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Grüne Wirtschaft für Morgen: Circular Economy Archiv

272 Episoden
18 Minuten
Kunststoff ist aus unserem Alltag nicht wegzudenken – und genau darin liegt das Problem. Ob Verpackungen, Konsumgüter oder Industrieprodukte: Überall begegnet uns Plastik. Doch wie gehen wir als Gesellschaft mit diesem Material um, das zwar praktisch, aber ökologisch hochproblematisch ist? Heute nehmen wir das sogenannte Polyproblem Kunststoff unter die Lupe – ein Begriff, der die Vielzahl miteinander verwobener Herausforderungen rund um Kunststoff beschreibt: von Umweltbelastung über Recycling bis hin zu politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.


Ein aktueller Impuls zu diesem Thema kam letzte Woche von der Röchling Stiftung, die sich seit Jahren für einen verantwortungsvollen Umgang mit Kunststoff einsetzt. Die Stiftung fördert Projekte, die systemische Lösungen entwickeln, also solche, die nicht nur Symptome bekämpfen, sondern an den Ursachen ansetzen. Beim Polyproblem-Camp brachte sie Expert:innen und Entscheidungsträger:innen zusammen, um gemeinsam neue Ansätze zu diskutieren. Auch Eveline war vor Ort und hat spannende Eindrücke mitgebracht, die wir in dieser Folge aufgreifen werden.


Ein besonders interessantes Beispiel für innovative Kunststoffpolitik kommt aus Frankreich: Die Regierung belohnt dort den Einsatz von recyceltem Kunststoff in Verpackungen mit einer finanziellen Prämie. Die Höhe der Kompensation richtet sich nach dem Rezyklatanteil und ist gesetzlich geregelt – ein klarer Anreiz für Hersteller, auf nachhaltigere Materialien zu setzen. Das Ziel besteht darin, die Kreislaufwirtschaft zu stärken und den Anteil von Einwegkunststoff drastisch zu reduzieren.


Doch ließe sich ein solches Modell auf Deutschland übertragen? Immerhin verfügen wir bereits über ein etabliertes duales System sowie ein EPR-System. Die strukturellen Voraussetzungen wären also vorhanden. Ob dieses Modell für Deutschland geeignet wäre oder ob es vielleicht eine bessere Alternative gibt, besprechen wir in dieser Folge. Dabei haben wir die Frage im Hinterkopf: Welche politischen und wirtschaftlichen Stellschrauben müssen wir drehen, um das Polyproblem Kunststoff wirklich zu lösen?


Viel Spaß beim Zuhören!





Weitere Links:


Packaging journal: Frankreich honoriert Rezyklateinsatz in Verpackungen (15. September 2025) Mein Frankreich: Plastik-Recycling in Frankreich Frontal vom 30. September 2025: Was bringt Mülltrennung in Deutschland? (2. Beitrag ab Minute 09:42)
28 Minuten
Green Tech ist längst mehr als ein Trend – es ist ein zentraler Wachstumsmotor für die deutsche Wirtschaft. In dieser Folge sprechen wir über die wichtigsten Erkenntnisse aus dem aktuellen Green Tech Atlas 2025 der Bundesregierung. Der Atlas zeigt: Bereits heute arbeiten mehr als drei Millionen Menschen in Deutschland im Bereich grüner Technologien, und die Branche trägt maßgeblich zum Bruttoinlandsprodukt bei.


Wir beleuchten die sieben vom Umweltbundesamt definierten Leitmärkte – von Energieeffizienz über nachhaltige Mobilität bis zur Circular Economy – und diskutieren die größten Innovationspotenziale und Herausforderungen. Außerdem werfen wir einen Blick auf die drei Zukunftsszenarien bis 2045, die Rolle Deutschlands im internationalen Vergleich sowie die Bedeutung von Innovation, Mittelstand und Bildung für die weitere Entwicklung der Branche.


Wer wissen möchte, wie Green Tech unseren Alltag prägt und welche Chancen und Herausforderungen auf dem Weg zur nachhaltigen Wirtschaft warten, ist in dieser Folge genau richtig.


Viel Spaß beim Zuhören!
22 Minuten
What does it take to build the green cities of tomorrow? In this episode, we discuss the AGYLE 2025 workshop in Berlin, which brought together young leaders from various sectors to explore the future of sustainable urban development. Focusing on the vision of 'ECOTOPIA', the workshop addressed the four key systems identified by the European Environment Agency (EEA) in its report 'Imagining a Sustainable Europe in 2050': food, mobility, the built environment and energy.


Eveline shares some insights from the workshop, where the essential characteristics of green cities were discussed, and reflects on why this topic is more relevant than ever, both in Germany and worldwide. We also address the challenges of greenwashing and the importance of accountability. Last but not least, we want to offer advice to the next generation of urban innovators.


Tune in for an inspiring conversation about the opportunities and obstacles on the path to creating greener, more inclusive cities!





Further links:


Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS): How green is a “Green City”? A review of existing indicators and approaches (December 2016)
22 Minuten
Welche wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen gibt es auf dem Weg zur Klimaneutralität? Kurz gesagt: Nichtstun wird teuer. Besonders im Finanzsektor zeigen sich gravierende Fehlentwicklungen, die den Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft gefährden.


Laut dem Flagship Report 2025 des European Climate Neutrality Observatory bleibt die EU zwar grundsätzlich auf Kurs, doch der Fortschritt ist zu langsam – insbesondere im Bereich der Finanzierung. Fehlende Investitionsanreize, steigende Subventionen für fossile Energien und ein Rückgang der Unterstützung für erneuerbare Technologien führen zu einem gefährlichen Investitionsstau. Die Folge: Der Ausbau von Windkraft, Gebäudesanierungen und Elektromobilität bleibt deutlich hinter den Zielen zurück.


Der IMK Policy Brief Nr. 197 (2025) zeigt jedoch, dass sich Klimaneutralität bis 2050 auch ökonomisch rechnet – vorausgesetzt, es wird konsequent investiert. Ein EU-weiter Investitionsfonds könnte jährlich rund 170 Milliarden Euro mobilisieren und damit nicht nur die Dekarbonisierung beschleunigen, sondern auch kurzfristige BIP-Verluste abfedern.


Auch der WWF warnt in Transformation finanzieren (2025): Die Transformation ist dringend notwendig, doch Unsicherheit und politische Strategielosigkeit bremsen Investitionen aus. Besonders kleine Unternehmen und Haushalte mit geringem Einkommen haben oft keinen Zugang zu klimafreundlicher Finanzierung. Die WWF-Analyse fordert daher verlässliche Rahmenbedingungen, gezielte Förderinstrumente und eine ehrliche Debatte über die Kosten des Nicht-Handelns.


Die zentrale Botschaft lautet: Der Finanzsektor muss jetzt in Resilienz investieren – nicht nur, um Klimaschutz zu ermöglichen, sondern auch, um wirtschaftliche Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern. Denn die Kosten der Untätigkeit übersteigen die notwendigen Investitionen bei Weitem.


Viel Spaß beim Zuhören!
30 Minuten
Ob Windrad, Smartphone oder Elektroauto – unsere Zukunftstechnologien sind auf Rohstoffe angewiesen, die oft aus weit entfernten Ländern stammen. In dieser Folge sprechen wir über Europas kritische Abhängigkeit von Rohstoffen wie Lithium, Kobalt und Seltenen Erden. 


Wir beleuchten, wie die EU mit dem „Critical Raw Materials Act“ gegensteuern will, welche strategischen Projekte bereits angelaufen sind und warum Recycling und Kreislaufwirtschaft dabei eine Schlüsselrolle spielen. Außerdem geht es um die geopolitischen Risiken, die sozialen und ökologischen Folgen des Rohstoffabbaus und die Frage, ob Bergbau wirklich nachhaltig sein kann. 


Viel Spaß beim Zuhören!


