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  4. 17: Postmigrantische Selbstverständlichkeit - mit Artan Islamaj
Postmigrantische Selbstverständlichkeit: Warum Migration keine
Ausnahme mehr ist

Die Schweiz schmückt sich mit vier Landessprachen, feiert ihre
Neutralität und tut so, als sei Migration eine Ausnahmesituation.
In dieser Folge von keshmesh holen wir uns Artan Islamaj
(Co-Direktor, Institut Neue Schweiz INES) an den Tisch — und
stellen die Grundfrage neu: Was, wenn die "Neue Schweiz" längst
die normale Schweiz ist? Laut BFS haben rund 41% der Bevölkerung
eine Migrationsgeschichte, bei einem weiter gefassten Begriff
über 50%. Postmigration heisst: Migration ist kein Sonderfall und
kein Defizit mehr.

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In dieser Folge erfährst du:

Die "Neue Schweiz" existiert schon: Laut
BFS haben ca. 41% der Bevölkerung eine Migrationsgeschichte,
bei weiter gefasstem Begriff über 50%. Die Integrationslogik
("hier das Volk, da kommen Leute rein") bricht zusammen, sobald
man hinschaut, wer in der Schweiz lebt, arbeitet und liebt.

Der Name als Filter: Artan besteht
darauf, dass seine Schüler:innen ihn korrekt beim Nachnamen
nennen — "wenn ich sehe, dass du dich entfernen möchtest, kann
ich dich einordnen, so wie du mich einordnest, indem ich meinen
Namen sage."

Postmigrantische Selbstverständlichkeit — der
Kernsatz: "Ich muss nicht dankbar sein, dass ich
hier geboren bin." Die erste Generation ist mit Überleben
beschäftigt, die zweite kann fordern.

"Einer der Guten": Warum dieser
vermeintlich nette Satz laut Artan "per se rassistisch und
diskriminierend" ist — und wie erkaufter Status (z.B. im
Militär) trotzdem Sicherheit geben kann, ohne dass er sich
richtig anfühlt.

Weisser Feminismus und die
Kopftuchdebatte: Warum kopftuchtragende Frauen an
zwei Fronten gleichzeitig kämpfen — gegen Rassismus und für die
Stärke der Frau in ihrer eigenen Community — und dabei oft
übersehen werden.

"Zwei Bücher über Rassismus reichen
nicht": Kambez darüber, warum gelesenes Wissen
keine gelebte Erfahrung ersetzt — und was das für pädagogische
Arbeit mit migrantischen Jugendlichen bedeutet.

Neutralität gibt es nicht: Ahmed mit 14,
eine Schularbeit über das Judentum "aus neutraler Perspektive"
— seine Lehrerin: "Du kannst nicht neutral sein, mit deinem
Hintergrund."

 Links & Ressourcen:

Institut Neue Schweiz (INES) — Artans
Organisation: https://www.institutneueschweiz.ch

Swiss Dream — das neue INES-Projekt (Open Call, bis 6.9.:
https://www.institutneueschweiz.ch/De/Blog/484/Open_Call_swiss_dream_DE)

Zum Thema Rassismus und Zugehörigkeit: hört auch unsere Folge
11 ("Arabischer Fremdkörper")

 Shoutouts & fettes Dankeschön an unser
Team:

Aaron Graf

Chris Rohner (juhuni Design)

Sarah Blaser

David Fürst

Alex Schär (Sound)

 Diskutiert mit uns: Verstehst du dich
als Schweizer:in — und wann hat sich das (nicht)
selbstverständlich angefühlt? Schreibt es uns in die Kommentare
oder bewertet uns auf Spotify.

Peace & Liebe, Ahmed & Kambez

00:00 Intro

08:42 Die Neue Schweiz existiert schon

10:42 Swiss Dream statt American Dream

12:48 Albanisch als fünfte Landessprache

16:43 Der Name als Filter

18:37 Scham und die Namen der Väter

21:02 Postmigrantische Selbstverständlichkeit

26:17 Der Migra-Hustle

28:02 Einbürgerung als Viehschau

31:58 Der Doppeladler in der Maturarbeit

34:20 Klassenreise nach Kosovo

36:40 Sind wir weiss oder nicht

40:25 In Uniform am Bahnhof

41:30 Der Muslimbruderschafts-Vorwurf

45:12 «Einer der Guten»

49:34 Die SRF-Doku zur Manosphere

54:56 Die Spirale des Rassismus

57:42 Weisser Feminismus und Kopftuch

64:23 Die WC-Anekdote

69:51 Rassismus im Lehrerzimmer

74:25 «Zwei Bücher reichen nicht»

76:51 Systemkritik und Eigenverantwortung

80:38 Neutralität gibt es nicht

84:37 Verstehst du dich als Schweizer?

90:08 Das Buch «Sticky Violences»

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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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