Fakultät für Psychologie und Pädagogik - Digitale Hochschulschriften der LMU Archiv
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In einem prospektiven hypothesengeleiteten Design wurden Einstellungen, Inanspruchnahmeverhalten und Zufriedenheit nach prophylaktischer Chirurgie bei 285 Risikopatientinnen für familiären Brust- und Eierstockkrebs im Kontext genetischer Diagnostik untersucht. Die Inanspruchnahme prophylaktischer Brustentfernung war mit 7 %, die Inanspruchnahme einer vorbeugenden Eierstockentfernung mit 8 % im Vergleich mit internationalen Daten gering. Eine eigene Erkrankung, krankheitsspezifische Ängste und die ärztliche Empfehlung sagten eine positive Einstellung gegenüber einer prophylaktischen Brust- oder Eierstockentfernung voraus, während gesundheitsbezogene Kontrollüberzeugungen, die regelmäßige Inanspruchnahme einer Mammographie und eine positive Bewertung der Brustselbstuntersuchung als Früherkennungsmethode sich als Protektionsfaktoren herausstellten. 71 % bzw. 53 % der Befragten waren mit der Entscheidung für eine prophylaktische Brust- bzw. Eierstockentfernung sehr zufrieden. Zwei Fallbeschreibungen weisen auf eine Unterschätzung des Eingriffs und auf das Risiko erheblicher peri- und postoperativer Komplikationen hin.
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Die vorliegende Studie untersuchte die grundlegende Fragestellung, ob es auf Grundlage einer für den bundesdeutschen Raum bevölkerungsrepräsentativen Stichprobe des 16 PF-R (Schneewind & Graf, 1998) und unter Heranziehung modernster clusteranalytischer Prozeduren (Wishart, 2003) möglich ist, replizierbar Persönlichkeitstypen zu bilden und diese mittels ihres differentiellen Erlebens und Verhaltens im Bereich Gesundheit & Stress (GUS; Schneewind & Weiß, 1996) als Kriterium zu validieren. Der Theorieteil stellte zunächst den persönlichkeitspsychologischen Hintergrund dieser Fragestellung dar. Dabei wurde schwerpunktmäßig auf das Eigenschaftsparadigma eingegangen. Neben einer skizzierenden Darstellung der umfangreichen Forschungen Raymond B. Cattells wurde das Fünf – Faktoren – Modell der Persönlichkeitsbeschreibung (FFM) als Grundlage einer empirischen Persönlichkeitstypologie einschließlich seiner historischen Ursprünge, seiner prominenten Messinstrumente und deren Validität sowie Ansätze zu seiner theoretischen Fundierung dargestellt. Sodann wurden der Typenbegriff und historische Typologien neben ausgewählten aktuellen, empirischen Typologiekonzepten dargestellt und methodische Aspekte zur empirischen Herleitung von Persönlichkeitstypen geschildert. Es konnte gezeigt werden, dass für die gemischtgeschlechtliche Perspektive (N=2110) bis zu sieben, für die weibliche Teilstichprobe (n=1189) bis zu fünf und für die männliche Teilstichprobe (n=921) wiederum bis zu sieben Typen psychometrisch belegbar sind. Auf eine Benennung der Typen wurde dabei bewusst verzichtet. Darüber hinaus konnten im Rahmen der Kriteriumsvalidierung der Typen zumeist signifikante Unterschiede zwischen diesen Typen in Ihren stressbezogenen Erlebensweisen nachgewiesen werden. Des Weiteren konnte anhand eines geschlechts- und altersgruppenspezifischen Vergleichs der jeweiligen 4-Cluster-Lösungen gezeigt werden, dass es zwischen den Geschlechtern weniger typologische Gemeinsamkeiten als innerhalb der Geschlechter über die drei Altersgruppen, die die gesamte Lebensspanne umfassen, gibt. Insgesamt wurden die Zusammenhänge zur bisherigen typologischen Forschung im Vorfeld dieser Arbeit als zumeist moderat eingestuft. Abschließend wurden diese Befunde diskutiert, Überlegungen zur Utilität der Typen vor dem Hintergrund des bandwidth – fidelity – dilemmas (Cronbach, 1990) angestellt und weitere Forschung zum Themenkomplex vorliegender Arbeit angeregt.
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Die Thematik "Verhaltensstörung" wird aus konstruktivistischer Perspektive beleuchtet und unter dem Aspekt des Verstehens betrachtet. Bindung, kindliches Temperament, Erfahrungen in der Familie sowie Risiko- und Schutzfaktoren werden erläutert und auf ihre Bedeutung hinsichtlich eines von Verstehen gekennzeichneten Zugangs zum Kind dargestellt. Aus verschiedenen konstruktivistischen Sichtweisen von Lernen und Verhaltensstörungen werden sonderpädagogische Überlegungen abgeleitet.
