Podcaster
Episoden
01.06.2026
1 Stunde 8 Minuten
Vergiftete Daten in KI-Modellen.
Gifte sind ein probates Mittel, um Menschen hinterlistig Übles anzutun. Man kann damit morden - oder auch in übler Nachrede behaupten, dass Angehörige von Religionen durch das Vergiften von Luft oder Wasser dies tun.
Kann man auch KI vergiften? Künstliche Intelligenz braucht saubere, unverfälschte Daten wie wir sauberes Wasser und reine Luft.
Sind Daten falsch oder gefälscht, können die Ki generierten Ergebnisse gefährlich falsch werden. Durch "Data Poisoning" drohen Gefahren für Leib und Leben, Reputation und Vertrauenswürdigkeit.
Wir berichten in dieser Folge über die detektivische Arbeit von Wissenschaftler:innen, die stetig nach Anzeichen von Vergiftungen im Web und in KI Anwendungen suchen. In abgeschotteten Laboren stellen sie diese Vergiftungen nach, mischen "giftige Daten" um "böse KI" früh genug zu erkennen und Mittel zu entwickeln, um den Gefahren entgegen zu treten.
Informationen und Shownotes und zu dieser Folge auf
https://achwas.fm/vergiftete-daten-in-ki-modellen/
Das Folgenbild
zeigt Papst Alexander VI (1.1.1431 bis 18.8.1503).
Eine Suche nach dem Folgenbild wäre fast banal, denn alleine historische Giftmorde in Kichen- und Adelskreisen sind Legionen.
Alexander VI wurden Giftmorde nachgesagt. Aber er soll auch einer der Vergifteteten sein. Er war unbeliebt bei Mächtigen in Politik und Klerus.
Dabei hat er viel bewirkt, unter anderem gab er geflohene Juden Asyl in Rom "weil er es versprochen hatte".
Die Ursache seines Todes war wenig spektakulär: Sehr beleibt, starb er in einer Hitzewelle an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall.
Mehr über ihn: https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_VI.
Das Bild stammt von Cristofano dell'Altissimo und hängt in den Uffizien, Florenz. Dell'Altissimo war Portraitmaler und Kopist.
https://de.wikipedia.org/wiki/Cristofano_dell’Altissimo
Gifte sind ein probates Mittel, um Menschen hinterlistig Übles anzutun. Man kann damit morden - oder auch in übler Nachrede behaupten, dass Angehörige von Religionen durch das Vergiften von Luft oder Wasser dies tun.
Kann man auch KI vergiften? Künstliche Intelligenz braucht saubere, unverfälschte Daten wie wir sauberes Wasser und reine Luft.
Sind Daten falsch oder gefälscht, können die Ki generierten Ergebnisse gefährlich falsch werden. Durch "Data Poisoning" drohen Gefahren für Leib und Leben, Reputation und Vertrauenswürdigkeit.
Wir berichten in dieser Folge über die detektivische Arbeit von Wissenschaftler:innen, die stetig nach Anzeichen von Vergiftungen im Web und in KI Anwendungen suchen. In abgeschotteten Laboren stellen sie diese Vergiftungen nach, mischen "giftige Daten" um "böse KI" früh genug zu erkennen und Mittel zu entwickeln, um den Gefahren entgegen zu treten.
Informationen und Shownotes und zu dieser Folge auf
https://achwas.fm/vergiftete-daten-in-ki-modellen/
Das Folgenbild
zeigt Papst Alexander VI (1.1.1431 bis 18.8.1503).
Eine Suche nach dem Folgenbild wäre fast banal, denn alleine historische Giftmorde in Kichen- und Adelskreisen sind Legionen.
Alexander VI wurden Giftmorde nachgesagt. Aber er soll auch einer der Vergifteteten sein. Er war unbeliebt bei Mächtigen in Politik und Klerus.
Dabei hat er viel bewirkt, unter anderem gab er geflohene Juden Asyl in Rom "weil er es versprochen hatte".
Die Ursache seines Todes war wenig spektakulär: Sehr beleibt, starb er in einer Hitzewelle an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall.
Mehr über ihn: https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_VI.
Das Bild stammt von Cristofano dell'Altissimo und hängt in den Uffizien, Florenz. Dell'Altissimo war Portraitmaler und Kopist.
https://de.wikipedia.org/wiki/Cristofano_dell’Altissimo
Mehr
15.04.2026
1 Stunde 4 Minuten
Hal-lo! Bevor wir anfangen: Bitte eben mal kurz das zweite Tab schließen und das dritte auch noch und die Office-Anwendungen, die im Hintergrund laufen! Und dann die WhatsApp-Notifications abschalten und den Podcast, der nebenbei noch läuft (...Pfui!).
Also, jetzt sind wir bereit, über Multitasking zu reden.
Rund um dieses Thema ist in den letzten Jahren ja ein bemerkenswerter Buzzword-Dschungel gewuchert. Wir haben die Attention Economy entdeckt, die Notification Fatigue und den Dopamin-Loop identifiziert, das Cognitive Overload-Problem erkannt und über den Limited Capacity Bottleneck gegrübelt - während wir gleichzeitig Twitter gecheckt, eine E-Mail beantwortet, einen Kaffee gekocht und auf die Response der KI auf unseren letzten Prompt gewartet haben. Wir leben Always On, kämpfen gegen den Mental Load, buchen vielleicht Digital-Detox-Retreats und kaufen am Ende Apps, die uns davon abhalten, andere Apps zu benutzen. Und mittendrin: achwas.fm!
Und wir haben eine schlechte Nachricht und eine gute. Die schlechte: Multitasking funktioniert nicht. Oder sagen wir: hundsmiserabel. Das menschliche Gehirn kann keine zwei Aufgaben gleichzeitig erledigen. Die gute Nachricht: Man entspannt sich, sobald man das einmal verstanden und den siamesischen Zwilling von Multitasking kennengelernt hat: „Fragmented Work“. Das kann man nämlich getrost sein lassen - und muss nicht das Gefühl haben, einen wichtigen Future Skill zu verpassen.
Wer, wie, was? Wieso, weshalb, warum? Das schauen wir uns heute an und wir entschuldigen uns vielmals für den extrem hohen Gehalt an idiotischem Fachdenglisch in diesem Text, der sich bei dem Thema aber irgendwie ganz von selbst einstellt.
Hier geht's zu den Shownotes.
Zum Episodenbild
Raoul Hausmann war ein österreichisch-deutscher Künstler des Dadaismus. Für seine Skulptur "Mechanischer Kopf (Der Geist unserer Zeit)" montierte er 1920 verschiedenste Objekte auf ein Friseurmodell eines Kopfes: Maßband, Zahnräder, Lineale, Becher, Druckwalzen... Der Kopf wirkt wie eine Vorwegnahme der Idee, der Mensch der Zukunft werde transformiert durch alle möglichen technischen Anbauten. In Zeiten, wo Visionäre vom Mensch der Zukunft als Biotech-Hybrid mit Future Skills faseln, muss seine Skulptur eigenartig prophetisch wirken. https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/87/Mechanical_Head_%28The_Spirit_of_Our_Time%29%2C_assemblage_circa_1920.png?
Also, jetzt sind wir bereit, über Multitasking zu reden.
Rund um dieses Thema ist in den letzten Jahren ja ein bemerkenswerter Buzzword-Dschungel gewuchert. Wir haben die Attention Economy entdeckt, die Notification Fatigue und den Dopamin-Loop identifiziert, das Cognitive Overload-Problem erkannt und über den Limited Capacity Bottleneck gegrübelt - während wir gleichzeitig Twitter gecheckt, eine E-Mail beantwortet, einen Kaffee gekocht und auf die Response der KI auf unseren letzten Prompt gewartet haben. Wir leben Always On, kämpfen gegen den Mental Load, buchen vielleicht Digital-Detox-Retreats und kaufen am Ende Apps, die uns davon abhalten, andere Apps zu benutzen. Und mittendrin: achwas.fm!
Und wir haben eine schlechte Nachricht und eine gute. Die schlechte: Multitasking funktioniert nicht. Oder sagen wir: hundsmiserabel. Das menschliche Gehirn kann keine zwei Aufgaben gleichzeitig erledigen. Die gute Nachricht: Man entspannt sich, sobald man das einmal verstanden und den siamesischen Zwilling von Multitasking kennengelernt hat: „Fragmented Work“. Das kann man nämlich getrost sein lassen - und muss nicht das Gefühl haben, einen wichtigen Future Skill zu verpassen.
Wer, wie, was? Wieso, weshalb, warum? Das schauen wir uns heute an und wir entschuldigen uns vielmals für den extrem hohen Gehalt an idiotischem Fachdenglisch in diesem Text, der sich bei dem Thema aber irgendwie ganz von selbst einstellt.
Hier geht's zu den Shownotes.
Zum Episodenbild
Raoul Hausmann war ein österreichisch-deutscher Künstler des Dadaismus. Für seine Skulptur "Mechanischer Kopf (Der Geist unserer Zeit)" montierte er 1920 verschiedenste Objekte auf ein Friseurmodell eines Kopfes: Maßband, Zahnräder, Lineale, Becher, Druckwalzen... Der Kopf wirkt wie eine Vorwegnahme der Idee, der Mensch der Zukunft werde transformiert durch alle möglichen technischen Anbauten. In Zeiten, wo Visionäre vom Mensch der Zukunft als Biotech-Hybrid mit Future Skills faseln, muss seine Skulptur eigenartig prophetisch wirken. https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/87/Mechanical_Head_%28The_Spirit_of_Our_Time%29%2C_assemblage_circa_1920.png?
Mehr
29.03.2026
58 Minuten
S03E15 29.03.2026
Was - das soll eine super Schokolade sein? Sagt wer? Die Marktforschung? Die hätten mich mal fragen sollen.
Hat man nicht? Sie wurden auch nicht gefragt, wen Sie nächsten Sonntag wählen würden? Seien Sie beruhigt, es wurden vielleicht Menschen stellvertretend für Sie gefragt.
Allerdings - wenn die Schokolade ihnen nicht schmeckt und das mögliche Wahlergebnis erst recht nicht, könnte das auch andere Gründe haben.
Schon bald werden vermehrt keine Menschen mehr gefragt, sondern digitale Bots: KI - Agenten. Die verhalten sich so, wie Menschen es tun würden. Haben keine eigene Meinung, sondern Ihre und die anderer Menschen wird ihnen eingetrichtert. Pardon, sie lernen von Ihnen, aus Ihren Daten.
Was das für uns, die Unternehmen, die Politik und die Politiker bedeuten könnte, das hören Sie in der 99. Folge von achwas.fm.
Das Folgenbild:
Bevor man diese KI Agenten "bauen" kann, muss man erst einmal den Menschen zuhören..
Das Bild zeigt kirchliche Würdenträger, Kardinäle, beim Zuhören in einem Vorzimmera des Vatikans. Sie sehen einen Ausschnitt.
Das Bild hat im Englischen einen wunderschönen, fast poetischen Namen: “Eavesdropping” - damit bezeichnet man in Alt-Englisch den Vorgang des Belauschens. "Eaves" sind die Traufziegel, von denen der Regen heruntertropft, kleine Vordächer, die verhindern, dass die Wand nass wird bei Regen.
Wörtlich bedeutet das: Man lauscht dem Tropfen des Regens.
Das Bild Cardinals in a Vaticann Hall (Eavesdropping) von Adolphe Henri Laissement (1854–1921) stammt aus dem Jahr 1895.
Adolphe Laissement war ein französischer Genremaler.
Was - das soll eine super Schokolade sein? Sagt wer? Die Marktforschung? Die hätten mich mal fragen sollen.
Hat man nicht? Sie wurden auch nicht gefragt, wen Sie nächsten Sonntag wählen würden? Seien Sie beruhigt, es wurden vielleicht Menschen stellvertretend für Sie gefragt.
Allerdings - wenn die Schokolade ihnen nicht schmeckt und das mögliche Wahlergebnis erst recht nicht, könnte das auch andere Gründe haben.
Schon bald werden vermehrt keine Menschen mehr gefragt, sondern digitale Bots: KI - Agenten. Die verhalten sich so, wie Menschen es tun würden. Haben keine eigene Meinung, sondern Ihre und die anderer Menschen wird ihnen eingetrichtert. Pardon, sie lernen von Ihnen, aus Ihren Daten.
Was das für uns, die Unternehmen, die Politik und die Politiker bedeuten könnte, das hören Sie in der 99. Folge von achwas.fm.
Das Folgenbild:
Bevor man diese KI Agenten "bauen" kann, muss man erst einmal den Menschen zuhören..
Das Bild zeigt kirchliche Würdenträger, Kardinäle, beim Zuhören in einem Vorzimmera des Vatikans. Sie sehen einen Ausschnitt.
Das Bild hat im Englischen einen wunderschönen, fast poetischen Namen: “Eavesdropping” - damit bezeichnet man in Alt-Englisch den Vorgang des Belauschens. "Eaves" sind die Traufziegel, von denen der Regen heruntertropft, kleine Vordächer, die verhindern, dass die Wand nass wird bei Regen.
Wörtlich bedeutet das: Man lauscht dem Tropfen des Regens.
Das Bild Cardinals in a Vaticann Hall (Eavesdropping) von Adolphe Henri Laissement (1854–1921) stammt aus dem Jahr 1895.
Adolphe Laissement war ein französischer Genremaler.
Mehr
13.12.2025
24 Minuten
S03E1324 Diese weihnachtlich-angehauchte Folge ist das Türchen #13 im Wisspod-Adventskalender. Alle Folgen findet Ihr unter: https://wissenschaftspodcasts.de/themenseiten/wisspod-adventskalender-2025
Wir erzählen zwei Geschichten, die sich mit Schenken und Geschenken beschäftigen.
Die erste Geschichte aus der Verhaltenswissenschaft offenbart eindrücklich, wie wichtig und universell Fairness und Gerechtigkeit im Zusammenleben, auch bei Belohnungen und beim Schenken sind.
Es gibt Studien auch aus dem Tierreich die das zeigen - und wir haben den Videobeweis aus dem Leben von Primaten dazu. Es wird ungeschminkt deutlich, wie Ungerechtigkeit wütend und gewalttätig machen kann.
Also Obacht beim Schenken zum Fest. Heftige Reaktionen der Beschenkten sind nicht ausgeschlossen.
Die zweite Geschichte stammt aus der Ethnologie und Kulturgeschichte. Sie macht deutlich, wie das Unverständnis einer fremden Schenkkultur wirkmächtig (fast) zum Untergang derselben führt.
Es geht um eine Tradition der First Nations im Nordwesten Kanadas / Nordamerikas. Deren Potlatch, ein umfassendes Erbritual, wurde als überbordende Verarmungsstrategie von den eingewanderten Weißen missverstanden und verboten.
Ja wenn das jeder machen würde, allen Besitz weggeben, würde das nicht "Sodom und Gomorra"* wieder erstehen lassen?
Hört selbst
Das Folgenbild
Das Folgenbild im Blog stammt nicht von Menschenhand.
Seht selbst
https://achwas.fm/wisspodweihnacht-13/
*Sodom und Gomorra? Höre auch:
#WissPodWeihnacht 5: Bröckelnde Beweise: Was hat Sodom und Gomorra zerstört? mit AstroGeo
Wir erzählen zwei Geschichten, die sich mit Schenken und Geschenken beschäftigen.
Die erste Geschichte aus der Verhaltenswissenschaft offenbart eindrücklich, wie wichtig und universell Fairness und Gerechtigkeit im Zusammenleben, auch bei Belohnungen und beim Schenken sind.
Es gibt Studien auch aus dem Tierreich die das zeigen - und wir haben den Videobeweis aus dem Leben von Primaten dazu. Es wird ungeschminkt deutlich, wie Ungerechtigkeit wütend und gewalttätig machen kann.
Also Obacht beim Schenken zum Fest. Heftige Reaktionen der Beschenkten sind nicht ausgeschlossen.
Die zweite Geschichte stammt aus der Ethnologie und Kulturgeschichte. Sie macht deutlich, wie das Unverständnis einer fremden Schenkkultur wirkmächtig (fast) zum Untergang derselben führt.
Es geht um eine Tradition der First Nations im Nordwesten Kanadas / Nordamerikas. Deren Potlatch, ein umfassendes Erbritual, wurde als überbordende Verarmungsstrategie von den eingewanderten Weißen missverstanden und verboten.
Ja wenn das jeder machen würde, allen Besitz weggeben, würde das nicht "Sodom und Gomorra"* wieder erstehen lassen?
Hört selbst
Das Folgenbild
Das Folgenbild im Blog stammt nicht von Menschenhand.
Seht selbst
https://achwas.fm/wisspodweihnacht-13/
*Sodom und Gomorra? Höre auch:
#WissPodWeihnacht 5: Bröckelnde Beweise: Was hat Sodom und Gomorra zerstört? mit AstroGeo
Mehr
08.12.2025
60 Minuten
Die Retorten der entfesselten künstlichen Intelligenzen produzieren rund um die Uhr alle Arten von Inhalten – Pardon, „Content“ - in Mengen, für die früher Tausende von Autor/innen hunderttausende Stunden hätten arbeiten müssen. Musik, Texte, Bilder quellen aus dem Browser wie gebratene Tauben und sie werden von findig entwickelten Bots optimiert und in die Trefferlisten der Suchmaschinen hineingepresst.
