Andi Wittmann gehörte zu einer Generation von Mountainbikern, die
Slopestyle und Freeride in Europa mit aufgebaut haben. Seine
Geschichte beginnt Anfang der 2000er in Bad Aibling. Gemeinsam
mit Freunden baut er die später bekannten BA Trails, verbringt
jede freie Minute mit Rad und Schaufel und fährt schließlich
seinen ersten großen Contest in Wien.
Aus dem Hobby wird innerhalb weniger Jahre ein Beruf. Wittmann
startet bei internationalen Slopestyle Events, arbeitet mit
Sponsoren, produziert Videos und entwickelt gemeinsam mit Nico
Zacek die Mountainbike Version der Nine Knights. Statt
ausschließlich Ergebnisse bei Wettkämpfen zu jagen, interessiert
ihn früh auch die mediale Seite des Sports. Bilder, Filme und
Projekte werden zu einem wichtigen Teil seiner Karriere.
Was ist das Thema?
Im Gespräch erzählt Andi, wie sich eine Mountainbike Karriere
entwickelt hat, für die es damals noch kaum feste Strukturen gab.
Er spricht darüber, warum ein sechster Platz beim ersten größeren
Contest plötzlich Türen öffnete, weshalb Videoprojekte für ihn
oft wichtiger waren als Wettkampfergebnisse und wie aus einer
spontanen Filmidee schließlich die Nine Knights entstanden.
Ein zentraler Wendepunkt kommt 2015. Bei einem vergleichsweise
unspektakulären Testsprung landet Andi nach einem Sprung aus
mehreren Metern Höhe im Flachen und zertrümmert sich beide Füße.
Am rechten Fuß steht zeitweise sogar eine Amputation im Raum.
Interessanterweise beschreibt Andi die anschließende Reha nicht
als Tiefpunkt. Zum ersten Mal habe er ein vollkommen klares Ziel
gehabt: wieder gehen und wieder Fahrrad fahren.
Wir sprechen darüber, wie sich danach sein Verhältnis zum
Profisport verändert hat, über seine Zeit als Markenbotschafter
im E Mountainbike Bereich, seine Arbeit als Red Bull TV
Kommentator, Familie, Hausbau, berufliche Standbeine und darüber,
warum das Leben nach einer Profikarriere eine ganz eigene
Herausforderung sein kann.
Dabei blickt Andi auch kritisch auf den heutigen Slopestyle und
Freeride Sport. Vor allem den zunehmenden Druck bei Live Events
sieht er problematisch, wenn Fahrer in extremem Gelände innerhalb
eines bestimmten Zeitfensters maximale Leistung abrufen müssen.
Heute sitzt Andi ebenso selbstverständlich auf dem Rennrad wie
auf dem Mountainbike. 300 Kilometer zum Gardasee gehören
inzwischen genauso zu seinen persönlichen Challenges wie früher
große Sprünge. Am Ende steht eine Erkenntnis, die seinen
bisherigen Weg gut zusammenfasst: Das Fahrrad wird ihn
wahrscheinlich sein ganzes Leben begleiten. Welches Fahrrad es
gerade ist, spielt dabei kaum eine Rolle.
Für wen ist die Folge interessant?
Für alle, die Mountainbike, Slopestyle und Freeride über viele
Jahre verfolgt haben. Gleichzeitig ist die Folge auch für
Menschen interessant, die wissen möchten, was nach einer Karriere
im Profisport passiert. Es geht um Verletzungen, Veränderungen,
neue Verantwortung und darum, wie eine Leidenschaft bestehen
bleibt, obwohl sich das eigene Leben komplett verändert.
Links:
Andi Wittmann Instagram:
https://www.instagram.com/andiwittmannofficial
Andi Wittmann Trailments:
https://www.instagram.com/trailements
Status Quo Film: https://www.youtube.com/watch?v=xO-W9Cyarog
Folge uns
Web: https://shows.acast.com/velofm
Instagram: https://www.instagram.com/velo.fm/
YouTube: https://www.youtube.com/@triberg_media
Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Kommentare (0)
Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben.