Digitalgespräch Archiv
87 Episoden
39 Minuten
Smart City: Das klingt nach ausgeklügelter Infrastruktur und reibungsloser Vernetzung, neuester Digitaltechnologie in jedem Winkel – und auch, als wäre das eine in weiter Ferne liegende Zukunftsvision. Dass sich unsere historisch gewachsenen Städte und Dörfer unter unseren Augen digitalisieren und „smart“ werden, ist aber bereits Gegenwart. „Digitalstädte“ machen vor, wo es dabei hingehen könnte und wie eng sich die Modernisierung an den Bedürfnissen der Bevölkerung, ortsansässigen Unternehmen und regionalen Besonderheiten orientieren kann. Klaus Michael Ahrend ist Vorstand der HEAG Holding AG, einem Unternehmen, das zentrale Aufgaben der Stadtwirtschaft für die Region Südhessen übernimmt und seinen Sitz in Darmstadt hat. Der Professor für Wirtschaftswissenschaften kennt die Anforderungen und Ziele bei der Entwicklung von Digitalität für Städte und Regionen aus nächster Nähe und gestaltet durch viele Projekte hier selbst aktiv. Im Digitalgespräch erklärt er am Beispiel der ausgewiesenen „Digitalstadt Darmstadt“, welche Bedingungen und Werte die Digitalisierung einer Region bestimmen. Wo hat smarte Stadtentwicklung tatsächlich Nutzen für Bürger:innen? Und warum wäre noch besser als die Idee der Smart City die Idee einer Smart Region? Mit den Gastgeberinnen Marlene Görger und Petra Gehring diskutiert Ahrend auch, wie Digitalisierung als demokratischer Prozess gestaltet werden kann und welche Rolle der Blick nach Europa dabei spielt.
44 Minuten
Sind digitale Informationen über Gen-Sequenzen eine natürliche Ressource - ja oder nein? Diese Frage verhandeln die Vereinten Nationen gerade vor dem Hintergrund des Nagoya-Protokolls. Das Ergebnis dieser Verhandlungen wird Folgen haben für Forschung und Entwicklung, wie auch für die globale Gerechtigkeit, denn möglicherweise muss bei der Nutzung digitaler genetischer Information ein Ausgleich an jene Länder erfolgen, aus denen die Organismen stammen, um deren Gene es dabei geht. Damit soll einerseits der Schutz der Artenvielfalt gestärkt und andererseits der Ausbeutung des globalen Südens durch die Industrienationen entgegengewirkt werden. Fängt man aber einmal an, das Konzept der natürlichen Ressource digital zu denken, stößt man schnell auf Widersprüchlichkeiten und für alle Beteiligte unvorteilhafte Konsequenzen, die offenbar schon vor der Digitalisierung in den Begriffen angelegt waren – ein schwer lösbarer Konflikt, der angesichts der rasant fortschreitenden Nutzung und Verwertung digitaler Gen-Daten eine schnelle und faire Lösung verlangt. Anna Deplazes Zemp ist Philosophin und Molekularbiologin. Sie forscht und lehrt an der UZH in Zürich zu Fragen von Bio- und Wissenschaftsethik. Im Digitalgespräch erklärt sie das Konzept digitaler genetischer Ressourcen, den Hintergrund der Verhandlungen zum Nagoya-Protokoll und die große Aufgabe, vor der die Verantwortlichen dabei stehen. Mit den Gastgeberinnen Marlene Görger und Petra Gehring diskutiert sie an eindrücklichen Beispielen die Schieflagen des Konzepts einer „digitalen natürlichen Ressource“, die dringenden Gerechtigkeitsfragen, die davon betroffen sind und welche Überlegungen in die Erarbeitung einer Lösung einfließen müssten, die tatsächlich die gemeinsamen Ziele erreicht: Schutz und nachhaltiger Umgang mit Artenvielfalt sowie ein fairer Ausgleich globaler Ungerechtigkeiten.
