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Wiener Börse Podcast Archiv

698 Episoden
12 Minuten
Telekom Austria seit 2000 an der Börse Wien notiert, der Streubesitz bei ca. 20 %, 28 % staatlich und mit 51 % Mehrheitseigentümer Amerika Movil von Carlos Slim. Telekom Austria im ersten Quartal mit mehr Umsatz und Gewinn. Die Umsatzerlöse kletterten um rund 8 % auf 1,3 Mrd. Euro. Der Nettogewinn erhöhte sich um etwa 3 % auf 135 Mio. Euro. "Ein solider Start ins neue Jahr, das Geschäft der Telekom Austria ist resilient gegen Krisen, Umsatz stark gesteigert." Das Ergebnis klettert weniger deutlich, "das liegt am inflationären Umfeld, mehr Marketing und höheren Energiekosten." Arnoldner will die Effizienz steigern, zum einen durch Kostensenkung "Automatisierung auch mithilfe von KI", und durch höhere Preise "es ist richtiger, von Wertsicherungsmaßnahmen zu reden."
13 Minuten
"Finanz- und Wirtschaftsbildung wird in den Schulen leider stiefmütterlich behandelt", so Erwin Hof, der an der Wiener Börse für genau diesen Bereich verantwortlich ist. Seine fünf wichtigsten Grundsätze für den Vermögensaufbau: "Früh anfangen, breit streuen, auf die Gebühren achten, langfristig handeln. Und das alles am besten in der passenden Anlageklasse." Auf dem Börsentag in Wien rät er zu Fonds oder ETFs, bevor es an Einzeltitel geht. Zur Vorsicht mahnt er aber bei Themenfonds. Am Beispiel KI erklärt er: "Anleger müssen aufpassen, dass sie in kein Klumpenrisiko kommen." "Wer gut schlafen will, kauft Anleihen. Wer gut essen will, kauft Aktien" - so Kostolany. Hof aber meint: "Warum nicht beides?"
11 Minuten
Marinomed Biotech AG hat Bilanz gezogen und berichtet von einem guten Geschäftsjahr 2022. Der Umsatz geht leicht zurück von 11,6 Mio. auf 11,3 Mio. Euro. Das Ergebnis ist mit 6,4 Mio. Euro negativ. Nicht ungewöhnlich bei Biotechs in der Anlaufphase. Stark der Bereich Carragelose. CEO Andreas Grassauer: "Carragelose wächst weiter zweistellig und macht fast den ganzen Umsatz. Wir verdienen da schon Geld. Unsere Zukunft liegt aber in der Virologie." Dafür hat Marinomed 7 Mio. Euro investiert in 2022. "Entwicklung im Pharmabereich ist sehr aufwändig und kann bis zur Marktreife dreistellige Millionenbeträge kosten." Mit Weltmarktführer P&G will Marinomed den wichtigsten Markt USA erobern. "Das hat das Potenzial, das Unternehmen profitabel zu machen." Marinomed ist in einer einzigartigen Position - die großen klinischen Programme sind bereits gelaufen. "Das Risiko für den Aktionär ist (für Biotechs) sehr gering."
16 Minuten
Am heutigen 19. April findet der jährliche Weltfondstag der österreichischen Investmentbranche statt. Fondsgesellschaften, Banken und Finanzdienstleister starten an diesem Tag und in den Wochen davor verschiedene Initiativen, um die Vorteile von Fonds und des Fondssparens in Erinnerung zu rufen. Wie hat sich das Fondssparen im Krisenjahr 2022 entwickelt? Heinz Bednar von der Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften: "Kein großartiges Jahr für die Performance, aber die Retail-Kunden sind uns treu geblieben." 2023 habe mit einer besseren Marktunterstützung begonnen. "Schöne Zuflüsse über Aktien und Renten, Abflüsse allerdings bei Misch- und Immobilienfonds." Welche Fonds sind besonders gefragt? "Die Österreicher setzen langfristig auch auf die nachhaltigen Produkte."
17 Minuten
Christian Drastil von Börse Social Network ist gut vernetzt in österreichischen Wirtschaftskreisen. Im Interview auf dem Wiener Börsentag gibt er Auskunft über den Immobiliensektor, Versicherungen (Vienne Insurance, Uniqa), Bauunternehmen (Strabag, Porr), die Bankenbranche und "starke Zykliker" wie Palfinger, Wienerberger sowie Voestalpine. "Stärker als Deutschland ist Österreich bei den Öl-Werten aufgestellt." Drastil erwartet im Herbst ein ATX-Comeback der Telekom Austria. Aus der zweiten Reihe "geile Aktien, geile Storys" mit Frequentis und FACC. Bei der AT & S könnte die Börsenregel "Buy The Fucking Dip" (Kauf den verdammten Rücksetzer!) funktionieren.
