Der schüchterne und sensible Bear erleidet das schlimmste
Schicksal, das einem jungen Mann widerfahren kann. Er steckt in der
Friendzone fest. Die Angebetete, Nikki, Kollegin,
Pub-Quiz-Gefährtin, Saufkumpane, zeigt keinerlei romantisches
Interesse für ihn. Auch die Tipps von seinem besten Kumpel, dem
Chad Ian (“Ähh… ärger sie doch einfach mal mit dem Spitznamen, mit
dem sie als Kind gemobbt wurde”) können an der Incel-Misere nichts
ändern. Rettung verspricht ein kleines Magieladen-Accessoire. Ein
so genannter One Wish Willow, ein unscheinbares Stück Holz. Wenn es
zerbrochen wird, soll es einem genau einen Wunsch erfüllen. Bear
wünscht sich, dass Nikki ihn liebt wie niemanden sonst auf der
Welt. Und tatsächlich, das Teil funktioniert. Nikki erkennt ihre
tiefe Liebe zu Bear, die beiden werden ein Paar und leben glücklich
bis an ihr Lebensende. … Wait … wir sind ja im Spooktobre.
Natürlich kommt die Wunscherfüllung nicht ohne Nebenwirkung daher.
Wie Bear es sich gewünscht hat, ist Nikki ihm hoffnungslos
verfallen. Sie ist geradezu besessen von ihm, und das Verhalten
dieser neuen Nikki ist alles andere als normal: Katzensandwiches
und schräge Hänsel-und-Gretel-Geschichten gehören da noch zu den
harmloseren Begleiterscheinungen. Nikki ist wie von einem rasenden
Dämonen besessen: Besitzergreifend, eifersüchtig, unheimlich,
mörderisch… und Bear möchte so schnell wie möglich - tschuldigung,
nach etwas Bedenkzeit - den ursprünglichen Wunsch modifizieren…
zumindest ein bisschen… Die lapidare Antwort der Supporthotline: Er
hat nur zwei Möglichkeiten: Entweder jemand anderes wünscht sich
einen Gegenwunsch, oder Bear stirbt. Sonst bleibt Nikki in ihrem
Fluch gefangen. Obsession, Youtube goes Cinema Nummer zwei. Wie
schon Backrooms mit kleinem Budget ein Riesenhit an den Kinokassen.
Youtuber Curry Barker krallt sich das “Be careful what you wish
for”- und “Overly Attached Girlfriend”-Meme und macht daraus eine
gehässige Horrorkomödie über Beziehungsstress und … Obacht…
toxisches männliches Verhalten. “Kill me!” fleht Nikki, als der
Dämon für einen Augenblick ruht: “Ist es wirklich so schlimm, mit
mir zusammen zu sein?” ist die lapidare Antwort unseres
sympathischen Protagonisten. Johannes, ich weiß, du tust dich
schwer mit Filmen ohne sympathische Charaktere, an denen du dich
festhalten kannst. Ich befürchte ein bisschen, das war hier auch
der Fall… Fragezeichen?
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