In dieser Folge von „Ich bin dann mal erfolgreich“ sprechen wir
mit Christian Heyen. Er ist Bereichsdirektor Immobilien bei der
Sparkasse Celle Gifhorn Wolfsburg und begleitet dort 70
Kolleginnen und Kollegen. Kennengelernt haben wir uns vor 20
Jahren in der Sparkasse Bremen, einem Haus, das uns beide geprägt
hat.
Aufgewachsen ist Chris in einem ostfriesischen Dorf mit 500
Einwohnern, mit 19 ging er nach Bremen und musste sich dort alles
neu aufbauen. Aus dieser Zeit stammt eine Überzeugung, die sich
durch das ganze Gespräch zieht: Erfolg ist nie eine
One-Man-Story. Getragen wird er von Menschen, von Mentoren, von
einem Netzwerk, das man sich über Jahre verdient.
22 Jahre in Bremen, Ausbildung, erste Führungsverantwortung mit
28 als jüngste Führungskraft im Haus, acht Jahre
Projektmanagement mit Einblick in nahezu jeden Bereich der Bank,
seit Juli die Bereichsdirektion in Gifhorn. Auf dem Papier sieht
das nach einer geraden Linie aus. Erzählt Chris es selbst, klingt
es anders.
Denn die Station, die alles verändert hat, stand in keinem Plan.
Sie kam über einen Umweg, den er sich nicht ausgesucht hatte und
der sich im Moment der Entscheidung nach allem anderen anfühlte
als nach Karriere. Heute nennt er genau diesen Abschnitt den
wertvollsten Schritt seiner Laufbahn, weil dort das Wissen und
das Netzwerk entstanden sind, von denen er bis heute lebt. Sein
Fazit: Der Mut, den geradlinigen Weg zu verlassen, tut im ersten
Moment immer weh. Welchen Wert ein solcher Schritt hatte, erkennt
man erst Jahre später.
Ein eigener Schwerpunkt ist sein Führungsverständnis. Chris lebt
Servant Leadership. Führung entsteht für ihn nicht über die
Schulterklappe, sondern über Leistung, Haltung und Vertrauen.
Menschen sollen ihm nicht folgen müssen, sondern folgen wollen.
Seine Aufgabe sieht er darin, den Rahmen zu schaffen, Hindernisse
aus dem Weg zu räumen und Potenzial sichtbar zu machen. Dazu
gehört für ihn auch, nicht auf jede Frage eine Antwort zu haben,
sondern zuzuhören und Ideen gemeinsam zu entwickeln.
Wir sprechen über lebenslanges Lernen und darüber, warum Feedback
für ihn kein Mutbeweis ist, sondern Voraussetzung. Über
hanseatische Werte und ein Wort, das gilt, auch wenn danach zwei
weitere Angebote kommen. Über Wirkung, bis hin zu der Übung, die
ihm am schwersten fiel: langsam gehen statt durch die Flure zu
hetzen. Und über seinen Umgang mit Fehlern, denn Misserfolg gibt
es für ihn nicht, nur Learnings.
Diese Folge ist eine Einladung, den geradlinigen Karriereweg
nicht mit dem richtigen zu verwechseln. Und sie zeigt, dass Mut
in der Karriere selten spektakulär aussieht, manchmal sogar wie
ein Umweg.
Chris auf LinkedIn:
https://www.linkedin.com/in/christian-heyen-834b4b1a7/
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