Nachdem sich die letzten beiden Folgen vor allem mit der Geschichte
und Gegenwart der Rohstoffausbeutung des afrikanischen Kontinents,
am Beispiel des Kongo, befasst haben, von Leopold II. bis hin zu
Trumps „Washington Accords“ und dem neuen imperialen Ringen
zwischen China und den USA um die Schätze des Kontinents, könnte
man meinen, die Zukunft dieses Geschäfts und des Wettstreits darum
ist so vorhersehbar wie wenig hoffnungsvoll. Doch auch wenn
Frustration berechtigt ist, die reine Reproduktion der
Ausbeutungserzählung wird schon der Gegenwart - zumindest nicht
immer - gerecht. Folge 3 verschiebt daher den Fokus und
fragt: Was würde es eigentlich brauchen, damit sich etwas ändert?
Und was passiert vielleicht sogar schon? Denn der Kontinent
steht nicht still. Vielmehr versuchen afrikanische Staaten mit
neuem Selbstbewusstsein und der globalen demographischen und
geopolitischen Entwicklung im Rücken, bereits Kontrolle
zurückzugewinnen. Von Exportverboten über regionale
Wirtschaftszonen, rapide Digitalisierung, den Aufbau eines
afrikanischen Binnenmarktes und multilaterale Rahmenwerke bis hin
zu gemeinsamen Batterievorläuferfabriken, wie sie die DRC und
Sambia gerade gemeinsam aufbauen. Dabei geht es nicht darum,
hoffnungsvolle Luftschlösser zu bauen, sondern zu fragen, was
möglich und realistisch scheint und damit natürlich auch, was einer
selbstbestimmteren Zukunft des afrikanischen Rohstoffgeschäfts
(noch) entgegensteht. Welche strukturellen Barrieren müssen
überwunden werden, national, wie global? Und noch grundsätzlicher:
wessen Energiewende ist das eigentlich, die den Rohstoffboom auf
dem Kontinent antreibt? Was die Beantwortung dieser Frage darüber
aussagt, wie die globale Machtverteilung auch weiterhin gelagert
ist und was sie gerade Afrika kostet und noch kosten wird.
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