Die Kulturfritzen Archiv
117 Episoden
49 Minuten
Marc Lippuner unterhält sich mit Petra Pau, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags, über ihr neues Buch "Gott hab sie selig", in dem sie Anekdoten aus ihrem politischen Alltag versammelt. Ein Gespräch über den Glamour von Hellersdorf und pflegeleichte Kurzhaarfrisuren, über Har(t)zfeuer und parteiübergreifende Solidarität, über fiktive Bundestagsabgeordnete und reale Gefährder der Demokratie sowie über die Gretchenfrage, wie sie in Goethes "Faust" einst gestellt wurde.
48 Minuten
Mit Alexandra Winterfeldt und Beate Schönwetter von der Improtheatergruppe "Klubbekanntschaften" unterhält sich Marc Lippuner über Katja Oskamps Erzählband "Marzahn, mon Amour" und gibt Impulse für kurze Improvisationen. Anlass für das Gespräch ist die Aktionswoche „Berlin liest ein Buch“, die mit vielfältigen Aktionen das Berlin-Buch, das Anekdoten aus einer Marzahner Fußpflegepraxis versammelt, über mehrere Tage in den Fokus rückte.
42 Minuten
Karsten Troyke gilt als einer der bekanntesten Botschafter des jiddischen Liedes in Europa. Seit knapp 40 Jahren interpretiert der Chansonnier Lieder in jiddischer Sprache, sowohl traditionell als auch mit tanzbaren Jazz-, Tango- oder Sinti-Swing-Arrangements. Marc Lippuner unterhält sich mit dem Troubadour über seinen Vater Werner Sellhorn als Impulsgeber, über seine Liebe zur jiddischen Musik und zum Jazz, über die Akzeptanz und Rezeption dieser Genres in der DDR und heute. Ein Gespräch übers Bewahren und Loslassen, über Aneignung und Vorbehalte, über Zwänge und Freiheiten.
46 Minuten
Marc Lippuner spricht mit Tim Florian Horn, dem Direktor der Stiftung Planetarium Berlin, über die wechselvolle Geschichte der Astronomie in Berlin, die vor etwa 500 Jahren in einem Eckturm des Berliner Schlosses begann. Im 18. Jahrhundert wurde dann die erste Sternwarte in Berlin errichtet, 150 Jahre später von Berliner Astronomen ein Planet entdeckt. Mit der Eröffnung der ersten Volkssternwarte 1889 begann die populärwissenschaftliche Arbeit in der Stadt, die heute – als einzige weltweit – zwei Sternwarten und zwei Planetarien unterhält.
57 Minuten
Die Berliner Jazz-Sängerin Anna Margolina hat immer mindestens ein Projekt am Laufen. Sie kennt das Great American Songbook in- und auswendig, kreiert aufwändige Swingtanzabende und lässt in einem weiteren Konzertprojekt jiddische Musik auf geschmeidige Jazz-Arrangements treffen. Im vergangenen Jahr entwickelte sie mit dem Pianisten Kenneth Berkel die Online-Reihe _Old Fashioned Sleepless Nights_, ein charmantes Talkformat mit Jazzmusik. Parallel dazu produzierte sie mit dem _Russendisko_-Autor Wladmir Kaminer und den Musiker:innen Yuriy Gurzhy und Katya Tasheva abgedrehte Lockdown-Gesänge aus freiwilliger Isolation. Mit Marc Lippuner spricht sie über ihren musikalischen Werdegang und ihre zahlreichen Projekte, über die Berliner Jazz-Szene und die prekäre Situation von Musikschaffenden, über die Corona-Krise als Chance und die Zukunft der Live-Musik im analogen und digitalen Raum.
1 Stunde 12 Minuten
Seit vor rund 400 Jahren in Berlin die erste Zeitung erschien, rauscht es gehörig im Blätterwald an der Spree. Marc Lippuner bespricht mit dem Journalisten Oliver Ohmann, der kürzlichen einen Bildband über Berlin als Zeitungsstadt herausgegeben hat, die abwechslungsreiche Geschichte des hiesigen Pressewesens. Ein Gespräch über "Fake News" Friedrichs II., über Kleist als "Vater des Boulevard-Journalismus", über Zeitungsmagnaten wie Ullstein, Mosse und Springer, über Pressefreiheit, Unabhängigkeit, Gleichschaltung und politische Vereinnahmung, aber auch über den Geruch von Druckerschwärze, das Rascheln von Papier und die digitale Zukunft der Zeitungsstadt Berlin.
34 Minuten
1923 wird die Bildhauerin und Schriftstellerin Christa Winsloe (1888 – 1944) in Berlin von der Inflation überrascht. "Verrücktes Geld", ihr autobiografischer Bericht darüber, soll der einzige Text sein, den Winsloe über Berlin schreiben wird. Marc Lippuner spricht mit Winsloes Biografin Doris Hermanns über das Leben der Künstlerin, das in einem Wald in Südfrankreich ein tragisches Ende nimmt. Im Anschluss liest Jenny Kittmann Auszüge aus dem Feuilleton "Verrücktes Geld".
1 Stunde 29 Minuten
Der Kulturfritzen-Podcast feiert Jubiläum. Anlässlich der 50. Folge werden diesmal die Rollen getauscht: Der Schauspieler und Rezitator Hans-Jürgen Schatz, der in Folge 10 zu Gast war, befragt diesmal Marc Lippuner, der seit knapp einem Jahr hier wöchentlich eine Podcast-Episode veröffentlicht hat. Ein Gespräch über Kultur und Kuchen, über Berlin als Heimat und biografische Wegmarken auch außerhalb dieser Stadt, über die Idee der Kulturfritzen und darüber, wie es zu diesem Podcast kam.
