Die Kulturfritzen Archiv
117 Episoden
31 Minuten
Bruno Balz schrieb mehr als 1000 Liedtexte, unter anderem für Heinz Rühmann und Zarah Leander: "Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern", "Kann denn Liebe Sünde sein?" und "Es wird einmal ein Wunder gescheh'n" sind nur drei seiner Evergreens. Während man die Lieder im Ohr hat, weiß man über ihren Schöpfer recht wenig. Mit "Berliner Sehnsucht" versucht Johannes Albendorf, diese Lücke zu schließen. Das Buch ist keine sachliche Biografie, sondern ein unterhaltsamer Roman, der ein interessantes Künstlerleben auf der Basis historischer Fakten verdichtet: Albendorf erzählt über Balz' Anfänge im Berlin der Zwanziger-Jahr und über seine Erfolge beim jungen Tonfilm, die ihm später den Ruf als Hitlers Hitschreiber einbrachten, aber auch über die Konflikte mit dem Gesetz, in die Balz wegen seiner Liebe zu Männern immer wieder geriet, sowie über die unglückliche Scheinehe, die seine Frau nicht zu beenden gewillt ist. Marc Lippuner unterhält sich mit Johannes Albendorf über das Leben Bruno Balz' und die Entstehung des Romans, dessen zweites Kapitel im Anschluss – gelesen von Pierre Sanoussi-Bliss – zu hören ist.
39 Minuten
"Das Leben steht uns frei" heißt das dritte Album des Rock-Poeten Arno Zillmer, das in wenigen Tagen erscheint. Anlässlich der Veröffentlichung unterhält sich Marc Lippuner mit dem Sänger, der bereits seit 25 Jahren auf der Bühne steht, darüber hinaus aber auch als Sozialpädagoge und Musikcoach tätig ist. Ein Gespräch über ostdeutsche Musiksozialisation und westdeutsche Lieblingslieder, über Regenbögen in Stralsund und die Liebe zum Kottbusser Tor, über die Freundschaft zu Angelika Mann und Erna P., über schwule Lieblingsorte und das Fremdeln mit der "Szene", über alte Lieder, die es nicht so gut hatten, und neue, in denen Berlin eine zentrale Rolle spielt.
42 Minuten
Seit knapp 40 Jahren ist Ades Zabel als Entertainer, Filmschaffender und DJ unterwegs. Fast ebenso lange begleitet ihn sein Alter ego, die Neuköllner Kiezperle Edith Schröder. Nachdem Marc Lippuner für das Videoformat "Better geht's nicht" Ediths Bekanntschaft gemacht hat, konnte er sich für diesen Podcast nun mit dem Mann dahinter unterhalten. Ein Gespräch über Super8-Filme und eine vergessene documenta-Teilnahme, über die Westberliner Subkultur der 1980er-Jahre und die irreführende Definition von Travestie, über das BKA als künstlerische Heimat und den Zufall einer DJ-Karriere, über Kieztouren und Kochkünste sowie über Ediths Glocken, die alle Jahre wieder läuten.
35 Minuten
Zwei Jahre hat die Band KANAL an "Das Leben danach", ihrem fünften Album, getüftelt, dank einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne konnte es im Sommer 2021 als hochwertige Doppelvinyl erscheinen: Ein opulentes Werk, das auf avantgardistischen, sphärischen Klanglandschaften poetische, wirkungsmächtige Botschaften transportiert. Marc Lippuner unterhält sich mit Tobias Buder, dem Kopf der Berliner Band, über das Komponieren von Landschaften, über berechnete, aber nicht berechnende Poesie, über den reizvollen Aufwand einer Albumproduktion und über Berlins Ruf als musikalischer HotSpot.
44 Minuten
Vor 25 Jahren gründeten die Studenten Ingo Držečnik und Roman Pliske den Elfenbein Verlag in Heidelberg, vor 20 Jahren erfolgte der Umzug nach Berlin. Das anspruchsvolle Programm beinhaltet deutsche Gegenwartsliteratur, zeitgenössische Lyrik, Übersetzungen (v.a. aus dem Portugiesischen) sowie Werksausgaben (u.a. von Luís de Camões, Anthony Powell und Simon Raven). Marc Lippuner blickt mit Ingo Držečnik zurück auf die Anfangsjahre, in denen sich die Programmpolitik etablierte, und spricht mit ihm über Berlin als Verlagsstadt, die Herausforderungen des Buchmarktes heute und holt zuletzt noch fünf Berlin-Buchempfehlungen aus der Verlagsgeschichte ein.
57 Minuten
Seit 20 Jahren produziert der Berliner Filmemacher Marc Boettcher mit Herzblut recherchierte, berührende Dokumentationen, in denen er Musikerinnen und Musiker portraitiert, um sie dem Vergessen zu entreißen oder um sie neu zu entdecken. Marc Lippuner spricht mit Marc Boettcher über die universelle Sprache der Musik, den mysteriösen Tod der Schlagersängerin Alexandra, den herben Charme der Jazzlady Inge Brandenburg, die Freundschaft zu Gitte, den Übersee-Ruhm des Orchesterleiters Bert Kaempferts und die rasante Karriere des Popduos Rosenstolz. In seinem aktuellen Film, der im August 2021 in Berlin zur Welturaufführung gelangt, stellt er die jüdische Sängerin Belina vor, die als Friedensbotschafterin in die entlegensten Ecken der Welt reiste.
