„Du bist nicht nett, du bist mächtig – wenn du willst." In dieser
Folge der HR Innovators Lounge spricht Marc Stratmann mit Nicole,
Sparringspartnerin für Menschen, Teams und Organisationen, seit
über 25 Jahren im Einsatz bei Führungskräften in
Veränderungsprozessen und jemand, der eigenen Angaben nach wie eine
Detektivin arbeitet. Sie wird gerufen, wenn es in Unternehmen
reibt. Und stellt dann regelmäßig fest, dass das Problem nicht bei
den Beteiligten liegt, sondern in den ungeschriebenen Spielregeln
um sie herum. Nicole schaut mit zwei Brillen gleichzeitig: auf den
Menschen und auf das System. Im Gespräch geht es darum, warum ein
Konflikt die genaueste Diagnose ist, die eine Organisation liefern
kann, warum HR-Bereiche nach wie vor erst dazukommen, wenn die
Stellen nur noch besetzt werden müssen, und was passiert, wenn in
einem Unternehmen niemand mehr laut wird. Die Highlights dieser
Folge: Konflikt ist keine Störung, sondern ein Befund: Warum ohne
Reibung keine Entwicklung stattfindet und warum Konflikte nicht
gelöst, sondern ausbalanciert werden wollen. Kontext schlägt
Persönlichkeit: Warum Kurt Lewin schon 1936 festhielt, dass
Verhalten aus Person und Umfeld entsteht, und was eine Sauna in
England darüber verrät, wie schnell Menschen ihr Verhalten ändern,
ohne ihre Werte zu ändern. Stille ist die teuerste Kommunikation:
Warum alles, was im Unternehmen nicht ausgesprochen wird, schlicht
nicht stattfindet und warum HR, das auf eine Einladung wartet, in
der Wahrnehmung der anderen gar nicht existiert. „Bedenken werdet
ihr hier nicht bezahlt": Was dieser Satz aus einem realen
Unternehmen über dessen Entscheidungskultur verrät, und warum der
erste Schritt nicht Widerstand ist, sondern das Erkennen der
Spielregel. Das Bild der Schaukel: Warum zu kleine Impulse nichts
bewegen und zu große das System abwerfen – und was ein Rückblick
auf fünf Jahre Begleitung darüber zeigt, wie Veränderung in
Organisationen tatsächlich Tempo aufnimmt. Eine unbequeme Folge für
alle HR-Verantwortlichen und Führungskräfte, die sich fragen, warum
ihr Gestaltungswille im Alltag versandet und warum die Antwort
seltener in der eigenen Person liegt als im System, in dem sie
arbeitet.
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