In dieser Episode von „Regenerativ & digital“ spricht
Sebastian mit Simon Beier, Customer Experience Specialist bei
Infomaniak. Das Schweizer Unternehmen verbindet seit seiner
Gründung Digitalisierung, Nachhaltigkeit und digitale
Souveränität – und entwickelt Hosting-, Cloud- und
Kollaborationslösungen mit einem konsequenten Blick auf
ökologische und gesellschaftliche Verantwortung.
Simon gibt zunächst einen Überblick über das breite Portfolio von
Infomaniak: von E-Mail-Hosting, Domains und Webseiten über Cloud
Computing und Collaboration-Tools bis hin zu Streaming, Ticketing
und datensouveränen Alternativen zu den Angeboten großer
US-Anbieter. Dabei wird deutlich, wie stark Infomaniak auf eigene
Infrastruktur, Open-Source-Technologien und den Betrieb eigener
Rechenzentren setzt.
Ein Schwerpunkt des Gesprächs liegt auf den nachhaltigen
Rechenzentren des Unternehmens. Simon erläutert, wie Infomaniak
seine Server seit 2013 ohne klassische Klimaanlagen kühlt, warum
im neuesten Data Center D4 Außenluftkühlung und ein geschlossener
Wasserkreislauf zum Einsatz kommen und wie die entstehende
Abwärme für die Versorgung von bis zu 6.000 Wohneinheiten genutzt
werden kann. Besonders bemerkenswert: Das Konzept wurde gemeinsam
mit der Universität Lausanne entwickelt und open source
veröffentlicht, damit andere Betreiber:innen die Methoden
übernehmen können.
Darüber hinaus sprechen Sebastian und Simon über Transparenz in
der digitalen Infrastruktur. Infomaniak weist den CO2-Fußabdruck
der einzelnen Produkte auf den Rechnungen aus und schafft damit
eine Grundlage für Emissionsberichte, Scope-3-Transparenz und
konkrete Verbesserungen auf Kundenseite. Auch soziale Aspekte
spielen eine Rolle – etwa die Verankerung von Arbeitsplätzen in
der Schweiz, die Zusammenarbeit mit europäischen Zulieferern und
das Engagement in Open-Source-Projekten wie OpenStack.
Ein weiterer großer Themenkomplex ist die digitale Souveränität.
Simon erklärt, wie Infomaniak versucht, Abhängigkeiten von
außereuropäischen Anbietern zu reduzieren, wo Daten verarbeitet
werden und welche Bedeutung eigene Rechenzentren, eigener Support
und eine möglichst umfassende Kontrolle über die digitale
Wertschöpfungskette haben. Dabei geht es auch um die
Herausforderungen bei Hardware, Lieferketten und der
Verfügbarkeit leistungsfähiger GPUs für KI-Anwendungen.
Im Gespräch geht es außerdem um die ethische KI von Infomaniak.
Simon beschreibt, wie offene Modelle in den eigenen Rechenzentren
betrieben werden, warum ressourcenschonende Modelle eine wichtige
Rolle spielen und wie die Daten der Nutzer:innen geschützt
werden. Die beiden diskutieren zudem über Bias in Trainingsdaten,
Grenzen von KI-Systemen und die Frage, wie sich
verantwortungsvolle KI in der Praxis gestalten lässt.
Takeaways:
Nachhaltige Digitalisierung beginnt bei der eigenen
Infrastruktur und ihrer transparenten Gestaltung
Rechenzentren können ohne klassische Klimaanlagen betrieben
und als Wärmequelle genutzt werden
Open Source kann dabei helfen, nachhaltige Innovationen
schneller zu verbreiten
Digitale Souveränität umfasst Daten, Software, Hardware,
Lieferketten und Support
Transparente CO2-Angaben auf Rechnungen erleichtern
Berichterstattung und nachhaltige Entscheidungen
Ressourcenschonende KI braucht eine bewusste Auswahl von
Modellen und ein kritisches Verständnis ihrer Grenzen
Europäische Anbieter können Alternativen zu den Lösungen
großer außereuropäischer Plattformen schaffen
Mehr über Infomaniak: https://www.infomaniak.com/de
Mehr über das Data-Center-Konzept D4: https://d4project.org
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