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Stadt, Land, Krise Archiv

98 Episoden
30 Minuten
2019 hat sich das Katholikinnen-Netzwerk Maria 2.0 in Münster gegründet, heute gibt es in vielen Städten lokale Vertreterinnen. In München ist da etwa Tanja Daubner: Sie möchte, dass sich die katholische Kirche verändert, öffnet, für Frauen in den Weiheämtern und für Homosexuelle. Der aktuelle Missbrauchsskandal, in dem ein detailliertes Gutachten eine Vielzahl an Fällen belegt und einmal mehr hohe Kirchenmänner des Verschweigens und Wegsehens beschuldigt werden, entsetzt auch sie; auch dass "Versehen" des eremitierten Papstes Benedikt. Im Gespräch mit Laura Freisberg und Barbara Streidl geht es um die Verbundenheit, die Daubner nach wie vor für die katholische Kirche und ihren Glauben spürt, und um eine neue Weltkirche, für die die Organisation Maria 2.0 eintritt.
30 Minuten
Ein Blick auf die Ausgewogenheit unseres Gesundheitswesens: Wird da geschaut, wer erkrankt, ob Mann oder Frau? Und wie ist es beim von KI, von Künstlicher Intelligenz, bei Diagnosen, der Entwicklung von Medikamenten usw.? Die Ärztin und Epidemiologin Brigitte Strahwald, die auch im bundesweiten Netzwerk Shehealth aktiv ist, bestätigt: Wir brauchen eine Quote. Und zwar nicht nur fürs Personal und für Schlüsselpositionen, sondern auch für die Künstlichen Intelligenzen. Denn auch bei den vermeintlich geschlechtslosen Algorithmen einen Gender Bias, bedingt durch die meisten Untersuchungen, die mit weißen, männlichen Probanden im mittleren Alter zusammenarbeiten.
28 Minuten
Barbara will nach Island reisen - Laura hat gleich ein paar Buchtipps für sie. Laura will nicht planen, weil Pläne - Corona-bedingt - oft zerkreuzt werden, möchte aber mit Garten und Hochbeet "zusammenarbeiten" - Barbara empfiehlt eine Regenjacke fürs Hochbeet im Falle von ungeplanten Regengüssen... Mit dabei sind auch die Vorfreude-Nachrichten von Anja, Ellen und Jasmin, die über Politik, die neue Koalition, feministische Außenpolitik und die Lust am Reisen nachdenken: Danke fürs Mitmachen!
30 Minuten
Dann, wenn das Jahr am dunkelsten ist, weil die Tage am kürzesten sind, feiern manche die Rauhnächte: In den Nächten zwischen Heiligabend und Dreikönigstag geht es ums Ordnung schaffen in Haus (und Hof) - und dem Selbst. Was dahinter steckt, welche Rolle das “Räuchern” dabei spielt und warum Frau Holle so große Zähne hat, darüber sprechen Laura Freisberg und Barbara Streidl in dieser Episode mit Jasmin Matzakow: Die Schmuckkünstlerin ist neu im Frauenstudien-Vorstand - und hat die Rauhnächte bereits gefeiert. Auch mit dabei: Sabine Friesch von der Blumenschule Schongau. Sie sagt, in den Rauhnächten geht es darum, die Alltagsarbeit ruhen zu lassen.
32 Minuten
Die niemals endende To-do-Liste. Die nur länger wird, und niemals abgearbeitet ist. All das, was noch ansteht mit Familie, Haushalt, Job, Beziehung, Kindergeburtstag, Wäsche, Kühlschrank, Schwiegermutter, Einkaufen für den Bruder, der ist in Quarantäne, schnell noch die Betten beziehen … Frauen, so Patricia Cammarata, deren Buch “Raus aus der Mental Load Falle” zu Recht ein Bestseller ist, muss das Wort eigentlich gar nicht erklärt werden - sie wissen ziemlich schnell und ganz genau, was das bedeutet. Ist Mental Load ein Frauenproblem? Das sich lösen lässt, wenn die Partner der Frauen mehr anpacken? Haben Menschen ohne Kinder auch diese Sorgen? Darüber haben Laura Freisberg und Barbara Streidl mit der Autorin und Psychologin Patricia Cammarata gesprochen.
29 Minuten
Jede dritte Frau hat mindestens einmal in ihrem Leben Gewalt erfahren. Das war die Nachricht, die uns am Internationalen Tag der Gewalt gegen Frauen - dieses Jahr am 25. November 2021 - morgens geweckt hat. Jede dritte Frau. Eine davon heißt Saskia. Sie hat die Gewalt nicht überlebt. TRIGGERWARNUNG: In diesem Podcast geht es um Gewalt gegen Frauen. Wer davon betroffen ist, kann durch das folgende retraumatisiert werden. Tatjana Thamerus hat gemeinsam mit Burkhard Dabinus für den Bayerischen Rundfunk einen siebenteiligen Podcast gemacht über die Geschichte von Saskia - sie ist Burkhards Cousine. Die Spuren, die sie gefunden haben, zeugen von einer Struktur der Gewalt gegen Frauen, die strukturell toleriert wird.
24 Minuten
Spielverderberin. Killjoy. Darum, um die feministische Spaßbremse, die Suffragette, die “Emanze” geht es diesmal. Laura Freisberg und Barbara Streidl betrachten das Dilemma der der Erziehung, dass viele Menschen, vor allem Frauen, eben nicht so wahrgenommen werden wollen und deshalb auch dann noch lächeln, wenn ihnen eigentlich nach schimpfen, fluchen oder heulen zu Mute ist. Einen Gegenentwurf dazu ist die femistische Killjoy, die auch die Sozialwissenschaftlerin Franziska Schutzbach wieder heraufbeschwört. Und dass der Feminismus im Laufe der Zeit genügend gelächelt hat (bzw. die feministischen Aktivist*innen), daran erinnert uns Andi Zeisler, US-amerikanische Autorin.
32 Minuten
Das bisschen Haushalt? Hausarbeit muss gemacht werden. All das Putzen und Aufräumen, Entkalken und Flicken, Einkaufen und Kochen. Jeden Tag aufs Neue. Die Hausarbeit muss geschlechtergerecht geteilt werden, fordern viele. Stimmt. Aber auch wenn sie 50:50 aufgeteilt wird, ist sie immer noch da und nicht unbedingt erwünscht. Warum das so ist, darüber geht es in dieser Episode: Laura Freisberg und Barbara Streidl, die in ihren Haushalten jeweils genau die Hälfte der anstehenden Arbeit verrichten, also eigentlich in einem feministischen Glückseligkeitszustand angekommen sind, stehen vor dem nächsten Dilemma: Es nervt. Es macht keinen Spaß. Es ist nie abgeschlossen. Und: Es ist ökonomisch gesehen wertlos. Dahinter steckt natürlich wieder einmal die kapitalistisch-patriarchale Prägung unserer Welt! "Wenn ich die Spülmaschine ausräume, wird sich niemand an meinen Namen erinnern." Aber ist das wirklich ein Problem? Was tun? Umdenken! Denn wir könnten mit unserer Hausarbeit tatsächlich den Kapitalismus untergehen lassen.
35 Minuten
“Die Geschichte des Patriarchats ist auch die Geschichte unserer Kanalisation”, sagt die Journalistin Rebekka Endler. In ihrem Buch erklärt sie, dass die Anzahl der öffentlichen Toiletten, die Frauen nutzen können, mit der ungerechten Aufteilung unserer Welt zu tun hat: Es gibt zu wenige Klos. Frauen verkneifen es sich. Sollen halt auch nicht so lange draußen sein. Und Wildpinkeln - ha! - gibt’s ja nur unter Männern. Welche Auswirkung ein patriarchales Design und der männerbezogene Fokus auf alltägliche Gegenständen, Krankheits-Diagnosen und unsere Sprache auf ein faires Miteinander aller Geschlechter hat, darum geht es in dieser Episode.
56 Minuten
Vor einem Jahr haben Laura Freisberg und Barbara Streidl aus der Krise heraus mit dem Podcast "Stadt, Land, Krise" begonnen. Um im Lockdown nicht einsam zu werden. Um weiter im Austausch zu bleiben über Themen wie schwarzer Feminismus, Ökofeminismus und Body Positivity, bis hin zum Älter-Werden und die sogenannte Hexenverfolgung. Viele Gäste waren in den einzelnen Episoden, einige auch direkt aus dem Frauenstudien-Verein - dem Verein kann übrigens bei Interesse noch beigetreten werden ;-) Zum Einjährigen haben sie eine kleine Geburtstagsfeier ausgerichtet, getestet, gelüftet und dann im EineWeltHaus in München gesprochen mit: Birgit Frank Jasmin Matzakow Cornelia Roth Susanne Spahn Einen Mitschnitt des Gesprächs, in dem sechs Frauen (plus Baby) offen über Home Office, Aktivismus, Stadtflucht, die Natur und das, nach dem sich gesehnt wird, sprechen.

