#178: Das goldene Zeitalter? KI zwischen größter Freiheit und
tiefster Sinnkrise
Ökonomen und Philosophen schlagen Alarm. Steht der Mensch vor
seiner größten Freiheit oder vor seiner tiefsten Sinnkrise?
In dieser Folge von Mit Brille und Bart nehmen Armin Ziesemer und
Thomas Böhlefeld ein Versprechen unter die Lupe, das gerade
überall zu hören ist: das goldene Zeitalter durch künstliche
Intelligenz.
Elon Musk sagt, in absehbarer Zeit sei Arbeit nicht mehr
relevant. Jeder könne selbst entscheiden, ob er arbeiten möchte,
und es gebe unendlichen Reichtum für alle. Auf der anderen Seite
stehen Menschen mit Angst, Meldungen über eine Chefassistentin,
die unter dem Schreibtisch übernachtet hat, über immer mehr
renitente Flugpassagiere und über Finanzjobs, die knapper werden.
Armin bringt frische Eindrücke vom Experts Day der
Wirtschaftskammer Salzburg mit, wo er auf dem Podium über KI,
Mensch und Verantwortung diskutiert hat. Thomas fragt sich, ob
ein Leben ohne Arbeit in der 3D-gedruckten Hängematte wirklich so
golden ist oder auf Dauer einfach nur langweilig.
Was passiert mit uns, wenn wir anfangen, wie Computer zu denken?
Dieser Gedanke des Journalisten Sydney J. Harris aus dem Jahr
1982 zieht sich durch das ganze Gespräch. Wenn Menschen sich jede
Antwort aus einem Sprachmodell holen, wird der Horizont enger.
Eine aktuelle Studie zeigt: KI kann inspirieren, bei komplexen
kreativen Aufgaben aber gleichzeitig die eigene Kreativität
blockieren.
Dabei geht es unter anderem um:
• Elon Musks Vision vom goldenen Zeitalter ohne Arbeit
• Work-Life-Balance, wenn plötzlich kaum noch Work übrig bleibt
• Momo, die grauen Herren und die Frage, was wir mit gewonnener
Zeit anfangen
• Human in the Loop und wer eigentlich die Verantwortung trägt
• kreative Fixierung: wenn KI inspiriert, aber das Gehirn
blockiert
• warum sich alles, was auf einer Checkliste steht,
automatisieren lässt
• das Paradox von unendlichem Reichtum und sinkenden Löhnen in
der Finanzbranche
• Goethes Zauberlehrling und die Angst vor dem Kontrollverlust
• fünf Faktoren, die über das Glück einer Gesellschaft
entscheiden
• Metakognition als Kompetenz für die Zukunft
Besonders spannend wird es dort, wo es um das Bild vom Menschen
geht.
Was passiert, wenn Computer anfangen, wie Menschen zu handeln,
und dabei vor allem auf Effizienz schauen?
Und welche Rolle bleibt dem Menschen, wenn er sich selbst aus der
prüfenden Rolle herausnimmt?
Am Ende gibt es trotzdem gute Nachrichten. Armin plädiert dafür,
Pessimismus und Ängste anzunehmen und offen darüber zu reden. Mit
einer Metapher des Salzburger Wirtschaftspsychologen Rainer
Buchner: Wo Bäume in die Höhe schnellen, ist auch wieder Platz
für Büsche. Und Thomas hat einen ganz praktischen Beweis dafür,
dass sich das Bauchgefühl lohnt. Im Bundesliga-Tippspiel hat die
KI schlechter getippt als er selbst.
Wie gehst du mit dem Versprechen vom goldenen Zeitalter um?
Reinhören lohnt sich!
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Zu Armin Ziesemer
Organisationsentwicklung & Coaching | Synop-Sys
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Zu Thomas Böhlefeld
kommitment | Entwicklung wirksamer Zusammenarbeit
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