 


Weiterführende Links zum Thema:


ARTE: Das Rohstoff-Dilemma - Mit Bergbau aus der Klimakrise? European Commission: Selected strategic projects Germany Trade & Invest: EU startet Initiative zur Bevorratung strategischer Rohstoffe (22.07.2025) Produktion: Kritische Rohstoffe: Kann Europa den Bergbau wiederbeleben? (03. Februar 2025) BUND: Warum brauchen wir eine Ressourcenwende? NABU: Rohstoffgewinnung gefährdet die biologische Vielfalt
16 Minuten
Extreme Hitze in Städten ist schon lange kein Sommerphänomen mehr, sondern eine reale Bedrohung für die Gesundheit, die soziale Gerechtigkeit und unsere Arbeitswelt. In dieser Folge gehen wir folgenden Fragen nach: Wie verändert Hitze das Leben in der Stadt? Und welche neuen Berufsfelder entstehen durch die Notwendigkeit, urbane Räume klimaresilient zu gestalten?


Der „Urban Heat Island“-Effekt verwandelt Städte in regelrechte Wärmespeicher. Es können messbare Unterschiede von bis zu 10 °C zwischen grünen Randlagen und dicht bebauten Vierteln festgestellt werden. Die gesundheitlichen Folgen dieser „heißen Städte“ reichen von Schlafstörungen bis hin zu lebensbedrohlichen Belastungen, von denen besonders vulnerable Gruppen wie ältere Menschen, Kinder oder Menschen mit geringem Einkommen betroffen sind.


Doch Hitze trifft nicht alle gleich. Sie verstärkt soziale Ungleichheiten und stellt Kommunen vor neue Herausforderungen. Klimaanpassung wird somit zur sozialen und politischen Aufgabe und eröffnet neue berufliche Perspektiven. Ob Dachbegrünung, Schwammstadt-Konzepte oder Trinkwasserstellen: Die Maßnahmen sind vielfältig und schaffen neue Arbeitsplätze in Bereichen wie Stadtplanung, Gebäudetechnik oder Umwelttechnologie.


Außerdem gehen wir der Frage nach, was jeder Einzelne tun kann. Denn Klimaanpassung ist nicht nur eine technische und politische, sondern auch eine gesellschaftliche Aufgabe.


Viel Spaß beim Zuhören!





Weiterführende Links zum Thema:


Umweltbundesamt:


Klimawandelanpassung: Diese Berufe und Kompetenzen sind gefragt Kompetenzen für Klimaanpassung - Die Rolle der beruflichen Bildung Themenblatt Hitze in der Stadt – Eine kommunale Gemeinschaftsaufgabe


Deutsche Umwelthilfe:


Hitze-Check 2.0 in Deutschlands Städten Zweiter Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe: Mehr als 12 Millionen Menschen in deutschen Städten von extremer Hitze betroffen


Die Maus:


Wie helfen Grünflächen eine Stadt herunter zu kühlen?
21 Minuten
Wasser gilt als selbstverständlich – bis es knapp wird. In dieser Folge sprechen wir über ein Phänomen, das zunehmend zum Problem wird: die Grundwasserkrise. Was genau steckt dahinter, wie entsteht sie, und warum betrifft sie längst nicht mehr nur ferne Länder, sondern auch Regionen in Deutschland? Die Überblicksstudie Grundwasserstress in Deutschland von BUND und ISOE aus dem Jahr 2025 macht deutlich, dass bereits heute die Hälfte aller deutschen Landkreise davon betroffen ist.


Wir werfen einen Blick auf konkrete Hotspots, beleuchten die Rolle von Klimawandel und Landwirtschaft und zeigen, wie Nutzungskonflikte zwischen Trinkwasserversorgung, Industrie und Ökosystemen entstehen. Dabei wird schnell klar: Es geht nicht nur um trockene Böden, sondern um politische Verantwortung, wirtschaftliche Interessen und gesellschaftliche Prioritäten.


Doch es gibt auch Hoffnung. Denn es gibt Lösungsansätze, die bereits heute Wirkung zeigen – von Schwammstadt-Konzepten über intelligentes Wassermanagement bis hin zu innovativen Recyclingverfahren. Denn klar ist: Der Umgang mit Wasser entscheidet mit über unsere Zukunft.


Viel Spaß beim Zuhören!





Weitere Links zum Thema:


Umweltbundesamt: Grundwasserneubildung Umweltbundesamt: Grundwasser und Trinkwasser ZDF heute: Grundwasser wird in immer mehr Regionen knapp UNESCO: The United Nations World Water Development Report 2022: groundwater: making the invisible visible
19 Minuten
Plastik ist allgegenwärtig – in unseren Ozeanen, in der Luft und sogar in unserem Körper. Und dennoch bleibt ein globales Abkommen zur Eindämmung der Plastikverschmutzung weiterhin aus. In dieser Folge sprechen wir über den Weltplastikgipfel in Genf, der nach drei Jahren intensiver Verhandlungen ergebnislos endete.


Was ist schiefgelaufen? Warum konnten sich rund 180 Staaten nicht auf ein verbindliches Abkommen einigen? Und welche Rolle spielen wirtschaftliche Interessen – insbesondere die der Ölindustrie – beim Scheitern?


Wir ordnen die wichtigsten Fakten rund um den Gipfel ein: von der weltweiten Plastikproduktion und ihren Folgen über die zentralen Streitpunkte der Verhandlungen bis hin zu den unterschiedlichen Positionen der teilnehmenden Länder. Darüber hinaus beleuchten wir die Rolle der Ölindustrie, erklären, warum eine funktionierende Kreislaufwirtschaft für die Lösung des Problems entscheidend sein könnte und zeigen auf, wie sich die Plastikflut stoppen ließe, sollte die Politik keine Einigung finden.


Viel Spaß beim Zuhören!





Weiterführende Links:


HELCOM zdfheute: Globales Abkommen gegen Plastikmüll gescheitert (15.08.2025) Deutschlandfunk: Der Kampf gegen die Plastikflut geht weiter (15.08.2025) MDR: "Jeder wartet, dass der andere den ersten Schritt tut": Die Suche nach Lösungen in der Plastikkrise (15.08.2025) Utopia: Baden im Müll? Karte zeigt, wo Reisende im Plastik schwimmen (01.08.2024)
17 Minuten
In der letzten Episode unserer Podcast-Reihe „der Weg zur wasserintelligenten Stadt” richten wir den Blick über technische Lösungen hinaus und wenden uns gesellschaftlichen Visionen zu. Wie können wir unter den Bedingungen des Klimawandels weiterhin gut leben, mobil sein, bauen und Ressourcen gerecht verteilen? Die Europäische Umweltagentur (EEA) hat dazu vier Zukunftsszenarien entwickelt, die wir in dieser Folge diskutieren werden.


Warum benötigen wir Utopien? Sie helfen, den Möglichkeitsraum zu erkunden und konkrete Handlungsoptionen zu erkennen. In ihrem Foresight-Report Imagining a sustainable Europe in 2050 zeigt die EEA, wie sich Europas zentrale Systeme – Ernährung, Mobilität, Energie und Städtebau – unter verschiedenen Impulsgebern entwickeln könnten.


Es gibt vier mögliche Wege in die Zukunft: Ob Staat, EU, Wirtschaft oder Zivilgesellschaft – jede Akteursgruppe bringt eigene Stärken und Herausforderungen mit. Die Szenarien reichen von staatlich kontrollierter Nachhaltigkeit und EU-weiter Top-Down-Governance bis hin zu innovationsgetriebener Kreislaufwirtschaft und lokalem Handeln durch die Zivilgesellschaft.


Was bedeutet das konkret?


Lebensmittelversorgung: Staatlich regulierte Preise sichern die Versorgung, wirken jedoch bürokratisch. Unternehmen setzen auf urbane, vegane Produktion mit innovativen Methoden. Die Kreislaufwirtschaft macht Umweltkosten sichtbar, schafft aber auch soziale Spannungen. Die Zivilgesellschaft fördert die Selbstversorgung durch gemeinschaftlichen Anbau und Tauschsysteme. Mobilität: Die Staaten entwickeln sozial gerechte und autonome Verkehrssysteme. Die EU legt den Fokus auf Barrierefreiheit und eine faire Verteilung. Die Kreislaufwirtschaft ermöglicht regionale Logistiklösungen mit ökologischer Preisgestaltung. Zivilgesellschaftliche Ansätze fördern emissionsfreie Mikromobilität und solidarische Sharing-Konzepte. Stadtentwicklung: Der Staat setzt auf Renovierung und fördert gemeinschaftliches Wohnen. Die EU reguliert den Markt für bezahlbares Eigentum. Unternehmen treiben biophiles Design und ressourcenschonende Architektur voran. Die Zivilgesellschaft gestaltet naturverbundene, kooperative Nachbarschaften.


Wir nehmen mit, dass die Wahrheit nicht in einem einzigen Modell liegt, sondern in der Kombination. Staatliche Eingriffe, wirtschaftliche Innovationen, EU-weite Regulierung und zivilgesellschaftliches Engagement sind gemeinsam gefragt, um eine resiliente und gerechte Zukunft zu gestalten.


Diese Folge lädt dazu ein, über die eigene Rolle nachzudenken: Wie wollen wir morgen leben – und was können wir heute dafür tun?


Viel Spaß beim Zuhören!
20 Minuten
Wie können sich Städte und Regionen gegen Extremwetter wappnen und Wasser gleichzeitig als wertvolle Ressource nutzen? In dieser Episode unserer Podcast-Reihe „der Weg zur wasserintelligenten Stadt“ tauchen wir in die Zukunft des urbanen Wassermanagements ein – von Net-Zero-Konzepten über modulare Versickerungssysteme bis hin zu digitalen Steuerungslösungen.


Warum sind neue Konzepte überhaupt nötig? Versiegelte Flächen und überlastete Kanalisationen zeigen: Die klassische Regenwasserableitung reicht nicht mehr aus. Jeder Tropfen zählt und sollte dort versickern, wo er fällt. Die Neue Zürcher Zeitung erklärt, warum viele Länder Europas ein neues Wassermanagement benötigen.


Um den aktuellen technischen Stand zu veranschaulichen, stellen wir euch Systeme wie Stormwise, den D-Raintank 3000 und die D-Rainclean-Substratsysteme vor. Sie zeigen, wie urbane Räume Wasser speichern, reinigen und wiederverwenden können – selbst bei begrenztem Platz und hoher Belastung. Dabei stehen Planende vor neuen Herausforderungen. Versickerung, Retention und Gründächer müssen von Anfang an mitbedacht und gestalterisch integriert werden. Erfolgreiche Beispiele wie der Water Square in Rotterdam oder das Kronsberg-Quartier in Hannover zeigen, wie das gelingen kann.


Doch wie sieht es in Forschung und Politik aus? Mit der Wasserstrategie des BMUV und dem BMBF-Programm „Wasser: N“ werden Renaturierung und Innovation gefördert. Auf EU-Ebene entsteht ein integrierter Rahmen für Klimaresilienz und Risikomanagement – mehr dazu hier.


Die Stadt der Zukunft ist vernetzt, naturbasiert und digital gesteuert. Sie speichert, reinigt und nutzt Wasser intelligent, um ihre Resilienz und Lebensqualität zu erhöhen. Das ist Wasserwirtschaft 4.0.


Viel Spaß beim Zuhören!
27 Minuten
In dieser Episode unserer Podcast-Reihe „der Weg zur wasserintelligenten Stadt” beschäftigen wir uns mit akuten Maßnahmen, die Städte und Regionen bei drohendem Hochwasser oder Starkregen ergreifen können. Während sich die vorherige Folge mit langfristigen Konzepten wie der Schwammstadt befasste, stehen heute schnelle, praktische Lösungen im Fokus, die Schäden verhindern und Leben schützen können.


Was sind Akutlösungen? Akutlösungen sind kurzfristig einsetzbare Schutzmaßnahmen, die von semi-stationären Hochwasserschutzsystemen bis hin zu mobilen Pumpen reichen. Sie kommen dort zum Einsatz, wo Wasser schnell und unkontrolliert auftritt. Dazu zählen beispielsweise:


Alu-Dammbalkensysteme und Dammtafeln zur Sicherung von Türen und Toren. Wabenplatten und Modulsysteme als widerstandsfähige Barrieren. Magnetschotts für eine einfache und schnelle Montage. Pumpsysteme mit universellen Anschlüssen zur raschen Entwässerung.


