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DER QUICKCHECK — WO STEHT IHR BETRIEB? Zwölf Fragen, keine zehn
Minuten. Danach wissen Sie, wo Sie stehen und ob ein
Frühwarnsystem für Sie das Richtige ist:
https://10finance.de/quickcheck

WERKSTATT-DOKUMENT ZUR FOLGE — „Mein Frühwarnsystem"

Ampel-Selbstdiagnose, die vier frühen Signale zum Ankreuzen und
drei Sofortmaßnahmen. Kostenlos auf der Folgenseite:
https://werkstatt-mittelstand.de/folgen/f12.html

Freitagabend, 18:20 Uhr. Ein Mandant aus der Elektrotechnik sitzt
Max gegenüber und sagt den Satz, den Max öfter hört als jeden
anderen: Max, das kam aus dem Nichts. Liquidität weg, Bank
nervös. Dann legen die beiden die letzten neun Monate
nebeneinander, und da war nichts aus dem Nichts. Da war eine
Spur, breit wie eine Autobahn: Kunden zahlten seit dem Frühjahr
zwei Wochen später. Der Auftragseingang war im Sommer gekippt,
während der Umsatz noch gut aussah, weil alte Aufträge
abgearbeitet wurden. Der Kontokorrent kroch Monat für Monat
Richtung Grenze. Es kam mit Ansage. Nur die Ansage hat niemand
gehört.

Die Signale fehlen nie. Das Problem ist, dass die Zahl, auf die
der Unternehmer am meisten schaut, die langsamste von allen ist.
Bis der Umsatz einbricht, ist die Ursache Monate alt. Ein
Frühwarnsystem ist deshalb radikal klein: drei bis maximal fünf
Zahlen, aber die, die zuerst zucken.

Die vier frühen Signale. Erstens der Auftragseingang, nicht der
Umsatz: Was heute hereinkommt, sagt Ihnen, wie der Umsatz in drei
bis neun Monaten aussieht. Zweitens das Zahlungsverhalten der
Kunden: Wächst die Spanne bis zum Geldeingang um sieben, zehn,
vierzehn Tage, geht es einem Ihrer Kunden schlechter, und sein
Problem wird Ihr Liquiditätsproblem. Sie lesen die Gesundheit
Ihrer Kunden in Ihren eigenen offenen Rechnungen. Drittens der
Verlauf der Kontokorrentlinie, nicht der Stand: Ein einzelner
Monat fällt nicht auf, die Kurve über sechs bis zwölf Monate
schreit nach Aufmerksamkeit. Viertens die Fluktuation der Guten:
nicht wie viele gehen, sondern wer. Gute Leute verlassen ein
sinkendes Schiff zuerst. Keine dieser vier Zahlen steht im
Jahresabschluss. Der Jahresabschluss ist eine Obduktion. Diese
vier Signale sind der Puls.

Dazu der teuerste Denkfehler: der menschliche Kurzschluss. Ein
frühes Signal schlägt per Definition an, solange es dem Betrieb
noch gut geht und die Maschinen laufen. Der Reflex heißt
Ausreißer, schwacher Monat, saisonbedingt. Wer auf die
Bestätigung wartet, wartet zu lange: Ist sie da, ist es kein
Frühwarnsignal mehr, sondern die Krise. Es ist der Rauchmelder,
der piept, obwohl nichts zu riechen ist, und man nimmt die
Batterie raus, weil er nervt. Führen muss man nicht das System,
sondern den Menschen davor.

Und der Bauplan in drei Schritten: Signale wählen, drei bis vier,
die zu Ihrem Betrieb passen. Für jedes eine Linie ziehen, bevor
Sie sie brauchen, denn in Panik verhandeln Sie mit sich selbst.
Und jedes Signal an eine vorbereitete Reaktion koppeln: Geht das
Zahlungsziel über die Linie, rufe ich innerhalb von drei Stunden
meine drei größten Außenstände an. Ein Signal ohne vorbereitete
Handlung ist nur eine Sorge mehr.

Ihr Schritt am Montagmorgen: Denken Sie an Ihre letzte böse
Überraschung und suchen Sie die eine Zahl, die vorher schon
gezuckt hätte. Das ist Ihr erstes Frühwarnsignal.

Max Kummer und Sven Neumann (impacts4u) bringen zusammen fast
fünf Jahrzehnte Erfahrung als Gesellschafter und Geschäftsführer
mittelständischer Unternehmen mit.

Erkennen. Entscheiden. Machen.

Alle Folgen und Worksheets: https://werkstatt-mittelstand.de
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„#12 Das Frühwarnsystem“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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