50 Minuten
Als der Europäische Gerichtshof am 16. Juli 2020 mit dem sogenannten Schrems II-Urteil das Datenschutzabkommen Privacy Shield für ungültig erklärte, war dem Austausch personenbezogener Daten zwischen der EU und den USA auf einen Schlag die Legitimation entzogen. Datenschützer hatten dieses Urteil längst kommen sehen, denn das europäische Recht auf informationelle Selbstbestimmung ist mit der Realität der US-amerikanischen Datenverarbeitung unvereinbar. Trotzdem hat diese neue Rechtslage die Verantwortlichen vor eine gigantische Aufgabe gestellt: Es muss garantiert werden, dass in allen gesellschaftlichen Bereichen datenschutzkonforme Digitalisierung möglich wird. Deutschland ist aber weit davon entfernt, zentrale Aufgaben wie Bildung und Verwaltung datenschutzkonform digital organisieren zu können. Rückgriffe auf Angebote, die personenbezogene Daten in die USA übertragen, scheinen kaum vermeidbar – hier klaffen Anspruch und Wirklichkeit auseinander. Alexander Roßnagel ist Professor für öffentliches Recht an der Universität Kassel und jetzt Datenschützer im Hauptberuf: Im März 2021 hat der Wissenschaftler und Datenschutzexperte das Amt des Hessischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit übernommen. Im Digitalgespräch spricht er über den Arbeitsalltag und die dringendsten Aufgaben in seiner Behörde, erklärt Möglichkeiten und Spielräume, Datenschutz zu sichern und gibt Ausblicke auf kommende Herausforderungen. Mit den Gastgeberinnen Marlene Görger und Petra Gehring diskutiert er außerdem die Bedeutung von Datenschutz für ein selbstbestimmtes Leben und die Abwägung von Grundrechten und Werten, die sich daran orientiert.
45 Minuten
Von den digitalen Werkzeugen, die der Polizei bei ihrer Arbeit zur Verfügung stehen, hat kaum eines soviel Aufsehen erregt wie das „Predictive Policing“. Seit einigen Jahren werden Technologien für die vorhersagegestützte Polizeiarbeit in unterschiedlichen Bundesländern eingesetzt; die hessische Polizei gehörte zu den ersten, die damit arbeiteten. Seitdem kursieren sowohl auf Seiten der Gegner wie auch der Befürworter mitunter überzogene Vorstellungen darüber, was Predictive Policing leisten kann. Klar ist aber trotzdem: Der Digitalisierungsdruck hat auch die Polizeiarbeit erfasst und wird dort für Veränderungen sorgen. Und genauso klar sollte sein: Die Menschen müssen sich darauf verlassen können, dass ihre Grundrechte auch gewahrt bleiben, wenn Algorithmen mithilfe von Datenbanken und Modellen Verdachtsmomente hervorrufen - zumal aus wissenschaftlicher Sicht alles andere als ausgemacht ist, dass Methoden wie das Predictive Policing überhaupt funktionieren. Der Soziologe Simon Egbert hat sich mit den Auswirkungen automatisierter Datenanalysen befasst und dabei auch das Predictive Policing genau untersucht. Im Digitalgespräch klärt er darüber auf, welche Technologien dahinterstecken, wie sie funktionieren und eingesetzt werden und wie sie sich von anderen digitalen Methoden der Polizeiarbeit unterscheiden, die mindestens genauso viel mediale Aufmerksamkeit verdient hätten. Mit den Gastgeberinnen Marlene Görger und Petra Gehring spricht er im ZEVEDI-Podcast über Hype und Realität des Predictive Policing, mögliche Folgen für den Berufsalltag von Polizist:innen und Gefahren für die Rechte von Bürger:innen.
