In der 90. Folge unseres Podcasts nehmen wir euch mit auf einen
ereignisreichen Tag des Aufbruchs und des Umdenkens: Wir haben
England verlassen, die Fähre über den Ärmelkanal genommen und
sind schließlich im französischen Calais gelandet.
Unser Tag begann nach einer verhältnismäßig unruhigen Nacht auf
dem Park-and-Ride-Parkplatz New Dover Road in Canterbury. Auf dem
Stellplatz war am Vorabend noch einiges los – ein recht lautes
Happening mit Musik hielt uns eine Weile wach, bevor wir in den
frühen Morgenstunden zwischen 4 und 6 Uhr erneut munter im
Wohnmobil saßen. Draußen herrschte bereits Aufbruchsstimmung bei
anderen Campern, die vermutlich eine der sehr frühen oder
nächtlichen Fähren genommen hatten.
Nachdem wir morgens feststellen mussten, dass die Fährpreise
spontan um etwa 50 bis 60 Euro angezogen hatten – bei DFDS von
Dover nach Dunkerque sprang der Preis plötzlich auf stolze 209
Euro –, haben wir flexibel umgeplant. Letztlich buchten wir für
184 Euro inklusive Wohnmobil und Hundegebühr für unsere Hündin
Mila eine Überfahrt mit P&O Cruises von Dover nach Calais um
15:05 Uhr. Bevor es zum Hafen ging, erledigten wir noch die Ver-
und Entsorgung (Abwasser ablassen, Toilette leeren) direkt auf
dem Parkplatz in Canterbury. Für den Stellplatz zahlten wir für
knapp 24 Stunden günstige 8 Pfund.
Anschließend fuhren wir zum Sainsbury’s in Canterbury, wo uns ein
wildes Getümmel erwartete: Eine deutsche Schülergruppe hatte den
Supermarkt quasi belagert und sorgte mit unkoordinierten
Einkäufen (unter anderem Schokoladen-Weintrauben und
Energy-Drinks) für ordentlich Trubel. Das schwüle, bewölkte und
warme Wetter drückte etwas auf den Kopf, weshalb ein Iced Coffee
bei Starbucks die Lebensgeister wieder wecken musste. Während
unser Sohn Valentin auf der Weiterfahrt einschlief, steuerten wir
den riesigen Tesco Extra in Whitfield an, wo ein
dreiviertelstündiger Einkauf für ordentlich Schritte auf dem
Schrittzähler sorgte. Nach dem anschließenden Volltanken unseres
Wohnmobils für 1,91 Pfund pro Liter (umgerechnet ca. 2,23 Euro)
machten wir noch einen kurzen Stopp beim Lidl, um Wasservorräte
und Backwaren aufzustocken. Mila bekam auf einer nahegelegenen
Wiese ihre verdiente Gassirunde, bevor wir uns auf die steile
Abfahrt zum Hafen von Dover machten.
Die Hafenkontrollen in Dover verliefen reibungslos: Nach dem
französischen Passcheck ging es durch die Sicherheitskontrolle
mit Blick unter die Motorhaube und Fahrgestellspiegel. Obwohl wir
um 13:50 Uhr rechtzeitig vor Ort waren, reihten sich bis zum
Boarding noch unzählige Fahrzeuge hinter uns ein. Auf dem Schiff
bekamen wir dank unseres Hunde-Aufklebers einen Platz in den
mittleren Spuren auf den oberen Decks zugewiesen.
Die Überfahrt nach Calais verlief ruhig und stimmungsvoll.
Valentin vergnügte sich prächtig im freundlich und modern
gestalteten Kinderbereich der Fähre sowie im verglasten
Außenbereich, wo er mit älteren Passagieren winkend Späße trieb.
Ein bisschen Wehmut war beim Blick zurück auf die englische Küste
dennoch dabei: Vier intensive, anstrengende, aber unglaublich
schöne Monate in Irland und Großbritannien liegen hinter uns, an
die wir uns immer gerne zurückerinnern werden – besonders an die
herzliche und kinderfreundliche Art der Menschen vor Ort.
Nach der Ankunft in Frankreich mussten wir uns sofort wieder
umstellen: Das Fahren auf der rechten Seite und die
Zeitverschiebung von einer Stunde forderten nach vier Monaten
Linkslenken höchste Konzentration. Schließlich haben wir einen
offiziellen Wohnmobilstellplatz zwischen Calais und Dunkerque in
Oye-Plage bezogen, der fußläufig zum Strand liegt. Valentin ist
trotz der Zeitumstellung gut eingeschlafen, und wir lassen den
Tag entspannt ausklingen.
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