Allein in schlechter Gesellschaft Archiv
300 Episoden
32 Minuten
Die erste Outdoor Episode 2017 sollte sich um Visionen drehen habe ich mir gedacht. Und gedacht... getan! Es ist schrecklich für mich wahrzunehmen, dass wir in einer Gesellschaft ohne Visionäre leben müssen. Wir werden von klein auf darauf getrimmt möglichst nicht zu träumen, nicht zu visionieren. Wir werden in Normkarrieren sozialisiert, gehen auf die tolle Schule die unsere Eltern für uns aussuchten, wir machen eine Ausbildung von der wir glauben das Richtige zu lernen und wir machen Jobs weil er unseren Lifestyle finanzieren soll. Wir haben keine Vision, vielleicht haben wir eine Vorstellung davon wo und wie der nächste Job, die nächste Frau aussehen soll. Wir haben alles in unserer Rübe aber nichts ist konkret. Man könnte ja enttäuscht werden und die Sicherheit, die uns unsere Eltern vorgebetet haben, verlieren. Wir sind Gefangene unseres Verstandes. Wir glauben wir sind unser Verstand, wir sind überzeugt wir machen das was wir schon immer wollten. Wir umgeben uns mit Energieräube
35 Minuten
Neulich war in einer der Sozialarbeits Facebook Gruppen eine spannende Diskussion über die Bedarfe von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern. Was braucht Ihr war die zentrale Frage. Eigentlich eine coole Idee, diese Frage in den Pool an scheinbar unzufriedenen Dauernörglern zu geben. Was braucht ein Sozialarbeiter? Mehr Geld war natürlich der Grundtenor, Dienstwagen, Persönliche Einflussnahme etc. Es war eine bunte Sammlung an Ideen. In einer Seitendiskussion forderte ich mehr Mut zur Selbständigkeit im Sozialen Bereich. Schnell kam aber auch auf, dass einigen der Mut fehle sich selbständig zu machen. Nicht fehlende Ideen oder Konzepte, nein Mut fehlt den Menschen. Ich denke auch, die anderen Beteiligten mit ihren monetären Interessen fehlt schlussendlich der Mut etwas zu verändern. Wir sind gefangen in unbefristeten Verträgen und einem nie enden wollenden Strom an Klienten. So ist die Soziale Arbeit, es wird nie weniger. Die Routinen nehmen uns den Mut. Die Denkweise macht uns krank
36 Minuten
Es ist ein Phänomen bei dieser Krankheit, die Rückfallquote ist zum heulen. In den ersten 6 Monaten, sagen verschiedene Statistiken, werden 80-97% der Suchtkranken rückfällig. Sei es nach einem Kalten Entzug, nach einer stationären Entgiftung oder auch nach einer stationären Therapie, fast keiner schafft es abstinet zu leben. Das erste Jahr ist das brenzligste und das trotz persönlicher Bemühungen, fachlicher Unterstützung und auch familiärer Hilfe. Es ist zu verrückt werden. Was aber brauchen dann Suchtkranke? Wenn diese ganzen Maßnahmen so gut wie unwirksam sind, wenn nur 3,6% der Menschen in Deutschland abstinent leben, muss man sich unweigerlich fragen was da los ist, was denn menschen fehlt. Ich habe mich eine Woche mit Menschen unterhalten die wie ich auf der Entgiftungsstation waren. Ich habe mir einige Geschichten angehört, meine eigene mehrfach erzählt und eine bittere Erkenntnis gewonnen. Kaum einer, eigentlich keiner hat eine Vision für sich selbst. Keiner hat ein klares Leb
43 Minuten