Als Bewohner dieses zweifelhaften Schlaraffenlands müssen wir nichts mehr tun. Alles schreibt, komponiert, textet und gestaltet sich im Nu, in beliebigen Mengen, wie von Geisterhand. Versteht sich von selbst, dass es hier nicht um Qualität oder Wahrheit, sondern um Aufmerksamkeit und Reichweite geht.
„AI-Slop“ oder „KI-Slop“ nennt man diesen lautlosen Content-Tsunami und so nimmt es nicht Wunder, wenn es mittlerweile Menschen gibt, die das Internet quasi für tot erklären oder seinen nahen Untergang voraussagen, tot und begraben unter …KI-Slop! Einmal mehr fragen wir uns, woher das kommt und ob all das wirklich eine gute Idee ist. Immerhin haben alle historischen Utopien des Schlaraffenlands sich für die zwiespältige Wirkung eines solchen Überflusses interessiert: Man könnte sagen: Es ist viel, es ist einfach und bequem, aber es degeneriert ziemlich schnell...
Hier geht's zum Blog auf achwas.fm
Zum Episodenbild:
Pieter Brueghel der Ältere hat diese weltberühmte Vision des Schlaraffenlands 1576 gemalt. Ein Ritter, ein Bauer und ein Gelehrter liegen - vom vielen Genuss schon leicht adipös aufgequollen - unter einem Baum und warten darauf, dass die dort bereitgestellten Köstlichkeiten sich von selbst auf den Weg zu ihnen machen. Die Kombination von Überfluss und Trägheit entspricht natürlich der Moral des ausklingenden Mittelalters, doch als Allegorie für KI-Slop können wir uns kaum etwas Besseres vorstellen.
Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Schlaraffenland_(Bruegel)#/media/Datei:Pieter_Bruegel_d._%C3%84._(1525-1569)_-_Das_Schlaraffenland_-_8940_-_Bavarian_State_Painting_Collections.jpg
Als Bewohner dieses zweifelhaften Schlaraffenlands müssen wir nichts mehr tun. Alles schreibt, komponiert, textet und gestaltet sich im Nu, in beliebigen Mengen, wie von Geisterhand. Versteht sich von selbst, dass es hier nicht um Qualität oder Wahrheit, sondern um Aufmerksamkeit und Reichweite geht.
„AI-Slop“ oder „KI-Slop“ nennt man diesen lautlosen Content-Tsunami und so nimmt es nicht Wunder, wenn es mittlerweile Menschen gibt, die das Internet quasi für tot erklären oder seinen nahen Untergang voraussagen, tot und begraben unter …KI-Slop! Einmal mehr fragen wir uns, woher das kommt und ob all das wirklich eine gute Idee ist. Immerhin haben alle historischen Utopien des Schlaraffenlands sich für die zwiespältige Wirkung eines solchen Überflusses interessiert: Man könnte sagen: Es ist viel, es ist einfach und bequem, aber es degeneriert ziemlich schnell...
Hier geht's zum Blog auf achwas.fm
Zum Episodenbild:
Pieter Brueghel der Ältere hat diese weltberühmte Vision des Schlaraffenlands 1576 gemalt. Ein Ritter, ein Bauer und ein Gelehrter liegen - vom vielen Genuss schon leicht adipös aufgequollen - unter einem Baum und warten darauf, dass die dort bereitgestellten Köstlichkeiten sich von selbst auf den Weg zu ihnen machen. Die Kombination von Überfluss und Trägheit entspricht natürlich der Moral des ausklingenden Mittelalters, doch als Allegorie für KI-Slop können wir uns kaum etwas Besseres vorstellen.
Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Schlaraffenland_(Bruegel)#/media/Datei:Pieter_Bruegel_d._%C3%84._(1525-1569)_-_Das_Schlaraffenland_-_8940_-_Bavarian_State_Painting_Collections.jpg
Mehr
Über diesen Podcast
Der ultimative Wissenschaftspodcast zur Digitalisierung unserer
Welt. Geschichten über das Leben mit Web und App, Social Media,
Smartphones, Gamification, Sprachassistenten, Targeting, Virtual
Reality, künstlicher Intelligenz, Daten, Online-Shopping,
Influencern, Algorithmen. Von Experten - für jedermann/frau: Der
Data Scientist Hans-Werner Klein und der Psychologe und Online
Professor Dr. Thomas Wirth kennen die Geschichten hinter den
Pixeln. Auch zum Nachlesen mit allen Shownotes und zusätzlichen
Informationen auf https://www.achwas.fm
Kommentare (0)
Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.