In einer Liveaufnahme beim »Big Bang KI Festival« spricht die
Medizinethikerin über KI in der Medizin, Longevity und
Sterbehilfe.
Im ZEIT-Podcast »Nur eine Frage« stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen
Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, die viele von uns
umtreiben, auf die eine klare Antwort jedoch oft schwer zu finden
ist. Wir befragen die bestmögliche Expertin, den bestmöglichen
Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können.
Alena Michaela Buyx ist Ärztin und Philosophin und eine der
bekanntesten Stimmen der deutschen Medizinethik. Sie ist
Direktorin des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin an
der TU München. Von 2020 bis 2024 war Alena Buyx Vorsitzende des
Deutschen Ethikrats – und damit eine der prominentesten
wissenschaftlichen Stimmen während der Coronapandemie. Im März
2025 erschien ihr Buch Leben und Sterben, in dem sie sich den
existenziellen medizinischen und ethischen Fragen widmet, die
jeden Menschen im Laufe seines Lebens betreffen.
Für die neue Folge von »Nur eine Frage« wollten wir von ihr
wissen: Darf Medizin alles, was sie kann?
Erstmals in der Geschichte des Videopodcasts fand die Aufnahme
live vor Publikum statt: auf dem Big Bang KI Festival in Berlin
2026.
Im Gespräch mit Jochen Wegner erklärt Alena Buyx, warum uns der
medizinische Fortschritt vor große ethische Fragen stellt, vor
deren Beantwortung wir uns nicht scheuen sollten. Für sie ist
klar: Nein, Medizin darf nicht alles, was sie kann. Aber dahinter
stecke die essenzielle Frage: Was ist verantwortliches
Handeln?
Am Beispiel von Hirnimplantaten zeigt sie, dass dieselbe
Technologie, die gelähmten Menschen helfen könnte, eine Prothese
mit ihren Gedanken zu steuern, theoretisch auch missbraucht
werden könnte, um Menschen gegen ihren Willen zu beeinflussen.
Gleichzeitig geht sie darauf ein, wie KI schon jetzt die
Medizinforschung revolutioniert und dass ihre Arbeit als
Medizinethikerin darin bestehe, »herauszufinden, welche von
diesen tollen Möglichkeiten wir nutzen wollen und warum«.
Sie spricht über Demis Hassabis’ KI-System AlphaFold, darüber, ob
es jemals eine »Superpille« für ein verlängertes Leben geben wird
– und ob wir sie überhaupt benötigen – und über Sterbehilfe. Sie
erzählt von ihrem OpenClaw-KI-Agenten zu Longevity, erklärt,
warum wir im Gesundheitswesen eigentlich »massiv umsteuern«
müssten – weg von der reinen Reparaturmedizin, hin zu mehr
Prävention – und wo die Potenziale für gesunde Langlebigkeit
liegen. »Kein Mensch will die Art von Langlebigkeit, die wir im
Moment haben: lange leben und davon 20 Jahre krank sein. Was wir
lieber hätten, wäre: Wir leben bis 90 und sind 89,5 Jahre
gesund.«
Moderation: Jochen Wegner Redaktion: Sophie Hübner, Jens
Lubbadeh, Tobias Oellig Videoproduktion: Lucie Liu, Iona
Young, Nele Vogel Visuelle Produktion: Michael
Pfister Kamera, Schnitt & Ton: ifbbw Visual
Director: Malin Schulz Photo Director: Tina Ahrens
Design: Adele Ogiermann, Jan Lichte Animation: Axel
Rudolph Musik: Konrad Peschmann Logo: Lea Dohle
Kommentare (0)
Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben.