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Auto Hell Dunkel
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Nur für Gewinner Archiv

118 Episoden
26 Minuten
Porsche war aufgrund der Aktienbewertung zwischenzeitlich mehr wert als VW, was nur eines zeigt: auch der Kleine kann durchaus mehr wert sein als der Große. Und deswegen ist es auch überhaupt nicht absurd zu sagen, dass der aktuell kleinste Koalitionspartner immer noch der wertvollste ist; zumindest wenn es um die Lieferung von feinstem Satirematerial geht: und damit allerherzlichsten Glückwunsch an unsere FDP zu diesen grandiosen 4,7 Prozent in Niedersachsen. Denn mit den Wahlergebnissen von Parteien ist es wie mit alkoholischen Getränken, nur die Niedrigprozentigen sind was für echte Feinschmecker. Und da ist speziell dieser Podcast nun wirklich kein Kostverächter und setzt alles daran, um selbst die absurdesten Argumente unser freiheitsliebenden Freunde zu verteidigen. Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der thematischen Vielfalt dieser an guter Laune und hoch-intellektuellem verbalen Ping-Pong-Spielen überbordenden Episode. Außerdem: - bibeltreue Fonds - satanische Geldanlage - verzweifelte Lieferservices - sinnbefreites Argumentieren u.v.m.
27 Minuten
Folgt man Friedrich Merz, Richard-David Precht oder Harald Welzer, dann ist faktenfreies Argumentieren der letzte Schrei und pro-aktives Defacting damit die optimale Entschlackung für jeden Dikurs. Denn eines ist klar: Recherche ist der Feind Meinung, weswegen die beiden Protagonisten dieses Podcasts davon schon immer ganz gepflegt die Finger gelassen haben. Außerdem zeigt Wolfgang Kubicki durch pro-aktives Re-Framing, wie man sich juristisch stets auf sicheres Terrain begibt, zeigt das Bistum Eichstätt, wie man sich ganz grandios verzocken kann und zeigt Elon Musk, warum er sich völlig zurecht den ersten Chikumbutso der Woche gesichert hat. Denn wer es schafft, innerhalb von nur fünf Tagen der Welt einen humanoiden Roboter zu präsentieren, der nichts kann, und einen Lösungsvorschlag für den Ukraine-Krieg zur Twitter-Abstimmung freizugeben, der nichts bringt, der ist längst über alle Fakten erhaben. Was der Doppelwumms der Bundesregierung wirklich bringt, wird sich im Übrigen noch zeigen müssen. Dennoch gilt es, nach Finanz-Bazooka und Doppelwumms möglichst rasch eine neue Wortschöpfung für den nächsten großen finanzpolitischen Wurf zu finden. Selbstverständlich kommt auch hier dieser Podcast seinem Serviceauftrag nach und liefert in gewohnter Qualität. Demnach wird es in Zukunft darum gehen, Haushaltsbudgets im Habeck´schen Sinne erstmal richtig großzuf*****. Dieser Begriff wird bestimmt auch schon recht bald eines Wikipedia-Eintrags würdig sein. .
29 Minuten
Es geht um Belastungsintoleranz, passende Bademäntel für Long Covid, ob es der die oder das Fed heißt und um zeitliche Kontexte im Millisekundenkosmos. Außerdem wird erklärt, dass es ganz, ganz dolle wichtig ist, Dinge weder zuzugeben, noch zu bestreiten, denn nur so ist es möglich, dass waschechte Neoliberalisten immer die richtigen Entscheidungen treffen. Die hat auch Yvon Chouinard, Gründer und Inhaber von Patagonia getan, getroffen, indem er sein Unternehmen nicht verkauft oder vererbt, sondern an eine Umweltstiftung verschenkt hat, um Gutes zu tun. „Die Erde ist jetzt unser einziger Investor.“ Klingt das nicht schön?! Dass dem Staat durch so viel Altruismus knapp 700 Mio US Dollar Kapitalertragssteuer flöten gehen - geschenkt. Außerdem feiern Chin und Timo zusammen ihren Geburtstag, zeigen, was ein echter Chikumbutso ist und erfinden Programmtic Podcasting… Mehr geht nicht.