Für den großflächigen Uferschutz und die Erosionssicherung eignen sich unter anderem AquaRockBags. Die mit Steinen gefüllten Säcke trotzen hohen Fließgeschwindigkeiten und stabilisieren gefährdete Flächen – sogar unter Wasser.


Was können Hauseigentümer tun? Rückschlagventile, verschließbare Lüftungsöffnungen und eine durchdachte Planung der Haustechnik sind essenziell. Mit dem Hochwasser-Quickcheck lässt sich die Gefährdung des eigenen Gebäudes schnell und einfach einschätzen. Entscheidend sind zudem Frühwarnsysteme und regelmäßige Wetterbeobachtung. Warn-Apps wie KATWARN leisten dabei wertvolle Dienste. Ebenso wichtig sind Schulungen, Übungen und klare Verhaltensregeln, beispielsweise nicht in Keller oder Tiefgaragen zu gehen, wenn Wasser droht.


Akutlösungen sind keine Zukunftsmusik, sondern ein zentraler Bestandteil realistischer Hochwasserstrategien. Sie ergänzen langfristige Konzepte und helfen dabei, Städte resilienter zu gestalten. In den kommenden Folgen stellen wir weitere Projekte und Maßnahmen auf dem Weg zur wasserintelligenten Stadt vor.


Viel Spaß beim Zuhören!
22 Minuten
In dieser Episode der Podcast-Serie „der Weg zur wasserintelligenten Stadt“ gehen wir der Frage nach, ob das Konzept der Schwammstadt noch eine Zukunftsvision ist oder bereits gelebte Realität. Ausgangspunkt ist die 7. Starkregenwerkstatt in Andernach, ein Ort des Austauschs und der Inspiration für eine klimaresiliente Stadtentwicklung.


Was ist eine Schwammstadt? Anstatt Regenwasser schnell abzuleiten, speichert die Schwammstadt es dort, wo es fällt. Durch Versickerung, Verdunstung und Wiederverwendung wird Wasser als wertvolle Ressource genutzt, um Überflutungen vorzubeugen, urbane Räume zu kühlen und das Grundwasser zu stärken. Das steigert nicht nur die Lebensqualität, sondern macht Städte auch widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels.


Blau-grüne Infrastrukturen wie Entsiegelung, Begrünung und Retentionsflächen sind dafür essenzielle Elemente. Sie unterstützen den Wandel von versiegelten Flächen zu lebendigen, wasserintelligenten Lebensräumen. Erste Umsetzungen lassen sich bereits beobachten. Gründächer, Fassadenbegrünungen und die Nutzung von Regenwasser sind vielerorts Realität. In China entstehen ganze Stadtteile nach dem Schwammstadt-Prinzip, wie etwa der Mangrovenpark in Sanya.


Der Wandel erfordert ein grundlegendes Umdenken: Flächen müssen entsiegelt, Regenwasser muss bewusst eingeplant und es müssen neue Grünräume geschaffen werden. Dabei stellen sich zentrale Fragen zur Governance, Finanzierung und Pflege, und es gilt, Nutzungskonflikte zu lösen.


Die Schwammstadt ist längst mehr als ein theoretisches Konzept, sie ist Teil der realen Stadtentwicklung. In den kommenden Episoden nehmen wir konkrete Maßnahmen, lokale Projekte und innovative Ansätze genauer unter die Lupe.


Viel Spaß beim Zuhören!





Weitere Links zum Thema Schwammstadt:


BDEW: Das Schwammstadtkonzept macht unsere Städte resilienter Infoplattform Schwammstadt // Sponge City: Sammlung guter Beispiele Zentrum KlimaAnpassung: Das Schwammstadtkonzept (Video) Klima.bayern: Prinzip Schwammstadt – So können wir unsere Städte klimafit machen (Video)
16 Minuten
Bei der 7. Starkregenwerkstatt in Andernach wurde deutlich: Der Umgang mit Wasser in Zeiten von Starkregen und Dürre erfordert neue Denkansätze. Die Veranstaltung bot praxisnahe Impulse zu Vorsorgestrategien, technischen Lösungen und naturbasierten Konzepten und legte damit den Grundstein für eine vertiefende Auseinandersetzung mit dem Thema Wasser in der Stadt.


