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  4. Nach dem PISA-Schock: Chancen im Schulalltag
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Die PISA-Ergebnisse sind so schlecht wie nie, und laut der neuen
Schulleitungsstudie ist nur rund ein Drittel der Schulleitungen
mit der Situation an der eigenen Schule zufrieden. Was heißt das
im Alltag einer einzelnen Schule?

Darüber spricht Philippa Sigl-Glöckner mit Tilmann
Kötterheinrich-Wedekind, Schulleiter des
Hermann-Ehlers-Gymnasiums in Berlin-Steglitz-Zehlendorf. Sein
Befund: Die entscheidende Ursache der schwachen PISA-Ergebnisse
ist nicht Corona und auch nicht Social Media, sondern vor allem
soziale Ungleichheit. Fast nirgendwo in der EU hängt
Bildungserfolg so stark von der Herkunft ab wie in Deutschland.

Kötterheinrich-Wedekind gibt außerdem Einblicke in die Zahlen
einer Schule: Wie groß ist der finanzielle Spielraum, den ein
Schulleiter tatsächlich hat? Welche Rolle spielt Datenanalyse bei
der Bekämpfung von Lernlücken? Und wieso ist die eigene
Lehrkräfteausbildung eine der wirksamsten Antworten auf den
Lehrermangel? Am Ende geht es um die großen Stellschrauben:
zentralere Steuerung von Lehrkräften statt Konkurrenz zwischen
Bundesländern und Bezirken, ein bundesweites Sanierungsprogramm
für Schulgebäude und mehr Zeit für persönliche Beziehungsarbeit
statt reiner Unterrichtsverpflichtung.

Das Wichtigste:

• Der finanzielle Spielraum eines Schulleiters ist klein: Von
einem Gesamtbudget inklusive Personalkosten von 4 bis 4,5
Millionen Euro kann er nur über rund 150.000 Euro frei verfügen.

• Förderbänder statt Fachunterricht: individuelle,
leistungsdifferenzierte Förderung unabhängig vom Lehrplan, hilft
Schüler:innen Basiskompetenzen wie Rechnen und Sprache
aufzuholen.

• Eigene Lehrkräfteausbildung als Rezept gegen Lehrermangel: Wer
schon im Studium an die Schule gebunden wird, bleibt später eher
an der Schule.

• Sanierungsstau als Dauerzustand: Aktuell müssen Schulen
teilweise bis zu 15 Jahre auf einen Sanierungszuschuss warten
aufgrund von aufgestauten Bedarfen.

• Politische Vorschläge: ein bundesweites Sanierungsprogramm für
Schulgebäude, zentralere Steuerung von Lehrkräften statt
Wettbewerb zwischen Ländern und Bezirken, und weniger
Unterrichtsverpflichtung zugunsten individueller Förderung.

Zum Nachlesen/Nachhören:

• Die aktuellen PISA-Ergebnisse für Deutschland gibt es hier.

• Hier gibt es mehr zum erwähnten Buch von Ties Rabe "Endlich mal
anfangen. Was Kinder und Schulen wirklich brauchen, um Bildung zu
sichern".

• Wer erfahren will, welche Maßnahmen im Klassenzimmer besonders
erfolgreich sind, findet auch Antworten in der viel zitierten
Meta-Studie von John Hattie.

• Der neue OECD-Report "Bildung auf einen Blick 2026" beschäftigt
sich insbesondere mit dem Lehrkräftemangel.

• Den Geldbrief des Dezernat Zukunft, in dem Hanna Merki, Dr.
Florian Schuster-Johnson und Philippa Sigl-Glöckner die
wirtschaftlichen Folgen der PISA-Ergebnisse einordnen, gibt es
hier.

• Die neueste Schulleitungsstudie gibt es hier.
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„Nach dem PISA-Schock: Chancen im Schulalltag“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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