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Vor dem Hintergrund pädagogischer Anthropologie und unter Berücksichtigung spezifischer Implikationen philosophischer Erkenntnistheorie, wird in der vorliegenden Arbeit der erste systematische Empathiebegriff, den Theodor Lipps zwischen 1883 und 1913 in seiner Theorie der Einfühlung formulierte, auf die neurobiologischen Erkenntnisse Antonio Damasios, die von ihm im Wesentlichen in seinen Buchveröffentlichungen zwischen 1994 und 2003 dargelegt wurden, bezogen, um so zu einem integrativen Verständnis von Empathie zu gelangen, das zur theoretischen Grundlegung des empathischen Geschehens auch und vor allem als Kompetenzgeschehen in pädagogischen Handlungsfeldern geeignet erscheint.
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Basierend auf der Weiterführung einer Synthese ausgewählter theoretischer Ansätze erfolgt in der vorliegenden Arbeit die Darlegung einer formalen Verortung und theoretischen Grundlegung eines Verständnisses von Coaching als Grundform professioneller pädagogischer Beratung im Sinne eines genuin pädagogischen Bildungsgeschehens.
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This study aims to find out the differences in the bullying experience between boys and girls in different perspectives and to find out the predictive power of cognitive, social and environmental factors on students’ bully and victim tendencies. At last, through this research, this study aims to gain a synthetic perspective on bully phenomenon by considering various aspects in order to provide a theoretical and empirical reference for preventing and intervening bullying problem. The sample size of students used in the analysis was 405 (271 boys and 134 girls) between 12 and 14 years. They were in seventh and eighth grade at two middle schools in Mokpo Korea. 306 caregivers of the students participated in the survey. As the results of this study, there was no difference in perpetrating bullying or being bullied between boys and girls. Most students and bullies attribute the reason of bullying to the victims’ eye-catching characteristics or social skill problems. On the other hand, most victims did not know reason of bullying. Social support, self-concept, attributional style, and cultural beliefs could predict bully tendency and victim tendency. Above all, the most important factor, that relates to bully and victim tendency, is perceived social supports, especially parental supports. Parents concerning about their child can be most strongest prevention of students bullying problems.
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The present empirical study investigates limitations of human visual working memory (VWM). The experiments of the present work involve the experimental paradigm of change detection using simple geometrical objects in the form of rectangles of different colour, length, and orientation. It can be shown, that a limited performance in the temporary storage of visual information has multiple sources. Limitations of VWM can be attributed to a limited capacity or a limited duration, but also to limitations in retrieval, which so far has found only little attention. Key findings of the present study show, that a capacity limitation cannot be described by a simple and generally valid size of the store. It is in fact generally acknowledged that the capacity limitation of VWM is object-based, which means that the capacity can roughly be determined by the number of visual objects. However, it could be shown that the complexity of the objects has an influence on memory performance: Experimental evidence shows, e.g., that memory performance decreases, when an object is characterized not only by one feature (e.g. colour), but by a number of features (e.g. colour, orientation and size). The results are explained by increased storage demands for the binding of the features. Other key findings of the present study relate to the process of retrieval of information from VWM. For example, an asymmetric performance pattern could be observed: In a change detection task a memory performance was observed that corresponds to a capacity of 3 - 4 objects. In contrast a drastic decrease of performance corresponding to a capacity of only 1 object was observed, when the task was to find a matching item among changed distractors. These results lead to the idea of a change signal, by which the empirical data can be explained. The change signal is elicited by a local mismatch between the information stored in VSTM and perceptual online information. The retrieval process is efficient, when the change signal can be used in the memory task. However, retrieval is extremely limited, when in the presence of multiple changes a less efficient strategy has to be applied. In the course of the present study, moreover, it became evident that there are various links between VWM processes and visual attention. Visual attention is probably crucial for feature binding in VWM. In retrieval the change signal probably involves mechanisms of visual attention. The present study could, therefore, contribute to a clarification of the relation between VWM and visual attention
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Unternehmen sind heute permanenten Veränderungen ausgesetzt, so dass ein hohes Maß an Flexbilität sowohl seitens der Organisation als auch seitens der Mitarbeiter notwendig ist, um wirtschaftlich erfolgreich agieren zu können. Dies macht flexible Organisationskonzepte notwendig, die ein Polaritätsmanagement zwischen Stabilität und Wandel ermöglichen. Das SynFO-Modell, das im Rahmen der vorliegenden Arbeit entwickelt wurde, basiert auf dem Gedanken, dass Change Management sowohl Strategie als auch Psychologie beinhalten muss, um erfolgreich sein zu können. In Form einer konkreten Schritt-für-Schritt-Vorgehensweise zur Implementation eines solchen Prozesses in einem Unternehmen bietet das SynFO-Modell eine wissenschaftlich begründete Anleitung für die Praxis. Am Beispiel der Erarbeitung von Führungsgrundsätzen im Kontext des Ansatzes der Organisationsentwicklung in einem Fallunternehmen wird die Vorgehensweise zunächst theoretisch fundiert, dann im Detail entwickelt und schließlich praktisch angewandt sowie empirisch untersucht; dies mit dem Ziel, konkrete Empfehlungen und Transfermöglichkeiten für die Managementpraxis im Unternehmen aufzuzeigen, wenn es darum geht, Change-Prozesse erfolgreich zu bewältigen.
