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Wiener Börse Podcast Archiv

700 Episoden
10 Minuten
Ein Vierteljahrtausend Wiener Börse geht zu Ende. Es war ein gutes Jubiläumsjahr, wenn auch leider im Schatten der Pandemie. Trotzdem sagt Dr. Christoph Boschan, CEO der Wiener Börse: "Wir haben viel gefeiert." Vielleicht wenig wienerisch erscheint der Blick in die Zukunft. Wo liegt der Schwerpunkt im 251. Jahr? "Langfristiger Wertzuwachs. Breit angelegtes, beständiges, lebensbegleitendes Aktiensparen - da kann man gar nichts falsch machen." Zum ATX Total Return: 2021 mit rund 40 % + überkompensiert. "Ein Verharren auf hohem Niveau. Best performing Index in der entwickelten Kapitalmarktwelt." Die Wiener Börse sei im Konzert der traditionellen Platzhirsche im Anleihen-Listing platziert. Schöne Momentaufnahme, "aber die Realität eines Privatanlegers sollte doch immer die langfristige Anlage sein."
13 Minuten
Die Wiener Privatbank ist direct network-Partner der Wiener Börse und somit auch beim Börsengang von Kostad dabei. CEO Eduard Berger: "Der Ladesäulenhersteller Kostad ist eine wunderbare Firma. Der IPO wurde vom Capital Market Coach der Rosinger Gruppe begleitet, wir haben hier den technischen Teil übernommen, zum Beispiel auch das Aktienregister zu sortieren, um es börsenfähig zu machen, den Listingantrag zu stellen etc.. Kostad ist ein wunderbares Beispiel für eine kleine Perle in Österreich, wir sind sehr dankbar, dass wir solche Firmen in Österreich haben." Wie wird das Kapitalmarktjahr 2022? "Als gelernter österreichischer Börsianer bin ich skeptisch, dass wir von großen prominenten Firmen Börsengänge sehen werden. Denn privat geführte Unternehmen haben keinen Druck, Eigenkapital einzusammeln, weil Fremdkapital ja sehr leicht zu bekommen ist. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir im KMU Segment kleine Firmen sehen werden, die sich für ihre Expansion der Börse öffnen werden."
15 Minuten
Der Ladesäulen-Hersteller Kostad geht in Wien an die Börse, ins Segment direct market plus. Kostad CEO Günter Köstenberger: "Unsere erste Ladestation haben wir mit unserem Team vor etwa 14 Jahren entwickelt. Wir haben die erste Ladestation hier in Wien auf der Mariahilfer Straße aufgestellt. Das war das erste Projekt, das wir machen durften, damals für die Wien Energie als Referenzanlage." Mittlerweile ist die Zukunft da. Kostad ist auch in Russland, Indien und ganz Europa tätig: "Wir haben bis heute rund 14.000 Ladestationen weltweit aufgestellt. Wir investieren aktuell sehr viel in die Entwicklung von neuen Produkten, die Anforderung von unseren Kunden steigen, d. h. es gibt immer mehr Software-Lösungen". Mit dem Börsenlisting soll der Grundstein für Kapitalerhöhungen gelegt werden, um das im europäischen Raum bereits etablierte und auch international stark wachsende Geschäftsmodell schneller ausrollen zu können. Kapitalerhöhungen eben für schnelleres Wachstum. Als Capital Market Coach agiert DI Gregor Rosinger bzw. Rosinger RMS GmbH.