1 Stunde 13 Minuten
Sven Rebel ist integraler Coach und im Team des TV-Formats "Ganz schön Berlin" (RBB). Mit Marc Lippuner unterhält er sich über seine bisherige Arbeit, die vom Produzieren von Fernsehdokus bis hin zum Schreiben von Sexratgebern reicht, und über Berlin, das nicht nur eine vielfältige Partymetropole, sondern auch die Hauptstadt der einsamen Herzen ist. Ein Gespräch über legendäre Clubs und geheime Lieblingsorte, über schnelle Autos und schwulen Sex, über die Herausforderungen des Coachings vor laufender Kamera, über Diversität und Sichtbarkeit. Und zum Abschluss gibt's noch eine kleine Lektion in Sachen Zuhören.
55 Minuten
Im April 2021 wird der Ernst-Thälmann-Park in Prenzlauer Berg 35 Jahre alt. Über die Entstehung des letzten sozialistischen Großbauprojekts der DDR spricht Marc Lippuner mit dem Stadthistoriker Paul Perschke, der eine Ausstellung zur Geschichte des 1986 eingeweihten Wohnparks, der heute unter Denkmalschutz steht, konzipiert hat.
46 Minuten
Ein nackter Toter in der Sauna des Schwimmbads im Ernst-Thälmann-Park steht am Anfang der Ermittlungen im neuen Fall des Berliner Kommissars Steffen Lenz, dessen wichtigster Zeuge nicht nur sein Gedächtnis verloren hat, sondern dem schwulen Ermittler, der Berufliches und Privates ohnehin nicht gerne voneinander trennt, auch noch gehörig den Kopf verdreht. Mit "Blank" ist kürzlich der dritte Kriminalroman von Felix Haß (*1971) erschienen. Marc Lippuner unterhält sich mit dem Autor, der u.a. bei Doris Dörrie studiert hat, nicht nur über das neue Buch und die beiden Vorgängerromane, sondern auch über das Plotten und Schreiben von Krimis, über literaturwürdige Mordmotive und über Berlins Potential als Kriminalhauptstadt.
26 Minuten
Im Jahr 1931 veröffentlicht die Journalistin Grete Weiskopf unter dem Pseudonym Alex Wedding ihren ersten Roman: "Ede und Unku". Er erzählt von der Freundschaft eines Berliner Arbeiterjungen und eines Sinti-Mädchens, die im Berlin der untergehenden Weimarer Republik allerlei Abenteuer erleben. 1933 wird das Buch, in dem die kommunistische Autorin auch politisch Stellung bezieht, verboten. In der DDR gehört es bis zum Mauerfall zur Schullektüre. Heute ist es nur noch antiquarisch erhältlich. Marc Lippuner stellt das Buch, dessen Titelfiguren reale Vorbilder haben, in dieser Podcast-Episode vor.
54 Minuten
Der Wirtschaftsjurist Reinhart von Lucius erlebt die letzten Kriegsjahre in Berlin, während seine schwangere Frau Dagmar ihr erstes Kind auf dem Gut der Familie in Hinterpommern zur Welt bringt. Kontakt hält das Ehepaar über Briefe. Reinhart von Lucius beschreibt das Leben in Berlin, berichtet über Fliegerangriffe, Zerstörungen und rationiertes Essen, aber auch von Konzert- und Theaterbesuchen. Marc Lippuner spricht mit dem Journalisten Robert von Lucius, der die Briefe seiner Eltern herausgegeben hat, über das Leben im Berlin der 1940er-Jahre, über Kriegstraumata und die Bedeutung persönlicher Dokumente für die Aufarbeitung der Alltagsgeschichte im »Reichstrümmerfeld« der Ruinen und des Wiederaufbaus. Im Anschluss lesen Jenny Kittmann und Michael F. Stoerzer aus den Briefen.
44 Minuten
In seinem Debütroman "Fromme Wölfe" entführt Kevin Junk (*1989) die Leser:innen in das nächtliche Berlin und den vielleicht berühmtesten Partytempel der Welt. Jetzt, wo die Clubs bereits ein Jahr geschlossen sind, liest sich das Buch als Dokument einer gerade vergangenen Ära, von der niemand weiß, ob sie noch einmal so wird aufleben können. Kevin Junk weckt die Sehnsucht nach dem Beat. Marc Lippuner unterhält sich mit dem Autor nicht nur über den Roman, sondern auch über Queersein und queeres Schreiben, über die Berliner Clubkultur, Berlin bei Nacht und Drogen als literarisches Sujet.
19 Minuten
Am 21. Februar 1971 starb Tilla Durieux in Berlin. Die 1880 in Wien geborene Schauspielerin kam 1903 nach Berlin, wo sie als Salomé zum Star wurde und in den folgenden Jahren in zahlreichen Rollen brillierte. Als Ehefrau des Galeristen Paul Cassirer wurde sie zur meistporträtierten Frau ihrer Zeit. 1933 floh sie vor den Nationalsozialisten aus Deutschland und kehrte erst 1952 nach Berlin zurück, wo sie als Grand Dame des Theaters erneut beachtliche Erfolge feierte. Marc Lippuner stellt die Aktrice vor und lässt sie dabei vielfach selbst zu Wort kommen.