Wir haben kranke Seelen, so mein Fazit nach drei Wochen Dunkelheit in meinem Leben. Ich habe eine kranke und doch hungernde Seele. Ich bin süchtig. Nach einem lebensbedrohenden Rückfall bin ich in mich gegangen, habe alles auf den Prüfstand gestellt. Ich hab doch schon so viel getan um abstinent leben zu können. Ich habe Ziele, Träume, Visionen in meinem Leben. Ich reflektiere mich schonungslos und lasse mir regelmäßig Feedbacks geben. Ich habe einen gesunden Freundeskreis, ernähre mich gut und treibe Sport. Ich habe Hobbies, Leidenschaften und bilde mich permanent fort. Ich arbeite in einem gesunden Umfeld und achte immer auf meine Gefühle. Nach therapeutisch-medizinischen Richtlinien ist scheinbar alles nice. Was fehlt mir dann? Was habe ich nicht bedacht? Ich habe die Rechnung ohne die Seele gemacht. Habe mir ein spirituelles Weltbild zurechtgezimmert das kein Fundament hat. Das nichts hat, ausser schöner Worte. Ich habs mir zurechtgebogen, das Ding mit der Seele. Ich hatte Seelensc
15 Minuten
Motiviert zu sein, ambitioniert zu sein, erfolgreich sein zu wollen... reicht nicht aus. Das ist ein Satz den wir nicht hören möchten. Wir wollen doch "genug sein". Motivation ist doch nur ein hypothetisches Konstrukt, um die Antriebskraft eines Individuums zu beschreiben. Motivation ist das Ergebnis von individuellen Bedürfnissen (Motiven) einer Person und den Anreizen der Umwelt bzw. der Situation. Was braucht es denn noch? Wir motivieren unsere Kinder, Mitarbeiter, Chefs, Politiker oder neuerdings auch die Menschen die neu in unser Land kommen. Wir motivieren bis der Arzt kommt. Und es soll nicht reichen? Nicht genug sein, um hier in diesem reichen und fortschrittlichen Land sich "erfolgreich" schimpfen zu dürfen? Genau, das ist nicht genug. Nichts wert. Motivation ist nur die halbe Miete.
14 Minuten
Warte nicht auf Günter, so mein dringender Rat an die Leitungsebene Sozialer Organisationen. Das Team Wallraff war in Leverkusen investigativ unterwegs und hat desaströse Zustände in einer Werkstatt für behinderte Menschen aufgedeckt. Mir geht es heute jedoch um eine zentrale "Begleiterscheindung" die sich hier offenbart. Es gibt keinen Krisenkommunikationsplan wie es scheint und erst recht keinen digitalen Plan. Selbst die Vorsitzende des betroffenen Vereins, tobt sich auf dem Karneval aus und postet fleißig Bilder (so ganz neben der Panik in der Lebenshilfe selbst). Was braucht es in diesen Zeiten in der alles Gesichtslosen Protagonisten wieder schreien, dass die ganze Profession in den Dreck gezogen würde. Wutsozis sind plötzlich überall. Bullshit Leute. SO geht das nicht. RTL hat hier gerade die Informationshoheit über eine Soziale Organisation übernommen. Das ist das Schreckliche neben den ganzen menschlichen Abgründen der eigentlichen Situation. Keine Digitale Kommunikationskultu
23 Minuten
"Marc, du musst endlich kapitulieren" ist ein Satz der mich doch nun schon fast mein ganzes Leben begleitet. Ich bin seit 1999 in unregelmäßigen Abständen damit konfrontiert bei unterschiedlichen Anlässen kapitulieren zu müssen. Bei der Sucht, da musste ich kapitulieren, weil es sonst mein Leben gekostet hätte. In Beziehungen, weil es sonst bei der Frau oder bei mir um eine Verlängerung des Schmerzes gegangen wäre oder bei einem erneuten Rückfall. Immer wieder saß ich in Psychiatrien oder Krankenhäusern oder manchmal auch zuhause und wusste einfach nicht wie. Wie geht kapitulieren? In der Lifestylewelt von heute, bei der Onlinekurse oder das schlichte "folgen" spezialisierter Instagram Accounts, eine Zufriedenheit ungeahnten Ausmaßes versprechen, gibt es da Kapitulieren überhaupt? Gibt es Scheitern und Loslassen von Altem? Es ist der wunde Punkt von uns allen, die Unfähigkeit die weiße Fahne zu schwenken. Ich kapituliere vor der Kapitulation.
