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achwas.fm - Die Geschichten hinter den Pixeln. Archiv

104 Episoden
57 Minuten
(S2/E02) Zu Beginn des dritten Jahrtausends verwandelt sich Welt des Menschen zunehmend in eine Realität mit ca. 6 Zoll Bildschirmdiagonale. Egal, ob es sich um die Cheops-Pyramide, unser Abendessen, den schiefen Turm von Pisa, ein zwei Minuten altes Neugeborenes oder nächtliche Mitbringsel unserer Hauskatze handelt: Es scheint, als ob wir alles, also wirklich und unbedingt ALLES, in diese kleinen smarten Zauberkisten hineinpressen müssen. So etwas Triviales wie ein Telefon hat sich ist eine Art allumfassendes Sinnes- und Gedächtnisorgan verwandelt. Defekte oder gar Verluste führen also zu rasch aufkeimender Panik. Was soll jetzt aus den zehntausend Erinnerungen werden, die ich gespeichert habe? Bin ich jetzt nicht in Gefahr, quasi mein Leben, mindestens meine Vergangenheit zu verlieren? Ja doch, natürlich! Und auf jedem zwanzigsten Bild - statistisch - sind ja WIR SELBST das Motiv! Womit wir schließlich beim Thema dieser Folge von achwas.fm wären. 

Und es gibt mehr Fragen und interessante Fakten rund um das Selfie als sich unser Schulverstand träumen lässt. Zuallererst: Warum machen äußerlich unauffällige und gesunde Menschen das überhaupt? Denken Sie sich etwas dabei? Warum begeben sich andere – an deren Gesundheit man zugegebenermaßen gewisse Zweifel hegen kann – dabei sogar in Lebensgefahr? Wie kommt es, dass Selfie-Schießen süchtig machen kann? (Nein, kein Scherz.) Für diesen und anderen Fragen versuchen wir mindestens vorläufige Antworten zu finden.

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Zum Episodenbild: Das Original des Bildes hängt im Metropolitan Museum of Modern Art in New York und wurde 1911 von Frederick Carl Frieseke gemalt – ein Maler des amerikanischen Impressionismus. Eine elegante Dame, die sich ziemlich verrenkt, sich sehr intensiv mit ihrem Anblick beschäftigt und dabei simultan einen Hand- und einem Wandspiegel benutzt – ziemlich “selfiemäßig”, fanden wir.

Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Woman_with_a_Mirror_(Femme_qui_se_mire)_MET_DP161210.jpg
1 Stunde 3 Minuten
(S2/E01) Zu den weniger bewundernswerten Eigenschaften von Menschen gehört es, lieber bei Nachrichten oder Meldungen nicht genau hinzuschauen, wenn nur die Story einigermaßen "catchy" ist. Wenn dazu noch diese Nachrichten "negativ" sind, ein Aufreger, dann haben diese gute Chancen schnell und durchschlagend verbreitet zu werden. Nehmen wir als Beispiele einmal:

- Beethoven's Leidensgeschichte: Der Wein war sein Tod!

- Folgen des Lockdowns: Social Media macht unsere Kinder krank!

- Beethovens Porträt: Gemalt von einem Fake-News-Troll in Staatsdiensten?

Verspüren Sie als Hörende des Podcasts, als Lesende des Blogs nicht auch das Bedürfnis, auch diesmal Geschichte hinter den Pixeln zu erfahren?

Dabei hilft uns bei Social Media und den Jugendlichen eine wahre Goldgrube an Daten und Informationen: Die Millennium Cohort Study (MCS) wird durchgeführt als eine Längsschnittstudie. Das bedeutet, man begleitet seit dem Jahr 2000 über 19.000 Kinder bei ihrer Entwicklung durch die Kindergartenzeit bis zum heutigen Tag.

Und genau solche eine "Goldgruben-Studie" nutzen wir in dieser 1. Folge der 2. Staffel, um hinter die Nachrichten zu den gefährlichen Social Media zu schauen.

Wie das Beethovens Tod war, folgt der selben Logik: Wir schauen genauer hin, es ist ein wenig anders als man es zu wissen glaubt. 

Der Blog: achwas.fm

Der Blogbeitrag https://achwas.fm/s02-folge-01-beethovens-tod-und-social-media/

Das Episodenbild zeigt ein eher unbekannteres Porträt von Ludwig van Beethoven im Alter von 35 Jahren, bis zum Tod befand es sich in seinem Besitz. Es gemalt wurde  von Joseph Willibrord Mähler, einem Mitarbeiter des österreichischen Geheimdienstes "Geheime Kabinettskanzlei".

Dieser Geheimdienst galt als bester der Welt, man öffnete Briefe, las und fälschte Inhalte. Eine frühe Trollfabrik? Mehr auf https://de.wikipedia.org/wiki/Geheime_Kabinettskanzlei

Quelle des Bildes:

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Josef_Willibrord_Mähler,Ludwig_van_Beethoven(Komponist),_um_1804–1805,_Sammlung_Wien_Museum_Inv._Nr._104650,_Foto_Birgit_und_Peter_Kainz,_Wien_Museum.jpg
60 Minuten
(S1/E42) Vor der Sommerpause und in der letzten Folge der ersten Staffel unseres Podcasts setzen wir unsere Serie zu den biblischen Plagen der Digitalisierung fort. "Phubbing" ist ein Verhaltensmuster, dessen extrem nervige Lästigkeit nur durch seine epidemische Verbreitung übertroffen wird. Bezeichnet werden damit Situationen, in denen irgendjemand andere Menschen, Gesellschaften, Partnerinnen, Partner, Familienangehörige, Freundinnen oder Freunde dadurch brüskiert, dass er oder sie sich gründlich in die unendlichen Tiefen seines Smartphones versenkt. Schon mal gesehen? Bestimmt. Und? Selbst schon gephubbt? Wahrscheinlich. Es braucht nämlich einiges an Disziplin und guter Kinderstube, der Versuchung zu widerstehen, eben mal rasch die Mails zu checken oder die neuesten Neuigkeiten im Feed diverser sozialer Medien durchzusehen - die ja obendrein permanent durch gnadenlos quengelnde Notifications auf sich aufmerksam machen. Trotzdem: Phubbing ist eine Schande, gehört verurteilt, verbannt und verboten. In Folge 42 unseres Podcasts gehen wir dem Phänomen auf den Grund, fassen zusammen, was die Forschung dazu zu sagen hat, und berichten unerschrocken von unseren eigenen Erfahrungen als Phubber. 

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Ein passendes Bild zum Thema Phubbing in der Kunstgeschichte zu finden ist ja wirklich eine Herausforderung. Künstlerinnen und Künstler malen Gespräche und Gesellschaften schon seit Jahrhunderten, aber leider komplett ohne Smartphone-Junkies. Trotzdem haben wir entdeckt, dass der französische Maler und Schriftsteller Jules Breton im Jahr 1855 eine Gruppe von Mädchen in ländlicher Umgebung malte, von denen zwei offensichtlich intensiv mit ...Phubbing beschäftigt waren! Na also!

Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Jules_Breton_-_Love_Tokens.jpg
1 Stunde 1 Minute
(S1/E41) Vor 9 Jahren, im Juni 2013, wurden Dokumente veröffentlicht, die unsere Sicht auf die Sicherheit unserer persönlichen Informationen, aber auch die der Industrie, der Verwaltung und unserer Regierung für immer verändern sollten. Eigentlich. Edward Snowden entschied sich, diese Informationen zu veröffentlichen, er war sich bewusst, dass er damit zum Staatsfeind in den USA wurde.

Was haben wir aus den Veröffentlichungen gelernt? Was hat die Überwachung genutzt? Was nützt Aufklärung?

Website: www.achwas.fm

Folgenseite: https://achwas.fm/folge-041-was-nuetzt-aufklaerung-edward-snowden-und-die-folgen/

Episodenbild Windsor Castle mit seinem Wachturm. Illustration von E. W, HASLEHUST 1910, Verlag  Blackie and son, limited. 1910

Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Windsor_castle_(1910)_(14775284354).jpg
58 Minuten
(S1/E40) Die digitale Transformation hat uns neue biblische Plagen beschert. Aber während im 2. Buch Mose niemand geringerer als Gott der Allmächtige der Verursacher war, schaffen wir das mit den Plagen heute selbst, kinderleicht unter Zuhilfenahme entsprechender Apps und digitaler Endgeräte. Und es geht heute - natürlich - nicht mehr um Blut, Frösche, Viehpest, Stechmücken, Hagel, Heuschrecken oder dergleichen, sondern um Plagen der Kommunikation: Cyberbullying, Hate Posts, Trolle, Social Media Bots, Fake News, Deep Fake, Flame Wars, nicht zu vergessen die allgegenwärtige SPAM oder eben ...Shitstorms! Um einige besonders berühmte Fälle kümmern wir uns und berichten auch über eine interessante Studie, die durch die statistische Auswertung von Tweets verschiedene Akteure mit verschiedenen Rollen unterscheiden konnte...

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Zum Episodenbild: Der italienische Maler Guiseppe Archimboldo ist für seine Kompositgemälde bekannt und berühmt. Er setzt darin fast fotorealistisch genau gemalte Gegenstände zu menschlichen Köpfen zusammen. Die vier Jahreszeiten sind besonders prominent  (eine davon haben wir schon für unsere Mixtape-Folge verwendet). Archimboldo hat jedoch im Jahr 1566 auch - vermutlich ohne es zu ahnen - das Bild für Folge 40 gemalt: Il fouco (der Brand, das Feuer).

Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Archimboldo-krieg-feuer.jpg
1 Stunde 2 Minuten
(S1/E39) Daten. Sie sind das neue Öl – oder passender: Das Neue Gold. Das Data-Mining nimmt immer mehr die Züge eines Goldrausch an. Big Data versprechen noch mehr, als nur Daten. Startups wachsen aus dem Boden und erreichen als “Unicorns” Milliardenwerte an den Börsen. Wir stellen uns heute der Frage, ob die Analogie zum Goldrausch trägt? Oder lassen wir uns nur von dem Ursprung beider “Mining Gebiete” (Gold, Data Driven Companies), dem Staate Kalifornien, zu einem Trugschluß verführen?

Was erwartet uns am Ende des Regenbogens – wirklich der Goldtopf, oder nur Pyrit, auch Narren- oder Katzengold genannt? Es kommt darauf an, aus welcher Perspektive man die Angelegenheit betrachtet: Wer macht das Geld? Vielleicht die Hersteller von Hardware, Servern, Netzen, Analysesoftware. Oder auch die Unternehmen, die dieses Equipment einsetzen, um die eigenen Daten zu analysieren. Aber: haben sie denn die Daten, die sie brauchen? Können Sie die richtigen Fragen stellen, um Gold regnen zu lassen?

Wir werden uns auch um die Frage kümmern, wo wie viel Datengold zu finden ist, und ob dieses adäquat geschürft, gewaschen und geschmolzen werden kann, damit “man” es wirklich nutzen kann.

Antworten auf unsere Fragen fanden wir unerwartet auch bei einem Anbieter von Software und Beratungen, dessen Produkte “Gotham” und “Foundry” heissen, bei Palantir. Sagenumwoben? Das würde zum Gesamtbild passen.

Eine Schlußfolgerung sei bereits an dieser Stelle bekannt gemacht: Big Data sorgt oft nicht für mehr Wissen, sondern für höhere Umsätze. Und wenn aus Daten geschöpfte Wissensnuggets ungenutzt bleiben, haben sie den Wert von – Katzengold.