Dieser begleitende Podcast greift zentrale Inhalte der Werkstatt auf und bildet den Auftakt zu unserer neuen Serie „der Weg zur wasserintelligenten Stadt“. In den kommenden Folgen stehen kurz- und langfristige Maßnahmen im Fokus, mit denen Städte Wasser speichern, reinigen und nachhaltig nutzen können, beispielsweise zur Kühlung, Bewässerung oder sogar als Trinkwasser.


Erkundet mit uns, wie urbane Räume wasserintelligent und klimaresilient werden können.


Viel Spaß beim Zuhören!
20 Minuten
Vier Jahre nach der verheerenden Flutkatastrophe im Ahrtal kamen Wissenschaftlerinnen, Ingenieurinnen sowie Vertreterinnen von Wirtschaft und Betroffenenverbänden aus Deutschland, den Niederlanden, Italien und Spanien zu einer besonderen Veranstaltung zusammen. Ziel war es, der Ereignisse des Jahres 2021 zu gedenken und konkrete Wege für eine verbesserte europäische Zusammenarbeit im Umgang mit klimabedingten Krisen zu diskutieren.


Dieser begleitende Podcast gewährt Einblicke in die Exkursion im Ahrtal sowie in die Diskussionen und Workshops, die an der Umweltlernschule Plus des AWB Niederzissen und am RheinAhrCampus Remagen stattfanden. Moderiert wurde die Veranstaltung von Eveline Lemke, die durch das Programm führte und zahlreiche Gespräche mit den Teilnehmenden begleitete. Besonders eindrucksvoll war der Austausch mit Gästen aus Valencia, die ihre Erfahrungen mit Flutereignissen in Spanien in dem emotionalen Video Die Arbeit von Las Provincias während Dana sowie in Vorträgen teilten – sie setzten damit ein starkes Zeichen für europäische Solidarität.


Weitere Informationen zur Veranstaltung und zu den Vorträgen sind in unserem Blogbeitrag zu der Veranstaltung zu finden. Dort sind Details zu den drei Veranstaltungstagen sowie die Präsentationen der Referierenden abrufbar.


Viel Spaß beim Zuhören!
13 Minuten
Eine Entscheidung der EU-Kommission sorgt für Aufmerksamkeit: 15 große Automobilhersteller und der Branchenverband ACEA (European Automobiles Manufacturers' Association) wurden mit einer Geldbuße von insgesamt 458 Millionen Euro belegt. Grund dafür sind illegale Absprachen beim Recycling von Altfahrzeugen, die über einen langen Zeitraum hinweg getroffen wurden.


Konkret geht es darum, dass sich die Beteiligten offenbar darauf verständigt hatten, Demontagebetriebe nicht zu vergüten und Verbraucher:innen nicht transparent darüber zu informieren, wie viel recyceltes Material tatsächlich in Neuwagen enthalten ist. Ziel war es, Kosten zu sparen und dabei sowohl den Wettbewerb als auch Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft zu vernachlässigen.


In der aktuellen Folge werfen wir einen genauen Blick auf die Funktionsweise des Kartells und gehen der Frage nach, wie eine solche Wettbewerbsabsprache so lange unentdeckt bleiben konnte. Dabei beleuchten wir auch die Rolle des Branchenverbands ACEA, der laut EU-Kommission aktiv an der Koordinierung beteiligt war. Außerdem sprechen wir darüber, warum es beim Thema Recycling nicht nur um Umwelt geht und warum man einen langen Atem braucht, wenn man wirklich etwas verändern will.


Viel Spaß beim Zuhören!





Auf diese Berichterstattung sind wir durch das RECYCLING magazine (Ausgabe 02/2025) aufmerksam geworden. Der Bericht ist zudem direkt bei der Europäischen Kommission zu finden.