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  4. Hinrichtung live: Mord als Unterhaltung | Von Paul Clemente
Spritzen, Knarren und TV-Kamera: Todesstrafe im
Trump-LandTrump macht den Tod zur Show.

Ein Kommentar von Paul Clemente.

Eine Selbstbeschreibung der USA? Na, vor allem als Heimatland der
Menschenrechte. Als Zusammenschluss von Staaten, die Freiheit und
Demokratie unter Artenschutz stellen. Dafür kämpfen wir, dafür
intervenieren wir. – Okay, aber wieso erreichen uns Nachrichten
aus Amerika, wie man sie sonst aus Diktaturen kennt: Von einem
Wettbewerb schwer erträglicher Grausamkeiten. Und El Presidente?
Der verzapft wirres Zeugs, gänzlich frei von Empathie, als ginge
es ihn nichts an.

Am 3. Dezember soll der Militärpsychiater Nidal Hasan erschossen
werden. Sein Verbrechen? Das, was Soldaten immer tun: Menschen
abmurksen. Genau das hat der Seelenklempner im Fort Hood auch
getan. Nur: Er hat die „eigenen Leute“ abgeknallt. Seine
Begründung? Um afghanische Muslime und Taliban vor US-Truppen zu
schützen. Resultat: 13 Tote und 32 Verletzte. Angeblich habe
Hasan auf den Märtyrertod spekuliert. Das war 2009. Vier Jahre
später: Ein Militärgericht verhängte dafür die Todesstrafe. Jetzt
steht die Vollstreckung bevor.

Um ein weiteres Giftspritzen-Desaster zu verhindern, schlug
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth Erschießung durch ein
Exekutionskommando vor. Wirkt irgendwie militärischer. Die
Entscheidung liegt beim Präsidenten, sprich Donald Trump. Der
entsprach Hegseths Wunsch und kommentierte lässig:

An anderer Stelle erklärte Trump den Todeskandidaten für „total
verrückt“, aber 

Sollte der Psychiater tatsächlich getötet werden: Es wäre die
erste Exekution des US-Militärs seit 1961.

Damit nicht genug, publizierte das Verteidigungsministerium den
nächsten Coup: Wenn schon erschießen, warum nicht als
Medien-Event, mit Live-Übertragung ins Internet. Immerhin fand
die letzte öffentliche Exekution 1936 statt. Also vor 90 Jahren.
Zeit für ein Comeback. Name des glücklichen Senders: „Real
America's Voice“. Scheinbar spekulieren Hegseth & Co. auf
eine pädagogisch wertvolle Wirkung. Aber die endgültige
Entscheidung über den Live-Snuff lag wieder bei Trump. Der räumt
auf X ein: Er sei bei der Planung nicht involviert gewesen. Aber:

und

„Ich nehme an, sie wollen, dass es als Beispiel dient, und das
kann ich sehr gut nachvollziehen.“

Trump recycelt also das Argument der Abschreckung. Dabei sprechen
Statistiken und Studien seit Jahrzehnten eine deutliche Sprache:
Eine abschreckende Wirkung der Todesstrafe ist komplett
illusorisch. Nie gelang ihr die Senkung von Kapitalverbrechen.
Aber egal. Seit wann muss ein Präsident sich informieren?
Außerdem kämpfen TV-Sender seit Jahrzehnten um Übertragungsrechte
für Exekutionen. Die wissen: Dann steigt die Quote ins
Unendliche.

Wenn der Staat den Hass auf Personen oder Gruppierungen
legitimiert, lässt die Bevölkerung sich nicht lange bitten. Ein
extrem scheußliches Beispiel beschrieb Giacomo Casanova in seinen
Memoiren. Am 28. März 1757 startete in Paris eine Art Volksfest.
Anlass: Die Exekution von Robert-François Damiens. Das Verbrechen
des zweiundvierzigjährigen Häftlings? Ein missglücktes Attentat
auf König Ludwig XV. Sämtliche Häuser mit Ausblick auf die
Richtstätte waren bereits Wochen zuvor ausgebucht.

„Es ist mir wirklich egal, wie er geht, solange er geht.“„Wir
werden einem bösen Mörder die endgültige Gerechtigkeit
widerfahren lassen .“„Sie wollen das machen, weil sie ein Exempel
statuieren
wollen“...https://apolut.net/hinrichtung-live-mord-als-unterhaltung-von-paul-clemente/
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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