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1 Stunde 36 Minuten
Postmigrantische Selbstverständlichkeit: Warum Migration keine Ausnahme mehr ist

Die Schweiz schmückt sich mit vier Landessprachen, feiert ihre Neutralität und tut so, als sei Migration eine Ausnahmesituation. In dieser Folge von keshmesh holen wir uns Artan Islamaj (Co-Direktor, Institut Neue Schweiz INES) an den Tisch — und stellen die Grundfrage neu: Was, wenn die "Neue Schweiz" längst die normale Schweiz ist? Laut BFS haben rund 41% der Bevölkerung eine Migrationsgeschichte, bei einem weiter gefassten Begriff über 50%. Postmigration heisst: Migration ist kein Sonderfall und kein Defizit mehr.

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DANKE!)

In dieser Folge erfährst du:

Die "Neue Schweiz" existiert schon: Laut BFS haben ca. 41% der Bevölkerung eine Migrationsgeschichte, bei weiter gefasstem Begriff über 50%. Die Integrationslogik ("hier das Volk, da kommen Leute rein") bricht zusammen, sobald man hinschaut, wer in der Schweiz lebt, arbeitet und liebt.

Der Name als Filter: Artan besteht darauf, dass seine Schüler:innen ihn korrekt beim Nachnamen nennen — "wenn ich sehe, dass du dich entfernen möchtest, kann ich dich einordnen, so wie du mich einordnest, indem ich meinen Namen sage."

Postmigrantische Selbstverständlichkeit — der Kernsatz: "Ich muss nicht dankbar sein, dass ich hier geboren bin." Die erste Generation ist mit Überleben beschäftigt, die zweite kann fordern.

"Einer der Guten": Warum dieser vermeintlich nette Satz laut Artan "per se rassistisch und diskriminierend" ist — und wie erkaufter Status (z.B. im Militär) trotzdem Sicherheit geben kann, ohne dass er sich richtig anfühlt.

Weisser Feminismus und die Kopftuchdebatte: Warum kopftuchtragende Frauen an zwei Fronten gleichzeitig kämpfen — gegen Rassismus und für die Stärke der Frau in ihrer eigenen Community — und dabei oft übersehen werden.

"Zwei Bücher über Rassismus reichen nicht": Kambez darüber, warum gelesenes Wissen keine gelebte Erfahrung ersetzt — und was das für pädagogische Arbeit mit migrantischen Jugendlichen bedeutet.

Neutralität gibt es nicht: Ahmed mit 14, eine Schularbeit über das Judentum "aus neutraler Perspektive" — seine Lehrerin: "Du kannst nicht neutral sein, mit deinem Hintergrund."

 Links & Ressourcen:

Institut Neue Schweiz (INES) — Artans Organisation: https://www.institutneueschweiz.ch

Swiss Dream — das neue INES-Projekt (Open Call, bis 6.9.: https://www.institutneueschweiz.ch/De/Blog/484/Open_Call_swiss_dream_DE)

Zum Thema Rassismus und Zugehörigkeit: hört auch unsere Folge 11 ("Arabischer Fremdkörper")

 Shoutouts & fettes Dankeschön an unser Team:

Aaron Graf

Chris Rohner (juhuni Design)

Sarah Blaser

David Fürst

Alex Schär (Sound)

 Diskutiert mit uns: Verstehst du dich als Schweizer:in — und wann hat sich das (nicht) selbstverständlich angefühlt? Schreibt es uns in die Kommentare oder bewertet uns auf Spotify.

Peace & Liebe, Ahmed & Kambez

00:00 Intro

08:42 Die Neue Schweiz existiert schon

10:42 Swiss Dream statt American Dream

12:48 Albanisch als fünfte Landessprache

16:43 Der Name als Filter

18:37 Scham und die Namen der Väter

21:02 Postmigrantische Selbstverständlichkeit

26:17 Der Migra-Hustle

28:02 Einbürgerung als Viehschau

31:58 Der Doppeladler in der Maturarbeit

34:20 Klassenreise nach Kosovo

36:40 Sind wir weiss oder nicht

40:25 In Uniform am Bahnhof

41:30 Der Muslimbruderschafts-Vorwurf

45:12 «Einer der Guten»

49:34 Die SRF-Doku zur Manosphere

54:56 Die Spirale des Rassismus

57:42 Weisser Feminismus und Kopftuch

64:23 Die WC-Anekdote

69:51 Rassismus im Lehrerzimmer

74:25 «Zwei Bücher reichen nicht»

76:51 Systemkritik und Eigenverantwortung

80:38 Neutralität gibt es nicht

84:37 Verstehst du dich als Schweizer?

90:08 Das Buch «Sticky Violences»
1 Stunde 26 Minuten
Häusliche Gewalt: Wenn die eigenen vier Wände zum gefährlichsten Ort werden

Wir sprechen oft über Gewalt im öffentlichen Raum, auf der Strasse, in den Schlagzeilen. Aber der gefährlichste Ort für sehr viele Betroffene ist ein ganz anderer: die eigene Wohnung. In dieser Folge von keshmesh nehmen wir uns eines der schwersten Themen vor, die wir bisher behandelt haben — häusliche Gewalt.

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In dieser Folge erfährst du:

Beziehungsdynamik vs. Gewaltdynamik: Warum eine Beziehung geteilte Verantwortung bedeutet — eine Gewaltdynamik aber nie. 100% der Verantwortung liegt bei der Person, die Gewalt anwendet. Punkt.

FOG — Fear, Obligation, Guilt: Der psychologische "Nebel", mit dem Täter Angst, (vermeintliche) Verpflichtung und Schuldgefühle erzeugen, um Betroffene in der Beziehung zu halten.

Die fünf Formen von Gewalt: Physisch, sexuell, psychisch, ökonomisch, sozial — und warum das Schweizer Strafrecht fast ausschliesslich die physische Form erfasst.

Die nackten Zahlen (BFS 2023): Rund 20'000 registrierte Straftaten, 40% aller polizeilich erfassten Gewaltdelikte finden im häuslichen Kontext statt.

Feminizide: 2025 ein Rekordjahr mit 34 Feminiziden in der Schweiz; im laufenden Jahr zählte die "Offensive gegen Feminizide" bis zum Aufnahmetag bereits 17 — zuletzt am 9. Juli in einem Fall im Tessin.

Istanbul-Konvention — Note 3,0: Der zivilgesellschaftliche Parallelbericht des Netzwerks Istanbul-Konvention zeigt: Die Schweiz kommt ihren Verpflichtungen nicht nach. Fehlende nationale Strategie, kantonales "Schutzlotterie"-Prinzip, ein Fehlbestand von rund 800 Frauenhausplätzen.

Intersektionalität: Warum dieselbe Tat bei einem migrantischen Täter mit "Kultur" erklärt wird und bei einem Schweizer Täter mit individuellem Versagen — und wie das migrantische Betroffene zusätzlich gefährdet (Stichwort Aufenthaltsstatus, "Sabr").

Die drei Tätertypen: Vom durchgängig gewalttätigen bis zum "Family-only"-Typ, der öffentlich charmant und erfolgreich wirkt und nur hinter verschlossenen Türen gewalttätig wird — laut Kambez oft der schwerste Typ zu erkennen.

Männer als Betroffene: Warum Scham, Unglauben und das "Es-braucht-immer-zwei"-Narrativ Männer besonders oft davon abhalten, sich Hilfe zu holen — und wieso die Nummer 142 explizit auch für sie da ist.

"Ideal Victim" & Homonationalismus: Ein theoretischer Ausblick — warum unsere Gesellschaft bestimmten Körpern (v.a. racialisierten männlichen) kaum zugesteht, überhaupt Opfer sein zu können.

️ Achtung: Diese Folge behandelt ausführlich häusliche und sexualisierte Gewalt sowie Feminizide, inkl. Statistiken. Wir gehen dabei konzeptionell und statistisch vor, ohne einzelne Gewalttaten grafisch zu schildern — trotzdem: Hört rein, wenn ihr euch dazu bereit fühlt.

Links & Ressourcen:

Opferhilfe-Nummer 142 (auch anonym erreichbar): https://www.stiftung-gegen-gewalt.ch/aktuelles/opferhilfenummer-142

Netzwerk Istanbul-Konvention & Parallelbericht: https://www.istanbulkonvention.ch

Eidg. Büro für Gleichstellung — häusliche Gewalt: https://www.ebg.admin.ch/de/hausliche-gewalt

Brava (ehemals TERRE DES FEMMES Schweiz): https://www.brava-ngo.ch/de

Zahlen: Bundesamt für Statistik (BFS) — https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/kriminalitaet-strafrecht/polizei/haeusliche-gewalt.html

Zum Thema Feminizide: hört auch unsere Folge 10

Shoutouts & Dankeschön an unser Team:

Aaron Graf (Video), Chris Rohner (juhuni Design, Website, Logo), Sarah Blaser (Illustrationen), David Fürst (Fotos).

Wenn euch die Folge wichtig war, teilt sie — gerade bei diesem Thema erreicht man am meisten über die eigenen Chats und Netzwerke.

Peace & Liebe, Ahmed & Kambez
1 Stunde 37 Minuten
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In dieser Folge "lassen wir die Hosen runter" - wir stellen uns einem wichtigen Aspekt unserer männlichen Sozialisierung, nämlich dem muskulösen Männerkörper. Wieso und wann haben wir gelernt, dass Muskeln erstrebenswert sind, bzw. für unsere Bewertung relevant sind? Wie sind wir damit umgegangen? Was haben wir mittlerweile gelernt und wie finden wir einen gesunden Umgang zu unserem Körper?

Über all das sprechen wir in der Folge 15 von keshmesh. Zudem gehen wir auf die Abstimmung vom 14. Juni ein und was das mit uns gemacht hat.

Folge wurde am 18. Juni 2025 aufgenommen.

Bleibt dran!

