Liebe Hörerinnen und Hörer,
wenn man in Österreich über Reformen diskutiert, zeigt irgendwer
irgendwann nach Deutschland. Und in Deutschland zeigt man beim
Thema Pensionen ziemlich verlässlich nach Österreich. Grund
genug, einmal jemanden zu fragen, der mitten in dieser Debatte
sitzt.
Mein Gast in dieser Folge ist David Dekorsi, Geschäftsführer des
Bundes Katholischer Unternehmer. Ein Verband, den es in
Österreich in dieser Form gar nicht gibt, gegründet 1949 von
Leuten wie Konrad Adenauer, mit der katholischen Soziallehre als
Kompass. Wir reden darüber, wie das politische Berlin über
Verbände funktioniert, warum kleine Verbände oft wirksamer sind
als große, und was es praktisch heißt, Wirtschaftspolitik von
einem Wertefundament her zu denken.
Zur aktuellen Lage im direkten Vergleich bei Pensionen: Die
deutsche Alterssicherungskommission hat 33 Empfehlungen
vorgelegt, und David sagt sehr deutlich, dass er am tatsächlich
umgesetzten Ergebnis zweifelt. Wir vergleichen Kapitalrente und
Staatsfonds, gesetzliches und tatsächliches Antrittsalter,
Beamtenpensionen und die Frage, warum in beiden Ländern jede
Reform genau dort endet, wo jemand seinen eigenen Ast absägen
müsste.
Am Ende geht es um das, was mich an dem Gespräch am meisten
beschäftigt hat: Ein Fünftel der jungen Deutschen sucht aktiv
einen Weg ins Ausland. Das sind nicht die Unqualifizierten. Und
die Frage, die David stellt, gilt für Österreich genauso: Was
hält mich hier?
Sein Schluss ist trotzdem kein pessimistischer. Nicht
resignieren, engagieren.
Hört rein.
Euer Niko
Kapitel:
00:00:00 "Ich bin ein Homo politicus"
00:06:44 "Wirtschaftspolitik ein Herz geben"
00:14:00 "Wir reden über ein System, das gescheitert ist"
00:28:02 "Keiner sägt den Ast ab, auf dem er sitzt"
00:30:52 "Was hält mich hier?"
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