11 Minuten
Für Flugzeugzulieferer FACC AG war 2021 auch wegen des Gerichtsurteils und einer hohen Zahlung von 30 Mio. Euro ein Belastungsjahr. CFO Ales Starek will diesen "Schlag ins Gesicht oder noch mehr" hinter sich lassen. Für 2022 ist er halbwegs optimistisch: "Man muss optimistisch sein, aber realistisch bleiben, es wird kein Wunder passieren." Geplant ist ein Umsatzwachstum von 5 bis 10 %, das Vorcoronaniveau werde wohl erst 2024/25 wieder erreicht. "Wir haben den Boden gesehen, es wird Schritt für Schritt nach oben gehen." Die Aktie ist wieder Rest der Branche etwas nach unten gegangen. Kommt mit dem Schwung im Geschäft auch wieder Schwung in die Aktie? (Teil 1)
13 Minuten
Mag. Thomas Erath CFO: "Wir sind in der ganzen Supply Chain betroffen von den Lieferschwierigkeiten. Das Hauptproblem, das wir haben, ist im Bereich Halbleiter. Wir verbauen jedes Jahr Millionen von Halbleitern in unserer Komponenten. Und hier sind wir stark betroffen, d.h. wir bekommen nur einen gewissen Prozentsatz unserer Bestellungen, nur einen Teil unserer notwendigen Mengen, die wir brauchen, um unsere Produkte zu fertigen. Um hier ein besseres Ergebnis zu erzielen, versuchen wir unsere Produkte anzupassen, dass wir andere Halbleiter nehmen und unsere Produkte neue designen. So können wir über die Zeit unsere Produkte abändern und die Supply Chain optimieren und die Shortage reduzieren." Halbjahreszahlen 2021/22: Umsatz +10 % auf über 567 Mio. Euro. Das Netto-Periodenergebnis stieg um +72 % auf 23 Mio. Euro. Wie kann man diese Zahl mit dem Corona-Jahr 2020 vergleichen?
11 Minuten
Der "Contrarian" Herbert Schmarl: "Jetzt haben wir Inflationsraten, die vor einem Jahr niemand für möglich gehalten hat. Wir sind bei den Produzentenpreisen ungefähr bei +20 % Anstieg, also das, was es teurer wird zu produzieren, gegenüber dem Vorjahr. Wir sind beim Konsumentenpreis in den USA bei über 6 %, und in der Eurozone über 5 %. Und wenn jetzt jemand sagt: Es ist nur die Corona-Situation, dann kann ich sagen: Nein, es ist es nicht. - Unser Thema der nächsten Jahre wird die Inflation sein." Die Inflation steigt dynamisch, aber der Goldpreis bleibt in diesem Jahr hinter dieser Entwicklung zurück, hat Gold als Inflationsschutz ausgedient? "Ich möchte noch mal betonen, Gold ist kein Rohstoff, Gold ist eine Währung."
11 Minuten
Corona mit all seinen Mutationen, Inflation, Zinsen und Lockdowns. Die Herausforderungen für Unternehmen und Anleger sind nicht einfach. Trotzdem: 2021 war ein sehr gutes Börsenjahr, vor allem in Österreich, sagt Alois Wögerbauer von 3 Banken Generali. "Der ATX gehört zu den besten Börsenplätzen der Welt. Auch für 2022 bin ich optimistisch." Wie kritisch ist die neue Corona-Variante? Ist die Reaktion der Anleger nachvollziehbar? "Wir haben halt ein paar Prozent korrigiert nach einem sehr guten Aktienjahr. Das waren Gewinnmitnahmen im Aufwärtstrend." Der Blick nach vorne ist voller Zuversicht. "Die Welt befindet sich in einem Wachstumszyklus. Den kann man aufstauen. Aufhalten kann man ihn nicht." Aufmerksam sein sollten Anleger beim Tun der Notenbanken. "Ob die USA nächstes Jahr den Leitzins anheben, ist nicht wichtig. Liquidität treibt die Märkte und nicht der Leitzins!"