26 Minuten
Timo Wopp, immer noch Gewinner in Ausbildung, treibt seinen Lehrmeister Chin Meyer zu Höchstleistungen an, indem er in dieser Folge alles immer wieder auf den Kopf stellt. Aber in diesen Zeiten kann ja jeder machen, was er will. Schließlich liefert die Deutsche Post Briefe und Pakete ja auch eher nach Lust und Laune aus. VW verkauft seine Gasvorräte und verfeuert Braunkohle, Die Deutsche Bahn entschuldigt sich für ihre Fahrgäste (zurecht) und Adidas zahlt seine Miete nicht. Pech nur, wenn bei letzterem die Axel Springer AG dein Vermieter ist und bei der gestarteten Kampagne vorlebt, dass man es mit Compliance-Richtlinien grundsätzlich nicht ganz so ernst nehmen sollte. Zum Glück will Christian Lindner Imker werden, um von der Gerechtigkeit dieses schwarz-gelben Völkchens zu lernen. Die Queen ist tot. Lang lebe der Bienenkönig.
26 Minuten
Früher gab es in der Wirtschaft Leuchttürme, an denen man sich orientieren konnte, dann kamen die Einhörner, von den viele den Bach runtergehen, seitdem Geld wieder etwas kostet. Heutzutage sollte man lieber schleunigst Zombie werden, wenn man sein wirtschaftliches Forstbestehen sichern möchte. Warum? Weil man dann seine Produktion einstellen kann, ohne sofort insolvent zu gehen. Und auf einmal ergeben die viel gescholtenen Aussagen von Robert Habeck zum Thema Insolvenz totalen Sinn. Sowas können natürlich nur echte Gewinner erkennen, von denen zum Glück zwei diesen Podcast machen. Und die sind nach ihrer wohlverdienten Sommerpause auch noch hochmotiviert, gehen engagiert zu Werke, sodass das Prädikat „besonders wertvoll“ durch die Deutsche Film- und Medienbewertung wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen wird. Wie genau das wiederum mit Lanzer-Heften, Winnetou, Jörg Meuthen, Christian Lindner und der Frau von Oskar Lafontaine zusammenhängt, erschließt sich einem nur bei ganz genauem Zuhören. Die Wege der Wirtschaft sind eben unergründlich.
15 Minuten
Ein zweiter launiger Gruß aus der Sommerpause. Gewinner kritisieren nicht, Gewinner geben Feedback. Den Beweis, dass die Grenzen zwischen konstruktiver Rückmeldung und vernichtendem Verriss mehr als nur fließend sein können, tritt Timo Wopp gleich zu Beginn beim Auseinandernehmen der Vorgängerfolge an. Doch Meyer wäre nicht Chin, wenn er dadurch nicht zu Hochform auflaufen würde, um für die Hörer:innen, wie aus der Hüfte geschossen, die richtigen Bilder in die Ohren zu zaubern, um als Gewinner:innen durch die Rezession zu kommen. Dass in ebendieser ausgerechnet einige der Einhörner unter den Start-Ups als erste über die Klinge springen, überrascht bei den zum Teil hauchdünnen Geschäftsideen nur wenige. Sie waren eben genau das: Fabelwesen, die zu nichts zu gebrauchen sind und auch noch ständig gefüttert werden müssen, weil beim Grasen auf den saftigen Venture-Capital-Wiesen permanent das dämlich Horn im Weg ist. In den Nullerjahren hat man sich wenigstens noch an Leuchttürmen orientiert: schlanke, effiziente Bauten mit klarer Funktionalität und menschenrettender Wirkung bis zum Horizont. Doch segeln die meisten Unternehmen eben schon längst nicht mehr an sicheren Küsten, weswegen nach Leuchttürmen und den bekloppten Einhörnern dringend ein neues Bild zur Orientierung gefunden werden müsste. Vielleicht liegt dieses Bild in uns selbst, doch sicherlich nicht in Timo Wopp: denn der hat schon längst seine Seele verkauft, obwohl er gar keine hatte. In diesem Sinne: bis September!
