Scham: Warum Männer lieber dominieren als fühlen
In dieser Folge von keshmesh sind Ahmed und Kambez ganz unter sich — kein Gast, nur die beiden am Tisch und ein Gefühl, das zu den am wenigsten besprochenen überhaupt gehört: Scham. Ausgangspunkt ist eine Beobachtung aus der Praxis — in einer Weiterbildung mit 40 Fachpersonen konnte fast niemand Scham benennen, während Wut, Angst und Trauer sofort da waren. Von dort aus spannt sich der Bogen von der Manosphere über das Konzept der hegemonialen Männlichkeit bis zu der Frage, warum unterdrückte Scham so oft in Dominanz und Gewalt umschlägt.
(Wichtig: Wenn ihr keshmesh supporten wollt, habt ihr folgende Möglichkeiten:
Folgt uns auf Spotify und Instagram
Hinterlasst ein paar Sterne (am besten 5 ;))
Supportet unsere Arbeit via RaiseNow: https://pay.raisenow.io/txbdv
Werde Mitglied des Vereins keshmesh: https://pay.raisenow.io/qymhd
DANKE!)
In dieser Folge erfährst du:
Scham als Leerstelle: Scham bleibt unausgesprochen, weil wir sie selbst als Erwachsene kaum aushalten.
Manosphere und Looksmaxxing: Wenn junge Männer sich gewaltsam die Gesichtsknochen brechen lassen, um «markanter» und attraktiver zu wirken.
Provider, Protector, Procreator: Das Rollenmuster, das kaum je aktiv ausgesprochen, aber von praktisch jedem Jugendlichen internalisiert wird — Geld verdienen, beschützen können, sexuell «genügen».
Die Fragilität des Männlichkeitsbilds: Was passiert, wenn du sexuell nicht mehr aktiv sein kannst, dein Einkommen verlierst oder körperlich nicht mehr schützen kannst? Es geht um die Angst hinter dem "Nicht-genügen".
Die Verlustspur des Subjekts: Ein Konzept aus einer Weiterbildung bei Elli Scambor* wird aufgegriffen — wie Jungen früh lernen, den Zugang zu Trauer, Scham und Verletzlichkeit abzulegen.
Verurteilung als Schutzmechanismus: Warum moralische Überlegenheit gegenüber Manosphere-Content zwar nachvollziehbar, aber blockierend ist.
Opfernarrative: Jugendliche in der Manosphere erleben sich selbst als Opfer eines Systems, das sie entrechte.
Essenzialismus und Schwarz-Weiss-Denken: Warum die Versuchung, Männer pauschal als «böse» und FLINTA-Personen pauschal als «gut» zu setzen, genauso wenig standhält wie biologistische Rollenbilder.
Hegemoniale Männlichkeit: Raewyn Connells* Konzept wird aufgegriffen und Reproduktion von Rassismus und Sexismus durch Männer.
Scham und Femizide: Eine Linie wird gezogen von unterdrückter Scham zu extremer Gewalt.
Rassismus und Beschämung: Eine wiederkehrende Erfahrung wird geschildert.
Ein persönliches Eingeständnis: Reagieren mit Rückzug oder mit intellektueller Dominanz statt mit dem eigenen Gefühl. Ein Muster, das als «noch sehr präsent» bezeichnet wird.
Zum Thema Männlichkeit und Verletzlichkeit: hört auch unsere Folge 5 ("Verletzlichkeit")
Shoutouts & fettes Dankeschön an unser Team:
Aaron Graf
Chris Rohner (juhuni Design)
Sarah Blaser
David Fürst
Alex Schär (Sound)
Yassin 3YOONI
Diskutiert mit uns: Wo merkt ihr bei euch selbst, dass ihr Scham eher mit Dominanz, Rückzug oder Intellektualisieren überdeckt, statt sie zuzulassen? Schreibt es uns in die Kommentare oder bewertet uns auf Spotify.
Peace & Liebe, Ahmed & Kambez
---
## Kapitel (Timestamps)
00:00 Intro & Technik-Chaos im Studio
02:05 Check-in: Wie es den beiden gerade geht
05:22 Dank an Supporter:innen und Ehrenamtliche
07:37 Booking-Logistik und Fan-Begegnungen
09:27 Einstieg ins Thema Scham
10:06 Manosphere-Workshops mit Jugendlichen
14:07 Verurteilung als Schutzmechanismus
17:53 Looksmaxxing und Erwartungsdruck
18:53 Provider, Protector, Procreator
19:59 Die Fragilität des Männlichkeitsbilds
21:37 Die Verlustspur des Subjekts
26:05 Wut, Empörung und FLINTA-Perspektive
27:34 Essenzialismus und Schwarz-Weiss-Denken
30:41 Hegemoniale Männlichkeit (Connell)
32:36 Scham und dominantes Auftreten
34:02 Scham und Femizide
36:36 Rassismus-Erfahrungen und Beschämung
39:56 Ein persönliches Eingeständnis: Intellektualisieren als Schutz
42:18 Abschluss und Verabschiedung
Kommentare (0)
Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben.