Stadt, Land, Krise Archiv
98 Episoden
38 Minuten
Bis heute werden viele (erfolgreiche) Filme nach diesem Muster gestrickt - obwohl es andere Geschichten gibt, andere Arten, Filme zu machen und natürlich auch eine oder mehrere andere Wirklichkeiten. Im Gespräch mit der Filmfachfrau Andrea Kuhn entdecken Laura Freisberg und Barbara Streidl, wie es möglich ist, Filme, Serien, bewegte Bildergeschichten neu zu sehen und etwas darin zu entdecken - neu im Sinne von nicht patriarchal gewohnt und geübt. Zentrales Beispiel in diesem Entdeckungsprozess ist der Film "Porträt einer jungen Frau in Flammen" von Célina Sciamma, zu dem Andrea Kuhn am 17. September 2022 einen Workshop gibt für Frauenstudien München
32 Minuten
Die niemals endende To-do-Liste. Die nur länger wird, und niemals abgearbeitet ist. All das, was noch ansteht mit Familie, Haushalt, Job, Beziehung, Kindergeburtstag, Wäsche, Kühlschrank, Schwiegermutter, Einkaufen für den Bruder, der ist in Quarantäne, schnell noch die Betten beziehen … Frauen, so Patricia Cammarata, deren Buch “Raus aus der Mental Load Falle” zu Recht ein Bestseller ist, muss das Wort eigentlich gar nicht erklärt werden – sie wissen ziemlich schnell und ganz genau, was das bedeutet. Ist Mental Load ein Frauenproblem? Das sich lösen lässt, wenn die Partner der Frauen mehr anpacken? Haben Menschen ohne Kinder auch diese Sorgen? Darüber haben Laura Freisberg und Barbara Streidl mit der Autorin und Psychologin Patricia Cammarata gesprochen.
30 Minuten
Und wie steht’s um die Geschlechtergerechtigkeit? Ein Blick auf die Ausgewogenheit unseres Gesundheitswesens: Wird da geschaut, wer erkrankt, also ob ein Mann oder Frau bestimmte Symptome zeigt? Und wie ist es beim Einsatz von KI, also der Unterstützung bei Diagnosen, der Entwicklung von Medikamenten usw. durch Künstliche Intelligenzen? Die Ärztin und Epidemiologin Brigitte Strahwald, die auch im bundesweiten Netzwerk Shehealth aktiv ist, bestätigt: Wir brauchen eine Quote. Und zwar nicht nur fürs Personal und für Schlüsselpositionen, sondern auch für die Künstlichen Intelligenzen. Denn auch bei den vermeintlich geschlechtslosen Algorithmen gibt es einen Gender Bias, bedingt durch die meisten Untersuchungen, wo weiße, männliche Personen im mittleren Alter als Probanden herangezogen werden. (Wiederholung von Episode 37)
27 Minuten
Legst du dich mit dem Milchbusen oben ohne an den Strand vom See? Laura Freisberg hat vor rund sechs Wochen ihr zweites Kind entbunden und sieht zwischen Milchbusen und Rückbildungsbauch ein Problem: Der mütterliche Körper soll in der Öffentlichkeit wenig sichtbar sein. Vor allem dann, wenn er dem westlichen Schönheitsideal nicht entspricht. Barbara Streidl erzählt ihr von Mommy Makeovers, die die Spuren einer Schwangerschaft durch plastische Chirurgie verschwinden lassen können. Für eine große Menge Geld. Keine Option - und außerdem: Sind die Spuren einer Schwangerschaft, ja, eines ganzen Lebens, nicht etwas, das sichtbar sein darf auf einem Körper?
33 Minuten
Mitte Juli findet an den Münchner Kammerspielen das Theaterfestival "Breaking the spell" statt. Zum Festival gehört ein Mitmach- und Begegnungs-Campus, der MK:Campus. Den hat Julia Maier konzipiert - und sie will Großes: Einen Ort für Austausch und Workshop anbieten, an dem vor allem junge Erwachsene, aber auch ältere Personen, gemeinsam über Auswege nachdenken. Im Gespräch mit Jasmin Matzakow und Barbara Streidl stellt Julia Maier den Campus vor und lässt auch einzelne Künstler*innen und Performanceprojekte zu Wort kommen.