Mit Liebe

Ahmed & Kambez

www.keshmesh.ch
1 Stunde 41 Minuten
In dieser Folge sprechen Ahmed und Kambez mit Yassin (Künstlername 3YOONI), Künstler und Lehrperson über unterschiedlichste Themen:

- Aufwachsen in der Schweiz mit einem irakischen/afghanischen Hintergrund

- Die Veränderungen nach 9/11: Wenn man auf einmal als Bedrohung wahrgenommen wird

- Der Umgang mit den tragischen Ereignissen vom 7. Oktober 2023 in Palästina/Israel und die Zensur bestimmter Positionen im öffentlichen Diskurs

- Zähneputzen heisst Dekonstruieren (nach Spivak) – das versuchen wir, jeden Tag zu tun

- Kunst und Musik

- Die offene Schule Bern und ein pädagogisches Programm, das wir uns für alle Schulen wünschen würden

- Gleichzeitigkeit aushalten und Ambiguitätstoleranz

- Sexualität und Auseinandersetzung mit der eigenen Männlichkeit

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Musik von Yassin: https://www.youtube.com/@3YOONI / instagram: @3yooni

Illustration: Sarah Blaser

Schnitt: Ahmed Ajil
1 Stunde 20 Minuten
Wir sperren Menschen ein und denken, das löst unsere gesellschaftlichen Probleme. Aber was passiert wirklich hinter den dicken Mauern des Schweizer Justizvollzugs? In dieser Folge von keshmesh öffnen wir die „Blackbox Gefängnis“ und schauen dorthin, wo die Gesellschaft am liebsten wegschaut.

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Wir dekonstruieren den oft zitierten Mythos der "70 Prozent kriminellen Ausländer", sprechen über die brutale Realität der Untersuchungshaft (U-Haft) und beleuchten, warum in der Schweiz oft Armut statt Kriminalität bestraft wird. 

Ausserdem stellen wir die ganz grosse Frage des Abolitionismus: Ist das System Gefängnis überhaupt noch zeitgemäss oder verschärft es unsere Probleme nur?

In dieser Folge erfährst du:

Die nackten Zahlen: Warum die Schweiz mit über 30'000 Inhaftierungen pro Jahr ein „Drehtür“-System hat und Rekordbelegungen verzeichnet.

Der "Ausländer-Mythos" entzaubert: Warum die Statistik verzerrt ist und fast die Hälfte der inhaftierten Ausländer gar keinen Schweizer Wohnsitz haben (Stichwort: Fluchtgefahr in der U-Haft).

Die harte Realität der U-Haft: 23 Stunden Einsperrung auf 12 Quadratmetern, Isolation und fehlende Fristen – warum die U-Haft für die Psyche oft zerstörerischer ist als der reguläre Strafvollzug.

Armut als Straftat: Ersatzfreiheitsstrafen und Administrativhaft – warum so viele Menschen hinter Gittern sitzen, die eigentlich soziale, finanzielle oder asylrechtliche Hilfe bräuchten.

Prisonisierung & Institutionelle Gewalt: Wie das Gefängnis Menschen de-humanisiert, ihnen Autonomie raubt und Resozialisierung fast unmöglich macht.

Abolitionismus: Der Mut, ein System völlig neu zu denken. Braucht unsere Gesellschaft Gefängnisse wirklich, oder gibt es bessere, menschlichere Alternativen?

Links & Ressourcen:

Unsere brandneue Website ist live! Checkt sie aus: www.keshmesh.ch.

Erwähnte Statistiken: Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) und des Schweizerischen Kompetenzzentrums für den Justizvollzug (SKJV).

Ahmed's Forschung: https://ahmed.ajil.ch/publications

Shoutouts & fettes Dankeschön an unser Team: Diese Folge und unser neues Setup wären ohne massiven Support nicht möglich gewesen. Ein riesiges Dankeschön geht an:

Aaron Graf: Für das geniale Video-Setup und die Aufnahmestruktur.

Chris Rohner (juhuni Design): Für das krasse Webdesign unserer neuen Homepage.

Sarah Blaser: Für die wunderschönen Illustrationen, die unsere Vision sichtbar machen.

David Fürst: Für die starken Fotos und die Begleitung unserer Reise.

Diskutiert mit uns: Sollten wir das Gefängnissystem abschaffen oder reformieren? Was hat euch an den Zahlen am meisten schockiert? Schreibt es uns in die Kommentare auf YouTube oder bewertet uns auf Spotify!

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#Gefängnis #Justizvollzug #Kriminologie #Abolitionismus #Menschenrechte #Strafrecht #PodcastSchweiz
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Über diesen Podcast

Keshmesh ist ein Podcast des Kriminologen Ahmed Ajil und des Gewaltberaters Kambez Nuri. Wir sprechen über Männlichkeiten, Migration, Gewalt und Kriminalität, über Rassismus und Marginalisierung – aus einer kritischen, schweizerisch-migrantischen Perspektive, die persönliche Erfahrungen mit Forschung und Praxis verbindet. www.keshmesh.ch Illustration: Sarah Blaser Logo/Design: Chris Rohner Video: Aaron Graf
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„keshmesh“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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