48 Minuten
Die Geschichte des Internets, wie wir es heute kennen und nutzen, ist auch und ganz besonders eine Geschichte seiner Kommerzialisierung. In Deutschland kommt es genauso selbstverständlich aus der Wand wie Wasser und Strom, mobiles Netz und WLAN umgeben uns fast überall wie die Luft, die wir atmen – und wir können unseren persönlichen Zugang dazu bei unterschiedlichen Anbietern kaufen. Trotzdem ist das öffentliche Internet nicht reguliert: Die Regeln, nach denen es funktioniert, sind seit den Anfängen in den 90er Jahren von denen ausgehandelt worden, die es überhaupt erst zu einer käuflichen Ware gemacht haben. Was war das damals für eine Situation, in der diese weitreichenden Entscheidungen getroffen wurden? Wer war beteiligt, was war dabei wichtig und welche Entwicklungspotentiale zeichnen sich heute ab? Harald A. Summa ist Gründer und Hauptgeschäftsführer von eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. und leitet einen der wichtigsten Internetknoten der Welt, den DE-CIX in Frankfurt am Main. In seinen Rollen hat er maßgeblich zur heutigen Gestalt und gigantischen Dimension des Internets beitragen und wirkt auch heute an der Entwicklung des Internets der Zukunft. Im Digitalgespräch erzählt Summa von den ersten Jahren des kommerziellen "Internets für alle", beschreibt die wichtigsten Weichenstellungen und erklärt dabei auch zentrale technische Zusammenhänge. Mit den Gastgeberinnen des ZEVEDI-Podcasts – Marlene Görger und Petra Gehring – diskutiert er die Bedeutung der ungeschriebenen Gesetze des selbstregulierten Internets, wie sich ihr Zusammenspiel mit seiner physikalischen Realisierung auch auf die Netzinhalte und Anwenderdienste auswirkt und gibt einen Ausblick auf kommende Entwicklungen.
48 Minuten
Beim Betreten von wissenschaftlichen Bibliotheken ist es oft nur schwer ersichtlich, welche umfassenden digitalen Angebote Bücherhäuser ihren Nutzer:innen bereits heute machen. Natürlich stellen sie neben klassischen Datenträgern wie Schriftwerken, Bildern, Tonbändern, Mikrofilmen und etlichen mehr auch digitale Medien bereit, aber das ist längst nicht alles: Insbesondere haben sich viele Bibliotheken zu kompetenten Begleiterinnen bei der Nutzung digitaler Forschungstechniken entwickelt und können Wissenschaftler:innen auf jeder Stufe ihres Arbeitsprozesses beraten und unterstützen. Beginnend bei Recherche und Datenmanagement über Schreibprozess und Publikation erarbeiten sie gemeinsam mit der einzelnen Wissenschaftlerin und dem einzelnen Wissenschaftler maßgeschneiderte Strategien – in direktem Kontakt und entsprechend den fachlichen und persönlichen Anforderungen. Auch einige wissenschaftliche Verlage haben angesichts der Digitalisierung ihr Angebot angepasst und Dienste entwickelt, durch die der einzelne Forscher und die einzelne Forscherin in ihrem ganzen Arbeitsprozess Unterstützung durch digitale Produkte erhält. Anders als Bibliotheken, die nach wie vor auch als physische Orte den Kontakt zu menschlichen Ansprechpartner:innen und Expert:innen anbieten, lernen Verlage Wissenschaftler:innen aber durch Tracking kennen. Aus den Daten, die sie gewinnen, um die Nutzer:innen ihrer Produkte so gut wie möglich kennenzulernen, lassen sich umfassende Profile generieren, die nicht nur den Wissenschaftler:innen bei ihrer Arbeit dienen, sondern selbst zur Handelsware werden können – und auch Regierungen sind unter Umständen interessiert. Katrin Stump ist Expertin für beide Welten: Die leitende Direktorin der Universitätsbibliothek Braunschweig ist Vorsitzende des Ausschusses für Wissenschaftliche Bibliotheken und Informationssysteme (AWBI) der DFG. Sie kennt daher nicht nur die Entwicklung der digitalen Bibliothek jenseits der mächtigen Bücherregale im Detail, sondern hat sich auch intensiv mit den neuen Geschäftsmodellen wissenschaftlicher Verlage auseinandergesetzt und mit dem AWBI im Mai 2021 ein Papier zum Datentracking in der Wissenschaft veröffentlicht, das als Weckruf verstanden werden kann. In der sechsten Folge des ZEVEDI-Podcasts erklärt sie, welche digitalen Angebote Bibliotheken heute machen, wie sie zustande kommen und zugänglich sind, aber auch, wie sich die Zusammenarbeit mit kleinen und großen Verlagen gestaltet. Mit den Gastgeberinnen des Digitalgesprächs – Marlene Görger und Petra Gehring – diskutiert sie außerdem die Ergebnisse des Informationspapiers des AWBI, und zeigt auf, welche Gefahren von aktuellen Praktiken großer wissenschaftlicher Verlage ausgehen und welche Entwicklungen notwendig sind, um Digitalität in der Forschungspraxis unter Wahrung der Freiheit von Wissenschaft wie auch der Person zu gestalten.
