Stadt, Land, Krise Archiv
98 Episoden
35 Minuten
Frauen* im Musikbusiness, das hat es schon immer gegeben - und doch ist ihr Mitspracherecht, ihr aktives Gestalten von Songs und Konzerten, von Kompositionen und Studioaufnahmen, immer noch etwas, für das gekämpft werden muss. Um die Frau im Pop nicht auf das Mädel am Mikro, das sexy Girl im kurzen Rock, usw. zu beschränken! Wir suchen nach dem weiblichen Pop: Der nicht ausschließlich dadurch weiblich wird, dass eine Frau am Mikro steht und über Menstruation singt, sondern weil auch die Produktionsbedingungen feministisch sind. Im Gespräch mit Ann-Kathrin Mittelstraß, Musikmoderatorin im Bayerischen Rundfunk, geht es um Frauen im Pop. AK hat schon einige Spezialsendungen über “Female Pop” gemacht und plant weitere - auch wenn sie sich wünschen würde, dass das eines Tages nicht mehr nötig ist.
32 Minuten
Eigentlich ist es doch klar - Feminismus plus ökologisches Denken ergibt “Ökofeminismus”. Trotzdem fragen sich Barbara und Laura: was soll das eigentlich sein, was für Stereotype haben wir dazu im Kopf? Zwischen Marion Zimmer Bradleys “Nebel von Avalon” und “Subsistenzwirtschaft”, Kunst aus Brennesseln und der Kulturgeschichte der Kartoffel: Wir versuchen herauszufinden, ob wir nicht insgeheim schon Ökofeministinnen sind, ohne dass wir dieses Label verwenden würden. Mit einer echten Ökofeministin (Cornelia Roth), einer Schmuck-Künstlerin (Jasmin Matzkakow) und vielen Buchtipps!
28 Minuten
Bedingt durch Pandemie, Lockdown, fehlende Rausgeh- oder Wegfahrmöglichkeiten wurde viel gelesen, Bücher gekauft, online, via Click & Collect in Buchhandlungen und jetzt endlich wieder auch in echt. Wie sich die Krise auf einen kleinen Buchverlag ausgewirkt hat, erzählt Ulrike Helmer, seit 1987 Verlegerin des von ihr gegründeten Ulrike Helmer Verlags im hessischen Roßdorf. Idealismus und die Begeisterung für Bücher treiben Ulrike Helmer auch in der Corona-Zeit an. Der Ulrike Helmer Verlag veröffentlicht Romane z.B. von Carolin Schairer, Krimis etwa von Isabel Rohner und auch Sachbücher wie “Schwangerwerdenkönnen” von Antje Schrupp. Eine feministische, emanzipatorische Ausrichtung nach vorne, in die Zukunft, zeichnet den Ulrike Helmer Verlag aus - und nicht unbedingt der Wunsch, schnelle Kohle mit vielen Büchern zu machen.
33 Minuten
Polyamorie leben. Das bedeutet, dass eine Person Liebesbeziehungen mit mehreren anderen hat. Davon wissen alle Beteiligten und damit sind auch alle einverstanden. “Poly” heißt der erste Roman von Helen Klaus, Frauenstudien-Mitfrau und Feministin. Im Gespräch mit Laura Freisberg und Barbara Streidl erzählt sie von der Entstehungsgeschichte ihres Buches, also davon, wie sie ein heißes feministisches Eisen zu einer Geschichte gemacht hat.
33 Minuten
Globale Bewegungsfreiheit, Gemeinwohlökonomie, Feminismus – warum brauchen wir Utopien, Visionen, Geschichten von einem besseren Leben? Einfach mal drauflos träumen, wie das bessere Leben für alle aussehen könnte: Utopien sind nicht unrealistisch, sondern höchst politisch! Denn nur wenn wir wissen, was wir uns wünschen, können wir auch in diese Richtung aktiv werden. Das bloße Dagegen-Sein hilft eher weniger. Mit Julia Fritzsche, Journalistin und Autorin des Buchs “Tiefrot und radikal bunt” sprechen wir über positive gesellschaftliche Visionen – und darüber, warum es unmöglich ist, nicht an einen rosa Elefanten zu denken. Utopien sind wichtig, sagt Julia Fritzsche, und besonders wichtig ist es, dass wir nicht nur eine, sondern mehrere Utopien in unseren Köpfen entwickeln. Für sie sind Utopien Auswege aus einer bedrängenden Gegenwart, ein Mittel gegen die Alternativlosigkeit.
