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  4. Politisches Beben in Deutschland | Von Paul Clemente
Wahlen sind Qualen – für die Altparteien

Ein Kommentar von Paul Clemente.

Wahltag ist Zahltag. Nach dem Desaster von Sachsen Anhalt wurden
auch die gestrigen Wahlen für den Altparteien-Block zur
Zitterpartie. Der mediale Mainstream nahm seine Leser unter
Dauerbeschuss: Mit Warnungen, Gejammere und Schuldzuweisungen,
dass die „politische Mitte“ an Stabilität verliere. Um den
baldigen Absturz auszuhalten, verteidigten Blätter wie die FAZ
sogar den Bundeskanzler Merz, und das Handelsblatt lässt den
Unternehmer Ulrich Grillo sagen:

Klar, so läuft das immer. Sozial Schwachen sollen einsehen, dass
nur ihr Opfer die Wirtschaft rettet.

Außerdem attestiert besagte Tageszeitung den alternativen Medien
eine Mitschuld am Exodus der Wähler. Die oppositionelle
Publizistik würde nicht nur Misstrauen artikulieren. Nein, durch
sie bildeten sich „Misstrauensgemeinschaften“:

Denen könne es niemand recht machen. Die seien immer dagegen.

Trotz solchem Bashing gibt es dennoch: Die vorsichtige
Selbstkritik. Ganz leise und vorsichtig. So kommentierte
UN-Generalsekretär António Guterres die hiesigen Landtagswahlen:

Dem muss man freilich hinzufügen: Es bedarf keiner besseren
Vermittlung, sondern einer bürgerorientierten Politik.

Was man keinesfalls verschweigen sollte: In MeckPom gab im
Vorfeld zur Wahl ein wahrhaft wagemutiges Projekt: Das U 16.
Jugendliche unter 16 Jahren konnten sich in einer U 16-Filiale
anmelden. Dort konfrontierte man sie mit Selbstdarstellungen der
Parteien: Mit deren Programm und Zielsetzungen. Anschließend
durften die frisch Informierten einen Wahlzettel ausfüllen. Das
Ergebnis war eindeutig: Von über 1500 Jugendlichen stimmten 33,3
Prozent für die AfD, gefolgt von den Linken mit 25,3 Prozent. Die
SPD erreichte immerhin 14,2 und die Grünen 8,1. Und CDU oder BSW?
Schafften die 5-Prozent-Hürde nicht.

Auch wenn die Kinder der SPD lediglich 14,2 Prozent zugestanden,
galt die SPD-Landesvorsitzende Manuela Schwesig im Mainstream als
Hoffnungsträgerin. Seit 2017 an der Regierung in Mecklenburg
Vorpommern beteiligt, hatte sie der AfD wiederholt den Kampf
angesagt. Zu Schwesigs Strategie-Spiel zählte auch ihr
Distanzierung zur Regierungslinie. Ein unterschwelliges Flüstern:
Verwechselt uns bloß nicht mit dem CDU-Koalitionspartner aus
Berlin.

„Richtige Reformen sind teilweise oder zeitweise auch gegen die
Bürger.“„Gemeinschaften, die in ihrer Ablehnung gegen eine
vermutete Elite, den angeblich woken Mainstream, vereint
sind.“„Die traditionellen demokratischen Kräfte hatten Mühe, sich
auf die neue Zeit einzustellen und die Menschen wirksam zu
erreichen, wenn es um deren Sorgen
geht."...https://apolut.net/politisches-beben-in-deutschland-von-paul-clemente/
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