Scham: Warum Männer lieber dominieren als fühlen
In dieser Folge von keshmesh sind Ahmed und Kambez ganz unter
sich — kein Gast, nur die beiden am Tisch und ein Gefühl, das zu
den am wenigsten besprochenen überhaupt gehört: Scham.
Ausgangspunkt ist eine Beobachtung aus der Praxis — in einer
Weiterbildung mit 40 Fachpersonen konnte fast niemand Scham
benennen, während Wut, Angst und Trauer sofort da waren. Von dort
aus spannt sich der Bogen von der Manosphere über das Konzept der
hegemonialen Männlichkeit bis zu der Frage, warum unterdrückte
Scham so oft in Dominanz und Gewalt umschlägt.
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In dieser Folge erfährst du:
Scham als Leerstelle: Scham bleibt unausgesprochen, weil wir sie
selbst als Erwachsene kaum aushalten.
Manosphere und Looksmaxxing: Wenn junge Männer sich gewaltsam die
Gesichtsknochen brechen lassen, um «markanter» und attraktiver zu
wirken.
Provider, Protector, Procreator: Das Rollenmuster, das kaum je
aktiv ausgesprochen, aber von praktisch jedem Jugendlichen
internalisiert wird — Geld verdienen, beschützen können, sexuell
«genügen».
Die Fragilität des Männlichkeitsbilds: Was passiert, wenn du
sexuell nicht mehr aktiv sein kannst, dein Einkommen verlierst
oder körperlich nicht mehr schützen kannst? Es geht um die Angst
hinter dem "Nicht-genügen".
Die Verlustspur des Subjekts: Ein Konzept aus einer Weiterbildung
bei Elli Scambor* wird aufgegriffen — wie Jungen früh lernen, den
Zugang zu Trauer, Scham und Verletzlichkeit abzulegen.
Verurteilung als Schutzmechanismus: Warum moralische
Überlegenheit gegenüber Manosphere-Content zwar nachvollziehbar,
aber blockierend ist.
Opfernarrative: Jugendliche in der Manosphere erleben sich selbst
als Opfer eines Systems, das sie entrechte.
Essenzialismus und Schwarz-Weiss-Denken: Warum die Versuchung,
Männer pauschal als «böse» und FLINTA-Personen pauschal als «gut»
zu setzen, genauso wenig standhält wie biologistische
Rollenbilder.
Hegemoniale Männlichkeit: Raewyn Connells* Konzept wird
aufgegriffen und Reproduktion von Rassismus und Sexismus durch
Männer.
Scham und Femizide: Eine Linie wird gezogen von unterdrückter
Scham zu extremer Gewalt.
Rassismus und Beschämung: Eine wiederkehrende Erfahrung wird
geschildert.
Ein persönliches Eingeständnis: Reagieren mit Rückzug oder mit
intellektueller Dominanz statt mit dem eigenen Gefühl. Ein
Muster, das als «noch sehr präsent» bezeichnet wird.
Zum Thema Männlichkeit und Verletzlichkeit: hört auch unsere
Folge 5 ("Verletzlichkeit")
Shoutouts & fettes Dankeschön an unser Team:
Aaron Graf
Chris Rohner (juhuni Design)
Sarah Blaser
David Fürst
Alex Schär (Sound)
Yassin 3YOONI
Diskutiert mit uns: Wo merkt ihr bei euch selbst, dass ihr Scham
eher mit Dominanz, Rückzug oder Intellektualisieren überdeckt,
statt sie zuzulassen? Schreibt es uns in die Kommentare oder
bewertet uns auf Spotify.
Peace & Liebe, Ahmed & Kambez
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## Kapitel (Timestamps)
00:00 Intro & Technik-Chaos im Studio
02:05 Check-in: Wie es den beiden gerade geht
05:22 Dank an Supporter:innen und Ehrenamtliche
07:37 Booking-Logistik und Fan-Begegnungen
09:27 Einstieg ins Thema Scham
10:06 Manosphere-Workshops mit Jugendlichen
14:07 Verurteilung als Schutzmechanismus
17:53 Looksmaxxing und Erwartungsdruck
18:53 Provider, Protector, Procreator
19:59 Die Fragilität des Männlichkeitsbilds
21:37 Die Verlustspur des Subjekts
26:05 Wut, Empörung und FLINTA-Perspektive
27:34 Essenzialismus und Schwarz-Weiss-Denken
30:41 Hegemoniale Männlichkeit (Connell)
32:36 Scham und dominantes Auftreten
34:02 Scham und Femizide
36:36 Rassismus-Erfahrungen und Beschämung
39:56 Ein persönliches Eingeständnis: Intellektualisieren als
Schutz
42:18 Abschluss und Verabschiedung
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