31 Minuten
Ja, auch wir werden älter, Barbara hat die 50 fest im Blick, Laura wird dieses Jahr noch 40. Und auch wenn die große Party dazu vermutlich ausfallen wird, so ist es doch ein guter Anlass um übers Altern nachzudenken. Über Vorstellungen, die wir früher hatten, über fehlende weibliche Vorbilder und den ungnädigen Blick auf eine selbst. Im Gespräch: die Münchner Schriftstellerin Sandra Hoffmann, die mit knapp fünfzig noch Surfen gelernt hat und die sagt: wir müssen selbst die Vorbilder sein, die wir uns fürs Älter-Sein wünschen. Daneben noch Barbaras Freundin Susi, die sich vor allem davor sorgt, im Alter garstig gegenüber anderen zu werden.
36 Minuten
Macht es einen Unterschied, mit wem wir in die Berge gehen? Anna Hadzelek vom BR-Podcast "Bergfreundinnen" ist zu Gast bei "Stadt, Land, Krise" und erzählt vom Allein-Sein in den Bergen, von dummen Sprüchen beim Aufsteigen und vom "Zauber des weiblichen Lernumfeldes". Sie ist Teil der Munich Mountain Girls, einer Community für Bergsport-begeisterte Frauen, und sie schaut gern mit der Feminismus-Brille auf den Bergsport. Für Anna steht fest: Feminismen und Bergsport haben einige Parallelen! Es gibt eine Geschichte, eine Gegenwart, Vorbilder - und vor allem lässt sich auch ziemlich gut über die Bergwelt aus feministischer Perspektive nachdenken. Zum Beispiel: Gelten Geschlechterklischees auch am Berg ? Was ist Mut, und wie wichtig ist es, mit den eigenen Ängsten umgehen zu lernen? Eine Podcast-Episode, die Lust aufs Rausgehen macht!
36 Minuten
Frauen, die philosophieren. Die wenigsten von ihnen bekommen den Titel Philosophin verliehen, manch eine würde sich vielleicht noch nicht einmal selbst so bezeichnen. In dem Sammelband "Philosophinnen" gibt es zwanzig von ihnen zu entdecken, Barbara und Laura haben sich fünf Frauen herausgepickt - von Hypatia über Hannah Arendt bis Sophie Bosede Oluwole, also Mathematik, Totalitarismus-Analyse und Yoruba-Philosophie. Die Philosophin Mary Midgley bezeichnet ihre Arbeit als philosophical plumbing und vergleicht Philosoph:innen mit Klempner:innen - bei Planton waren sie "Wächterinnen" des Stadtstaates.
30 Minuten
Vor vier Jahren hat Laura den Auftrag bekommen, einen Radio-Essay zum Thema "Lasst tausend Feminismen blühen" zu schreiben, mit kurzen Hörspiel-artigen Szenen. Mit Barbara spricht Laura darüber, welche Feminismen und Debatten letztendlich in ihrem Essay gelandet sind - zum Beispiel die Diskussionen zwischen radikalen Feministinnen und Querfeministinnen, die Themen Intersektionalität, Mutter-Mythen, Schwarzen Feminismus und der Unterschied zwischen Vulva und Vagina. Und es gibt ein paar outtakes zu hören, wie der sprechende pussy hut oder ein Feministinnen-Wrestling. Ein gemeinsames Nachdenken darüber, wie sich feministische Debatten in den letzten Jahren weiterentwickelt haben.
32 Minuten
Gemeinsam mit Annette Kerckhoff (im Foto links), die seit Jahren ein großes Fachwissen über Laienheilerinnen angesammelt hat, hat Barbara Streidl ein Buch geschrieben: "Ich mach das jetzt! Frauen handeln helfen heilen". Darin werden 25 Frauen vorgestellt, die alle irgendwann in ihren Leben das Bedürfnis hatten, die Dinge zu ändern. So etwa Elsa Brändström, die mit 26 Jahren über die Zustände der Krankenlager von Kriegsgefangenen so entsetzt war, dass sie Care-Rucksäcke gepackt hat, die eigenhändig nach Sibirien gebracht hat und dort so lange blieb, bis sich die Verhältnisse verbesserten. Warum diese Frauen, darunter auch Monika Hauser, Gründerin von medica mondiale und Kristina Hänel, bundesweit bekannt als Ärztin, die sich gegen das gültige Abtreibungsrecht und für die Freiheit von Frauen, über ihre Schwangerschaften zu entscheiden, einsetzt, aktiv geworden sind? In jedem Fall ist Wut ein wichtiger Motor für sie - wie Chimamanda Ngozie Adichie sie in ihrer berühmten "We should all be feminists" beschwört: "We should all be angry. Anger has a long history of bringing about positive change."