40 Minuten
In den letzten Jahren haben rasante Fortschritte der Informatik und KI-Forschung eine unüberschaubare Vielfalt technologischer Neuerungen in das Sichtfeld von Politik und Öffentlichkeit gebracht, die zwar großen Nutzen und neue Möglichkeiten versprechen, mit ihrem Potential aber auch drängende Fragen aufwerfen – die Prognose, dass KI die Welt verändern werde, ist ambivalent. Um verstehen zu können, wie dieser Wandel aussehen könnte, müssen wir im Einzelfall genau hinsehen: Um was für intelligente Systeme geht es jeweils? Mit welchem Ziel werden sie entwickelt, wo sollen sie eingesetzt werden und welche Rolle kommt dem Menschen dabei zu? Antworten auf diese Fragen werden an den Schnittschnellen zwischen Informatik und Lebenswirklichkeit sichtbar und sind darum so spezifisch wie die dabei entstehenden KI-Systeme selbst. Eine dieser Schnittstellen ist das Feld der Translationalen Chirurgischen Onkologie, also der Entwicklung von KI-Systemen in der chirurgischen Krebstherapie. Die Informatikerin Stefanie Speidel ist Professorin am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden und entwickelt intelligente Systeme für den OP und die chirurgische Ausbildung. In der fünften Folge des Digitalgesprächs erklärt sie, was es für Instrumente sind, die sie und ihre Kolleg:innen entwickeln, wie sie dabei mit Wissenschaftler:innen und Praktiker:innen anderer Disziplinen, Patienti:nnen wie auch Industrie zusammenarbeitet und klärt die Frage auf, ob in Zukunft bei Operationen menschliche Expert:innen oder künstliche neuronale Netze die lebenswichtigen Entscheidungen fällen werden. Mit den Gastgeberinnen Marlene Görger und Petra Gehring diskutiert sie im ZEVEDI-Podcast, wie Mediziner:innen und Patient:innen von KI-Systemen profitieren können, welche Hürden auf dem langen Weg des Entwicklungsprozesses zu nehmen sind – aber auch, welch aktive Rolle Patient:innen dabei einnehmen.
38 Minuten
Das Finanzwesen war schon immer darauf aus, durch geschickte Analyse klug generierter Daten Wissen über ökonomische Verhältnisse und Entwicklungen zu gewinnen. Im Laufe der Jahrhunderte hat es dabei etliche Innovationsprozesse durchlaufen. Nun befinden wir uns mitten in dynamischen Entwicklungen, die von Digitalität geprägt sind; wie an etlichen anderen Stellen auch, gewinnen dabei Technologien, die zu Künstlicher Intelligenz gezählt werden, mehr und mehr an Bedeutung. Florian Möslein ist Professor für Bürgerliches Recht sowie Deutsches und Europäisches Wirtschaftsrecht an der Philipps-Universität Marburg. Der Finanzexperte forscht unter anderem zu Digitalität und Innovation und spricht in der vierten Folge des Digitalgesprächs über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Finanzmarkt. Im ZEVEDI-Podcast erklärt er, welche Typen von Daten und Technologien hierbei wichtig sind. Mit den Gastgeberinnen Marlene Görger und Petra Gehring diskutiert er dabei, welche Herausforderungen die Digitalisierung der Finanzmärkte für Marktteilnehmer:innen, Politik und Gesellschaft bereithält.