11 Minuten
Baukonzern Porr konnte in Q3 stark zulegen. Grund waren Nachholeffekte, keine Feiertage, gutes Wetter. Porr CEO Kar-Heinz Strauss: "Q3 war ein außergewöhnlich starkes Quartal". Das sorgt dafür, dass die Gesamtleistung gesteigert werden konnte, auf Neunmonatsbasis +9,4 % auf 4,14 Mrd. Euro. Welche Rolle spielen die Coronalage oder die Materialknappheit? "Es haben sich Preise verdoppelt wie bei Stahl. Die Prise werden eher wieder moderat sinken." Das Ergebnis vor Steuern lag bei 42,5 Mio. Euro nach -62,4 Mio. Euro im Vorjahr. Darin enthalten ist sogar noch die Kartellstrafe wegen Preisabsprachen in Höhe von 62,35 Mio. Euro. Die Auftragsbücher sind voll: 7,8 Mrd. Euro Auftragsbestand und dabei wieder eine Menge Prestige Projekte wie der Ausbau des Wiener U-Bahn-Netzes, der größte Hochbauauftrag Deutschlands mit dem Alexander Berlins Capital Tower.
11 Minuten
S Immo Q3 2021: Mieterlöse auf 97,3 Mio. Euro gesteigert. EBIT gesteigert auf knapp 200 Mio. Euro. Periodenergebnis auf 160,5 Mio. Euro. Das sind eindrucksvolle Steigerungen. Lediglich der Bereich Hotel ist noch deutlich schwächer. CEO Bruno Ettenauer: "Wir halten fest an der Asset-Allokation und den lokalen Schwerpunkten. Ein Wechsel auf einen Pure Play in der Krise wäre unklug. Da sollte man auf bessere Konditionen warten." Der Börsenkurs von derzeit knapp 20 Euro liegt deutlich unter dem NAV von 28 Euro. "Das sehen wir nicht gerne. Aber wir sind in guter Gesellschaft. Das ist ein Punkt, an dem wir arbeiten müssen. NAV ist nicht nur eine Kennzahl, das hat auch etwas mit Wert zu tun." Burgfrieden mit der Immofinanz? "Wir schließen nichts aus. Es bedarf einer Entscheidung in einer gewissen zeitlichen Nähe."
15 Minuten
Die UBM Development AG ist ein Immobilienentwickler und will Europas größter Holzbau-Entwickler werden. Derzeit entsteht in Frankfurt das erste Leuchtturmprojekt auf deutschem Boden. Was sind die speziellen Herausforderungen bei der Holzbauweise? "Der Bau von Gebäuden aus Stahl und Zement ist verantwortlich für 6 % der Treibhausgase weltweit. Da setzen wir den Hebel an! Das ist vollkommen neu." Das Projekt "Timber Pioneer" in Frankfurt spart 2.000 Tonnen CO2. "Der Trend ist da!" Und die Zahlen zum Q3? "Zweitbestes 9 Monats-Ergebnis der Unternehmensgeschichte. Netto plus 8 % auf 36 Mio. Euro. Die Corona-Delle ist ausgeblieben."
11 Minuten
SBO nach drei Quartalen in der Gewinnzone, Auftragseingang steigt auf 237 Mio. Euro. Unterm Strich steht ein Plus jetzt von 8,9 Mio. Euro. Was macht das Jahr 2021 bislang so erfolgreich? CEO Gerald Grohmann: "Q3 2020 war der Tiefpunkt. Das hatten wir erwartet. Das hat sich bewahrheitet. Seitdem erholt sich der Markt kontinuierlich." Verbraucher spüren das am ehesten am gestiegenen Ölpreis. "Der Ölpreis hat sich erholt und wir sehen an vielen Stellen Unterinvestitionen und dementsprechend Nachholbedarf." Die Welt wandelt sich zu Alternativen zu fossilen Brennstoffen. Was kann die SBO in Zukunft tun, zusätzlich zum Öl und Gas? "Wir halten Augen und Ohren offen und schauen auch über den Gartenzaun."