14 Minuten
Servus, Zinsen! Aber was ändert das für die Anleger? "Die Anlage lässt sich täuschen", so Andreas Kern, CEO und Gründer von wikifolio.com, auf dem Wiener Börsentag. "Der Kaufkraftverlust ist trotzdem katastrophal. Einige werden Opfer der eigenen Psyche." Kern spricht von einer kognitiven Verzerrung ("cognitive bias"), wonach Investoren mehr Angst vor Verlusten als Freude über Gewinne empfinden. Anhand der Inflationsentwicklung in Deutschland seit 1988 kommt Kern zu diesem Schluss: "Wer in Aktien investiert, hat im Ergebnis 14 mal mehr auf dem Teller als jemand, der seine Euros liegen lässt." Gute Anlagechancen sieht Kern bei Unternehmen, die Künstliche Intelligenz geschickt einsetzen.
14 Minuten
Ukraine-Krise und Zinsen sind der perfekte Sturm für die UBM Develoment AG, hatte CEO Thomas Winkler es Mitte 2022 noch bezeichnet. "Dann ist der gesamte Transaktionsmarkt zusammengebrochen." Das ist natürlich für einen Immobilien-Developer sehr schlecht, der davon lebt, dass er etwas verkauft. "Sodass ich eigentlich von der perfekten Flaute sprechen muss." Dazu kommt, dass die "Krisenjahre" 2020 und 2021 für UBM außergewöhnlich stark waren. 2022 ist also ein "normales" Krisenjahr. Umsatz, Gewinn und Dividende in 2022 halbiert. Doch die Holzbauweise von UBM zieht nach wie vor: "Der Timber Pioneer, das erste Holz-Hybrid-Bürohaus in Frankfurt, ist gerade zu zwei Dritteln an die Universal Investment vermietet worden!" Und das, obwohl eine Mio. Quadratmeter in Frankfurt leer steht. "Da zeigt, dass diese Holzbauweise eine gewisse Attraktivität bietet." 2023, das Jahr der Wahrheit für die Branche. "Wir haben einen langen Atem und können auch eine längere Durststrecke durchtauchen. Bei uns gibt es Dividende in guten und in schlechten Zeiten."
15 Minuten
Zu Gast bei Gregor Rosinger auf einem Schloß in Österreich. Der Investor und Finanzexperte spricht u.a. über sein Buch "An der Zeitenwende: Veröffentlichte Kolumnen und nie geführte Interviews": "Der Kapitalismus und die Ungleichheit sind wesentliche Treiber für wirtschaftliche Entwicklung." In einem nichtkapitalistischen System würden Innovationen kaum stattfinden. Rosinger spricht in diesem Fall von einer "lethargischen Gesellschaft, die die Hängemattenmentalität vervollkommnen würde". Erfindungsreichtum sei auch im Unternehmertum gefragt: "Never love your products". Viel wichtiger: Welche Güter braucht der Markt jetzt und in Zukunft? Rosinger rät: "Dem Markt nicht folgen, sondern ihm voraus sein."
11 Minuten
"Das Rekordjahr mit Zahlen untermauert": Fast 600 Mio. Euro mehr Umsatz, das EBIT wird sich auf rund 49 Mio. verbessern. Das Ziel für 2023: über 2,4 Mrd. Umsatz. "Es brummt nicht überall. Es brummt in den USA. Dort ist überhaupt nichts von einer Rezession zu spüren", so Unternehmenssprecher Hannes Roither auf dem Wiener Börsentag. In Europa ist die wirtschaftliche Lage zwiegespalten: Gute Zahlen in Spanien, etwas schlechtere in Deutschland. Das Geschäft mit Kränen bleibt Kerngeschäft, Palfinger bewegt sich und seine Gerätschaften in Marktnischen. Viel Technik, Chips und Digitalisierung sind heute für einen funktionstüchtigen Kran notwendig, damit er zu einem "Lifting Robot" mutiert. "Man kann ihn bereits mit einer 3D-Brille steuern. Im Fahrerhaus oder 50 km entfernt."
21 Minuten
Die Frequentis AG produziert Flugsicherungssysteme sowie Software für Sicherheitsbehörden. Das Jahr 2022 steht unter der Überschrift: Jump in Order Intake, Strong revenue Growth and Acquisition of Regola (Italy). "Wir können mit dieser Akquisition unser adressierbares Marktpotenzial im Public-Safety-Bereich verdoppeln", so CEO Norbert Haslacher. Jüngst wurden zudem Aviamaps (Drohnenmanagement) und Frafos übernommen. Zuwachs auch in der Führungsetage: Seit 1. Januar 2023 ist Monika Haselbacher die neue COO. Zu den Jahreszahlen 2022: Sprung beim Auftragseingang um 22 %, der Umsatz steigt stark um 16 % auf 386 Mio. Euro. Das EBIT liegt mit 25 Mio. 7 % unter 2021. Auch die Marge geht leicht zurück. Die Dividende wird um 10 % von 20 auf 22 Cent angehoben.