Website: www.achwas.fm

Folgenseite (Shownotes): https://achwas.fm/folge-039-nur-katzengold-am-ende-des-regenbogens-daten-nutzen/

Bildquelle: Das Episodenbild zeigt eine Segelkarte, also ein Ticket einer Transport-Company, die mit dem Hinweis wirbt, wie schnell und sicher kalifornische Häfen angesteuert werden. Geworben wird mit “Impressionen” aus dem Alltag der Goldgräber. Im Bild ist die berühmte blitzblanke Schaufel, das Standardwerkzeug der Goldgräber:innen, zu sehen.

Das Bild stammt von der Druckerei der Segelkarte, G.F. Nesbitt & Co. und ist auf das Jahr 1850 datiert.

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:California_Clipper_500.jpg
60 Minuten
(S1/E38) Unser Leben ist übersät und durchsetzt mit positivem und negativem Feedback. Wer das Auto falsch parkt - nur für eine Minute - findet so einen widerlichen Zettel unter dem Scheibenwischer (Mist!). Wer einen schlechten Witz macht, blickt in ein entgeistertes Gesicht (Aua!). Wer zu viel isst, dem wird schlecht! Es ist keine übermäßig subtile Einsicht, dass sehr viele Handlungen emotionale Konsequenzen haben. Das geht natürlich auch digital: Die Hotelbuchung ist geglückt (Freude!), aber wir haben vergessen, das Häkchen richtig zu setzen und erhalten jetzt den Newsletter (blöd!). Wir finden ein lustiges Video (Klasse!), erhalten aber zu wenig Likes auf unseren letzten Post (blöd!). Alle diese Rückmeldungen beeinflussen natürlich und sehr sinnvollerweise unser zukünftiges Verhalten. Damit sind wir beim Thema unserer aktuellen Folge, in der es um einen klassischen lerntheoretischen Begriff geht: "operante Konditionierung". Wir kümmern uns um die wissenschaftliche Abstammung dieses Begriffs, stolpern dabei über Tischtennis spielende Tauben, denken über verschiedene Belohnungen nach, finden zahlreiche Beispiele und überlegen, was Creators und Youtubers so antreibt.

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Zum Episodenbild: Der Maler Georges Seurat (1859-1891) gehört zu den Großen der französischen modernen Malerei. Er malte seine Bilder aus kleinen Farbpunkten, "Pointillismus" wird diese Technik genannt und sie setzte sehr viel Erfahrung und Wissen über Farben und additive und subtraktive Farbmischung voraus. Das Episodenbild zeigt einen Ort, der auch in unserer Episode eine Rolle spielt, nämlich einen Zirkus. 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Georges_Seurat_019.jpg
1 Stunde 10 Minuten
(S1/E37) Künstliche Intelligenz? Sind das nicht die Roboter, die uns beherrschen werden, die schlauer sind als Menschen? So wie in den Science Fiction Filmen?  Nicht nur, denn es gibt derer zwei:

Wir haben uns fleissige Helferlein geschaffen, die geistige Arbeiten erledigen können. Die schlau, aber nicht klug sind. Und weil sie immer schlauer werden und manches schneller können als wir, haben wir auch ein wenig Angst. 

Davor, dass sie wirklich klug und klüger werden. Und uns überflüssig machen – nicht nur unseren Arbeitsplatz, sondern uns als Spezies ersetzen könnten. Aber das ist eine andere KI. Mit dieser "anderen KI" könnten wir aber was erleben. Die uns als Menschen auch ein wenig klüger macht. Wie das zu verstehen ist, und wie KI überhaupt zu verstehen ist, erzählen wir in der Folge 37.