12 Minuten
38 Grad im Schatten und zwei Männer im Hitzedelirium, die sich trotzdem nicht scheuen, ihren versprochenen ersten Gruß aus der Sommerpause abzuliefern. Auch wenn ihre Gehirne noch genau in ebendieser verweilen, unternimmt Chin Meyer den ehrenwerten Versuch zu beweisen, dass keine Analogie schräg genug ist, um sie nicht in einen Kalauer zu überführen, während sich Timo Wopp in erster Linie aufs Kichern konzentriert. Aber treue Hörer:innen dieses Podcasts werden diese Folge einzuordnen wissen, und alle Ersthörer:innen werden sich schon noch reinkämpfen: wollen ja schließlich auch zu den Gewinnern gehören. Trotzdem werden neben all dem Content auch Inhalte geliefert. So zeigt Timo Wopp, dass der alte Grönemeyer „Kinder an die Macht“ eigentlich durch „über Kinder an die Macht“ ersetzt werden müsste. Um an die Mächtigen in diesem Land zu kommen, kann man Influencer sein, Kabarettist oder einfach nur die Kinder in der richtigen Kita haben. Und Chin Meyer schüttelt ganz nebenbei noch aus dem Ärmel, welcher Wunderlampe sich Larry Fink von Blackrock bedient, um seinen und damit unser aller Wohlstand zu erhalten. Da wird ihm auch dieser verdammte Klimawandel nicht im Weg stehen. In diesem Sinne: bis zur
25 Minuten
Die beiden Wirtschaftshallodris von der Spree feiern Jubiläum. Doch Gewinner gratulieren sich nicht, Gewinner liefern ab und können sich auch in der fünfzigsten Folge auf gute alte Bekannte verlassen. Elon Musk bezeichnet seine Gigafabriken als gigantische Geldverbrennungsöfen und Christian Lindner will die Krisen dieser Welt mit der Bereitschaft zu mehr Überstunden bekämpfen. Good luck, Christian! We won‘t blame you for that. Die Rezepte von vorgestern, die gestern schon falsch waren, können doch in der Zukunft nicht noch falscher sein, oder so… Doch neben diesen mittlerweile schon Schutzheiligen des Podcasts können auch eine Menge neue Gewinner begrüßt werden. Carsten Spohr und seine Lufthansa konnten zwar rechtzeitig staatliche Subventionen abgreifen, aber ein erhöhtes Passagieraufkommen zu Urlaubszeiten nicht vorhersehen. Kein Personal, keine Flüge. Und so bleiben viele Reisewillige am Boden oder müssen zu Fuß Mallorca entgegen stapfen, was in Sachen nachhaltiges Reisen ein echter Winner-Move ist. Die Probleme dieser Welt können eben nur systemisch gelöst werden. Der GfK-Konsumklimaindex prognostiziert eh eine schwarze Zukunft, in der ein nächster treuer Gewinner dieser Reihe schon längst angekommen ist: der Bitcoin. Doch auch hier liegt die Lösung, wie bei Christians Vorschlag zu den Überstunden, in der Vergangenheit: Bargeld. Denn wie Prinz Charles zeigt, muss man eben nicht alles ultrakompliziert in die Blockchain einspeisen, sondern kann sich seine Millionenspenden aus Katar ganz gepflegt in der Plastiktüte übergeben lassen. Peter-Graf-Style quasi. Das ist in dieser überdigitalisierten Welt doch echt mal disruptiv. Genau wie die Documemnta, die statt bewehrte Erfolgsmodelle, wie gewissenhaftes Kuratieren, einfach mal über Bort wirft und genau dieses einer dilettantischen Underground-Gruppe aus Indonesien überlässt. So geht Zerstörung; was die beiden Protagonisten zu einem letzten, krampfhaften Versuch vor der Sommerpause veranlasst, sich endlich mal einen Shitstorm abzuholen. Don‘t blame them for that.
25 Minuten
Wenn Chin Meyer sich an der Übergewinnsteuer abarbeitet und Timo Wopp übelst hart darauf reagiert, stellen beide unter Beweis, was für übelst gute Wortakrobaten sie doch sind. Unter dem Motto „Das Herz kennt keine Grammatikfehler“ wird gezeigt, dass weder Herz und Verstand, noch Satzein- und ausstieg in der Wirtschaft Hand in Hand gehen müssen. Wie auch, bei dieser vollen Hand an großartigen Gewinnern: Fynn Kliemann, Christian Lindner, Indien und der Abou-Chaker-Clan… and who the F… is Franz X. Bühler?! Was scheinbar nicht zusammen passt, wird hier passend gemacht. Denn wie sagte schon die große Philosophin und Key-Note-Speakerin Kerstin Scherer „Wenn man etwas kann, muss man es auch tun.“ Eine Erkenntnis so tief, man möchte spontan eine Diddl-Maus dranhängen. Und dass ein Großteil unserer Sozialisierung genau darin besteht, zu lernen, dass man eben genau nicht alles macht, was man kann, hat beim Bohren dünner Bretter (resp. in der Wirtschaft) noch nie eine Rolle gespielt. Just do it! The Sky is the Limit? Alles ist möglich! Du kannst dich als taxifahrender „El Prekario“ in Deutschland gerade mal so finanziell über Wasser halten und dich gleichzeitig in Indien als Kolonialherrscher aufführen. Denn nichts tut einem besser als nach unten gerichteter sozialer Vergleich. Amen!