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Die Qualität der pädagogischen Frühförderung hörgeschädigter Kinder in Bayern wurde auf den Ebenen Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität evaluiert. Die erforderlichen Daten konnten in umfangreichen Befragungen der Mitarbeiterinnen in den pädagogisch-audiologischen Beratungs- und Frühförderstellen erhoben werden. Die Auswertung erfolgte als ein Soll-Ist-Vergleich. Hierbei liefern fachwissenschaftlich anerkannte und reflektierte Standards (Soll) die Bezugsnorm zur Beurteilung der tatsächlich erreichten Standards in der pädagogisch-audiologischen Frühförderung (Ist). Im Ergebnis werden Mängel in der Strukturqualität deutlich, die sich nachteilig auf die Prozessqualität in Hinblick auf die Kinder und Eltern sowie die Ergebnisqualität in Hinblick auf die Frühförderinnen auswirken.
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Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Hören und Zuhören in der Schule gefördert werden können. Damit betritt die Dissertation ein neues Gebiet, da viele Aspekte der Hörwahrnehmung und -verarbeitung wie auch das Lernen des Zuhörens und das Lernen durch Zuhören im Rahmen pädagogischer Fragestellungen noch wenig erforscht sind. Begründet wird die Fragestellung mit der Aufarbeitung des pädagogischen Stellenwerts einer gezielten Hör- und Zuhörförderung in der Schule unter besonderer Berücksichtigung bildungstheoretischer Überlegungen. Hören und Zuhören werden als kulturelle Grundfertigkeiten dargestellt. Herausgearbeitet werden der Zusammenhang zu Lernerfolg und Wissenserwerb sowie die Bedeutung eines auswählenden und verstehensorientierten Zuhörens als Merkmal von Bildung und als Qualitätsmerkmal sozialer Beziehungen. Diese Überlegungen werden konfrontiert mit Indizien dafür, dass Hören und Zuhören in der Schule zwar verlangt, aber nicht systematisch gefördert werden. Vielfach belasten zusätzlich ungünstige raumakustische Bedingungen und das soziale Klima die Zuhöratmosphäre. Grundlage für die Entwicklung eines Handlungsmodells zur Förderung der Zuhörfähigkeit ist ein Verständnis von Hören und Zuhören als individuelle Nutzung und Gestaltung der situativen, räumlichen und sozialen Gegebenheiten. Dieses wird aus einer vielperspektivischen Annäherung an das Phänomen gewonnen. Gezeigt werden die Rolle der Aufmerksamkeit, der Konzentration und der Bewegung für die Intensität des Zuhörprozesses, die Bedeutung des Repertoires an Hörmustern für weitere Hörerfahrungen sowie der Einfluss der emotionalen und ästhetischen Bewertung von Hörereignissen auf das Verstehen. Aus den Darstellungen werden die Dimensionen des Hörhandelns, des Hörhorizontes sowie des sozialen und kulturellen Hörraums entwickelt und in das Handlungsmodell "Zuhörförderung über das Potenzial des kulturellen Hörraums" eingeordnet. Die Evaluation des Handlungsmodells erfolgt anhand des Projektes "GanzOhrSein". Sie umfasst formative und summative Maßnahmen. Neben der Akzeptanz des werkstattorientierten Vorgehens im Projekt und dem Erfolg des Transferkonzeptes wurde die Wirksamkeit einer Gestaltung vielfältiger Hörerfahrungen und Zuhörsituationen über das Potenzial des kulturellen Hörraums untersucht. In einem Mehrmethodenansatz und quasi-experimentellen Design wurden die hörbezogenen Wahrnehmungen der Kinder und Lehrkräfte erfasst und zueinander in Beziehung gesetzt. Neben einer hohen Akzeptanz des Vorgehens bei den Beteiligten und nachhaltigen Erfolgen bei der Institutionalisierung, Verbreitung und Vernetzung der Hör- und Zuhörförderung über die Fachöffentlichkeit hinaus zeigen die Ergebnisse, dass sich bei Schülern und Lehrern über die Aktivitäten im Projekt die Wahrnehmung von Zuhörbedingungen erweitert und differenziert haben. Außerdem wächst das Repertoire, mit dem der Einzelne Hör- und Zuhörsituationen gestaltet. Damit verbessern sich nicht nur die Voraussetzungen für das individuelle Lernen, sondern auch die Bedingungen des sozialen Hörraums Unterricht und Schule. Zum Abschluss der Arbeit werden Konsequenzen der Erkenntnisse auf Unterricht und Lernen und auf die Organisation der Lehreraus- und fortbildung gezogen sowie strukturelle und organisatorische Veränderungen von Bildungseinrichtungen angeregt.