Zum Podcast:

achwas.fm 

Das Episodenbild: 

Und was hat das Episodenbild mit KI zu tun? Es zeigt eine Schale mit Zitronen und Wespe von Giovanna Garzoni (1600 – 1670), einer italienische Künstlerin der Barockzeit. Das Bild entstand vermutlich “Ende der 1640er” Jahre. Eine auf die Erkennung von Bildern und Bildelemente trainierte KI würde die Wespe fälschlicherweise als Fliege erkennen. Was bei diesem Bild auch Menschen passiert. Doch, wirklich: https://www.conceptualfinearts.com/cfa/2021/03/08/the-annoying-fly-and-symbolic-paintings/

Denn:  Die Wespe auf dem Bild ähnelt den "gemalten Fliegen", bezeichnet als "Musca Depicta". Die hatten wiederum bei den altniederländische Malern Hochkonjunktur. Es war nicht unüblich, eine gemalte Fliege als Täuschung in das Bild oder auf dem Rahmen einzufügen. Diese sollten zeigen, welche Kunstfertigkeit im Detail die Künstler:innen hatten - viele Betrachter hielten die Fliege für “echt”. Manche Interpretation bezieht sich auf die beliebte Fliege auf den Bildern der Geistlichkeit oder Würdenträgern. Das wiederum war ein Hinweis auf den "Herrn der Fliegen" Beelzebub und somit ein Zeichen auf das Wirken des Bösen in der Welt. Verschachtelt genug, um aus einem Zitronen Stillleben durch eine Reihe von Missverständnissen eine Warnung vor KI zu machen? 

https://de.wikipedia.org/wiki/Giovanna_Garzoni#/media/Datei:Giovanna_Garzoni_(Italian)-_Still_Life_with_Bowl_of_Citrons-_Google_Art_Project.jpg
59 Minuten
(S1/E36) Auf den ersten Blick haben haben Menschen ja nicht so schrecklich viel mit Bakterien gemeinsam. Das äußere Erscheinungsbild ist signifikant unterschiedlich, Kleidung und Nahrungsvorlieben nicht zu vergleichen, das Familienleben ist völlig anders ausgeprägt - von der Fortpflanzung gar nicht zu reden. Aber es gibt auch Gemeinsamkeiten, und um eine spezielle kümmern wir uns in dieser Folge von achwas.fm! Sowohl Menschen als auch Einzeller können klassisch konditioniert werden. Damit ist gemeint, dass angeborene Assoziationen zwischen Auslösereizen und den dazu gehörenden Reaktionen auf neue Objekte oder Situationen übertragbar sind. Diese Lernvorgänge sind genauso uralt wie mächtig. Tatsächlich können wir uns nicht aussuchen, ob wir konditioniert werden möchten, es findet einfach statt. In der Werbung werden unwillkürlich auftretende emotionale Reaktionsmuster auf Musik, Bildwelten, Prominente oder Influencer genutzt, um auf Produkte oder Marken übertragen zu werden. Auch wenn unser Verstand es uns geduldig erklären mag, dass Dirk Nowitzki wahrscheinlich niemals Aufschnittscheiben beim Metzger um die Ecke zugesteckt bekommt und auch sein Vermögen nicht von deutschen Banken verwalten lässt: unser Unterbewusstsein lernt die gewünschte Assoziation. In unserer Podcast-Folge streifen wir zunächst kurz die Klassiker der klassischen Konditionierung, beobachten dann, welche Spuren nur wenige Produkt-Promi-Paarungen hinterlassen können und berichten schließlich von unterschwelliger (subliminaler) Werbung im Vergleich mit der subliminalen Wirkung sozialer Medien...

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Zum Episodenbild: Konditionieren ist nie künstlerisch dargestellt worden. Also haben wir hier den namenlosen Held/innen der Konditionierungs-Experimente von Iwan Pawlow ein Denkmal gesetzt. Hunde gibt es nämlich reichlich in der Kunst - vom Schoßhund bis zum Windspiel. 1801 malte der belgische Maler Henri Van Assche ein von einem liebenden Herrchen oder Frauchen beauftragtes Hundeportrait, dem wir wegen des herzzerreißenden Hundeblicks nicht widerstehen konnten.

Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Portrait_of_a_dog,_seated_on_a_red_cushion,_by_Henri_van_Assche,_1801.jpg
50 Minuten
(S1/E35) Die Folgen 3 und 23 brachten Erkenntnisse zum Thema "Dark Pattern". Schändliches Tun, dem man gerade im Web nahezu hilflos ausgeliefert scheint. Aber halt - da gibt es doch noch "Nudging" - sozialverträglich, nützlich für den einzelnen Menschen und die Gesellschaft, egal ob off- oder online. Nudging, so Thaler und Sunstein, die 2008 den Begriff prägten, ist ein Werkzeugkoffer von Methoden, um das Verhalten von Menschen zu beeinflussen. Im Gegensatz zu Dark Patterns unter der Maßgabe: keine Verbote, keine Gebote, keine Veränderung ökonomischer Anreize. Hört sich ethisch an. Und scheint nützlich. Wir halten das Thema in's Licht und entdecken dabei Flecken in Definition und Ausführung, Muster, die uns bemerkenswert bekannt erscheinen.

Und dann taucht da auch noch ein aktueller (2022) Forschungsbericht auf, der sich mit dem einem Experiment in der digitalen Welt einer Hotelbuchungsplattform bewegt und im Titel den Begriff "Nudging" trägt. "Backfiring von Digital Nudges: Experimentelle Studie zur Reaktanz durch Scarcity-Nudges".

Der Link zum Blog

achwas.fm

Die Folgenseite mit mehr Informationen.

https://achwas.fm/folge-035-nudging-und-dark-pattern-nicht-schubsen/

Das Folgenbild zeigt ein Geschwisterpaar an / auf einer Schaukel, 1821

Quelle Wikimedia

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Alexander_ii_and_maria_nikolaevna.jpg
60 Minuten
Dieser Beitrag nimmt an dem Wettbewerb Fast Forward Science 2022/23 in der Kategorie "AUDIO Spezial" teil. Wir meinen dazu: Please keep fingers crossed!

(S1/E34) Mitunter haben wir den Eindruck, von Buzzwords umzingelt zu sein. Brandaktuelle musst-Du-unbedingt-kennen-Begriffsbildungen, von denen dann morgen vielleicht niemand mehr spricht. "Web 2.0" war so eine Eintagsfliege, von "Knowledge-Management" spricht heute kaum jemand mehr und vielleicht wird es dem "Metaverse" irgendwann ähnlich gehen wie einst "Second Life" (= mausetot)? Aber "Astroturfing" ist so ein Begriff, der wirklich weiterhilft und er ist älter als das World-Wide-Web. Deshalb erklären wir ihn in unserer neuen Folge von achwas.fm. Hier verraten wir nur so viel, dass er etwas mit echtem Rasen und Kunstrasen zu tun hat und - natürlich - der Übertragung dieses Unterschieds in die Online-Kommunikation. Was man dem Begriff nicht anmerkt, es geht um knallharte Lobbyinteressen, Manipulation, Online-Propaganda und die Invasion der sozialen Netzwerke von Rechts.

Zum Blogbeitrag auf achwas.fm

Das Episodenbild ist von Vincent van Gogh, den wir hier sicherlich nicht vorstellen müssen. Wir freuen uns, dass wir endlich eine passendes Thema für eines seiner Bilder aufgenommen haben. Das Motiv ist... Gras! Es stammt aus dem Garten der Nervenheilanstalt im südfranzösischen Arles, in dem sich der Maler lange Zeit aufhielt. Und wer unsere Folge 34 aufmerksam hört, wird verstehen: echtes Gras. kein Astroturf!

Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Van_Gogh_-_Rasenst%C3%BCck_mit_Schmetterlingen.jpeg
59 Minuten
(S1/E33) Nach der Dating/Ghosting-Folge gehen wir den Dating-Plattformen auf den Grund - sich einer Dating App anzuvertrauen, kann sogar viele Gründe haben. Ein Ziel könnte sein, einen / eine Lebensabschnittgefährt:in zu "gewinnen". Wobei dieser Lebensabschnitt auch zeitlich beliebige Zielgrößen annehmen kann, die von "bis fast zum Frühstück" oder "für immer und ewig" reichen könnten. 

Sich einer Dating App anzuvertrauen bedeutet auch, sich in die Hände von mehr oder minder guten Rechenregeln oder Matching Algorithmen zu begeben. Denn die werden doch bestimmt aus den Daten die richtigen Traumpartner:innen "backen", oder? 

Wir stellen die Arbeiten eines Teams von drei Wissenschaftler:innen der FU Berlin vor: Lucas Friedrich Mertens, Erik Christian Müller, und Johanna Sebastian haben sich fundiert mit dem Thema beschäftigt, eine Plattform gebaut und das Treiben auf dieser Plattform systematisch und empirisch beobachtet. 

Es geht dabei nicht nur um's "Matchen", sondern vor allem um die "Happiness" mit dem Match. So gestattet "Der Einfluss von Matching-Algorithmen auf den Erfolg einer Dating-App" (so der Titel der Arbeit) weit mehr als den Einblick in das Wirken von Parship, Tinder und Co. Denn diese öffnet für die Sozialwissenschaften einen faszinierenden Blick in maschinelle Experimente mittels Agenten mit menschlichen Eigenschaften. 

Unser Blog: www.achwas.fm 

Der Blogbeitrag  zu dieser Folge - ist reichhaltig und bietet unter anderem drei "matchende" Youtube Videos: Ein hellsichtiges von Julien Bam, ein tiefgründiges von ARTE und ein erstaunliches von einer Dating Plattform:  

https://achwas.fm/folge-33-dating-apps-ziemlich-berechnend/ 

Das Beitragsbild - dessen Geburtsdatum man einigermassen kennt, aber wenig über den Maler weiss, dem Hausbuchmeister (Zeichnerhand II): Das Gothaer Liebespaar. Mit einer Konversation in Spruchbändern.  

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gothaer_Liebespaar.jpg

Über Ghosting

59 Minuten
(S1/E32) Surfing, Trolling, Hosting, Scanning, Flaming, Voting... Wir widmen uns heute einem weiteren Exemplar aus der Klasse der substantivierten englischen Adjektive: Ghosting! Es stammt aus einem Lebensbereich, den man ebenfalls gerne anglizierend als "Dating" (!) bezeichnet - und wir waren vor den Recherechen zu dieser Folge über die Hintergründe dieser Tätigkeit nicht wirklich im Bilde. Aber es ist ein interessantes Thema: Wie trennen sich Menschen, die auf Dating-Apps mehr oder weniger verbindlich zueinander gefunden haben? Also für den Fall, dass das Match-Making nicht funktioniert hat? Ghosting ist eine Antwort auf diese Frage und es ist schnell, aprupt und einseitig. Wer ghostet, hat wenig Interesse daran, ein klärendes Gespräch zu führen, ja nicht einmal die Trennung auch nur zu verkünden. Statt dessen macht er oder sie sich unvermittelt unsichtbar, blockiert alle Kommunikation und verschwindet aus dem Leben der (nicht selten völlig schockierten und mitunter traumatisierten) Partner/innen. Wie das sein kann, wo doch eigentlich niemand etwas Böses will? Wir suchen nach Antworten.

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Bei der Suche nach dem Episodenbild waren wir lange unterwegs. Es gibt zwar viele Bilder von Geistern, aber die passen dann nicht zum Thema Dating und Bilder von Verliebten passen nicht zum Trennungsthema. Schließlich haben wir uns für einen wahrhaftigen Klassiker entschieden. Das Bild ist von Jan Vermeer, gemalt, um 1656, und zeigt die niederländische Renaissance-Variante einer Dating-Plattform: Eine "Kupplerin".

Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Johannes_Vermeer_-_The_Procuress_-_Google_Art_Project.jpg
1 Stunde 5 Minuten
(S1/E31) Die Überschrift scheint eindeutig irritierend, wir lösen auf: Die beiden Gehirne gehören Daniel Kahneman und Amos Tversky. Ihre Expertise: Die Rolle der Psyche bei - auch ökonomischen - Entscheidungen. Und den Nobelpreis in Wirtschaftswissenschaften nahm Daniel Kahneman 2002 entgegen - für die Forschung zu den funktionalen Gehirnen in jedem von uns: System 1, dem schnellen - und System 2, dem langsamen Denken. Amos Tversky erlebte die Ehrung nicht, er ist 1996 verstorben.

Weshalb nun der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften? Tversky und Kahneman führten mit ihrer Forschung die Psyche in die Theorien von ökonomischen Entscheidungen ein. Bis dato war es der "Homo Oeconomicus", der zweckrational, bilanziert, weder von Gefühlen noch Launen beeinflusst, sich auf dem Markt entscheidet.

Kahneman hat zusammen mit den Kollegen Cass Sunstein und Olivier Sibony zu einem weiteren Phänomen unseres Denkens geforscht: "Noise" (übersetzt mit Rauschen, Störgeräuschen) fügt schnellem und langsamen Denken als systematisierbare Dimensionen eine weitere hinzu: Heuristiken sind wieder verwendbare Muster, während "Noise" ebenfalls unser Handeln unbewusst - aber zufällig - beeinflussen kann. Wir "sind schlecht drauf", "ungerecht", "launisch" nicht als Persönlichkeitsmerkmal, sondern weil uns eine Laus über die Leber gelaufen ist.

Der Blog zum Podcast: 

achwas.fm

Die Shownotes:

https://achwas.fm/folge-031-nobelpreis-fuer-2-gehirne/

Das Episodenbild: 

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/04/Wenceslas_Hollar_-_Landscape_shaped_like_a_face_%28State_1%29.jpg?uselang=de
59 Minuten
(S1/E30) Weil man sich in der Psychologie gerne gewählt ausdrückt, spricht man nicht einfach von "Denkfehlern", sondern von "kognitiven Verzerrungen". Natürlich gibt es davon gleich Dutzende, die im Verlauf der letzten Jahrzehnte Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen waren. Das Vokabular mutet an wie aus der rhetorischen Waffenkammer eines durchgeknallten Unternehmensberaters: "Representativeness-Bias,  Group Attribution Error, Mental Accounting, Backfire Effect, Zero Sum Bias, Bandwagon Effect..." Anscheinend haben wir so viele eingebaute Denkfehler, dass man sich wundern muss, wie es die Menschheit überhaupt so weit bringen konnte. Doch Gott sei Dank machen wir diese Denkfehler! So muss man sagen, denn ohne sie wären wir neulich beim Schuhe Binden vom Bus überfahren, vor dem Aufzug verhungert oder in der Badewanne ertrunken. Auch der "Negativity Bias", den wir in unserer neuen Folge von ...achwas!? behandeln, gehört zu diesen unsichtbaren Helfern. Und wir versuchen die Frage zu klären, ob und wie dieser Denkfehler im Web ausgelöst wird, was das möglicherweise für uns alle bedeuten könnte und wie Negativität und Glaubwürdigkeit zusammenhängen. Eine besondere Würdigung erfährt die Frage, ob wir selbst möglicherweise an einem Negativity Bias leiden und deshalb unserem Publikum seit Monaten die Laune mit negativen Geschichten verderben...

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Das Episodenbild wurde von dem brasilianischen Maler Belmiro de Almeida 1897 gemalt. Es zeigt eine junge Frau, die definitiv eine schlechte Nachricht erhalten. hat.

Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Belmiro_de_Almeida_-_A_m%C3%A1_not%C3%ADcia.jpg