24 Minuten
Diese Woche kann es nur einen Gewinner geben: Chin Meyer. Nicht nur, dass er Blutgruppe 0 hat und damit höchstwahrscheinlich Corona-resistent ist, er wurde als Kind auch noch gegen Pocken geimpft und kann sich damit weiter durch die Republik vögeln, ohne Gefahr zu laufen, sich die Affenpocken einzufangen. Da guckt sein dreifach geimpfter und mittlerweile doppelt genesener Kompagnon natürlich ganz schön in die Röhre. Dennoch freut dieser sich über die kleinen Siege im Leben. So ist sein bereits vor einem Jahr viel bemühter Witz „das einzige, was mich noch kickt, ist schuldenfinanzierte Spekulation in Kryptowährung“ endlich Realität geworden. Denn um mächtig zu Hebeln, haben genau das verdammt viele Einhirnige getan, weswegen der Kurs seit einem halben Jahr auch so mächtig schön abrauscht. Ebenfalls abgerauscht und dabei noch mächtig gegen die Wand gefahren ist auch der Tankrabatt und mit ihm seines Geistes Vater, Christian Lindner. Zumindest wird das gemeinhin behauptet. Doch „unser Christian“, wie er hier liebevoll genannt wird, übt sich eigentlich nur in woker Finanzpolitik, um zu beweisen, dass er immer schon recht gehabt hat: lieber nicht regieren, als falsch regieren. Die FDP war eben immer schon viel mächtiger, solange sie keine Verantwortung trug. Aber zum Glück ist ja noch der Onkel Habeck da, um die Kohlen aus dem Feuer zu holen. Außerdem beordert Elon Musk seine Mitarbeiter:innen ins Büro zurück, weswegen alle ausrasten - vor allem der Feuilleton. Dabei ist das eigentlich sein erster vernünftiger Move seit zwei Jahre und damit gar nicht im Sinne dieses Podcasts. Denn die Idee Elon Musk funktioniert nur, wenn er weiterhin komplett irrationale Sachen macht. Insofern hoffen die beiden Protagonisten hier auf baldige Besserung und gehen zunächst mal noch frohen Mutes in die nächste Woche.
17 Minuten
Wo sich andere unvernünftige Neoliberale ins Bett legen, um sich auszukurieren, steht Timo Wopp seinen Mann und stellt sich, trotz fiebriger Corona-Infektion, den sachlichen Herausforderungsversuchen Chin Meyers. Und diese haben es diese Woche in sich. Da ist das Hedgefonds-Debakel der Allianz Global Investors um den ehemaligen Chef-Investor Greg Tournant, der mal eben ganz pfiffig (bzw. wie es sich gehört) bei einigen Zahlen ein paar Ziffern weggelassen hat, damit sich die Bilanzen besser lesen. Da ist der Rücktritt von Asoka Wörrmann aufgrund des von ihm angeblich zu verantwortenden Greenwashing-Skandals bei der DWS. Das Kunststück muss man aber auch erstmal hinbekommen: über butterweiche ESG-Richtlinien zu stolpern, die man sich auch noch selber auferlegen durfte. Ganz großer Winner-Move! Doch natürlich hat der umtriebige Chin Meyer aufgedeckt, dass hinter dem Winner-Typen Asoka Wörrmann noch viel mehr Gewinnerpotenziale schlummern, als nur eine kleine Greenwashing-Lappalie. Und da ist Meyers unermüdliche Kreativität bei der Erfindung neuer, Allianz- und DWS- inspirierter Finanzprodukte. Gleichermaßen von diesen Ideen wie vom Fieberwahn getrieben läuft Timo Wopp zu Hochform auf, was diese Finanzprodukte abwerfen werfen. Sämtliche Anleger werden ihr Geld verdoppeln, ach was verdrei-, vier-, fünffachen… Auf jeden Fall werden sie viel mehr rausbekommen als Frank Thelen jemals versprechen kann. Und der ist ja auch nicht immer ganz so zahlensicher. Aber wenigstens wird bei seinem 10xDNA-Fonds garantiert nicht spekuliert, sondern alles naturwissenschaftlich geprüft. So ist es doch schön zu wissen, dass ein Absturz von -44,33 % in den letzten sechs Monaten bei Thelen keine heiße Luftnummer war, sondern komplett faktenbasiert stattgefunden hat. Aber wie sagte schon unser ehemalige Gesundheitsminister und zukünftiger Buchautor Jens Spahn: „Wir werden einander viel verzeihen müssen.