Der Medizin-Nobelpreis geht auch an zwei Deutsche, das Kabinett
beschließt die Zuckersteuer, der Schätzerkreis hält 2,9 Prozent
Zusatzbeitrag für ausreichend – die Woche im Gesundheitswesen.
Dazu: Pflegekommission und Landarztquote. »Einblick – Der Podcast«,
der Podcast für den tieferen und dennoch knackigen Einblick in die
relevanten Ereignisse des Gesundheitswesens der vergangenen Woche
vom Gesundheitsmanagement der Berlin-Chemie. Immer freitags um 12
Uhr. In dieser Ausgabe: - Der Chemie-Nobelpreis ehrt mit Henri
Kagan und Kenso Soai Grundlagen der Arzneimittelherstellung, der
Medizin-Nobelpreis für die Optogenetik geht an die Deutschen Peter
Hegemann und Georg Nagel sowie den US-Forscher Karl Deisseroth. -
Ab Juli 2027 werden je nach Zuckergehalt 26 oder 32 Cent pro Liter
fällig: Das Kabinett beschließt die Zuckersteuer, die niedriger
ausfällt als im ersten Entwurf von Bundesfinanzminister Lars
Klingbeil. Im Startjahr rechnet der Bund mit rund 690 Millionen
Euro. - Laut Schätzerkreis reichen 2027 durchschnittlich 2,9
Prozent Zusatzbeitrag, tatsächlich verlangen die Kassen im Schnitt
schon gut 3,1 Prozent. Nicht eingepreist ist die Standortklausel –
die Kassen rechnen mit 1,3 Milliarden Euro, die Industrie mit rund
800 Millionen. - Für Mitgliederwerbung über Vermittler und
Vergleichsportale gaben die Kassen im vergangenen Jahr gut 94
Millionen Euro aus, nach knapp 62 Millionen im Vorjahr – ab 2027
müssen sie ihre Werbebudgets halbieren. - Statistisches Bundesamt:
Krankheiten verursachten 2024 rund 530 Milliarden Euro Kosten,
knapp 8 Prozent mehr als im Jahr davor – am teuersten waren
Herz-Kreislauf-Erkrankungen und psychische Störungen. - Der Bosch
Health Campus will das Gesundheitssystem am Gesundheitsgewinn
messen – Deutschland liege bei den gesunden Lebensjahren trotz
knapp 580 Milliarden Euro Gesundheitsausgaben im vergangenen Jahr
unter dem EU-Durchschnitt. - Notfallreform: Praxen sollen strenger
verpflichtet werden, Termine an die Terminservicestellen zu melden
– der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands SpiFa
protestiert. Aus dem Sparpaket streicht die Koalition
apothekenbezogene Ausschreibungen für Krebsmedikamente. - Eine
Kommission soll bis Ende Januar Vorschläge für die Pflegereform
vorlegen und prüft auch einen Deckel für die Eigenanteile im
Pflegeheim, den Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann Ende
September noch »hochgradig gefährlich« nannte. Zusätzlich soll die
Pflegeversicherung ein Darlehen von bis zu 700 Millionen Euro
erhalten. - Digitalgesetz GeDIG: Der Bundestag soll es Mitte
November verabschieden. Die Bundesregierung will prüfen, ob Kassen,
die Fristen bei der elektronischen Patientenakte ePA versäumen,
mehrfach sanktioniert werden können. - Die Landarztquote in
Nordrhein-Westfalen besteht im Kern eine erste gerichtliche
Prüfung: Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hält 250.000 Euro
Vertragsstrafe für rechtens, wenn Quotenstudierende nicht
mindestens 10 Jahre als Hausärzt:innen in einer unterversorgten
Region arbeiten. - Zu Wochenbeginn verloren Konnektoren zweier
Hersteller die Verbindung zur Telematikinfrastruktur TI – in vielen
Praxen, Apotheken und Kliniken fielen E-Rezept, ePA und
elektronische Krankschreibung ganz oder teilweise aus. - Wie
digitale Gesundheitsanwendungen DiGA in die Behandlung passen,
zeigt die Neurologin Alexandra Widmer in einem Leitfaden mit 77
Impulsen: Ärzt:innen sollten die App vorher selbst testen und
gleich einen Folgetermin vereinbaren. - Gesundheitspolitik sei
heute fester Bestandteil der Sicherheitspolitik, sagte Linnemann
beim Weltgesundheitsgipfel – nötig sei mehr Unabhängigkeit von
wenigen Lieferketten im Pharmabereich. - Ausblick: Ab dem 30.
Oktober informiert die AOK in ihrer ePA-App über die
Datenweitergabe an das Forschungsdatenzentrum Gesundheit – wer das
nicht will, muss widersprechen. Die EUDI-Wallet startet am 2.
Januar 2027 und soll einen neuen Zugang zur ePA bringen.
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