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  4. Wähler weg, Merz bleibt | Von Janine Beicht
Das Kartell der Ergebenen: Wie die CDU-Spitze den Absturz
von Merz zum Sieg erklärt

Ein machtversessener Parteiapparat opfert jede politische
Selbsterkenntnis für den bloßen Erhalt der eigenen Posten.
Während die Zustimmung in der Bevölkerung auf ein historisches
Tief bricht und die Wähler scharenweise zur Konkurrenz
überlaufen, inszenieren die Landesfürsten ein groteskes
Schauspiel der Unterwerfung. Statt den desaströsen Kurs zu
korrigieren, wird der gescheiterte Parteichef stur vor der
Bitterkeit der Realität abgeschirmt.

Ein Kommentar von Janine Beicht.

Die CDU hat gewählt: Nicht die Einsicht, nicht die
Selbsterkenntnis und schon gar nicht den gesunden
Menschenverstand. Sie hat sich für das Weiter-so mit Friedrich
Merz entschieden. Acht Unions-Landesfürsten veranstalten ein
peinliches Schauspiel der Ehrerbietung, um eine längst
überfällige Kanzlerdebatte im Keim zu ersticken (1). Daniel
Günther, Boris Rhein, Sven Schulze, Kai Wegner, Michael
Kretschmer, Gordon Schnieder, Mario Voigt und Hendrik Wüst
verordnen dem Volk per Diktiergerät, Deutschland brauche jetzt

Eine fast schon groteske Verdrehung der Realität, wenn man
bedenkt, dass dieser Kanzler gerade historische Tiefstwerte
einfährt (2) und die eigene Basis ihn längst abgestraft hat.

Forsa misst mickrige zehn Prozent Zufriedenheit in der
Gesamtbevölkerung  und astronomische 88 Prozent der Leute
haben inzwischen die Nase gestrichen voll. Selbst im eigenen
Lager dominieren 57 Prozent Frustrierte. Die Union dümpelt bei
mickrigen 20 Prozent herum. Das ist ein absoluter Tiefpunkt seit
Herbst 2021. Die AfD zieht auf 27 Prozent, bei Yougov sogar mit
29 Prozent (3) davon. Das einst stolze Bündnis aus CDU und SPD
bringt zusammen nicht einmal mehr ein Drittel der Stimmen auf die
Waage (32 Prozent).

2502 Befragte spiegeln die desolate Lage wider. Natürlich sind
Umfragen nur Momentaufnahmen, aber diese Momentaufnahme gleicht
einem politischen Offenbarungseid. Die acht Statthalter lassen in
diesem politischen Zustand also vernehmen (4):

Zerlegt man diesen PR-Sprech, bleibt reinste Machtarroganz übrig.
Die CDU schwurbelt von Stabilität und meint den Pakt zum Erhalt
des eigenen Postens. Sie schwadroniert von Tatkraft und liefert
auf einen historischen Absturz lediglich eine erpresserische
Unterschriftenliste. Sie schwätzt von Vertrauen, während sie
panisch versucht, jeden Kritiker des Hauptverantwortlichen
mundtot zu machen. Das entlarvt eine Parteiführung, die auf
politischen Druck nicht mit Argumenten reagiert, sondern mit dem
Holzhammer der Parteidisziplin. Was die CDU „Geschlossenheit“
nennt, ist nichts anderes als die zynische Burgfrieden-Taktik
eines implodierenden Apparates.

„Stabilität, Tatkraft und einen klaren Kurs“.„Das politische
Deutschland braucht jetzt mehr denn je Stabilität. In dieser Lage
kommt es jetzt auf die Geschlossenheit, die Tatkraft und einen
klaren Kurs der deutschen Christdemokratie
an.“...https://apolut.net/wahler-weg-merz-bleibt-von-janine-beicht/
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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