Willkommen zu einer neuen Episode von
Vernetzungsgefährdet!
Webinar, Teams-Meeting, virtuelle Veranstaltung – irgendwie
findet alles online statt. Doch nur weil Menschen gleichzeitig
vor ihren Bildschirmen sitzen, entsteht noch lange kein gutes
Lernen.
Wie also gelingt Live-Online-Lernen so, dass Teilnehmende nicht
nur zuhören, sondern wirklich dabei sind, miteinander arbeiten
und sich trotz räumlicher Distanz verbunden fühlen?
In dieser Episode spricht Amelie mit Dr. Fabian
Kempf über gutes Lernen im virtuellen Raum, interaktive
Online-Veranstaltungen und die Frage, was wir aus Forschung und
Lernpsychologie für deren Gestaltung ableiten können.
Fabian hat viele Jahre am Fraunhofer-Institut für
Arbeitswirtschaft und Organisation gearbeitet und sich dort
intensiv mit kollaborativem Lernen beschäftigt.
Aus dieser Arbeit entstand später mit vitero ein
Fraunhofer-Spin-off und ein virtueller Lernraum, der Erkenntnisse
aus Forschung und Praxis miteinander verbindet. Schon während
seiner Zeit am Fraunhofer war Fabian an zahlreichen nationalen
und internationalen Forschungsprojekten beteiligt und
beschäftigte sich mit der Frage, wie sich gutes gemeinsames
Lernen aus der Präsenz sinnvoll in den digitalen Raum übertragen
lässt.
Die beiden sprechen darüber, warum Interaktion dabei weit mehr
bedeutet als Chat, Kamera und Whiteboard. Denn ein digitales
Werkzeug allein ist noch keine Lernmethode. Entscheidend ist das
Lernarrangement: Wann sollen Teilnehmende selbst nachdenken? Wann
miteinander diskutieren? Wann gemeinsam etwas erarbeiten? Und
welche digitalen Funktionen unterstützen genau diesen Prozess? Am
Beispiel einer kartenbasierten Abfrage wird deutlich, wie
bekannte Methoden aus Präsenzveranstaltungen gezielt für den
virtuellen Raum übersetzt werden können.
Dabei geht es auch um die Atmosphäre im virtuellen Raum. Wie
entsteht soziale Nähe, obwohl alle an unterschiedlichen Orten
sitzen? Wie können virtuelle Umgebungen, Bilder oder sogar ein
überraschender Ortswechsel neue Aufmerksamkeit erzeugen? Und
warum kann es sinnvoll sein, die Webcam ganz bewusst einzusetzen,
statt sie während einer Veranstaltung einfach dauerhaft
eingeschaltet zu lassen?
Amelie und Fabian diskutieren außerdem, warum nicht jede
Lernphase synchron stattfinden muss. Reine Wissensvermittlung
lässt sich häufig gut auslagern. Die wertvolle gemeinsame Zeit
kann dann für Austausch, Diskussion, Gruppenarbeit und Anwendung
genutzt werden. Gleichzeitig gilt: Auch ein gutes virtuelles
Format ersetzt nicht automatisch jede Präsenzveranstaltung.
Entscheidend ist, für den jeweiligen Lernzweck bewusst das
passende Format auszuwählen.
Zum Schluss richtet sich der Blick noch auf ein Thema, das weit
über Lernen hinausgeht: digitale Souveränität.
Fabian spricht darüber, wie stark Organisationen inzwischen von
einzelnen Softwareanbietern und digitalen Ökosystemen abhängig
sind und warum es sich lohnt, auch deutsche und europäische
Alternativen in den Blick zu nehmen.
Du erfährst in dieser Folge …
warum gutes Live-Online-Lernen mehr braucht als Kamera, Chat
und Whiteboard,
wie sich bewährte Lernmethoden aus der Präsenz sinnvoll in
den virtuellen Raum übertragen lassen,
wie Interaktion, soziale Nähe und eine bewusst gestaltete
virtuelle Umgebung dazu beitragen, dass Teilnehmende wirklich
dabeibleiben,
warum nicht alles digital sein muss und es sich lohnt,
Präsenz, Live-Online-Lernen und Selbstlernphasen bewusst
miteinander zu kombinieren,
weshalb digitale Souveränität auch bei der Auswahl von Lern-
und Kollaborationstools eine immer wichtigere Rolle spielt.
Vernetzungsgefährdet ist der Podcast der
CLC GmbH – dein Impulsgeber für ganzheitliches
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