28 "Hexen"

29 Minuten
Sie hat mein Vieh verhext. Sie hat meinen Sohn krank gemacht. Sie hat den Regen fortgezaubert. Sie ist mit dem Teufel im Bunde. “Hexen” wurden seit Beginn der Neuzeit bis ins 18. Jahrhundert hinein verfolgt; ihnen wurde ein Bündnis mit dem Teufel nachgesagt. Dabei ging es in der Hexenverfolgung aber nicht nur um einzelne Frauen, die am Rand der Gesellschaft lebten, Aphrodisiaka brauten oder Kräuter sammelten, sondern um alle Frauen*, sagt die Autorin und Fachfrau für Naturheilkunde Annette Kerckhoff: Auf dem Scheiterhaufen landete die Bereitschaft, sich um andere zu kümmern. Sage ich das Wort “Hexe”, so stellt euch Anführungszeichen davor und danach vor - die jahrhundertelange Verfolgung und Ermordung von Frauen, die als “Hexen” schuldig gesprochen wurden, darf nicht verniedlicht werden. Sagt Barbara Streidl. Die Verfolgung von "Hexen" wurde in der feministischen Debatte viel thematisiert - und selbstverständlich auch die dahinterliegende Misogynie erkannt und benannt. Für was steht eine Hexe heute - in der feministischen Debatte ohne Anführungszeichen, weil Hexe in diesem Kontext kein Schimpfwort ist, sondern eher eine Auszeichnung
31 Minuten
Welche weiblichen Vorbilder haben wir für die Jahre, die noch kommen? Ja, auch wir werden älter, Barbara hat die 50 fest im Blick, Laura wird dieses Jahr noch 40. Und auch wenn die große Party dazu vermutlich ausfallen wird, so ist es doch ein guter Anlass um übers Altern nachzudenken. Über Vorstellungen, die wir früher hatten, über fehlende weibliche Vorbilder und den ungnädigen Blick auf eine selbst. Im Gespräch: die Münchner Schriftstellerin Sandra Hoffmann, die mit knapp fünfzig noch Surfen gelernt hat und die sagt: wir müssen selbst die Vorbilder sein, die wir uns fürs Älter-Sein wünschen. Daneben noch Barbaras Freundin Susi, die sich vor allem davor sorgt, im Alter garstig gegenüber anderen zu werden.
33 Minuten
Teilzeitfeminismus ist ein Begriff, den die Journalistin Heike Kleen in ihrem neuen Buch “Geständnisse einer Teilzeitfeministin” aufbringt - um der Zerrissenheit zwischen Aktivismus, fordernden Texten und Nachmittagen als Hausfrau und Mutter mit den Kindern einen Namen zu geben.  Teilzeitfeministin sein heißt für sie, sich auch der persönlichen Prägung - durch die Herkunft, das Aufwachsen in einem Dorf, die eigenen Eltern - bewusst zu werden. Ebenso wie den Moment, in dem die Teilzeit angefangen hat, klar zu kennen: das Mutterwerden.  Heike erzählt in der aktuellen Episode des “Stadt, Land, Krise”-Podcasts, dass Elke Heidenreich ihr kürzlich gesagt hat, sie hätte sich bewusst gegen Kinder entschieden, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Ist das heute immer noch so? Dass ein selbstbestimmtes Leben nicht funktioniert, wenn eine Frau Mutter wird?
37 Minuten
Anna Hadzelek vom BR-Podcast "Bergfreundinnen" ist zu Gast bei "Stadt, Land, Krise" und erzählt vom Allein-Sein in den Bergen, von dummen Sprüchen beim Aufsteigen und vom "Zauber des weiblichen Lernumfeldes". Sie ist Teil der Munich Mountain Girls, einer Community für Bergsport-begeisterte Frauen, und sie schaut gern mit der Feminismus-Brille auf den Bergsport. Für Anna steht fest: Feminismen und Bergsport haben einige Parallelen! Es gibt eine Geschichte, eine Gegenwart, Vorbilder - und vor allem lässt sich auch ziemlich gut über die Bergwelt aus feministischer Perspektive nachdenken. Zum Beispiel: Gelten Geschlechterklischees auch am Berg? Was ist Mut, und wie wichtig ist es, mit den eigenen Ängsten umgehen zu lernen? Eine Podcast-Episode, die Lust aufs Rausgehen macht!
32 Minuten
"Dick". So beschreibt Alba Wilczek sich selbst. Alba ist DJ, legt demnächst im Münchner Olympiastadion auf (wow!) und arbeitet als Journalistin für den Bayerischen Rundfunk. Über das, was sie als dicke Frau in ihrem Leben so erlebt, über Fatshaming und die Body-Positivity-Bewegung, spricht sie mit Laura und Barbara: Davon, dass sie unaufgefordert Diättipps kriegt und häufig übergriffigen Kommentaren ausgesetzt ist von "Die Hose ist aber zu eng" bis zu "Iss halt weniger". Achtung: Triggerwarnung - es sind nicht viele explizite Dinge, die in diesem Podcast in Sachen "Fatshaming" genannt werden. Möglicherweise könnten diese aber doch etwas auslösen bei Menschen, die bei dieser Thematik empfänglich sind oder schon Erfahrungen mit Dickendiskriminierung gemacht haben.
Stadt, Land, Krise

Stadt, Land, Krise

Laura Freisberg und Barbara Streidl sprechen feministisch.