Zwei Tage DMEXCO, ein Fazit: Die Branche redet nicht mehr
darüber, dass KI alles verändert, sondern darüber, was man
sinnvoll damit anstellt. Das Messemotto „Scaling Intelligence"
trifft das ziemlich genau – weg vom überzogenen Hype, hin zur
Frage nach dem konkreten Nutzen.
Auf den Bühnen standen zwei Lager. Sascha Pallenberg zeichnete
die Dystopie: Social Media als riesige Verklappungsplattform für
KI-Slop. Andere zeigten das Gegenteil, nämlich wie wichtig der
Mensch in dieser Welt geworden ist. Beide Lager landen an
derselben Stelle – eine technikgläubige Branche besinnt sich
gerade auf menschliche Fähigkeiten und deren Kombination mit der
Maschine.
Zwei Entwicklungen aus den Standgesprächen. Erstens:
Infrastruktur statt Allmachtsversprechen. Die Frage lautet nicht
mehr, ob die KI etwas macht, sondern wie man etwas mit ihr
verbindet. Erstaunlich viele Hersteller haben inzwischen einen
MCP-Server, Outbrain und Taboola zum Beispiel. Damit lässt sich
Reporting direkt aus Claude heraus steuern. Die Deutung, was die
Zahlen bedeuten, bleibt beim Menschen.
Zweitens die Debatte, ob KI ins CMS-Backend gehört oder ob das
Backend selbst die KI ist. Bei kleinen Strukturen funktioniert
die Wunschvorstellung, im Konzern scheitert sie an
Berechtigungen. Und der Assistent publiziert am Ende trotzdem
nicht selbst: Ein Mensch drückt auf den Knopf. Human in the Loop
ist dabei kein Sicherheitsfeature, sondern ein Versprechen nach
außen.
Dazu: der AI Act als sinnvolles Konstrukt in einem Europa, das
kaum eigene KI zum Regulieren hat. Was das
Barrierefreiheitsgesetz damit zu tun hat. Wie ein
AI-First-Unternehmen arbeitsteilig arbeitet. Und warum der
Ouroboros – die Schlange, die sich selbst verschlingt – das beste
Argument dafür ist, echte menschliche Erfahrung in Inhalte zu
bringen. Ohne uns weiß die KI nichts.
KAPITEL
00:00 „Scaling Intelligence" – zwei Tage DMEXCO
00:25 Weg vom Hype: Was kann man sinnvoll damit anstellen?
01:05 Sascha Pallenberg zeichnet die Dystopie
01:22 „Social Media als Verklappungsplattform für KI-Slop"
01:34 Die Gegenposition: Wie wichtig der Mensch ist
02:10 „Sei ein Mensch. Der Rest ist KI."
02:22 Human in the Loop – nicht nur wegen der Kontrolle
02:44 Der AI Act: sinnvoll, aber kaum AI zum Regulieren
02:58 Barrierefreiheit: Wo KI ganz konkret hilft
03:12 Zweiter Trend: Infrastruktur statt „KI macht alles"
03:27 „Haben Sie einen MCP-Server für mich?"
03:51 Datenanalyse aus Claude – die Deutung bleibt bei uns
04:10 CoreMedia: Gehört die KI ins Backend?
04:51 KMU gegen Konzern: Warum Berechtigungen alles ändern
05:19 Der Assistent publiziert nicht, ein Mensch drückt den
Knopf
05:32 Wenn die Tech Bros selbst zur Langsamkeit raten
05:57 Gamma: Wie ein AI-First-Unternehmen arbeitsteilig
arbeitet
06:28 Das menschliche Team: Emotion und Kreativität
07:25 Was CMS-Anbieter über KI-Texte ihrer Kunden sagen
07:51 Der Ouroboros: Ohne uns weiß die KI nichts
08:22 Qualität statt Masse – um überhaupt zitiert zu werden
09:05 Fazit und Verabschiedung
BEGRIFFE AUS DER FOLGE
KI-Slop – massenhaft generierte, belanglose KI-Inhalte, die
Plattformen fluten.
MCP-Server – Schnittstelle, über die ein KI-Assistent ein Tool
direkt steuern und auslesen kann.
Human in the Loop – ein Mensch bleibt an der entscheidenden
Stelle im Prozess, etwa vor dem Publizieren.
AI Act – die KI-Verordnung der EU.
Ouroboros – die Schlange, die sich selbst verschlingt: Bild für
KI, die auf KI-Inhalten trainiert.
ÜBER DEN PODCAST
Karsten Lohmeyer und Stephan Goldmann arbeiten seit rund 20
Jahren zusammen – zuerst als Journalisten, dann als Blogger bei
Lousy Pennies, heute im digitalen Marketing. The Critical
Marketeer ist ihr Podcast über Marketing-Weisheiten, die eine
zweite Prüfung verdienen.
Produziert von sayang GmbH: https://sayang.gmbh
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