Unkaputtbarer Selbstwert? — Geschäftsmodell:
Zweifel
Neunzehnhundertneunzig erfand eine Werbeagentur drei Wörter für
eine Getränkeflasche. Zwei davon sind wieder verschwunden. Das
dritte steht heute im Duden, und wir hängen es inzwischen an
Menschen.
Diese Folge geht einer Kette von Annahmen nach, die wir jeden Tag
benutzen, ohne sie je zu prüfen. Wer nicht wankt, in dem wankt
auch nichts. Wer innerlich nicht wankt, weiß, was er wert ist.
Und wer zögert, weiß es nicht.
Alle drei Glieder sind untersucht worden, und die Ergebnisse
bringen die Reihenfolge durcheinander. Michael Kernis hat
Selbstwert nicht einmal gemessen, sondern über Tage hinweg, und
dabei entdeckt, dass die Schwankung mehr verrät als die Höhe. Ed
Diener hat Menschen fotografieren und von Fremden beurteilen
lassen und ist auf eine Lücke zwischen Selbstbild und Fremdurteil
gestoßen, die kaum jemand vermutet hätte. Roy Baumeister hat die
gesamte Forschungslage gesichtet und die Wirkungsrichtung
umgedreht. Und die berühmteste aller Haltungsübungen hat ihre
eigene Überprüfung nicht überlebt.
Dazu eine Frau, die an einem Abend mehr Zustimmung bekommt als
die meisten Menschen in einem Berufsleben und danach im
Hotelzimmer nach dem einen abfälligen Satz sucht. Ein
Bundesstaat, der das Experiment im großen Maßstab durchgeführt
hat. Und ein Markt, dessen Versprechen und dessen Weg dorthin in
entgegengesetzte Richtungen zeigen.
Seneca beschreibt den Schauspieler, der auf der Bühne König ist
und im Leben ein Sklave mit Tageslohn. Marc Aurel wundert sich,
dass wir dem Urteil von Menschen folgen, deren ungefilterte
Gedanken wir keine Stunde lang ertragen würden. Und Epiktet
stellt die Frage, was ein Abendessen eigentlich kostet, zu dem
man eingeladen werden möchte.
Am Ende steht kein Rezept für stabilen Selbstwert. Es steht die
Frage, ob das Messgerät, an dem wir ihn ablesen, überhaupt uns
gehört.
Links
Website: stoicmind.at
Coaching und Beratung: stoicmind.at/coaching-beratung
Audio-Masterclass "Mehr bei dir": stoicmind.at/audiomasterclass
Meditations-Abo, jeden Mittwoch neu: Abo auf Spotify
Das Vinyl-Projekt
Die Closing-Songs aus dem Podcast erscheinen als Schallplatte.
Neun Songs auf einer 12-Zoll, gesungen von Echo Vale, unter dem
Titel "Closing Songs". Ob die Platte tatsächlich gepresst wird,
entscheidet sich an der Zahl der Vorbestellungen — und damit an
euch.
Alle Infos dazu: vinyl.stoicmind.at
Die Signation wurde von Fabien Tell komponiert und von Constanze
Weltmann eingesprochen. Closing-Song: Sämtliche Urheber- und
Verwertungsrechte an Text, Komposition und Produktion liegen
ausschließlich bei Dietmar Gumprecht. Die Produktion erfolgte
unter Einsatz KI-gestützter Werkzeuge.
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