Warum Gründen das letzte legale Abenteuer ist und wie aus
einem Saftladen eine Kultmarke wurde.
Zur Feier von fast zwanzig Jahren True Fruits und dem Revival des
Podcasts holen wir eine alte Lieblingsfolge zurück. Ab jetzt gibt
es alle zwei Wochen ein Wiederhören.
Nic Lecloux ist einer der drei Gründer und der Marketing-Chef von
True Fruits, der Marke mit den frechsten Sprüchen Deutschlands.
2006 hat er das Unternehmen mit Inga und Marco gegründet, heute
ist der kleine Saftladen mit rund vierzig Leuten Marktführer bei
Smoothies. Die beiden anderen, sagt Nic augenzwinkernd, hätten in
den ersten Jahren seinen intellektuellen Rollstuhl geschoben.
Er erzählt, wie alles begann. Marco und Inga entdeckten die
Smoothies in einem Auslandssemester im schottischen Aberdeen, wo
Innocent längst ein Riesengeschäft war, und kamen mit dem
Größenwahn zurück, das auch in Deutschland zu wagen. Nic,
gebürtiger Troisdorfer, kam über ein Praxisprojekt an der kleinen
Fachhochschule bei Bonn dazu. Gründen war damals alles andere als
sexy, Ingas Mutter fragte nur, warum sie dafür studiert habe.
Die Anfänge waren ein einziges Sich-Durchfragen. Ein Chemiker im
Team konnte eine Kläranlage bauen, aber keinen Fruchtsaft
abfüllen. Also googelten sie nach einem Fruchtsaftguru und
landeten bei einem Professor in Trier, der erst lachte und dann
half. Der erste Prototyp war viel zu dickflüssig, die erste
Abfüllung eine Katastrophe, und ein Professor prophezeite, ihr
Preis von zweifünfzig für 250 Milliliter werde nie funktionieren.
Doch sie wollten kein billiges Saftgetränk sein, sondern eine
Marke. Dazu gehörte eine eigene Flasche, und der Hersteller
machte sie nur unter einer Bedingung, einer Tagesproduktion von
bis zu über einer Million Stück. Als mittellose Studenten zogen
sie es trotzdem durch, finanziert über einen
Businessplan-Wettbewerb, Gründerkredite und zwei Investoren aus
Bonn. Sein erstes Gehalt verdiente Nic nebenbei als Doormanager
bei der Telekom.
Weil die Flasche erst im November kam und plötzlich eine Million
Flaschen im Lager standen, mussten sie den klassischen Weg über
die Gastronomie fallen lassen und direkt in den Handel gehen. Der
Durchbruch kam ausgerechnet über die Tankstelle, über eine
Listung bei Lekkerland und Aral, inspiriert vom Vorbild Red Bull.
Zum Schluss teilt Nic seine wichtigsten Learnings. Immer fragen,
wenn man keine Ahnung hat, aber der eigenen Vision treu bleiben.
Sich auf die Lösung konzentrieren statt auf das Problem. Sich auf
das Schlimmste vorbereiten und auf das Beste hoffen. Und einer
seiner schönsten Sätze, gründen ist das letzte legale Abenteuer.
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