Für Führungskräfte, die alle Methoden kennen und trotzdem nicht
besser entscheiden. Stell dir einen Bildhauer vor. Gib ihm einen
Meissel, und aus einem rohen Steinblock wird mit der Zeit eine
Figur. Fein, ausdrucksstark, lebendig. Jetzt gib mir denselben
Meissel und denselben Stein. Was entsteht? Wenn wir Glück haben,
Schotter. Das Werkzeug ist exakt dasselbe. Der Unterschied ist die
Hand, die es führt, und das Auge, das die Hand lenkt. Genau darum
geht es in dieser Folge, dem zweiten Teil der Serie über das Lernen
von Entscheidungen. In Teil 1 haben wir gesehen, dass Entscheiden
ein Handwerk ist. Man lernt es durch Übung mit Rückmeldung über
Zeit. Heute geht es um die Frage, womit man dieses Handwerk übt.
Ich stelle dir drei Werkzeuge vor, die gut untersucht sind und die
du sofort ausprobieren kannst. Das Pre-Mortem von Gary Klein dreht
die Manöverkritik um: Du tust so, als wäre die Entscheidung schon
krachend gescheitert, und fragst, woran es lag. Studien deuten
darauf hin, dass Menschen so rund 30 Prozent mehr Risiken erkennen.
Die natürlichen Häufigkeiten von Gerd Gigerenzer übersetzen
Prozente in Menschen, damit dein Gehirn versteht, worüber du
wirklich entscheidest. Und das Entscheidungstagebuch, mein
persönlicher Favorit, hält fest, was du erwartet hast und wie
sicher du warst, bevor dein Gedächtnis die Geschichte umschreibt.
Dann kommt der Haken. A fool with a tool is still a fool. Ein
Werkzeug verstärkt, was schon da ist. Ist Kompetenz da, verstärkt
es die Kompetenz. Ist keine da, verstärkt es das Gegenteil. Ein
Pre-Mortem, das nur pro forma läuft, liefert eine hübsche Liste von
Risiken, die anschliessend niemand liest. Das Werkzeug war da. Die
Haltung nicht. Was die Werkzeuge erst wirksam macht, kann man weder
kaufen noch herunterladen: Haltung und Übung. Haltung heisst, sich
selbst beim Entscheiden über die Schulter zu schauen, Unsicherheit
auszuhalten und den Mut zu haben, die eigenen Fehlentscheidungen
anzusehen. Übung heisst Wiederholung, das regelmässige Innehalten
und Zurückschauen, das Donald Schön den reflektierten Praktiker
nennt. Navigos, das Entscheidungsframework, verbindet beides zu
einem Prozess. Dazu eine Unterscheidung, auf die sich Daniel
Kahneman und Gary Klein nach langem Streit geeinigt haben: Wann
darfst du deiner Intuition trauen, und wann solltest du ihr
misstrauen und lieber zu Werkzeug und Reflexion greifen?
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Kerngedanke für heute: Ein Werkzeug macht dich nicht zum besseren
Entscheider. Es macht dich vielleicht zu einem schnelleren. Die
Richtung bestimmt deine Haltung. Deshalb lohnt es sich, in beides
zu investieren. Und damit sind wir bei der Frage für Teil 3: Wenn
es gute Werkzeuge gibt und wir wissen, dass es auf Haltung und
Übung ankommt, warum lernen dann so wenige Menschen wirklich besser
zu entscheiden? ️ ZUM PODCAST:
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Führung": https://www.amazon.de/dp/1960004956/ Kapitel: 00:00 Ein
Werkzeug macht dich nicht zum besseren Entscheider 00:42 Womit übt
man Entscheiden? Die Frage aus Teil 1 01:37 Der Bildhauer, der
Meissel und der Schotter 02:15 Werkzeug 1: das Pre-Mortem 04:12
Werkzeug 2: Prozente in Menschen übersetzen 04:55 Werkzeug 3: das
Entscheidungstagebuch 05:53 A fool with a tool is still a fool
07:56 Haltung: über das eigene Denken nachdenken 09:32 Üben: der
reflektierte Praktiker und Navigos 10:39 Wann du deiner Intuition
trauen darfst 12:12 Zurück zum Bildhauer: die Frage nach dem Wozu
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