21 Minuten
Wohin wir auch schauen, wir finden überall Alte Säcke vor. Alte Säcke Politik, Alte Säcke Sozialarbeit, Alte Säcke Bildung, Alte Säcke Wirtschaft, Alte Säcke Freizeit, Alte Säcke Urlaub und als wenn es noch nicht genug wäre damit, Alte Säcke Denken wohin man auch schaut. Alte Säcke sind wie eine Pest. Alte Säcke sind weder Männer noch Frauen, noch Weiße oder Schwarze, noch Christen, Muslime oder Hindus. Alte Säcke tragen Anzüge, Abendkleider, Jeans und Jogginghosen. Sie schminken sich, machen Selfies, podcasten oder posten lustige Kuchenbackvideos in den Social Networks. Alte Säcke beherrschen die Hinterzimmer, die Vorderzimmer und aber keinesfalls die Frauenzimmer. Alte Säcke sind nicht androgyn oder transamorös. Sie sind die Finanzbeamten, die Sozialarbeiterinnen, die Rektoren und Vorstandschefs. Die alten Säcke sind die Vorarbeiter mit Fleischkäsbrötchen und die Sekretärinnen beim Architekt. Sie sind überall. Sie sind in Dir.
17 Minuten
Vanessa und Anka, zwei leidenschaftliche Reiterinnen aus der Region Oberschwaben, planen einen Ausritt für den guten Zweck. Hört sich ja klasse an aber was haben die Zwei vor? Die beiden planen, zu Gunsten der Urnel Kinderkrebshilfe in Tettnang, einen siebentägigen Ausritt durch die atemberaubende Landschaft Oberschwabens. Wege die sonst kaum einer kennt und die die Region so auszeichnet. Sie wollen Spaß, Abenteuer und irgendwie klingt es wie die Lagerfeuerromantik die wir immer wieder herbeisehnen. Es soll aber keine Egotour sein sondern sie wollen uns teilhaben lassen. Begleitet durch einen Fotoblog, Facebook Beiträge und noch vieles mehr, rufen die zwei Freundinnen auf, die Kinderkrebshilfe zu unterstützen. Eine spannende Idee, ein cooles Projekt und eine soziale Einrichtung mit Unterstützungsbedarf. Shownotes Urmel Kinder-Krebshilfe e.V. Tettnang Urmel-Ritt Facebook Seite Urmel-Ritt Blog Internationalen Kinderkrebstag (DKMS)
23 Minuten
Regelmäßig und mit zunehmender Häufigkeit erlebe ich bei mir und auch bei Gesprächen mit Kunden, wie tiefgreifend Verstrickungen in unserer Biographie verankert sind. Wir verstricken uns in Beziehungen, moralische und emotionale Abhängigkeiten oder auch in Glaubenssätze und Denkmuster die gar nicht von uns kommen. Nein nein, nicht von oben oder einer höheren Macht, nein das alles sind Übertragungen und Entscheidungen die auf uns einwirken. Wenn wir diese Verstrickungen aufdecken, Licht auf sie werfen und lernen neu zu betrachten, steht uns kaum noch was als Hindernis im Weg. Heute gehts um Aufstellungen eine kurze Geschichte in mein Inneres und eine spektakuläre Wendung.
21 Minuten
Heute ist Safer Internet Day In vielen Schulen in vielen Ländern der EU wird heute der alljährliche Safer Internet Day thematisiert. Unzählige Workshops die sich mit einem Thema auseinandersetzen: Cybermobbing. Ein Thema das eine wachsenen Brisanz aufweist und nicht verschwiegen werden darf. Cybermobbing, also Mobbing mit Hilfe digitaler Medien, ist kein neues Phänomen. Ob USA oder UK, niemand weiss woher und wie es kam und nach Deutschland schwappte. Es ist auch egal wie und woher, wichtig ist heutzutage die Frage, wie man Kinder und Jugendliche kompetent befähigt mit diesem Thema umzugehen. Viele Lehrer sind noch im Hirten- und Beschützermodus und zeigen dies in WLAN Verboten und Smartphone-Bann auf dem Schulgelände... aus den Augen aus dem Sinn der Verantwortung. Aber heute nicht, heute ist ja Safer Internet Day für die Schafe, die Herde... Wann gibts sowas für Alle oder all jene die es bräuchten und keine Ahnung advon haben dass sie es brauchen?