33 Minuten
Einfach mal drauflos träumen, wie das bessere Leben für alle aussehen könnte - das ist nicht unrealistisch, sondern höchst politisch! Denn nur wenn wir wissen, was wir uns wünschen, können wir auch in diese Richtung aktiv werden. Das bloße Dagegen-Sein hilft eher weniger. Mit Julia Fritzsche, Journalistin und Autorin des Buchs "Tiefrot und radikal bunt" sprechen wir über positive gesellschaftliche Visionen - und darüber, warum es unmöglich ist, nicht an einen rosa Elefanten zu denken. Utopien sind wichtig, sagt Julia Fritzsche, und besonders wichtig ist es, dass wir nicht nur eine, sondern mehrere Utopien in unseren Köpfen entwickeln. Für sie sind Utopien Auswege aus einer bedrängenden Gegenwart, ein Mittel gegen die Alternativlosigkeit. Wir wollen wissen: was sind EURE Visionen, Ideen und Wünsche für ein gutes Leben? Schreibt uns an podcast@frauenstudien-muenchen.de - wir sind gespannt!
32 Minuten
Eine charismatische Professorin, ihre engagierte Studentin Nivedita, die Göttin Kali - und ein massiver shitstorm - davon erzählt Mithu Sanyals witziger und schlauer Roman “Identitti”. Der Begriff “transgender” ist bekannt, aber kann es auch Menschen geben, die “transracial” sind? Dürfen sich Weiße dafür entscheiden, nicht mehr weiß zu sein - weil die neue Identität kulturelles Kapital verspricht? Mithu Sanyal (geboren 1971, sie lebt in Düsseldorf und hat Sachbücher veröffentlicht, über die Vulva und das Thema Vergewaltigung, daneben ist sie Autorin fürs Radio, sitzt auf vielen Podien und hat in Kulturwissenschaften über das weibliche Genital promoviert) hat sich eine deutsche Version des Falles von Rachel Dolezal ausgedacht, mit einer Professorin der Kulturwissenschaften, die sich als PoC ausgibt und Saraswati (nach einer hinduistischen Gottheit) nennt, obwohl sie eigentlich Sara Vera aus Kassel und weiß ist. Mit Barbara Streidl und Laura Freisberg spricht Mithu Sanyal darüber, warum im Frühjahr 2021 endlich die Zeit reif ist für ihren Roman, warum sie sich eine Professorin wie ihre fiktive Figur Saraswati gewünscht hätte und warum während ihres Studiums die Texte von Schwarzen Feministinnen wie bell hooks die Rettung waren.
27 Minuten
Sie transportieren aber noch ein bestimmtes Menschenbild, eine Art esoterisches Schönheitsideal. Gleichzeitig kann das Spiel mit Astrologie auch ein Element der Selbstermächtigung haben - und zwar dann, wenn ich die Autorität darüber, wie ich angeblich bin, nicht an jemand anderen abgebe. Stattdessen geht es um die Frage: Warum finde ich bestimmte astrologische Archetypen ansprechend, warum gehe ich damit in Resonanz? Wir reden über den sogenannten Barnum-Effekt ("a little something for everybody") und wie der sogar bei "seriösen" Geburtshoroskopen zutrifft, was die Planeten mit den Schlüpfen zu tun haben, und warum ein Kieselstein möglicherweise magischer ist als ein Edelstein. Mit dabei sind unsere Hörerin Susi, die als Naturwissenschaftlerin sehr kritisch gegenüber Babyhoroskopen und Tierkreiszeichen ist, und Anja, die mit ihrem astrologischen Schaffen neue Wege aus dem Patriarchat heraus sucht.
31 Minuten
"Leg dir halt eine Wärmflasche auf den Bauch!" Diesen Rat hören Frauen* oft, wenn sie über Bauchschmerzen, vor allem Menstruationsschmerzen klagen. Auch Sonja wurden oft von Wärmflaschen empfohlen - die haben aber nicht wirklich geholfen: Sonja ist an Endometriose erkrankt.
32 Minuten
Ihr habt uns eure Wünsche für 2021 geschickt. Ganz oben auf der Liste: Umarmungen. Außerdem der Wunsch, dass es nicht so weiter geht wie bisher. Wir haben gelernt, dass politische Entscheidungen möglich sind, dass die Gesellschaft Solidarität zeigen kann. Das muss doch auch in einer Zeit nach Corona möglich sein. Zum Jahreswechsel träumen wir schon mal vom Frühling: wieder im Chor singen, sich mit vielen Freund*innen gleichzeitig treffen, bis spät nachts in einer Bar abhängen, auf ein Musikfestival gehen. Aber vor allem: Freundinnen, Eltern, Geschwister mal wieder umarmen zu können. Diese und andere Gedanken haben unsere Hörerinnen uns für diese Episode geschickt - vielen Dank an Anja, Ann-Kathrin, Birgit, Judith, Elisabeth, Isabel Rohner von "Die Podcastin", Jasmin und Sonja fürs Mitmachen: Gern haben wir euren Input hörbar gemacht!