Häusliche Gewalt: Wenn die eigenen vier Wände zum gefährlichsten
Ort werden
Wir sprechen oft über Gewalt im öffentlichen Raum, auf der
Strasse, in den Schlagzeilen. Aber der gefährlichste Ort für sehr
viele Betroffene ist ein ganz anderer: die eigene Wohnung. In
dieser Folge von keshmesh nehmen wir uns eines der schwersten
Themen vor, die wir bisher behandelt haben — häusliche Gewalt.
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In dieser Folge erfährst du:
Beziehungsdynamik vs. Gewaltdynamik: Warum eine Beziehung
geteilte Verantwortung bedeutet — eine Gewaltdynamik aber nie.
100% der Verantwortung liegt bei der Person, die Gewalt anwendet.
Punkt.
FOG — Fear, Obligation, Guilt: Der psychologische "Nebel",
mit dem Täter Angst, (vermeintliche) Verpflichtung und
Schuldgefühle erzeugen, um Betroffene in der Beziehung zu halten.
Die fünf Formen von Gewalt: Physisch, sexuell, psychisch,
ökonomisch, sozial — und warum das Schweizer Strafrecht fast
ausschliesslich die physische Form erfasst.
Die nackten Zahlen (BFS 2023): Rund 20'000 registrierte
Straftaten, 40% aller polizeilich erfassten Gewaltdelikte finden
im häuslichen Kontext statt.
Feminizide: 2025 ein Rekordjahr mit 34 Feminiziden in der
Schweiz; im laufenden Jahr zählte die "Offensive gegen
Feminizide" bis zum Aufnahmetag bereits 17 — zuletzt am 9. Juli
in einem Fall im Tessin.
Istanbul-Konvention — Note 3,0: Der zivilgesellschaftliche
Parallelbericht des Netzwerks Istanbul-Konvention zeigt: Die
Schweiz kommt ihren Verpflichtungen nicht nach. Fehlende
nationale Strategie, kantonales "Schutzlotterie"-Prinzip, ein
Fehlbestand von rund 800 Frauenhausplätzen.
Intersektionalität: Warum dieselbe Tat bei einem
migrantischen Täter mit "Kultur" erklärt wird und bei einem
Schweizer Täter mit individuellem Versagen — und wie das
migrantische Betroffene zusätzlich gefährdet (Stichwort
Aufenthaltsstatus, "Sabr").
Die drei Tätertypen: Vom durchgängig gewalttätigen bis zum
"Family-only"-Typ, der öffentlich charmant und erfolgreich wirkt
und nur hinter verschlossenen Türen gewalttätig wird — laut
Kambez oft der schwerste Typ zu erkennen.
Männer als Betroffene: Warum Scham, Unglauben und das
"Es-braucht-immer-zwei"-Narrativ Männer besonders oft davon
abhalten, sich Hilfe zu holen — und wieso die Nummer 142 explizit
auch für sie da ist.
"Ideal Victim" & Homonationalismus: Ein theoretischer
Ausblick — warum unsere Gesellschaft bestimmten Körpern (v.a.
racialisierten männlichen) kaum zugesteht, überhaupt Opfer sein
zu können.
️ Achtung: Diese Folge behandelt ausführlich häusliche und
sexualisierte Gewalt sowie Feminizide, inkl. Statistiken. Wir
gehen dabei konzeptionell und statistisch vor, ohne einzelne
Gewalttaten grafisch zu schildern — trotzdem: Hört rein, wenn ihr
euch dazu bereit fühlt.
Links & Ressourcen:
Opferhilfe-Nummer 142 (auch anonym
erreichbar): https://www.stiftung-gegen-gewalt.ch/aktuelles/opferhilfenummer-142
Netzwerk Istanbul-Konvention &
Parallelbericht: https://www.istanbulkonvention.ch
Eidg. Büro für Gleichstellung — häusliche
Gewalt: https://www.ebg.admin.ch/de/hausliche-gewalt
Brava (ehemals TERRE DES FEMMES
Schweiz): https://www.brava-ngo.ch/de
Zahlen: Bundesamt für Statistik (BFS)
— https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/kriminalitaet-strafrecht/polizei/haeusliche-gewalt.html
Zum Thema Feminizide: hört auch unsere Folge 10
Shoutouts & Dankeschön an unser Team:
Aaron Graf (Video), Chris Rohner (juhuni Design, Website,
Logo), Sarah Blaser (Illustrationen), David Fürst (Fotos).
Wenn euch die Folge wichtig war, teilt sie — gerade bei diesem
Thema erreicht man am meisten über die eigenen Chats und
Netzwerke.
Peace & Liebe, Ahmed & Kambez
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