11 Minuten
"Das erste Quartal 2023 war turbulent", so Christian Hinterwallner von der Raiffeisen Research, "die Inflationsdaten sind schwächer ausgefallen als erwartet. Deutlicher Rückenwind für die Aktienmärkte in Europa. Auch der ATX konnte markant zugewinnen." Hinterwallner erwartet Richtung zweite Jahreshälfte eine "sanfte Beschleunigung" und geht von einer "milden Rezession" aus. Die Notenbanken versuchen, der steigenden Inflation durch Zinserhöhungen entgegenzuwirken. Doch das hat enorme Nebeneffekte: Große Unruhe im Bankensektor raffte einige Kreditinstitute dahin. Droht uns eine Bankenkrise 2.0? "Das Zinsniveau bereitet für den einen oder anderen schwächeren Teil der Volkswirtschaft Probleme", sodass die Behörden, wie bei der Credit Suisse gesehen, proaktiv eingreifen müssen. "Doch eine breite Bankenkrise sehen wir nicht." Merkliches Aufholpotenzial sieht er für den österreichischen Markt, denn die heimischen Werte seien "substanziell unterbewertet".
12 Minuten
Alois Wögerbauer, Geschäftsführer der 3 Banken Generali, sieht keine Bankenkrise 2.0, gleichwohl aber eine Bankenthematik. "Wir hatten keine Rallye, das war eine Gegenbewegung zum schwachen Q4." Zur Strategie seiner Bank erklärt er: "Wir sehen eine Renaissance der Mischfonds mit einer 60/40-Strategie aus Aktien und Anleihen." In beiden Branchen Growth und Value ist die Bank "ziemlich ausgewogen" investiert. ChatGPT befeuert KI-Rallye an der Nasdaq. "An den großen US-Klassikern kann man kaum vorbeigehen." Dennoch sei es noch zu früh, sich hier klar zu exponieren. Ist der steigende Goldpreis ein Misstrauensvotum gegenüber dem Dollar? "Nein. Der steigende Goldpreis ist eine Antwort auf die Inflationsbekämpfung und Zinspolitik der Notenbanken." China betrachtet die 3 Banken Generali nach wie vor mit Zurückhaltung.
6 Minuten
15. April 2023 - 09:30 bis 16:30 Uhr - Austria Center Vienna, das Datum bitte aufschreiben. Der Börsetag Wien (ohne n) https://www.boersetag.at startet u. a. mit einem Vortrag der Börse Wien von Erwin Hof "Die 5 Mythen des langfristigen Vermögensaufbaus" und endet mit dem Schluss-Vortrag von Börsenaltmeister Heiko Thieme. Es gibt auch ganz neu einen B2B-Corner. Kostenfrei anmelden! Unter: https://www.boersentag.at/anmeldung.html
20 Minuten
Dr. Martin Steinbach ist Head of IPO and Listing Services bei Europe West and EMEIA: "Jede Zeit hat ihre Börsengänge." Die Zinsen spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger sind große Megatrends, hier finden vermehrt konzentrierte Börsengänge statt. Steinbach nimmt Stellung zu 10 Argumenten, die für einen Börsengang sprechen, darunter Neukapital, Steigerung des Unternehmenswerts, Verbesserung der Finanzierungsmöglichkeiten, Möglichkeit zur Expansion durch Akquisitionen sowie Transparenz und Vertrauen.
15 Minuten
Ein Blick zurück auf die Lehman-Pleite sowie eine Einschätzung zum Banken-Beben um die Credit Suisse. "Die Bankenkrise können wir schon als verarbeitet betrachten", versichert Fondsmanager Wolfgang Matejka, der um die "besonders aggressive" Rolle der Banken im österreichischen Index durchaus Bescheid weiß. "Die Banken sind den Notenbanken wichtiger als ein Inflationsziel. Für die Kapitalmärkte ist das Drohpotenzial relativ beendet." Eine neue Lieblingsaktie Matejkas ist die "technisch gute" Frequentis, sie radiert immer an der ESG-Rasierklinge entlang. Matejka sieht eine goldene Zukunft für alle Schnäppchenjäger von Immobilienaktien, Stichwort: Notverkäufe. "Mit der Kommunikation zwischen Fed und EZB wird die Performance dieses Sektors eng verbunden sein."