14 Minuten
Corona ist zurück ganz oben auf der Agenda, doch diesmal kommt anders als im letzten Jahr auch die normale Welle der Erkältungskrankheiten hinzu. Diese ist sogar noch stärker als sonst, weil die Menschen durch den Ausfall für ein Jahr noch vulnerabel sind. Beides zeigt sich in den Umsätzen der Marinomed Biotech AG: Der Umsatz stieg in den ersten drei Quartalen 2021 um 12,9 % auf 5,7 Mio. Euro. Und gerade bei Corona könnte jetzt eine Saisonalität kommen. Marinomed CEO Andreas Grassauer: "Was wir jetzt sehen ist der Beginn der Saisonalität, der Übergang in ein endemisches Virus, das hauptsächlich in den Wintermonaten auftreten wird. Wir werden das Virus nicht mehr los. Wir werden jedes Jahr im Winter eine Corona-Welle haben." Damit steigt die potenzielle Nachfrage nach den Marinomed Produkten wie dem Carragelose-Nasenspray, ein Virusblocker für die Bekämpfung von Virusinfektionen. Außerdem gibt es erste Milestones bei der Marinosolv-Plattform.
12 Minuten
Q3/2021: Die UNIQA Versicherungen AG verdoppelte die Start-up-Investments auf 150 Mio Euro. CEO Andreas Brandstetter: "Wir investieren in Fin- und Infotechs, darunter Bitpanda, FINABRO und Twister." Klare Kante beim Thema Nachhaltigkeit und Klimaschutz: "Es hilft nichts, wenn wir wirtschaftlich erfolgreich sind, unser Planet aber abgebrannt ist. Wir wollen unser Portfolio nach und nach nachhaltiger aufstellen, das heißt auch: Kohlekraftwerke nicht mehr versichern." In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage nach den Belastungen durch Unwetterschäden für das Unternehmen: "Das Jahr 2021 ist in der 200-jährigen Geschichte von UNIQA das schadenträchtigste." Das Konzernergebnis wurde auf 235,8 Mio. Euro erhöht, die Solvency II Quote liegt weiterhin bei rund 197 %.
13 Minuten
Feuerwehrausrüster Rosenbauer bekommt in Q3 Lieferkettenprobleme zu spüren. CFO Sebastian Wolf: "Der größte Faktor sind die Fahrgestelle. Vieles ist da gerade extrem ineffizient und verursacht Störungen im Produktionsablauf. Genauso, wenn Ausrüstungsgegenstände fehlen." Die Situation drückt auf den Umsatz: 649,5 Mio. Euro nach 713,9 Mio. Euro im Vorjahr. Aber noch stärker auf den Gewinn: Unterm Strich stand ein Periodenergebnis von 6,8 Mio. Euro, nach 17,3 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Nun werden die Preise angehoben, dennoch führt die Situation in Summe dazu, dass die Gewinnprognose zurückgeschraubt wird: Die EBIT-Marge soll zwischen 4,5 und 4,8 Prozent liegen, zuvor waren noch 5 % erwartet worden.
12 Minuten
Mit der Vollkonsolidierung der türkischen Tochtergesellschaft Aras Kargo erhöhte sich der Umsatz der Österreichischen Post AG in den letzten Monaten 2021 um 22 % und steigerte das Betriebsergebnis 2021 um 77 % auf 144 Mio. Euro. Harald Hagenauer, Leiter Investor Relations, Konzernrevision & Compliance: "Auch ohne Aras Kargo wäre die Zahl mit 8,8 % Plus gut gewesen. Sowohl umsatz- als auch ergebnisseitig sind wir sehr zufrieden." Obschon gesamtökonomisch "einige Wolken" einberechnet worden seien. "Die Anzahl der Fragezeichen ist größer geworden. Wir gehen aber davon aus, dass auch in den nächsten Jahren ein Paketwachstum stattfinden wird, das Briefgeschäft bleibt stabil oder wird leicht rückläufig verlaufen." Drittes Standbein: "Unser kleines Bankgeschäft." Und was ist grün bei der gelben Post? "Produkte, die wiederverwertet werden können." Die sollen bereits ab Februar 2022 mit fünf großen Versendern verschickt werden. Der größte nachhaltige Impact des Unternehmens sei der elektrische Fuhrpark. "100% grüne Zustellung ist das Ziel."