28 Minuten
Seit mehr als zehn Jahren ist der Chansonnier David Kaiser Teil der Berliner Kleinkunstszene - sowohl solistisch, als auch mit seiner Bühnenpartnerin Virginia Plain. Anlässlich seines neuen Programms "Letzte Runde und der Teufel fegt den Saal" spricht er mit Marc Lippuner über die ihm in die Wiege gelegte Liebe zur Kunst, über die Schwierigkeit Kurt Weill ganz einfach zu singen, über das BKA-Theater als Heimat und über den Charme von Berliner Eckkneipen.
36 Minuten
Der deutsch-amerikanische Maler Lyonel Feininger (1871-1956), bekannt vor allem durch seine Tätigkeit als Bauhaus-Meister in Weimar, lebte mehr als 30 Jahre in Berlin, wo er sich vor allem als Karikaturist hervortat. Marc Lippuner spricht mit Kathleen Krenzlin und Björn Brolewski von der Galerie Parterre Berlin über die Berliner Jahre Feiningers, wie die Stadt ihn künstlerisch geprägt hat und welche Rolle Berlin in seinem Werk spielt.
17 Minuten
Marc Lippuner stellt die kulturellen Seiten des Kollwitzkiezes vor: Hier stehen der älteste Wasserturm der Stadt und die größte Synagoge Deutschlands. Hier wurden in den 20er-Jahren wöchentlich Millionen von Brötchen gebacken und in den 70er-Jahren Atomschutzkeller eingerichtet. In der Kulturbrauerei, dem kulturellen Schmelztiegel des Viertels, ist das bekannteste inklusive Theater des Landes beheimatet, während Wolf Biermann nur wenige Straßenecken weiter ein Theater gegründet hat, das nie eröffnet wurde. Auf dem hiesigen jüdischen Friedhof liegen berühmte Künstler begraben, Künstlerinnen hingegen nicht, aber wenn man will, kann man sich nur wenige Meter weiter, und zwar wirklich nur dort, von Käthe Kollwitz anrufen lassen.
19 Minuten
„Vom Kloster zum Humboldt Forum. 700 Jahre Geschichte und Architektur. Ein Buch zum Tasten, Sehen und Hören“ ist eine Publikation, die nicht nur mit den Augen, sondern auch mit den Fingerspitzen erkundet werden kann - mittels Brailleschrift, taktilen Linien und in Tiefziehfolien geprägten Fassaden jener Gebäude, die den Standort des Humboldt Forums über einen Zeitraum von 700 Jahren geprägt haben: Vom Kloster über das Schloss und den Palast der Republik bis hin zum Humboldt Forum. Über die Entstehung und Herstellung dieses besonderen Buches sowie über die Herausforderungen bei der Aufbereitung der Inhalte für sehbehinderte oder blinde Leserinnen und Leser hat Marc Lippuner mit Katja Gimpel gesprochen, der Projektleiterin dieses inklusiven Buchprojekts.
1 Stunde 2 Minuten
Was haben Udo Lindenberg, Bruce Springsteen, Deichkind, André Herzberg, Rammstein, Josephin Busch, The Boss Hoss und der Traumzauberbaum gemeinsam? Sie alle sind Teil der Pankower Musikgeschichte! Mit der _Pankow Music Tour_ startet dieser Tage ein Projekt, das an 15 prominenten Orten im Großbezirk wichtige Protagonist:innen zu Wort kommen lässt, die die abwechslungsreiche musikalische Geschichte Pankows anhand ihrer eigenen Biografie lebendig werden lassen. Marc Lippuner spricht mit Sandra Vogt, der Leiterin des Kultur- und Tourismusmarketing von Berlin Pankow, die das crossmediale Projekt initiiert hat.
47 Minuten
Darf man vom Schloss reden, wenn man das Humboldt Forum meint? Wer gab den Anstoß zur Rekonstruktion des Neubaus? Welche gestalterischen Vorgaben bestimmten den Wettbewerb? Haben städtebauliche oder ideologische Gründe den Abriss des Palastes der Republik begünstigt? Welche Rolle spielte die Dimension des Berliner Schlosses ursprünglich bei der architektonisches Gestaltung von Berlins Mitte? Diese und weitere Fragen klärt Marc Lippuner mit dem Architekturkritiker Rainer Haubrich, der ein Buch über die Rekonstruktion des Berliner Stadtschlosses verfasst hat.
40 Minuten
Am 20. Juni 2021 wird in der Pankower Pradelstraße 18 ein Stolperstein für Lucie Juliusburger verlegt. Drei Jahre hat die Stolpersteingruppe Pradelstraße die Lebensumstände der 1943 nach Auschwitz deportierten Jüdin recherchiert und dabei eine schicksalsreiche und komplexe Familiengeschichte, deren Spur bis nach Amerika führt, zu Tage gebracht und dem Vergessen entrissen. // Eine Reportage von Marc Lippuner.
44 Minuten
Diesmal spricht Marc Lippuner mit Tom Baumann von der Urban-Pop-Ska-NuFolk-Band Currao, die Songs mit Berliner Schnauze und kosmopolitischem Herz serviert. Ein Gespräch über Gute-Laune-Musik und ernste Texte, über das Songwriting beim Fahrradfahren und die Grenzenlosigkeit von Musik, über selbstorganisierte Festivals vagabundierender Musiker:innen, über Crowdfunding, das neue Album und eine geplante Tournee, die von Berlin – am Wannsee vorbei – nach Marrakesch führen soll.
14 Minuten
Marc Lippuner auf Entdeckungsreise durch die Altstadt Spandau. Hier gibt es einiges, was Berlinerinnen und Berliner neidisch werden lassen könnte: In Spandau fließt die Havel in die Spree, steht die Wiege der Reformation in der Mark Brandenburg, gibt es pittoreske Fachwerkbauten, barocke Bürgerhäuser und die vielleicht abgefahrensten U-Bahnstationen der Hauptstadt.