“ Sein Buch wird übrigens am 28. September erscheinen und damit einen Tag nach dem Geburtstag der beiden Protagonisten, womit jetzt schon feststeht, was sie sich gegenseitig schenken werden. Nicht immer nur verzeihen, sondern sich ab und zu mal was erklären lassen, sollte im Übrigen auch Frank-Walter Steinmeier, und statt wie die Queen mit Paddington ganz schnell ein Video mit der Maus und dem Elefanten drehen, in dem die beiden ihn mal ein bisschen was über gescheiterte Außenpolitik erklären. Und zu guter Letzt, merke: Von der Pariser Polizei lernen, heißt siegen lernen. Sollte ein Gegner mal zu stark sein, immer schön Tränengas einsetzen. In diesem Sinne, alles Gute!
25 Minuten
Eigentlich kann man doch Boris Johnson nicht wirklich böse sein. Statt zur Ablenkung von den eigenen Problemen zu Hause wie früher üblich ein Krieg vom Zaun zu brechen (seit Putin und Ukraine nicht mehr ganz so angesagt), beschäftigt er lieber Gott und die Welt mit nostalgischer Wirtschaftspolitik. Da werden alte Maßeinheiten wie Unze, Yard und Pfund wieder eingeführt, alle sind beschäftigt und Boris bleibt im Amt. Genau wie bei Peter Feldmann, dem Frankfurter Bürgermeister. Um vom eigentlichen Skandal der Vorteilsnahme abzulenken, scheint dieser ganz bewusst einen enormst ausgeprägten Hang zu besonders großen Fettnäpfchen entwickelt zu haben und lässt sich von Flugbegleiterinnen hormonell außer Gefecht setzen, bevor er erfolgreichen Fußballern ihren wohlverdienten UEFA-Pokal aus den Händen reißt. Doch auch hier bleibt der Status quo gewahrt und der heißt: alle regen sich auf, Feldmann bleibt im Amt. Genau wie bei Fynn Kliemann. Auch der hat alle dazu gebracht, sich über ihn aufzuregen, doch auch bei ihm bleibt der Status quo stabil. Obwohl er beteuert, dass er niemals Unternehmer werden wollte, bleibt er einer, wird wahrscheinlich weiterhin tollpatschig von einem Geldtopf in den nächsten tapsen und hat dabei auch noch echte Freunde gewonnen. Toll. Es geht eben weiterhin um das richtige Gefühl hinter den Dingen. Denn egal ob bei der korrupten AWO in Frankfurt oder beim Spendenskandal um die Missio, eigentlich will man doch immer nur Gutes tun. Oder Gutes finden, wie Chin Meyer auf seiner spirituellen Reise zu seiner Insel des Glücks oder Timo Wopp, wenn er sich von Gorillas die Erdnussflips bis ans Sofa liefern lässt, um die Lücke zwischen Faulheit und Völlerei endlich zu schließen. In diesem Status quo lässt es sich doch wirklich einrichten.
24 Minuten
Die Oberen 10.000 bauen sich Prepper-Dörfer, um der Apokalypse zu entkommen, und die beiden Wirtschaftsweisen fragen sich: wie schaffen wir´s dahin? Denn Armut hat viel Gesichter, und die will man sich weiß Gott nicht länger anschauen müssen. Armut müffelt, Armut ist laut, Armut nervt. Doch zum Glück legt Chin Meyer mal wieder die richtigen Finanzprodukte auf, um sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen, den der Kapitalismus angerichtet hat. Und so werden die beiden sich bereits in naher Zukunft als global agierende Dorfwucherer versuchen oder zusammen mit Frank Thelen gepanzerte Flugtaxen entwicklen, damit sich die Posh-Prepper gegenseitig in ihren neuen Burgen des Feudalismus besuchen können. Eher wird die Welt untergehen, als dass der Kapitalismus scheitert. Mit dieser beruhigenden Gewissheit gewappnet gilt es jetzt, mutig die Zukunft zu gestalten, auch wenn nur wenig in der Lage sein werden, ihren Arsch retten zu können. Denn eines ist klar: Der kleine Trompeter scheut den Nebel ums Einhorn nicht. In diesem Sinne: Lorem Ipsum.