20 Minuten
Nachdem ich fast den ganzen Januar am korrigieren der Klausuren war, muss ich dazu mal was los werden. Junge Frauen und Männer in unseren Sozialen Organisationen nehmen das Thema Digitalisierung, Medien und Gesellschaft ernst und beschreiben digitale Realitäten die mich wieder bestätigen. Es ist fünf nach zwölf, schrieb eine junge Studentin in der Klausur. Es ist ein alter Zopf und von zielgruppenorientiertem Marketing braucht man da noch nicht mal sprechen. Es ist teilweise hart und irgendwie auch frustrierend, dass Soziale Organisationen ihre primäre Qualifikation, die Beziehungsarbeit, in Form von digitaler Beziehungsarbeit ignorieren.
20 Minuten
Wir laufen oft wie Lemminge dem eigenen Abgrund entgegen. Wir verharren in Jobs die uns keinen Spaß machen, treiben Sport der uns frustriert oder führen Beziehungen die uns nicht glücklich machen. Gleichzeitig machen wir den Frust auf diese Erkenntnissen kaum Luft und fühlen uns wieder getrieben etwas tun zu müssen. Manchmal fehlen uns auch die Ziele, die Muße, die Zeit oder der Raum sich über die zentralen Fragen Gedanken zu machen. Wir wollen aber in den Flow Zustand im Job. Wir wollen einen Job der uns beflügelt und uns zu Mehr bringt. Zu mehr Freude, Anerkennung oder Geld. Zu mehr Freiraum, Freiheit oder Selbstbestimmung. Wir haben aber keinen Fahrplan! Der Zug ist schon weg oder kommt noch, wir wissen es nicht. Wir suchen, teilweise verzweifelt nach Lösungen und smarten Hilfen. Aber alles dreht sich nur um eine zentrale Frage, einen Punkt. Egal ob man Angestellter, CEO oder freischaffender Straßenmusiker ist. Alles fußt auf einer Frage, die wir mit aller Macht und Kraft umgehen.
20 Minuten
Eine Antwort auf die Frage, ob das sein muss und welchen Mehrwert durch kundenorientiertes Marketing für a l l e Beteiligten – und das sind einige – generiert werden kann, bietet die Beobachtung des Prozesses vom Annehmen einer Suchterkrankung bis zur stationären Rehabilitation. ...war der Satz. den ich heute morgen um 6 Uhr in meinem Feedreader las. Perpetua Schmid und Axel Olaf Kern schrieben einen Gastbeitrag auf Hendrik Epes Blog zum Themengebiet Marketing für Soziale Einrichtungen. Sie schreiben dort Die Phase der frühen Auseinandersetzung von Personen mit einer Abhängigkeitserkrankung und möglichen Hilfeeinrichtungen wird im Folgenden unter dem Aspekt eines kundenorientieren Marketingansatzes betrachtet. Das ist doch dein Thema dachte ich und fand überraschenderweise viele Parallelen zu meiner Vorlesung, was ich meinen Studierenden erzählte. Ebenso fand ich Gedanken wieder die ich bei meiner Firma Anwendung finden. Schlussendlich habe ich mich entschlossen meine Erf
20 Minuten
Woran sich orientieren fragen sich täglich Tausende junger Menschen. Nicht die Jugendlichen oder Kinder, nein die jungen Menschen die im Arbeitsleben stehen und beginnen Ihren Platz zu finden. Woran orientieren wir uns wenn das erste Geschäftsgespräch ansteht, welche Klamotten ziehe ich an und wie muss "man" sich verhalten? Darf man sich selbst sein? Woran orientieren wir uns wenn wir Eltern werden? Müssen Männer auch ins Café nebenan und ihren veganen Latte Macciato trinken? Was ist eine Nische im Leben? Gibt es Lebensnischen die den Weg, das Leben angenehmer machen? Können wir uns gegen den Strom treiben lassen?