36 Minuten
Seit einiger Zeit muss sich Bitcoin, der große Star in der Welt der Krypto-Token, die Aufmerksamkeit mit anderen Blockchain-Anwendungen teilen und bekommt dabei nicht nur Konkurrenz von alternativen Krypto-Werten oder „Währungen“. Die Einsatzmöglichkeiten, die Blockchain-Technologien bieten sollen, sind enorm vielfältig und das Interesse ist groß, obwohl das deutsche Privatrecht bisher keine Kategorien für das „Token“ kennt – für den Gegenstand, der als Blockchain entsteht. Sebastian Omlor ist Professor an der Philipps-Universität Marburg. Der Jurist und Finanzexperte befasst sich mit der Frage, wie für Blockchain-Anwendungen Rechtssicherheit hergestellt werden kann. In der dritten Folge des Digitalgesprächs erklärt er, was eine Blockchain ist, was sie so interessant macht und wie der Eindruck entstehen kann, sie könne in manchen Bereichen Rechtsprechung ersetzen. Mit den Gastgeberinnen Marlene Görger und Petra Gehring wirft er einen Blick in die Zukunft der Blockchain und diskutiert, welche Regeln in ihr gelten und warum es sich trotz der ausgefeilten Technik lohnt, dafür gute Gesetze zu entwickeln.
43 Minuten
Es vergeht kaum eine Woche ohne Nachrichten über Cyberangriffe. Von solchen großen Attacken betroffen sind dann oft Unternehmen und staatliche Einrichtungen, aber auch Privatpersonen werden Ziele krimineller Hacker. Meist geht es dabei schlicht um Geld, Cyberkriminalität ist längst ein Geschäftsmodell. Linda Bertram, Staatsanwältin der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT), macht mit ihrem Team Jagd auf solche Gruppen und ist dabei genauso international vernetzt wie die Hacker, die sie verfolgt. Im Digitalgespräch spricht sie mit Marlene Görger und Petra Gehring über den großen Schlag gegen die Gruppe hinter Emotet, dem "König der Schadsoftware", der Anfang 2021 gelang und viel Aufsehen erregte. Sie erklärt, was Cyberkriminalität ist, wie die Ermittler:innen dagegen vorgehen und wie sich jede:r Einzelne schützen kann. Auch die Frage, welche Abwägungen der Rechtsstaat von den Ermittlerteams fordert und welche Grenzen er ihnen setzt, wird in dieser zweiten Folge des Digitalgesprächs gestellt.
42 Minuten
Seit im Jahr 2010 das Bundesverfassungsgericht deutlich gemacht hat, dass der staatlichen Überwachung Grenzen gesetzt sein müssen und nicht zu viel überwacht werden darf, steht die Wissenschaft vor einer schwierigen Aufgabe: Wie lässt sich Überwachung messen - und zwar quantitativ? Der Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Ralf Poscher ist in Freiburg unter anderem Direktor am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht und hat sich dort dieser Aufgabe angenommen. Seine Überzeugung: Es ist möglich, Überwachungstätigkeiten des Staates zahlenmäßig zu erfassen und das sollten wir auch tun - mithilfe der Möglichkeiten, die die Digitalisierung dafür bietet. Das Ziel könnte dann sogar sein, ein Überwachungsbarometer zu entwickeln, mit dem wir in Zukunft die Überwachung im Blick behalten können. Was das für eine Werkzeug wäre, welchen Nutzen es hätte und welche Überraschungen der Blick in die objektiven Zahlen der Überwachungsrealität bietet, darüber spricht Ralf Poscher mit Marlene Görger und Petra Gehring in der ersten Folge des Digitalgesprächs.
2 Minuten
Ein Vorgeschmack auf das Digitalgespräch – ein Podcast von ZEVEDI, dem Zentrum verantwortungsbewusste Digitalisierung. Das Digitalgespräch wendet sich an Menschen, die aus erster Hand wissen wollen, was sich im Feld der Digitalität konkret tut und vor welchen Herausforderungen Wissenschaft und Politik dabei stehen. Im Digitalgespräch kommen Expert:innen zu Wort, die ihr Wissen zu aktuellen Arbeitsgebieten, Projekten und Forschungsperspektiven mit den Gastgeberinnen – Marlene Görger und Petra Gehring – teilen. Der Scheinwerfer fällt dabei auf komplexe Handlungsfelder und sorgt so dafür, dass sich der Nebel großer Schlagworte lichtet. Teils geht es um Themen, die unter Fachleuten gerade heiß diskutiert werden, teils ist von Dingen zu hören, die womöglich erst in Zukunft in das Sichtfeld der breiteren Öffentlichkeit gelangen.