Die Erkältung gibt es nicht. Es gibt den grippalen Infekt,
ausgelöst von über 200 verschiedenen Viren. Trotzdem fragen wir
bei jedem Schnupfen: Hast du dich zu dünn angezogen? In dieser
Folge nimmt Holger Heinze das Urteil auseinander, das im Wort
Erkältung steckt – erst medizinisch, dann psychologisch, und am
Ende im Meetingraum.
Angestoßen hat die Folge eine Zuschrift von Helmut: Er hat sich
mehr Irritation gewünscht, also das Hinterfragen gewohnter
Denkmuster und vermeintlicher Selbstverständlichkeiten.
In dieser Folge:
- Grippe, grippaler Infekt und Erkältung: drei Wörter, die oft
durcheinandergehen
- Notwendige, hinreichende und begünstigende Bedingungen, und
warum Kälte allein niemanden krank macht
- Was die Forschung über kalte Füße und Erkältungen tatsächlich
zeigt
- Warum das Frösteln am Abend schon ein Zeichen der Abwehr ist
- Der Glaube an eine gerechte Welt: warum wir so dringend einen
Schuldigen suchen
- Das Dramadreieck mit Opfer, Retter und Schurke, und seine zwei
Gesichter bei der Erkältung
- „Ist nur eine Erkältung“: wie ein Wort dazu dient, krank im
Meeting zu sitzen
- Wie Führungskräfte Kultur gestalten, wenn es um Kranksein und
Anwesenheit geht
Erwähnte Personen und Quellen:
Ronald Eccles, Physiologe, langjähriger Leiter des Common Cold
Centre der Cardiff University, und Claire Johnson: Acute cooling
of the feet and the onset of common cold symptoms. Family
Practice 22 (6), 2005, S. 608–613. DOI: 10.1093/fampra/cmi072
Melvin J. Lerner, geboren 1929 in Lorain, Ohio, Sozialpsychologe,
von 1970 bis 1994 Professor an der University of Waterloo,
Kanada, Pionier der psychologischen Gerechtigkeitsforschung:
- Melvin J. Lerner und Carolyn H. Simmons: Observer's reaction to
the "innocent victim": Compassion or rejection? Journal of
Personality and Social Psychology 4 (2), 1966, S. 203–210
- Melvin J. Lerner: The Belief in a Just World: A Fundamental
Delusion. New York: Plenum Press, 1980
Stephen B. Karpman, geboren 1942, US-amerikanischer Psychiater
und Transaktionsanalytiker, Begründer des Dramadreiecks: Fairy
Tales and Script Drama Analysis. Transactional Analysis Bulletin
7 (26), 1968, S. 39–43
Eric Berne, 1910–1970, kanadisch-amerikanischer Psychiater,
Begründer der Transaktionsanalyse, bekannt durch sein Buch
„Spiele der Erwachsenen“ (Games People Play, 1964)
Zum Weiterhören:
Folge 142: Das machen wir hier nicht
Mit dem Dramadreieck arbeitet Holger in der Methode
Dramafreiheit. Mehr dazu auf dramafreiheit.de
Wer eine Selbstverständlichkeit kennt, die einmal hinterfragt
gehört, erreicht Holger über veraenderungsstabil.de
Veränderungsstabil – der Podcast von Holger Heinze
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