26 Minuten
Beide sitzen auf gepackten Koffern. Beide wollen sich das Elend in ihren Heimatorten München und Berlin nicht länger mit ansehen. Beide wollen eigentlich schnellstmöglich übersiedeln auf die Inseln der Glückseligen. Denn in der Nähe von Kitzbühel und in Neuseeland entstehen gerade riesige Prepper-Dörfer für die Oberen 10.000. Ach was reden wir, für die Oberen Drei. Autarke Luxusdörfer mit riesigen Villen, Wellness-Bunkern sowie autonomer Energie- und Wasserversorgung als Zufluchtsorte der Superreichen. Sobald sich nämlich die Apokalypse in Gang gesetzt hat, wollen sich die Peter Thiels dieser Welt gepflegt absetzen, um ihren Lebensabend in den neuen Burgen des Feudalismus zu verbringen und sich dabei autistisch ins Fäustchen zu lassen. Alles nach dem Motto: eher geht die Welt unter, als dass der Kapitalismus scheitert. Und für die beiden Protagonisten soll es in dieser Folge eigentlich nur darum gehen, in welches Dörfchen die Reise gehen soll. Doch dazu kommen sie nicht, weil sie mal wieder auf dem Weg dahin über die Probleme des kleinen Mannes stolpern: bitcoinbasierte Geldwäsche in der Zentralafrikanischen Republik, Saudi Aramca überholt Apple und wird zum teuersten Unternehmen der Welt, Lionel Messi wird Tourismusbotschafter Saudi Arabiens, der neue Finanzchef von Moderna übt sich in Verzicht und kassiert für zwei Arbeitstage ledglich 700.000 USD, ein Stable Coin stürzt ab und reist alle anderen mit… und, und, und, und, und. Man könnte auch sagen: Wunder über Wunder in einer wunderlichen Wirtschaftswelt. Aber zum Glück gibt es ja den Wunderstab aus dem Kliemannsland. Nicht ganz günstig, dafür löst er aber auch alle Probleme. Die Arche Noah für Ultra-Reiche muss also noch warten. Es gibt einfach noch zu viel zu tun.
22 Minuten
Wenn selbst die Rüstungsindustrie sich als nachhaltig und woke bezeichnet, ist der Siegeszug des Neoliberalismus nicht mehr aufzuhalten. Denn längst ist zusammengewachsen, was zusammen gehört: Kapitalismus und politische Linke. NO BORDERS ist eben für beide Seiten geil, weil Grenzen sowohl investitions- als auch integrationsfeindlich sind. Und so wird der elektrobetriebene, in Regenbogenfarben geschmückte Leopard II schon bald zur Normalität gehören und der CSD in Schöneberg nicht mehr von Militärparaden in Moskau zum 9. Mai zu unterscheiden sein. Es geht eben im neuen Neokapitalismus um das Gefühl hinter den Dingen, und das ist dynamisch, frei, flexibel, kreativ, mobil und vor allem spontan. Einfach mal machen! Oder besser noch, machen lassen. Egal wie dilettantisch. DIY (DO IT YOURSELF), selbst wenn's hauptsächlich andere für dich erledigen. Willkommen im globalen Kliemannsland! Sollte es dann in die Hose gehen, trägt man zwar die Verantwortung, aber ist an nichts schuld. Denn darauf wurden gute, woke Neoliberalisten Dank fleißiger Vorgängergenerationen jahrzehntelang trainiert: aus dem Wort verantwortlich kann man immer getrost die Bestandteile „Antwort“ und „ich“ streichen. Bloß keine echten Antworten geben, damit das eigene ICH nicht belastet wird. Das einzige Problem: aufgrund der aktuellen Lieferengpässe wird Bier immer teurer, sodass man sich die neue Realität nicht mehr so leicht schönsaufen kann. Na prost Mahlzeit!