Für Führungskräfte, die Trainings bezahlen und sich fragen, warum
danach nichts anders ist. Stell dir vor, jemand würde Tennis
lernen, indem er ein Wochenende lang Vorträge über die perfekte
Rückhand hört. Kein Schläger, kein Ball, kein Trainer, der zuschaut
und korrigiert. Absurd, oder? Und doch ist das genau die Form, in
der wir Erwachsenen das Entscheiden beibringen wollen. Das ist der
dritte und letzte Teil der Serie über das Lernen von
Entscheidungen. Ich beginne mit einer steilen Behauptung: Die
meisten Trainings sind wirkungslos. Die Inhalte sind meistens gut,
die Menschen darin motiviert und klug. Es ist die Form, die dafür
sorgt, dass am Ende wenig hängen bleibt. Du kennst das vom
Sprachkurs. Vokabeln gelernt, Grammatik gepaukt, Test bestanden.
Und dann stehst du im Urlaub am Marktstand, willst zwei Kilo
Orangen kaufen, und es kommt kein ganzer Satz heraus. Das Wissen
ist irgendwo im Kopf. Es kommt nur nicht heraus, wenn du es
brauchst. Die Zahlen dazu sind ernüchternd. Eine verbreitete
Schätzung sagt, dass von allem, was in Trainings investiert wird,
nur etwa 10 Prozent im Arbeitsalltag ankommen. Der
Weiterbildungsforscher Axel Koch kommt für den deutschsprachigen
Raum auf etwa ein Fünftel der Teilnehmer, die Impulse nachhaltig
umsetzen. Ich gehe die Bruchstellen einzeln durch: träges Wissen
statt echter Fälle, wie es Alfred North Whitehead schon vor 100
Jahren beschrieben hat. Werkzeug statt Haltung, du erinnerst dich
an Teil 2. Kein Feedback und keine Reflexion, die Lücke zwischen
Wissen und Tun, die Jeffrey Pfeffer und Robert Sutton beschrieben
haben. Und die hartnäckigste von allen: das Umfeld, in das man nach
dem Kurs zurückkehrt. Wer gelernt hat, Fehler offen anzusprechen,
und dann in ein Team zurückkommt, das genau das bestraft, verliert
das Gelernte wieder. Amy Edmondson nennt die Voraussetzung dafür
psychologische Sicherheit. ERSTGESPRÄCH BUCHEN:
https://entscheidungsnavigator.com/kontakt/ ️ NEWSLETTER:
https://entscheidungsnavigator.com/newsletter/ Wer weiss, woran es
scheitert, weiss auch, was gute Ausbildung ausmacht. Sie ist ein
Prozess und kein Event. Sie arbeitet mit echten Fällen, übt die
Haltung, die die Werkzeuge führt, baut Feedback und Reflexion fest
ein und schafft einen geschützten Raum, in dem man auch über die
missglückten Entscheidungen sprechen kann. Und sie verspricht nicht
das Blaue vom Himmel. Sie macht dich wacher und gibt dir Routinen,
auf die du auch dann zurückgreifst, wenn es schwierig wird. Der
rote Faden der drei Folgen: Entscheiden ist lernbar, wie ein
Handwerk. Die Werkzeuge helfen, aber nur mit der richtigen Haltung.
Und wirksam wird das alles erst in einem Prozess, in dem aus Wissen
verändertes Verhalten wird. Eine Sprache lernt man, indem man sie
spricht. Entscheiden lernt man, indem man entscheidet, zurückschaut
und wieder entscheidet. ️ ZUM PODCAST:
https://entscheidungsnavigator.com/podcast/ BUCH „Neue Wege der
Führung": https://www.amazon.de/dp/1960004956/ Kapitel: 00:00
Tennis lernen ohne Schläger 00:41 Die meisten Trainings sind
wirkungslos 00:55 Der Sprachkurs und die zwei Kilo Orangen 01:46
Nur 10 Prozent kommen im Alltag an 02:44 Kein Vorwurf, ein
Formproblem 03:08 Bruchstelle: Theorie statt echter Fall 03:37
Bruchstelle: Werkzeug statt Haltung 03:57 Bruchstelle: kein
Feedback, keine Reflexion 04:58 Bruchstelle: das Umfeld danach und
die psychologische Sicherheit 06:48 Was gute Ausbildung ausmacht
07:40 Kein Versprechen vom perfekten Entscheider 09:53 Der rote
Faden: Sprache lernt man, indem man spricht LinkedIn:
https://www.linkedin.com/in/ckoudela/ Facebook:
https://www.facebook.com/entscheidungsnavigator/ Instagram:
https://www.instagram.com/entscheidungsnavigator/
Kommentare (0)
Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben.