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  4. Auf Abwegen: Ehemalige und heutige Geheimdienstchefs | Von Tilo Gräser
Der eine im Knast, die anderen auf Werbetour für mehr
Geheimdienst im Bundestag. Und Schuld soll immer Russland
sein.

Ein Kommentar von Tilo Gräser.

Am Dienstag wurde gemeldet, dass Ermittler den ehemaligen
Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes (BND), August Hanning,
festgenommen hätten. Dem 80-Jährigen wird laut ARD-Bericht
mutmaßliche landesverräterische Ausspähung, Auskundschaften von
Staatsgeheimnissen, versuchter Landesverrat und geheimdienstliche
Agententätigkeit vorgeworfen. Das ist harter Tobak, vor allem,
wenn es um einen ehemaligen Geheimdienstchef geht. Hanning war
von 1998 bis 2005 BND-Präsident. Er soll demnach mit Hilfe seines
ehemaligen Büroleiters – inzwischen auch verhaftet – nach seiner
Amtszeit Informationen aus dem BND für seine private
Berater-Tätigkeit verwendet haben.

Die soll er unter anderem bei Geschäften mit Vertretern von
mindestens einem ausländischen Geheimdienst genutzt haben. Der
Meldung nach gibt es keine Hinweise darauf, dass er geheime
Informationen an irgendjemand aus Russland verkauft hat. Das
hindert andere Medien und Jäger nach vermeintlichen Skandalen
nicht, genau nach einer solchen Verbindung zu suchen. Hannings
Unternehmensberatung soll Geschäfte mit China und Russland
gemacht haben, vermeldete das Portal Correctiv entsprechend. Ganz
nach dem Motto: Was nicht passt, wird passend gemacht.

Den Berichten zufolge geriet der Ex-BND-Chef ins Visier im
Zusammenhang mit dem Prozess gegen die Hamburger Unternehmerin
Christina Block. Der wird vorgeworfen, in einem Sorgerechtsstreit
eine israelische Sicherheitsfirma beauftragt zu haben, ihre
Kinder vom Wohnort des Vaters in Dänemark zu ihr zu bringen.
Hanning sei in den Fall verwickelt gewesen, hieß es. Bei einer
Hausdurchsuchung 2025 in dem Zusammenhang seien bei ihm
verdächtige Datenträger mit Geheimdienstinformationen gefunden
worden. Das habe auf die neue Spur geführt. Es wird auch auf
finanzielle Probleme Hannings im Zusammenhang mit der Tätigkeit
für eine lettische Bank hingewiesen.

Die Vorwürfe gegen den ehemaligen BND-Präsidenten lassen sich
natürlich nicht von außen nachprüfen. Interessant wirkt der
zeitliche Zusammenhang seiner Verhaftung mit einem anderen
Ereignis: Am Vortag hatte der heutige BND-Chef Martin Jäger
gemeinsam mit Sinan Selen, Präsident des Bundesamtes für
Verfassungsschutz (BfV), und Martina Rosenberg, Präsidentin des
Bundesamtes für den Militärischen Abschirmdienst (BAMAD/MAD), in
einer öffentlichen Anhörung vor dem Parlamentarischen
Kontrollgremium (PKGr) des Bundestags erneut vor der angeblichen
russischen Gefahr gewarnt. Dabei behaupteten sie ein weiteres
Mal, Russland stelle aktuell „die größte sicherheitspolitische
Herausforderung für Deutschland“ dar, ist auf der
Bundestagswebseite zu lesen.

...https://apolut.net/auf-abwegen-ehemalige-und-heutige-geheimdienstchefs-von-tilo-graser/
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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