualifizierte erleben unter der Woche mehr Zufriedenheit als am Wochenende, ganz offensichtlich eine Frage von Rahmen und Strukturen. Nico Rose hat gerade seine Professur für Wirtschaftspsychologie aufgegeben und sich als Handlungsreisender für Sinnangebote selbstständig gemacht.
Wer ist eigentlich dafür zuständig, dass ich bei der Arbeit glücklich bin? Natürlich: In gewisser Weise jede:r im System. Nico ermutigt Führungskräfte zu verstehen, dass sie nicht nur eine Verantwortung für Ziele und Aufgaben haben, sondern auch eine emotionale Verantwortung für das System haben. Darum ist es eine wichtige Fähigkeit von Führungskräften, sich nach einem richtigen ärgerlichen Meeting schnell wieder zu neutralisieren. In Netzwerkanalysen kann man zeigen, und zwar noch bis ins vierte und fünfte Glied der Kette, wie sich die schlechte Laune von Führungskräften verbreitet.
Nico sagt: Wir brauchen mehr Führung. Gleichzeitig haben wir immer noch Menschen in Führungspositionen, die gar nicht führen wollen. Menschen, die sich vor Führung drücken. Menschen, die als Micromanager führen. Oder auch Menschen, die mehr Lust haben, selber anzupacken, als dass sie durch andere wirken wollen. So erging es ihm selbst nach mehr als zehn Jahren Management im Konzern, als er merkte: Ich will lieber selber machen.
Wie entstehen nun aber Glück und intrinsische Motivation, gerade in Veränderungen? Was wir nicht können: Kontrollieren, welche Botschaften ankommen. Menschen machen sich ihr eigenes Bild, deuten und interpretieren ihr Umfeld neu, wenn sie merken, dass ihre alten Muster nicht mehr greifen. Wie können wir dann als Unternehmen, als Führungskraft dafür sorgen, alle im Unternehmen auf ein neues Ziel auszurichten? Nico sagt: Das wirkungsvollste, das ich als Führungskraft tun kann, ist: Das eigene Team einzuladen, meine Musterbildung zu teilen. Die auch nicht fertig oder endgültig ist. Die sich im Dialog überprüfen und verbessern lässt. Gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, diesen Prozess möglichst frühzeitig zu starten. Nicos Eindruck: Wir wissen doch ohnehin aus dem eigenen Leben, dass wir nicht immer den letzten Durchblick haben. Wer soll uns im Unternehmen glauben, dass es gerade da so sein sollte?
Sinn entsteht, indem wir drüber reden. Und dort, wo wir keinen Sinn vorfinden, machen wir Menschen uns einen. Ob wir nun Jesus auf der Toastscheibe sehen oder etwas anderes - ohne Sinn können wir uns nicht orientieren. Das Ergebnis guter Führung ist, dass man zu den großen Themen des Unternehmens - Was machen wir hier? Wer sind unsere Kunden? Was ist unsere Strategie? - zu einer geteilten Bedeutung kommt, zu einem gemeinsamen Sinn.
Die andere Seite der Medaille: Demotivation - wächst gern dort, wo Vertrauen fehlt. Dabei ist Vertrauen der beste Transaktionskostenkiller. Überall da, wo ich nicht vertraue, muss ich mich absichern, Verträge schließen, Zeitmanagementsysteme installieren, Kontrollen durchführen und bezahlen. Und Kontrolle hat einen Preis, genauer: zwei: Einen für die Stechuhr und die Leute, die sie bedienen. Dazu kommt ein psychologischer Preis: Ich erlebe, dass mir nicht vertraut wird. Das ist wenig motivierend. Je mehr ich durch Verdauen regeln kann, desto weniger Stechuhrmechaniker brauche ich.
Zu Gast in dieser Woche:
Dr. Nico Rose, selbstständig als Handlungsreisender für Sinnangebote, Autor zahlreicher Bücher zu Führung, Positiver Psychologie und Sinn.
Ein Gespräch über Sinn und Glück bei der Arbeit. Wo finde ich einen Sinn und wer ist dafür zuständig, dass ich glücklich bin? Und heißt es jetzt eigentlich TGIF oder TGIM? Thank God it’s Friday … or Monday? Besonders Hochqualifizierte erleben unter der Woche mehr Zufriedenheit als am Wochenende, ganz offensichtlich eine Frage von Rahmen und Strukturen. Nico Rose hat gerade seine Professur für Wirtschaftspsychologie aufgegeben und sich als Handlungsreisender für Sinnangebote selbstständig gemacht.
Wer ist eigentlich dafür zuständig, dass ich bei der Arbeit glücklich bin? Natürlich: In gewisser Weise jede:r im System. Nico ermutigt Führungskräfte zu verstehen, dass sie nicht nur eine Verantwortung für Ziele und Aufgaben haben, sondern auch eine emotionale Verantwortung für das System haben. Darum ist es eine wichtige Fähigkeit von Führungskräften, sich nach einem richtigen ärgerlichen Meeting schnell wieder zu neutralisieren. In Netzwerkanalysen kann man zeigen, und zwar noch bis ins vierte und fünfte Glied der Kette, wie sich die schlechte Laune von Führungskräften verbreitet.
Nico sagt: Wir brauchen mehr Führung. Gleichzeitig haben wir immer noch Menschen in Führungspositionen, die gar nicht führen wollen. Menschen, die sich vor Führung drücken. Menschen, die als Micromanager führen. Oder auch Menschen, die mehr Lust haben, selber anzupacken, als dass sie durch andere wirken wollen. So erging es ihm selbst nach mehr als zehn Jahren Management im Konzern, als er merkte: Ich will lieber selber machen.
Wie entstehen nun aber Glück und intrinsische Motivation, gerade in Veränderungen? Was wir nicht können: Kontrollieren, welche Botschaften ankommen. Menschen machen sich ihr eigenes Bild, deuten und interpretieren ihr Umfeld neu, wenn sie merken, dass ihre alten Muster nicht mehr greifen. Wie können wir dann als Unternehmen, als Führungskraft dafür sorgen, alle im Unternehmen auf ein neues Ziel auszurichten? Nico sagt: Das wirkungsvollste, das ich als Führungskraft tun kann, ist: Das eigene Team einzuladen, meine Musterbildung zu teilen. Die auch nicht fertig oder endgültig ist. Die sich im Dialog überprüfen und verbessern lässt. Gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, diesen Prozess möglichst frühzeitig zu starten. Nicos Eindruck: Wir wissen doch ohnehin aus dem eigenen Leben, dass wir nicht immer den letzten Durchblick haben. Wer soll uns im Unternehmen glauben, dass es gerade da so sein sollte?
Sinn entsteht, indem wir drüber reden. Und dort, wo wir keinen Sinn vorfinden, machen wir Menschen uns einen. Ob wir nun Jesus auf der Toastscheibe sehen oder etwas anderes - ohne Sinn können wir uns nicht orientieren. Das Ergebnis guter Führung ist, dass man zu den großen Themen des Unternehmens - Was machen wir hier? Wer sind unsere Kunden? Was ist unsere Strategie? - zu einer geteilten Bedeutung kommt, zu einem gemeinsamen Sinn.
Die andere Seite der Medaille: Demotivation - wächst gern dort, wo Vertrauen fehlt. Dabei ist Vertrauen der beste Transaktionskostenkiller. Überall da, wo ich nicht vertraue, muss ich mich absichern, Verträge schließen, Zeitmanagementsysteme installieren, Kontrollen durchführen und bezahlen. Und Kontrolle hat einen Preis, genauer: zwei: Einen für die Stechuhr und die Leute, die sie bedienen. Dazu kommt ein psychologischer Preis: Ich erlebe, dass mir nicht vertraut wird. Das ist wenig motivierend. Je mehr ich durch Verdauen regeln kann, desto weniger Stechuhrmechaniker brauche ich.
Zu Gast in dieser Woche:
Dr. Nico Rose, selbstständig als Handlungsreisender für Sinnangebote, Autor zahlreicher Bücher zu Führung, Positiver Psychologie und Sinn.