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Arbeit oder Freizeit? Vielleicht greift diese vertraute
Unterscheidung zu kurz.

Selbst in den Ferien wechseln wir zwischen ganz unterschiedlichen
Formen des Tuns: Wir erledigen Dinge, gehen Verpflichtungen nach,
treiben Sport, lesen aus Interesse, lassen Gedanken schweifen
oder beschäftigen uns mit einer Frage, ohne bereits zu wissen,
wohin sie führen wird. Äußerlich ähnliche Tätigkeiten können
dabei eine völlig unterschiedliche Bedeutung bekommen.

Das Otium-Modell schlägt deshalb eine dritte
Perspektive vor. Neben Negotium, dem Modus des
zielgerichteten Erledigens, und Freizeit, über
die wir grundsätzlich selbst verfügen können, beschreibt
Otium einen Modus zweckoffener
Auseinandersetzung: einen Raum für Erkenntnis, Bildung und die
Entstehung von Neuem, ohne dass das Ergebnis bereits feststeht.

Die Podcastfolge geht den historischen Spuren von otium und
negotium nach und entwickelt daraus die Grundgedanken des
Modells. Beispiele aus Alltag, Care-Arbeit und Open-World-Games
zeigen, warum nicht die Tätigkeit selbst darüber entscheidet, in
welchem Modus wir handeln. Psychologische und
organisationstheoretische Perspektiven dienen als
wissenschaftliche Anschlussstellen.

Besonders relevant wird die Unterscheidung für Schule und
Organisationsentwicklung: Was geschieht, wenn
Entwicklung selbst vollständig der Logik von Zielen, Aufträgen
und Ergebnissen unterworfen wird? Und welche
Gelegenheitsstrukturen brauchen Organisationen, damit Fragen
entstehen können, die vorher noch niemand gestellt hat?

Das Otium-Modell versteht sich dabei nicht als diagnostisches
Instrument oder empirisch validiertes Wirkungsmodell, sondern als
Reflexionsmodell und Diskussionsangebot. Es lädt
dazu ein, Arbeit, Freizeit und Entwicklung aus einer anderen
Perspektive zu betrachten.

Das zugrunde liegende Diskussionspapier sowie weitere
Informationen finden Sie auf timmheinrich.de.

Timm Heinrich

Systemischer Berater im Bildungsbereich
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„Der dritte Modus - mehr als Arbeit und Freizeit“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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