31 Minuten
"Eine Feministische Außenpolitik hinterfragt, wer Macht besitzt und warum." Schreibt Kristina Lunz in ihrem Buch "Die Zukunft der Außenpolitik ist feministisch" (erschienen im Frühjahr 2022). Wie feministisch ist es, im Kriegsfall Waffen zu liefern oder einzusetzen? Und was ist mit der Vorstellung davon, dass Feministinnen Pazifistinnen sein müssen? In dieser Folge sprechen Barbara Streidl und Jasmin Matzakow (Vorständin von Frauenstudien München) über Annalena Baerbock und ihren Diskurs mit Friedrich Merz, der sie alles machen lassen möchte, aber nicht einen 100-Millionen-Euro-Etat für feministische Außenpolitik einsetzen. Wir erinnern uns an Baerbocks Antwort: "Mir bricht es das Herz und wissen Sie warum? Weil ich vor einer Woche bei den Müttern von Srebrenica war und die mir beschrieben haben, wie die Spuren dieses Krieges in ihnen drin sind. Und diese Mütter haben gesagt, damals wurde nicht gehandelt, Anfang der 90er-Jahre, als sie, als ihre Töchter, als ihre Freundinnen vergewaltigt worden sind, Vergewaltigung als Kriegswaffe nicht anerkannt war, nicht vom internationalen Strafgerichtshof verfolgt wurde. Und deshalb gehört zu einer Sicherheitspolitik des 21. Jahrhunderts auch eine feministische Sichtweise. Das ist kein Gedöns, sondern das ist auf der Höhe dieser Zeit."
25 Minuten
Die Abgrenzung von den eigenen Eltern, von der Generation, die vor uns gewaltet und geschaltet hat: Das ist das Thema dieser Episode. Mit Laura Freisberg und Barbara Streidl spricht Frauenstudien-Co-Vorständin Jasmin Matzakow. Ich will nicht werden was mein Alter ist - und meine Alte? Also meine Mutter? Offensichtlich gibt es eine unterschiedliche Abgrenzung. Gleichzeitig existieren gerade in der Emanzipation der Töchter von den Vätern nicht so viele Vorbilder - aus der Antike, auf die sich ja gern bezogen wird, fällt uns hier nur Antigone ein ...
19 Minuten
Diese Sorte Fragen wurde Barbara Streidl in den letzten Wochen häufig gestellt - von unbekannten Herren. Anrufe, Whatsapp-Nachrichten - alle wollten einen Termin vereinbaren. Ein Termin zu einem ganz bestimmten Zweck. Es ging ihnen alle um eine Art erotische Dienstleistung. Die Barbara aber nicht anbietet. Ein Missverständnis, ein Zahlendreher in einer Anzeige oder ein Prank? Im Gespräch mit Laura Freisberg und Jasmin Matzakow geht es um Datendiebstahl und ein ganz klares Statement: "Anzeigen statt löschen".
30 Minuten
Die Ärztin und Journalistin Johanna Kuroczik hat gerade ihr Buch über „Wut – Mut zum Zorn“ veröffentlicht. Für sie ist Wut ein Indikator, wenn etwas anderes schiefläuft, ungerecht ist, unerträglich ist. Doch dieser Indikator wird häufig nicht gesehen, unterdrückt – und vor allem von Frauen. Am 2. Juni kommt Johanna Kuroczik für Lesung und Gespräch nach München in die Buchhandlung "Buch & Bohne", das Gespräch moderiert die Schauspielerin und Journalistin Alexandra Martini. Mehr Infos über das Wann & Wie gibt es hier - und für die Wiederholung dieser Episode haben wir Alexandra auch nach ihrer Haltung zum Thema Wut befragt. Warum Frauen Wut nicht zeigen oder gezeigt haben, warum freundliches, ausgeglichenes Verhalten von ihnen erwartet wird und welche Wut von Schwarzen Frauen bis heute übersehen wird, darum geht es in dieser Podcast-Episode. Achtung, Spoiler: Johanna Kuroczik schreit, wenn das W-Lan oder andere unbelebte Gegenstände nicht funktionieren. Barbara Streidl wirft gerne Gläser an die Wand. Und Laura Freisberg weiß, dass in ihr jede Menge Wut existiert.
32 Minuten
Aber es gibt Lesben. Jahre nach ihrer ersten erfolglosen Google-Suche ist die Journalistin Paula Lochte nicht nur vernetzt, sie hat auch in der lesbischen Kultur, in Filmen, Serien, Magazinen, Orten und in der Gemeinschaft mit anderen ein Zuhause gefunden. Im Gespräch mit Laura Freisberg und Barbara Streidl erzählt sie von "The L-Word", warum "Twilight"-Poster auch für lesbische Teenies okay waren (Kristen Stewart!!) und was queer sein mit Freiheit zu tun hat.
32 Minuten
Seit über zehn Jahren veröffentlicht Laurie Penny Bücher, zum Beispiel “Fleischmarkt”, “Unsagbare Dinge” und “Bitch Doktrin”. Sie denkt immer wieder darüber nach, wie Kapitalismus, Patriarchat und der Glaube an eine “weiße Vorherrschaft” - also struktureller Rassismus - zusammenwirken. In ihrem neuen Buch, das sie während der Pandemie in Los Angeles geschrieben hat, ruft sie eine “Sexuelle Revolution” aus. Sie zeigt, wie die Machtstrukturen in heterosexuellen Beziehungen sich auch auf ökonomische und politische Machtverhältnisse übertragen lassen. Untertitel ihres Buches ist “Sexuelle Revolution - rechter Backlash und feministische Zukunft”. Laura Freisberg hat Laurie Penny vor ihrer Lesung im Münchner Literaturhaus getroffen und mit ihr für den Podcast gesprochen.
39 Minuten
Was haben Neonazis, Islamisten und der onkelige Cordhosen-Träger aus der Nachbarschaft gemeinsam? Es sind gekränkte Männer. Das zumindest ist die These von Tobias Haberl. Und er beschreibt dieses Phänomen mal aus der Distanz, mal als Betroffener. Als Mann, der sich seiner Privilegien allmählich bewusst wird und trotzdem noch dem Männlichkeitsbild seiner Kindheit nachtrauert. Seine Bitte: die Gesellschaft, vor allem die "Twitter-Feministinnen" sollen bitte gnädig sein mit den gekränkten Männern (zumindest den netten) und sie lieber überzeugen, als sie als Auslaufmodell zu beschimpfen. Das liefert natürlich viel Stoff für Diskussionen und deshalb haben sich Barbara Streidl und Laura Freisberg mit dem gekränkten Mann - also Tobias Haberl - bei Kaffee und Apfelsaftschorle auf ein Streitgespräch getroffen.
28 Minuten
Die Ärztin und Journalistin Johanna Kuroczik hat gerade ihr Buch über "Wut - Mut zum Zorn" veröffentlicht. Für sie ist Wut ein Indikator, wenn etwas anderes schiefläuft, ungerecht ist, unerträglich ist. Doch dieser Indikator wird häufig nicht gesehen, unterdrückt - und vor allem von Frauen. Warum Frauen nicht zeigen oder gezeigt haben, warum freundliches, ausgeglichenes Verhalten von ihnen erwartet wird und welche Wut von Schwarzen Frauen bis heute übersehen wird, darum geht es in diesem Gespräch. Achtung, Spoiler: Johanna schreit, wenn das W-Lan oder andere unbelebte Gegenstände nicht funktionieren. Barbara wirft gerne Gläser an die Wand. Und Laura weiß, dass in ihr jede Menge Wut existiert.
36 Minuten
Cat Calling ist weit verbreitet - am meisten davon betroffen sind Frauen* in ihren Zwanzigern. Die Kriminologin Laura-Romina Goede hat eine Onlinebefragung dazu gemacht, zum Einen, um ein besseres Gefühl dafür zu kriegen, wer denn nun wann und wie häufig damit konfrontiert wird. Und zum Anderen geht es ihr darum, eine mögliche Basis für eine strafrechtliche Diskussion zu schaffen: Kann Cat Calling zum Beispiel mit einem Strafzettel wie Falschparken geahndet werden? Einen anderen Weg geht die Schmuckdesignerin Susana Gomez mit ihrem Unternehmen: Laemon heißt ihr Armreif, in dem ein Notruf plus ein lauter, schriller Hilferuf eingebaut worden ist - leicht zu betätigen wann immer Frau* sich unwohl fühlt.
28 Minuten
Nach 16 Jahren hat Angela Merkel das Kanzlerinnenamt verlassen. Viele Rückschauen seither, doch ein Denkmal wollen Laura Freisberg und Barbara Streidl der ersten Kanzlerin der Bundesrepublik nicht errichten: Vielmehr geht es hier darum, sich zu erinnern - und auch das zu benennen, was eine gute Erinnerung gewesen wäre, was Merkel aber zu tun versäumt hat. Stichworte: Nachwuchsförderung, lückenlose NSU-Aufklärung oder die strukturelle Verhinderung von allen Gender Pay Gaps.